Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis. 2
Abbildungsverzeichnis : 5
Tabellenverzeichnis. 6
1. Einleitung. 7
2. Konjunktur USA 8
2.1. Preisentwicklung 10
2.2. Leitzinsen. 10
2.3. Gesamteinschätzung 11
3. Energiemarkt USA. 12
3.1. Energiepolitik 12
3.2. Kernpunkte des neuen Energiegesetzes. 13
3.2.1. Energietechnik 15
3.2.2. Energieimport. 15
3.2.3. Energiepreise 15
3.2.4. Energiesparen. 16
3.2.5. Erneuerbare Energien 16
3.2.6. Energiepolitik der Bundesstaaten 17
3.2.7. Forschung 18
3.2.8. Fazit 19
4. Fernwärmemarkt USA 20
4.1. Marktbeschreibung 20
4.2. Markttrends. 23
4.3. Marktentwicklung 24
4.4. Regionale Abgrenzung des betrachteten Marktes. 27
4.5. Analyse der Segmente des Fernwärmemarktes. 29
4.6. Kundenanalyse 31
4.6.1. Betreiber von Fernwärmenetzen 31
4.6.2. Gebäude und Einrichtungen mit eigenem Fernwärmenetz 33
4.7. Wettbewerber 34
4.7.1. Marktanteile. 35
2
4.7.2. Wettbewerbsstärke. 36
4.7.3. Technischer Wandel. 36
4.7.4. Marktkonzentration. 36
4.7.5. Preisdruck 36
4.7.6. Marktherausforderungen 38
4.8. Produkthaftung 38
4.9. Staatliche Fördermaßnahmen. 39
4.10. Außenhandel. 40
5. Regionale Analyse des Fernwärmemarktes. 41
5.1. Region Great Lakes 41
5.1.1. Wirtschaftliches Profil 41
5.1.2. Marktgröße. 43
5.2. Region Mid East. 46
5.2.1. Wirtschaftliches Profil 46
5.2.2. Marktgröße. 48
6. Gated Communities 51
6.1. Erklärung und Ausprägungen. 51
6.2. Marktanalyse der Gated Communities in den USA 52
6.2.1. Entwicklung des US-Immobilienmarkts. 52
6.2.2. Entwicklung und Einflussfaktoren der Gated Communities. 55
6.2.3. Marktgröße und Wachstum 56
6.3. Trends 60
6.3.1. Ökologisches Bauen 60
6.3.2. Veränderung der Bevölkerungsstruktur 62
7. Abschließende Betrachtung. 64
7.1. Marktrisiken 64
7.1.1. Konjunktur. 64
7.1.2. Immobilienmarkt. 64
7.1.3. Marktsättigung. 64
7.1.4. Preisverfall durch Importe. 64
7.1.5. Kundenstruktur. 64
7.1.6. Produkthaftung. 65
7.2. Marktchancen 65
7.2.1. Energiemarkt. 65
3
7.2.2. Wachstum der Gated Communities. 65
7.2.3. Auftragsgröße Gated Communities 65
7.3. Schwächen von Rebaro 66
7.3.1. Lokale Präsenz 66
7.3.2. Logistik. 66
7.4. Stärken von Rebaro 66
7.4.1. Innovation und Erfahrung 66
7.4.2. Flexibilität und Effizienz. 66
7.5. Fazit. 67
8. Quellen 68
9. Anhang 71
4
Abbildungsverzeichnis :
Abbildung 1: USA
Abbildung 2: Energiemix der USA (Primärenergieverbrauch 2004)
Abbildung 3: Energieverbrauch von Gewerbeimmobilien nach Energieart.
Abbildung 4: Übersicht der Fernwärmesysteme, die von Mitgliedern der International District
Energy Association betrieben werden
Abbildung 5: Übersicht der Fernkältesysteme in Nordamerika mit Erstellungszeitraum
Abbildung 6: Umsatz und Gewinne zu konstanten Preisen.
