ABWL – Skript
1. Problemperspektiven der Organisation
1.1 Ziele der Organisation
3 Ziele:
1. Arbeitsteilung
2. Koordination
3. Motivation
Organisation als Prozess, d.h. Formulieren von Regeln zur effizientesten Zusammenarbeit. Es entwickelt sich dynamisch zum Prozessergebnis = Gesamtheit derartiger Regeln Õ statisch
4 Gestaltungsziele der Organisation:
1. Instrumentalfunktion:
• Zielerreichung des Leistungserstellungsprozesses
• Unterstützung bei Umsetzung der Unternehmensstrategie
2. Synergiefunktion
• UN-Ergebnis durch Koordination > Summe der Einzelergebnisse
3. Zukunftssicherung
• Aufbau und Schaffung der Voraussetzung für Erfolgspotentiale
interne Matrix (Ansoff-Matrix):
4. Wettbewerbsvorteile
• Organisationsstruktur schwer kopierbar Õ Möglichkeit zur wettbewerblichen Differenzierung (Unterscheidung)
1.2 Aufgaben und Objekte der Organisation
ABWL – Skript
1.3 Organisatorische Regelung
4 Kriterien:
1. Zeitpunkt der Regelung
• präsituative (ex-ante) Regelung Õ vor einer Handlung, z.B. Planung zukünftiger Aufgaben
• situative (ad-hoc) Regelung Õ Fallweise = Disposition
• nur situative Regelung Õ Chaos, Schlamperei
• nur präsituative Regelung Õ Erstarrung, Bürokratisierung Ü neueste Tendenz: eher situativ als präsituativ ca. 75%-25%
2. Formulierungsgrad von Regelungen
• Formale Regelung, d.h. allgemein, schriftlich dokumentiert, z.B. Dresscode
• informale Regelung, entstehen aus Einstellung, Überzeugung und unterstützen formelle Regelung Õ Entstehung eines sozialen Systems
3. kulturelle Regelung
• gemeinsames Werteverständnis, Gesamtheit aller Normen, Werte, Grundeinstellung
4. Regelungskompetenz
• Fremdregelung
• Selbstregelung, steigert Motivation und Akzeptanz, erweitert Handlungsspielraum
1.4 Organisation und Führung
Führung und Management heißt:
1. Gestaltung Õ A Au uf fb ba au uo or rg ga an ni is sa at ti io on n, Strukturierung
2. Lenkung Õ A Ab bl la au uf fo or rg ga an ni is sa at ti io on n
3. Entwicklung sozialer Systeme Õ z.B. Projekte, Restrukturierung
2. Organisationstheorien und empirische Organisationsforschung
2.1 Grundlagen
Bildung von Theorien und Modellen(Abbildung der Realität)
empirisch abzusichern (aus Erfahrung, Beobachtung)
instrumentelle Verarbeitung (Modellumsetzung)
Handlungsempfehlung
ABWL – Skript
2.2.1 Verhaltenswissenschaftliche Entscheidungstheorie
1. . I In nd di iv vi id du ue el ll le es s E En nt ts sc ch he ei id du un ng gs sv ve er rh ha al lt te en n ( (S Si im mo on n 1 19 97 76 6) )
1
Annahme: begrenzte Rationalität
3 Ursachen:
1. begrenzte Informationsverarbeitungskapazität
2. Bewertung künftiger Ereignisse schwierig
3. Anzahl Entscheidungsalternativen begrenzt
Folge: Individuen suchen nach befriedigenden Lösungen Õ „satisficing“
Lösung:
• Anspruchsniveau senken
• Alternativen suchen
• Probleme der Rationalität beschränkt wahrnehmen
2. . O Or rg ga an ni is sa at to or ri is sc ch he es s E En nt ts sc ch he ei id du un ng gs sv ve er rh ha al lt te en n
2
Annahme: begrenzt rational
Lösung: Mechanismen zur Reduktion von Komplexität und Unsicherheit durch:
• Arbeitsteilung, z.B. Outsourcing)
• standardisierte Verfahren
• Kommunikation
Ziele nach (Cyert/March 1963):
• Ziele bestimmen die Entscheidungen die getroffen werden müssen
• Ziele werden zuerst sehr wage definiert und erst im laufe der zeit verfestigt Õ es entstehen Zielkonflikte die gelöst werden müssen
• Lösungsansatz:
„satisficing“ Konzept, dämpft Konfliktbereitschaft der Gruppen, Umweltstabilisieren (langfristige Lieferverträge)
ABWL – Skript
2.2.2 Situativer Ansatz
Bea, F.X./Göbel,E.(1999):Organisation, Tübingen 1999
Grundmodell:
¬ Effizienz der Unternehmung = Oberziel Õ Problem: Wie?
- beeinflussbar, soll Oberziel erreichen, beinhaltet Vorgaben ® Einfluss der Unternehmensstruktur ¯ Einfluss situativer Bedingungen, z.B. Rezession ° ® + ¯ haben zusammen Einfluss auf ° ± Einfluss der Umwelt auf die Mitarbeiter ² FIT: wenn ® und ¯ nicht zusammen passen, dann Oberziel nicht erreicht
Forschungsprogramm:
1. Welche Variablen beschreiben die Organisationsstruktur, z.B. Hierarchie,
Flexibilität?
Nach M Ma ax x W We eb be er r 1 19 92 20 0:
• Amtshierarchie, Wie stark hierarchisch ist das UN?
• Arbeitsteilung, Wie stark ist die Arbeit aufgeteilt?
• Technische Regeln oder Namen, Wie viele Regeln gibt es?
• Aktenmäßigkeit, Werden alle Prozesse des UN in Akten aufgehoben?
Nach P Pu ug gh h e et t. . a al l. . 1 19 96 68 8/ /1 19 97 71 1:
• Spezialisierung
• Formalisierung
• Standartisierung oder Programmierung
• Zentralisierung
• Konfiguration
2. Welche situativen Faktoren sind im Hinblick auf die Erklärung struktureller
Unterschiede relevant? Õ empirische Ergebnisse
Empirische Vorgehensweise:
Wie weit beeinflusst die UN- Größe die Struktur?
- Die UN- Größe wird nur anhand der Zahl der Beschäftigten gemessen
- Je größer die Organisation ist, desto spezieller sind die einzelnen Abteilungen
Quote paper:
Niko Mahle, 2001, Organisation, Munich, GRIN Publishing GmbH
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DOI
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