Inhalt
Inhalt........................................................................................................................... 2
I. Einleitung. 3
II. Quellenlage 5
III.Die Entwicklung der Frauenerwerbsarbeit vom Kaiserreich bis in die Weimarer
Republik. 7
IV. Die Berufsgruppe der weiblichen Angestellten. 9
V. Maschinenklappern zum Hungerlohn - Arbeitsbedingungen weiblicher
Angestellter. 11
VI. Kino, Kosmetik und Klamotten - Der Lebensstil weiblicher Angestellter. 14
VII. Ästhetisierung des Berufslebens - Das Bild der Angestellten in Literatur und Film
16
VIII. Zurück zum Herd - Angestellte in der Weltwirtschaftskrise und im
Nationalsozialismus. 17
IX. Fazit 18
Literaturverzeichnis 19
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I. Einleitung
„Heute bin ich froh - wie in der Regel - und leiste meine Arbeit mit größter Lust. Zeile auf Zeile fliegt in rasendem Tempo dahin; die hellen Anschläge klingen wohltuend in den Ohren. Ich kann es nicht lassen ein heiteres Liedchen vor mich hinzusingen. Draußen lacht die Frühlingssonne; die bunte Pracht der Bäume schaut zum Fenster hinein; denn unser Dienstbüro liegt inmitten herrlicher Natur. Das hat nicht jede Stenotypistin, und darum habe ich doch allen Grund, ja sogar die Pflicht, meine Arbeit froh zu tun. Freude macht ungemein leistungsfähiger.“ 1
Solch ein persönliches Wohlbefinden am Arbeitsplatz, wie es hier ein Mädchen in einer Beilage zur Zeitschrift „Die Handels- und Büroangestellte“ von 1931 schildert, kann kaum als repräsentativer Erfahrungsbericht einer damaligen Angestellten angesehen werden, sondern kommt einer Idealisierung gleich, die mit den realen Berufsbegebenheiten wenig gemein hat. Überfüllte, stickige Büros, laute Maschinengeräusche und permanenter Leistungsdruck bestimmten stattdessen den Arbeitsalltag der jungen Frauen in der Weimarer Republik. Allerdings sind es auch genau diese Frauen, die selbstbewusst mit kurzem Bubikopf und Lippenstift bis heute das Bild der „goldenen“ Zwanziger mitprägen. Wie lassen sich solche Gegensätze miteinander verbinden? Dieser Frage will die folgende Hausarbeit nachgehen. Unter Berücksichtigung der historischen Entwicklung von Frauenerwerbsarbeit soll der Blick speziell auf die Gruppe der weiblichen Angestellten in der Weimarer Republik gerichtet werden. Dabei stehen vor allem deren Lebensumstände, Arbeitsbedingungen und Freizeitmöglichkeiten im Vordergrund. Anschließend wird ein kleiner Ausblick auf die Probleme der Weltwirtschaftskrise und die Zeit des Nationalsozialismus gegeben. Ausgehend von der umfangreichen historischen und soziologischen Forschungsliteratur, die sich mit dem Phänomen der Angestellten als Berufs- und Statusgruppe befasst, nehmen Frauen - sofern sie überhaupt betrachtet werdennur einen geringen Teil der Untersuchungen ein. Häufig finden sie bestenfalls als Randerscheinung der im Mittelpunkt stehenden Gesamtkategorie „Angestelltenschaft“ Erwähnung. Angesichts der Tatsache, dass aber gerade die jungen
1 Zit. nach: Lorentz, Ellen, Aufbruch oder Rückschritt? Arbeit, Alltag und Organisation weiblicher
Angestellter in der Kaiserzeit und der Weimarer Republik, Bielefeld 1988, S. 283.
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weiblichen Angestellten zur allgemeinen Wahrnehmung und ansatzweisen Akzeptanz von Frauenerwerbsarbeit beigetragen haben und bereits zeitgenössische Beobachter wichtige Erkenntnisse über deren Alltagssituation lieferten, ist das durchaus verwunderlich. 2
Erst mit dem Aufkommen der neuen Frauenbewegung Ende der 1960er Jahre, die den entscheidenden Anstoß für eine Diskussion frauenpolitischer Themen gegeben hat, kommt es auch in der Geschichtsforschung zu einer Fokussierung auf genuin weibliche Inhalte. Seit den 1980ern und verstärkt noch seit den 90ern lässt sich dann auch ausreichend Literatur finden, welche die gesellschaftliche Rolle der weiblichen Angestellten und deren Lebensweise gesondert von der dominierenden Männerwelt beleuchtet.