Abbildung 7: Umsatz und Gewinne zu Marktpreisen
Abbildung 8: Abgesetzte Wärmetauschereinheiten in den USA.
Abbildung 9: Umsätze im Wärmetauschermarkt USA.
Abbildung 10: Übersicht Staaten Great Lakes
Abbildung 11: Übersicht Staaten Mid East.
Abbildung 12: Prozentuale Verteilung der Segmente
Abbildung 13: Umsatzentwicklung von Consolidated Edison, Inc.
Abbildung 14: Durchschnittliche Gebäudegröße nach Art der Beheizung in m 2 , 1999
Abbildung 15: Umsätze zu Marktpreisen
Abbildung 16: Umsätze zu konstanten Preisen
Abbildung 17: Umsätze aufgeschlüsselt nach Segmenten
Abbildung 18: Gewinne zu Marktpreisen
Abbildung 19: Gewinne zu konstanten Preisen
Abbildung 20: Umsätze zu Marktpreisen
Abbildung 21: Umsätze zu konstanten Preisen
Abbildung 22: Umsätze aufgeschlüsselt nach Segmenten
Abbildung 23: Gewinne zu Marktpreisen
Abbildung 24: Gewinne zu konstanten Preisen
Abbildung 25: Immobilienpreisindizes.
Abbildung 26: Wichtigkeit von Sicherheit bei der Wahl einer Gated Community.
Abbildung 27: Exponentielles Wachstum der Gated Community von 1870 bis 2000
Abbildung 28: Geographische Verteilung von Gated Communities in den USA
Abbildung 29: Marktgröße "Green Building"
Abbildung 30: Einschätzung von Bauträgern über Green Houses
5
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: USA-Konjunkturprognose 9
Tabelle 2: Wachstum wichtiger weltwirtschaftlicher Regionen 11
Tabelle 3: Marktanteile auf dem gesamten Wärmetauschermarkt .US. 1999. 35
Tabelle 4: Herausforderungen für Hersteller von Wärmetauschern in Nordamerika 38
Tabelle 5: Anzahl Wohneinheiten in Communities gegliedert nach Regionen. 57
Tabelle 6: Anzahl Wohneinheiten in Communities gegliedert nach Gebieten 58
Tabelle 7: Anzahl Wohneinheiten in Gated Communities gegliedert nach Regionen 58
Tabelle 8: Anzahl Wohneinheiten in Gated Communities gegliedert nach Gebieten. 58
Tabelle 9: Communities mit spezifischen Alter 63
6
1. Einleitung
Die vorliegende Studie befasst sich mit der Erarbeitung einer Marktanalyse und der Entwicklung einer Eintrittsstrategie für Rebaro Fernwärmetechnik und Anlagenbau GmbH auf dem us-amerikanischen Markt für Fernwärmetechnik.
Rebaro ist ein mittelständisches Familienunternehmen und wurde im Jahr 2001 gegründet. Das dynamisch wachsende Unternehmen kann auf jahrzehntelange Erfahrung bei Planung und Bau von Fernwärme-Anlagen zurückgreifen. Derzeit beschäftigt Rebaro über 20 Mitarbeiter im schwäbischen Starzach und verfolgt das Ziel beste Produkt-Qualität mit perfektem Service anzubieten.
Auf Grund des stetigen Wachstums der vergangenen Jahre wird nun über eine Expansionsstrategie auf internationalen Märkten nachgedacht. Als nächsten Schritt dieser Strategie wurde ein Eintritt in den amerikanischen Markt erwägt, dessen Potential und die damit einhergehende Vorgehensweise in der vorliegenden Arbeit untersucht wird.
