1. Inhaltsverzeichnis
1. Inhaltsverzeichnis 2
2. Einleitung und Fragestellung: 3
3. Zeitliche Einordnung und Epochenmerkmale 4
4. Expressionistische Themenkreise 7
4.1 Die Großstadt 7
4.1.1 Heinrich Mann: „Drei Minuten Roman“ 8
4.2 Krankheit, Wahnsinn, Tod 9
4.2.1 Alfred Döblin: „Die Tänzerin und der Leib“ 10
4.2.2 Georg Heym: „Das Schiff“ 12
4.3 Der Krieg 13
4.3.1 August Stramm: „Der Letzte“ 13
4.3.2 Franz Marc: „Im Fegefeuer des Krieges“ 14
4.4 Der neue Mensch 15
4.4.1. Alfred Döblin: „Die Ermordung einer Butterblume“ 15
5. Schluss und Evaluation 17
6. Literaturverzeichnis: 18
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2. Einleitung und Fragestellung:
Die Zeit des Expressionismus bedeutet übersetzt „Ausdruckkunst“ und begann 1910 mit einer Kunstausstellung in Berlin. Hierdurch wurde der Begriff des Expressionismus auf die Literatur übertragen.
Es waren überwiegend junge Literaten, die aus guten Elternhäusern kamen und mit der bestehenden Weltordnung nicht übereinstimmten.
Die Entstehung von Großstädten, Industrialisierung, Technik und der Arbeitslosigkeit etc. veränderte um die Jahrhundertwende den Lebensalltag der Menschen. Diese Umstrukturierung wurde Thema für die literarischen Expressionisten und in ihren Prosatexten wurden vor allem folgende Themenkreise angesprochen: Industrialisierung, Krankheit, Krieg, Großstadt, Hektik, Tod, Entindividualisierung, die Hoffnung auf eine neue Welt, Menschenmassen, Anonymität des modernen Lebens etc. Der Mensch hat Angst vor Überforderungen, vor Geschwindigkeit, davor, von der Technik überwunden zu werden, vor der drohenden Existenz und vor dem Tod.
In meiner Seminararbeit werde ich auf folgende Themenkreise mit einzelnen Textbeispielen speziell eingehen:
• Die Großstadt
• Krankheit, Wahnsinn, Tod
• Der Krieg
• Der neue Mensch
Während der Erstellung dieser Arbeit bin ich folgender Frage nachgegangen: War der Expressionismus eine literarische Bewegung und Epoche oder nur ein zeitlich begrenztes Phänomen des damaligen Lebens?
3
3. Zeitliche Einordnung und Epochenmerkmale
Der Begriff des Expressionismus tauchte, wie oben bereits erwähnt, ca. 1910 zum ersten mal in Berlin als Sammelbezeichnung für eine Gruppenausstellung französischer Maler auf. Hiervon wurde der Begriff auf die jüngste Literatur übertragen und verbreitet. Der Expressionismus wurde in der Literatur als „Sammelbezeichnung für modisch-zeitverhaftete Werke“ 1 einiger Autoren begriffen. Nach Erich von Kahler gab es vor dem 1. Weltkrieg einen Ausbruch expressionistischer Dichter durch z.B. den Vater-Sohn-Konflikt. Während des Krieges entstanden Auseinandersetzungen zwischen Nation und Menschheit und nach Beendigung des Krieges 1918 spalteten sich die Literaten in zwei verschiedene Richtungen: die einen waren sozialistisch und europäisch geprägt, während die anderen einen nazistische Richtung einschlugen. 2 Anfang des 20. Jahrhunderts vollzog sich in Deutschland eine geistige und menschliche Umwälzung. Mitten in der Blütezeit des Naturalismus, 1890-1900, drang plötzlich der Expressionismus ein. Allerdings musste der Naturalismus zunächst seine Wirkung abschwächen, bevor der Expressionismus zur Geltung kommen konnte. Nach vierzig Jahre Frieden „lechzten alle nach“ einem Krieg. 3 Der Expressionismus bewegte sich gegen den Imperialismus. Die Literaten wollten den Betrachter emotional ansprechen und ihn innerlich erschüttern. Es entstand eine sogenannte Empörung gegen den kalten Mechanismus, der den Alltag bestimmte. Die Expressionisten versuchten die irreale Welt des Unterbewussten, der Träume und des Alogischen hinter den Phänomenen zu ergründen und darzustellen. Sie waren auf der Suche nach verdrängten Gedanken und Gefühlen. Ein weites Publikum wurde gesucht und von der expressionistischen Aktivität beeinflusst.