2 Frevert, Ute, Traditionale Weiblichkeit und moderne Interessensorganisation: Frauen
im Angestelltenberuf 1918-1933, in: Geschichte und Gesellschaft, 1981, S. 507.
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II. Quellenlage
Im Gegensatz zum Quellenmaterial vorangegangener historischer Epochen, das sich primär aus überlieferten Selbstzeugnissen einzelner Personen zusammensetzt, kann bei Untersuchungen zum Alltag von Mädchen und Jungen in der Weimarer Republik auch auf erste zeitgenössische wissenschaftliche Jugendstudien zurückgegriffen werden. So lässt sich dank der Entwicklung der sozialwissenschaftlichen, psychologischen und pädagogischen Jugendforschung im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts ein relativ geschlossenes Bild des jugendlichen Arbeits- und Familienlebens dieser Zeit gewinnen. Bei kritischerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass die Wissenschaftler je nach Zweck und politischer Intention der Erhebungen ihr jeweils eigenes Bild der Jugend - und im vorliegenden Fall vor allem der weiblichen Angestellten - konstruierten. Die Ergebnisse der Umfragen, die vielfach auch von den großen Gewerkschaften durchgeführt wurden, geben aber dennoch wichtige Auskünfte über Arbeitsbedingungen, Betriebsklima und ähnliche allgemeine Informationen. Einzelne persönliche Erfahrungen und Schicksale bleiben dagegen stets ausgeklammert.
Aus Ermangelung an Selbstzeugnissen in der klassischen Form wie Tagebuch, Autobiographie oder Briefwechsel, ist die Forschung in den letzten Jahren dazu übergegangen auch andere Quellen, wie etwa Protokolle von Zeugenaussagen oder Leserbriefe, als Ego-Dokumente zu verstehen und zu interpretieren. Im Fall der weiblichen Unterschichtsjugend, welche im Verlauf der zwanziger Jahre vermehrt auch in die Angestelltenberufe strömte, können noch weitere Quellen und zwar in Form von Berufsschulaufsätzen herangezogen werden. 3 Zur Materialerhebung hatten sich die Jugendforscher an Lehrende gewandt, die dann im Rahmen des Unterrichtes Aufsätze zu bestimmten vorgegebenen Themen schreiben ließen. Die Aufsatzthemen sollten nicht vorbesprochen, sondern spontan bearbeitet werden und die anonym verfassten Texte wurden auch nicht
3 Nach Art. 145 der Weimarer Verfassung von 1919 waren alle Jugendlichen im Alter von 14-17
Jahren, die nicht ohnehin weiterführende Schulen besuchten, zur Teilnahme am wöchentlichen
Berufsschulunterricht von etwa sechs Stunden verpflichtet.
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benotet. Man hoffte so einen wahren und unverstellten Einblick in die Vorstellungs-und Gedankenwelt der jungen Erwachsenen zu erlangen. 4 Des weiteren können auch die sog. Unterhaltungsmedien, die gegen Ende der 1920er Jahre zunehmend die weibliche Angestellte als Heldin entdeckten, als Quelle herangezogen werden. In Film und Literatur waren die jungen Frauen ein beliebtes Thema und obwohl vielfach lediglich einem Bedürfnis nach melodramatischen und romantischen Stoffen entgegengekommen wurde, geben diese fiktiven Lebensschicksale einen Eindruck vom allgemeinen gesellschaftlichen Bild dieser Berufsgruppe zur damaligen Zeit.
4 Benninghaus, Christina, Die anderen Jugendlichen. Arbeitermädchen in der Weimarer Republik,
Frankfurt a.M. 1999, S. 19 und 24f.
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Arbeit zitieren:
Anne Rexroth, 2005, Der geplatzte Traum vom großen Glück - Weibliche Angestellte in der Weimarer Republik, München, GRIN Verlag GmbH
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