Der erste Teil dieser Studie befasst sich mit einer gesamtwirtschaftlichen Einschätzung und Prognose der wirtschaftlichen Entwicklung, sowie einer detaillierten Analyse des Energie-und im Speziellen des Fernwärmemarktes. Im darauf folgenden Abschnitt gehen die Autoren auf den Fernwärmemarkt in ausgewählte Regionen ein und beleuchten diesen im Bezug auf die von Rebaro angebotenen Produkte. Der dritte Teil geht auf aktuelle Trends im Immobiliensektor ein und ermittelt potenzielle Marktfelder bezüglich eines Markteintritts. Abschließend wird im vierten Teil eine Stärken/Schwächen, Chancen/ Risiken Untersuchung vorgenommen.
7
2. Konjunktur USA
Für einen Einstieg von Rebaro in den nordamerikanischen Fernwärmemarkt wird zunächst die konjunkturelle Lage betrachtet und soweit möglich eine Prognose für das Jahr 2007 abgegeben.
Im Sommer 2006 hat die US-Wirtschaft noch einmal an Schwung verloren. War im Frühjahr der Kaufkraftentzug durch die starke Verteuerung von Benzin maßgeblich für die konjunkturelle Eintrübung, ist im Sommer die Bauaktivität zur größten Bremse geworden. Auch in den kommenden Quartalen wird die US-Wirtschaft deutlich schwächer wachsen als im langfristigen Durchschnitt. Zwar hat sich der Ölmarkt im Herbst wieder merklich entspannt, die Korrektur am Immobilienmarkt dauert aber an. Bei der Wohnungsbauaktivität ist derzeit eine unerwartet kräftige Abschwächung zu beobachten. Verschiedene Banken und Wirtschaftforschungsinstitute gehen davon aus, dass der Einbruch beim Bau und die vergangene geldpolitische Straffung durch die Fed das Wachstum im zweiten Halbjahr 2006 auf rund 2% begrenzen werden. 1 Die Wohnungsbauinvestitionen werden wohl auch im vierten Quartal mit einer zweistelligen Rate fallen. Die Nachfrage nach zinssensitiven Konsumgütern wie Pkws zeigt die andauernde Wirkung der Zinserhöhungen der Zentralbank Fed. 234
1 Vgl. Allianz Dresdner Economic Research, Wirtschaft & Märkte, S.4
2 Vgl. Allianz Dresdner Economic Research, Wirtschaft & Märkte, S. 5
3 Vgl. Postbank Research, Perspektiven 2007, S. 5
4 Vgl. Deka Bank Makro Research, Länderanalyse USA, S. 2
5 Wikipedia
8
Da ein Markteinstieg mit Produkten der Fernwärmetechnik eng verbunden mit der Entwicklung des Immobilienmarktes sein kann, ist eine nähere Betrachtung dieser Marktentwicklung unerlässlich. Wir werden jedoch im Laufe dieser Marktanalyse herausarbeiten, inwiefern die Bautätigkeit in den USA für Rebaro relevant ist und Nischen aufzeigen, die von der derzeitigen Abkühlung nicht betroffen sind. Als Basis dessen geben wir zunächst eine gesamtwirtschaftliche Einschätzung der Lage wieder, die im abschließenden Kapitel weiter diskutiert wird.
