Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 1
1. Einleitung 2
2. Themen des Historikerstreits 2
3. Die Position Andreas Hillgrubers 4
4. Kritik der Position Andreas Hillgrubers 6
5. Literaturverzeichnis 9
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1. Einleitung
Das Thema meiner Arbeit ist der Historikerstreit von 1986. Nach einer kur- zen Darstellung der Debatte wende ich mich den Thesen Andreas Hillgru- bers zu. Die Thesen Ernst Noltes und die Präventivkriegsthese sollen hier also nur am Rande angesprochen werden.
2. Themen des Historikerstreits
Beim Historikerstreit 1986 ging es nicht um die Vorstellung neuer For- schungsergebnisse oder neuer Quellen. 1 In der Debatte wurde über die his- torische Bedeutung der nationalsozialistischen Diktatur zwischen 1933 und 1945 diskutiert. Bekannte Tatsachen der Geschichte wurden einer neuen Interpretation unterzogen. Die starke Öffentlichkeitswirkung erhielt der Historikerstreit zum einen dadurch, dass er in den überregionalen Zeitun- gen geführt wurde und zum anderen durch die Sensibilität der Diskussions- themen an sich. Die zwei großen Themenkomplexe des Historikerstreits waren einerseits die Frage bezüglich der geschichtlichen Einordnung des Völkermordes an den Juden und andererseits die Frage nach der Bewertung des Krieges. Letztere widmete sich thematisch vor allem dem deutschen Rückzug im Osten beim Vorrücken der Roten Armee. Auch die so genann- te Präventivkriegsthese wurde im Umfeld der Debatte erneut aufgegriffen.
Das herausragende Verbrechen des deutschen Faschismus ist der Genozid an den europäischen Juden. Dieses Ereignis der Vergangenheit ist immer
1 Vgl. zum Folgenden Gerd Wiegel: Die Zukunft der Vergangenheit. Konservativer Ge-
schichtsdiskurs und kulturelle Hegemonie – Vom Historikerstreit zur Walser – Bubis –
Debatte, Köln 2001, S. 74 – 100.
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wieder Ausgangspunkt für Fragen bezüglich unseres Umgangs mit der Ge- schichte. Soll immer wieder neu erinnert werden, die größtmögliche Ver- gegenwärtigung angestrebt werden oder gibt es die Möglichkeit einer Be- wältigung? In seinem Aufsatz Die Vergangenheit, die nicht vergehen will unternimmt Erst Nolte den umstrittenen Versuch einer Neuinterpretation. Ohne einen Schlussstrich ziehen zu wollen, fragt er nach den Ursachen für die Unfähigkeit, zu einem “normalisierten“ Verhältnis zur Vergangenheit gelangen zu können. Beispielsweise würde die Aufmerksamkeit, die der Frage der “Endlösung“ gewidmet werde, von anderen Tatbeständen ablen- ken, zum Beispiel der Tötung unwerten Lebens und der Behandlung russi- scher Kriegsgefangener. Geschichte würde nur in Schwarz-Weiß-Bildern dargestellt werden, ohne dass ihre Komplexität gesehen würde. Dadurch würden Ereignisse der Vergangenheit und der Gegenwart zu wenig berück- sichtigt und eine geschichtliche Einordnung und Vergleichbarkeit verhin- dert. Eine solche Einordnung nimmt Nolte dann vor, indem er den Natio- nalsozialismus als Reaktion auf den Bolschewismus darstellt. Ein Schlüs- selbegriff ist bei ihm die “asiatische Tat“, die den nationalsozialistischen Verbrechen vorausgegangen sei. Der Rassismus sei insofern die Antwort auf den Klassenkampf, Auschwitz die Antwort auf den Archipel GULag. Die Nationalsozialisten hätten sich bereits als potentielle Opfer gesehen, und dieser kausale Bezug dürfe von der Geschichtswissenschaft nicht über- sehen werden. Problematisch an den Aussagen Noltes ist, dass sie in der Weise, wie sie formuliert werden, schon einen latenten Rassismus vermu- ten lassen. Die Begrifflichkeit der “asiatischen Tat“ steht in einem Zusam- menhang, der eine Differenz zwischen asiatischen und europäischen Ver- haltensweisen herstellen möchte, wobei der einen eine naturgegebene Grausamkeit unterstellt wird und der anderen eine gewisse Zivilisiertheit. Auch die Quellen, auf die Nolte seine Aussagen stützt, sind unter Histori- kern umstritten.
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Arbeit zitieren:
Oliver Bruns, 2004, Der Historikerstreit von 1986, München, GRIN Verlag GmbH
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