Durch ihre sehr bildhaften Schilderungen, erhielt expressionistische Prosa eine hohe Glaubwürdigkeit. Durch die wirtschaftlichen Umstände wurde alles schneller und es entstand eine Hektik im Leben der Menschen, so dass die Expressionisten auch ihre Sprache hieran anpassten. Sie bedienten sich der Sprachverknappung, Füllwörter, Artikel und Präpositionen wurden ausgelassen, die Verben betont.
1 Krull, W. (1984), S. 2
2 Böckmann, P. (1970), S. 164
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Die junge Literatengeneration kämpfte gegen die allgemeine Selbstentfremdung und gegen die Unterdrückung des Menschen und seiner humanen Bedürfnisse. Sie erstrebten die Erneuerung des ganzen Menschen an.
Dieser radikale Gegenschlag streifte gegen das „naturwissen-schaftlich-materielle Wirklichkeitsbild“. Der Expressionismus war gegen eine zunehmende Industrialisierung und Mechanisierung des Lebens. Der „gebrochene und verstörte Mensch“ stand in der Literatur als Mittelpunktfigur da. Während des ersten Weltkrieges trat die erzählende kurze Prosa immer mehr in den Vordergrund und wird im 19. Jahrhundert die vorherrschende dramatische Sprachform. 4 In dieser expressionistischen Prosa werden Themen wie Ich-Dissoziation, „Zerrissenheit der Objektwelt, Verdinglichung, Entfremdung von Subjekt und Objekt“, „Menschheitserneuerung, Entfremdungserfahrungen“ und der Wandel des Menschen immer wieder angesprochen. 5
Das Wesen des Menschen stellt sich als verkümmert dar und die Wirklichkeit bricht zusammen. Jeder einzelne Mensch lebt in einer gefühlslosen Isolierung und es entsteht eine Entindividualisierung: Personen sind nicht mehr Personen, sie haben in der Literatur keine Namen mehr. Aus diesem Grund entsteht eine antibürgerliche Handlungsperspektive. 6
Es verbreitete sich eine Unsicherheit über Sinn und Zweck aller Bestrebungen, um zu einem kohärenten geleitetem Weltbild zu gelangen. Im Mittelpunkt der Prosa stehen Helden, die der Gesellschaft und sich selbst entfremdet sind: sie sind verunsichert und orientierungslos. 7
Nach Armin A. Wallas ist ein Mensch modern, wenn er Erfahrungen mit der Großstadt, Massengesellschaft, Industrie, Technik, Krieg und Revolution besitzt. 8 Im Kurzprosatext werden diese Erfahrungen zum Vorschein gebracht. Es wird im Wesentlichen geschildert.
3 Böckmann, P. (1970), S. 163
4 Metzler Literatur Lexikon (1990), S. 146
5 Vietta, S. / Kemper, H.G. (1975), S. 22
6 Krull, W. (1984), S. 21
7 Krull, W. (1984), S. 18
8 Wallas, A. A. in: York-Gothart Mix (2000), S. 522
9 Wallas, A. A. in: York-Gothart Mix (2000), S. 523
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Arbeit zitieren:
Andrea Jürgensen, 2004, Merkmale des Expressionismus, München, GRIN Verlag GmbH
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