Entscheidend für den Konjunkturverlauf im Jahr 2007 ist vor allem die Reaktion der Verbraucher auf das Ende des Immobilienpreisbooms. Stagnierende oder leicht rückläufige Preise werden über den Vermögenseffekt die Konsumnachfrage dämpfen. Allein hierdurch dürfte die Zuwachsrate beim Konsum um einen guten Prozentpunkt reduziert werden, da die privaten Haushalte auf den Entfall der Vermögensgewinne normalerweise mit einer Anhebung ihrer aktuell niedrigen Sparquote reagieren. Hinzu kommen die - schwer abzuschätzenden - potenziellen Folgen der gestiegenen kurzfristigen Zinsen. 6 Gegen einen Einbruch des privaten Konsums sprechen jedoch die weiterhin solide Einkommensentwicklung und die positive Wirkung des Ölpreisrückgangs auf die Kaufkraft der privaten Haushalte. Insgesamt dürfte der Zuwachs des realen Konsums 2007 aber eher bei 2% als bei 3% liegen. Darüber hinaus wird die Konjunktur durch die robusten Unternehmensinvestitionen gestützt. Die Ausgaben für Ausrüstungen werden bis Ende 2007 weiterhin zunehmen, auch wenn sich der Anstieg der Unternehmensgewinne in den kommenden Quartalen abschwächt. 7 Die langfristigen Zinsen werden jedoch voraussichtlich weiterhin verhältnismäßig niedrig bleiben. Alles in allem dürfte das Wachstum 2007 mit 2,3% hinter dem längerfristigen Durchschnitt von rund 3% zurückbleiben (s. Tab. 1). 8
9 Tabelle 1: USA-Konjunkturprognose
6 Vgl. Allianz Dresdner Economic Research, Wirtschaft & Märkte, S. 4
7 Vgl. Postbank Research, Perspektiven 2007, S. 5
8 Vgl. Commerzbank Economic Research, S. 4
9 Commerzbank Economic Research
9
In diesem Umfeld wird die Beschäftigung schwächer zunehmen. Insbesondere in den Sektoren, die in den vergangenen Jahren vom Immobilienboom profitieren konnten, dürften Stellen abgebaut werden. Insgesamt wird der Beschäftigungsaufbau nicht ganz ausreichen, das wachsende Arbeitskräfteangebot zu absorbieren. Die Arbeitslosenquote wird bis Ende 2007 leicht auf knapp 5% klettern. 10 Das nominale Leistungsbilanzdefizit wird sich in den kommenden Quartalen bestenfalls stabilisieren. Eine wirkliche Korrektur des Fehlbetrages wäre wohl nur über eine längere Phase deutlich niedrigeren Wachstums in den USA zu erreichen, zum Beispiel im Rahmen einer schweren Rezession. 11
2.1. Preisentwicklung
Der deutliche Rückgang der Benzin- und Erdgaspreise wird erst mittelfristig zu einer Verbesserung des Preisklimas beitragen. Auch wenn die Vorjahresrate des Gesamtindex zuletzt massiv gefallen ist und im kommenden Jahr noch weiter zurückgehen wird, bleibt der unterliegende Preisdruck auf der Verbraucherebene hoch. Die Teuerung ohne Energie und Nahrungsmittel wird bis Anfang 2007 noch auf gut 3% steigen. 12 So werden die Mieten in den kommenden Monaten überdurchschnittliche Zuwächse verzeichnen. Im weiteren Verlauf von 2007 ist dann jedoch mit einem nachlassenden Preisauftrieb zu rechnen. So gibt es kaum Anzeichen für eine Lohn-Preis-Spirale oder für ein ernsthaftes Inflationsproblem. Daran ändern auch die deutlichen Aufwärtsrevisionen bei der Dynamik der Lohnstückkosten nichts Wesentliches. Der aussagekräftigste Indikator zur Lohnkostenentwicklung bleibt der Arbeitskostenindex, und dieser steigt nach wie vor nur verhalten. 1314
2.2. Leitzinsen
Vor diesem Hintergrund wird die amerikanische Notenbank die Zinsen nicht weiter erhöhen, zumal die US-Wirtschaft in den kommenden Quartalen weiter unterhalb ihrer Potenzialrate expandieren sollte. Vielmehr wird sie zunächst die Wirkung der bislang erfolgten Zinserhöhungen beobachten. 15 Die Abschwächung der Konjunktur und das gleichzeitige Nachlassen des Preisdrucks werden dann im Frühjahr 2007 die Zentralbank Fed veranlassen, die Leitzinsen zu senken, um einer unerwünscht starken Wachstumsverlangsamung entgegenzuwirken. Einige Institute rechnen mit Zinssenkungen im März und Mai um jeweils 25 Basispunkte. Auf dem dann erreichten Niveau von 4,75% wird der Leitzins
10
Vgl. Allianz Dresdner Economic Research, Wirtschaft & Märkte, S. 5
11 Vgl. Postbank Research, Perspektiven 2007, S. 5
12 Vgl. Commerzbank Economic Research, S. 5
13 Vgl. Postbank Research, Perspektiven 2007, S. 6
14 Vgl. Deka Bank Makro Research, Länderanalyse USA, S. 3
15 Vgl. Deka Bank Makro Research, Länderanalyse USA, S. 3
10
bis Ende 2007 verharren, da die Gefahr einer Rezession angesichts einer mittelfristig noch immer neutral ausgerichteten Geldpolitik gering erscheint. 16
2.3. Gesamteinschätzung
Nach Einschätzung vieler Institute wird sich das Wirtschaftswachstum in den USA in den nächsten Quartalen weiter abschwächen, die Gefahr einer Rezession besteht aber nicht. Sorgenkind ist wie bereits erwähnt derzeit der Immobiliensektor. 17 Würden die Preise für Wohnimmobilien landesweit kräftig fallen, käme es über verschiedene Wirkungskanäle (Bautätigkeit, Konsumnachfrage, Finanzmarktinstabilitäten) wahrscheinlich zu gravierenden Konjunkturfolgen. Aus heutiger Sicht ist jedoch landsweit eher mit einer Phase stagnierender Immobilienpreise zu rechnen, die zwar ebenfalls konjunkturdämpfend wirkt, aber zu keinem Abschwung in den USA führt. Inwiefern dies einen Markteinstieg von Rebaro belasten könnte, wird, wie bereits erwähnt an dieser Stelle nicht detaillierter ausgewertet, sondern in den folgenden Kapiteln analysiert. 18 Angesichts der gestiegenen Kapazitätsauslastung und der guten Finanzierungslage der Unternehmen sind weiter steigende gewerbliche Investitionen zu erwarten. Insgesamt ist 2007 aber nur mit einem Wachstum von 2,3% in den USA zu rechnen nach 3,3% in diesem Jahr. 19
Vergleicht man diese Zahlen mit anderen weltwirtschaftlich wichtigen Regionen zeigt sich jedoch, dass die für die USA prognostizierten Wachstumsraten für 2007 noch vor denen der Europäischen Union liegen (s. Tab. 2) und sich in absoluten Werten auf einem sehr hohen Niveau bewegen. Zu beachten ist jedoch, dass im Zuge eines Konjunkturabschwungs in den USA das Risiko eines abrupten Dollarkursverfalls bestünde. 20
21 Tabelle 2: Wachstum wichtiger weltwirtschaftlicher Regionen
16 Vgl. Commerzbank Economic Resarch, S. 5
17 Vgl. Deka Bank Makro Research, Länderanalyse USA, S. 4
18 Vgl. Postbank Research, Perspektiven 2007, S. 5
19 Vgl. Dresdner Bank, Konjunkturprognose 2007, S. 10
20 Vgl. Dresdner Bank, Konjunkturprognose 2007], S. 11
21 Dresdner Bank, Konjunkturprognose 2007, S. 10
11
3. Energiemarkt USA
Der amerikanische Energiemarkt befindet sich zur Zeit in einer Phase der Umstrukturierung. Der einst stark monopolistische Strommarkt entwickelt sich immer mehr zu einem wettbewerbsfähigen Markt. Einzelne Bundesstaaten erlauben zunehmend den freien Wettbewerb zwischen privaten und öffentlichen Energieunternehmen. Diese Veränderungen führen teilweise zu schwindelerregenden Preisanstiegen. Die Entwicklungen in Kalifornien sind wohl das erschreckendste Beispiel dafür, was Deregulierungen auf dem Energiemarkt mit sich bringen können. Experten schätzen, dass die Energieerzeugungskapazität in den USA um etwa 50% gesteigert werden muss, um eine ausreichende Stromversorgung sicher zu stellen. 22
In den USA werden etwa 70% der gesamten Stromnachfrage durch fossile Energieträger wie Kohle, Gas oder Öl gedeckt. Kohle ist der bedeutendste Brennstoff. Ein Viertel der weltweiten Vorkommen befinden sich in den USA. Gas wird hauptsächlich in den Haushalten gebraucht, somit ist der Anteil an der Gesamtnachfrage relativ gering. Die als besonders sauber geltende Kernenergie entwickelte sich in den letzten Jahren wieder zu einer Alternative. Unter den erneuerbaren Energien ist die Stromgewinnung aus Wasserkraft führend, gefolgt von Biomasse und Erdwärme. Die umweltfreundliche Solarenergie wird in den Vereinigten Staaten nur geringfügig genutzt. Den Nutzen der Windenergie hingegen haben die US-Amerikaner schon vor Jahren entdeckt und seitdem auch weiter ausgebaut (s. Abb. 2). 23
3.1. Energiepolitik
Die Energie- und Umweltpolitik der USA gilt heute in vielen Teilen der Welt, nicht zuletzt in den europäischen Ländern, als rückständig und veraltet. Die seit Jahren harte internationale Kritik an der US-Politik hat einen wichtigen Aufhänger in der Ablehnung des Kyoto-Abkommens. Dabei spielt eine Rolle, dass die USA zu den Hauptemittenten von CO2 zählen, und sich - anders als Länder mit schwacher Wirtschaftskraft - eine engagiertere Umweltschutzpolitik auch leisten könnten. Überdies stößt die bisher schroffe Ablehnung von Energiesparmaßnahmen weltweit kaum auf Akzeptanz. 2001 brachte Vizepräsident Richard Cheney die US-Sicht auf den Punkt; demnach könne Energiesparen zwar ein Zeichen persönlicher Tugend sein, aber keineswegs die Grundlage für eine vernünftige und umfassende Energiepolitik. 24
22 Vgl. U.S. Department of Energy
23 Vgl. German American Chamber of Commerce
24 Vgl. Deutsche Bank Research, Energiepolitik USA, S. 2
12
Grundsätzlich streben die USA seit Jahren ähnliche energiepolitische Ziele wie die meisten anderen Industrieländer an. Die Energieversorgung soll sicher, kostengünstig und umweltschonend sein. Tatsächlich haben die Ziele aber nicht die gleiche Relevanz im politischen Alltag. Im Vordergrund stehen Sicherheit und Wirtschaftlichkeit, wohingegen die US-Politik gegenüber den Umweltzielen oftmals eine große Flexibilität und im Konfliktfall Nachgiebigkeit zeigt. Die Diskussion um das neue Energiegesetz hat diese Asymmetrie im Zieldreieck wieder bestätigt.
Die Energiepolitik der USA stellt vor allem auf eine Reduzierung ihrer Öl- bzw. Energieimportabhängigkeit sowie möglichst niedrige Energiepreise ab. Der Sicherheitsaspekt hat durch die Ereignisse rund um die Terroranschläge am 11. September 2001 für Politik und Bevölkerung noch mehr Bedeutung erlangt. 25
3.2. Kernpunkte des neuen Energiegesetzes
Im Folgenden werden wir nach Absprache mit Rebaro detailliert auf die Kernpunkte des neuen Energiegesetzes eingehen und die aktuelle Entwicklung des Energiemarktes diskutieren.
Nach Berechnungen des Congressional Budget Office (CBO) summieren sich die Subventionen für das Energieprogramm in der Zeit bis 2015 auf USD 13,9 Mrd. Die direkten Zuschüsse betragen netto (also nach Abzug von späteren Rückflüssen) USD 1,6 Mrd. und die Steuervorteile USD 12,3 Mrd. Vor Umsetzung der Maßnahmen sollen aber rund 200 Machbarkeitsstudien erstellt werden. Insofern stehen viele Programmpunkte noch unter
25 Vgl. Deutsche Bank Research, Energiepolitik USA, S. 3
26 Energy Information Administration, Short Term Energy Outlook, November 2005
13
Vorbehalt, weil konkrete Entscheidungen erst auf der Basis der Prüfergebnisse getroffen werden. 27 Nach aktuellem Stand umfasst das Gesetzt folgende Bereiche:
Ausbau der Ölförderung in den USA, um die Ölimportabhängigkeit zu vermindern. - Staatenmit Offshore-Förderung erhalten Umwelthilfen in Milliardenhöhe zur Küstenpflege.
Verkürzte Genehmigungszeiten und verminderte Umweltauflagen sollen den Neu- und - Ausbauvon Raffineriekapazitäten anregen. Der letzte Neubau erfolgte in den 70ern, seither nur Ausbau bestehender Anlagen.
Kreditgarantien und staatliche Absicherungen der Haftungsrisiken sollen den Neubau von - Kernkraftwerkenund sauberen Technologien anregen. Für Clean Coal-Technologie bzw. Forschung und Entwicklung rund um CO2-freie - Kohlekraftwerkewird ein Milliardenprogramm aufgelegt. Einem verstärkten Import von verflüssigtem Erdgas (LNG) dienen der Bau weiterer - Schiffs-Andockstationen,der Ausbau der Gasinfrastruktur (u.a. Speicher) sowie reduzierte Auflagen.
Die Modernisierung der Übertragungsnetze für Elektrizität auf der Basis von - Bundesstandardssoll das Risiko von Infrastrukturausfällen, wie sie im Sommer 2003 auftraten, vermindern.
Im Fahrzeugbereich sind Steuererleichterungen zur Anschaffung von Hybridautos sowie - Subventionenfür die Entwicklung des Wasserstoffautos vorgesehen. Die verstärkte Förderung von Ethanol als Kraftstoffadditiv bzw. -substitut soll die - Abhängigkeitgegenüber traditionellen Kraftstoffen reduzieren. Höhere Effizienzanforderungen für Haushaltsgeräte, Klimaanlagen bis hin zu - Kühlschränkensollen den Energieverbrauch der privaten Haushalte reduzieren. Überdies gibt es Steuerfreibeträge für Energie sparende Häuser.
Erneuerbare Energien werden durch Direkthilfen und Steuererleichterungen für Solar- - undWindenergie sowie Biomasse stärker gefördert. 28
Auf den ersten Blick ist das neue Energieprogramm der USA mit einer Gesamtförderung von rund USD 14 Mrd. gut ausgestattet. Tatsächlich ist der Regierung ihre Energiepolitik aber relativ wenig wert. Berücksichtigt man zur Evaluierung der Milliardensubventionen die Zeitspanne von 10 Jahren bis 2015 sowie die Bevölkerungszahl (rund 300 Mio.), dann kommt man grob auf einen Förderbetrag pro Kopf und Jahr von nicht ganz USD 5. Hier wird offensichtlich, dass die amerikanische Regierung wesentlich weniger Mittel für Energieinnovationen bewilligt als europäische Länder. Überdies entfällt ein Großteil der
27 Vgl. Energy Information Administration
28 Vgl. U.S. Department of Energy
14
Förderung auf Maßnahmen rund um die fossilen Energien Öl und Gas. Fraglich ist, ob die etablierten Öl- und Gaskonzerne angesichts ihrer derzeit sehr hohen Erträge dank der Preishausse überhaupt eine staatliche Förderung benötigen. 29
3.2.1. Energietechnik
Fraglich ist, ob der Maßnahmenkatalog des neuen Energiegesetzes geeignet ist, die aktuellen und perspektivisch absehbaren Energieprobleme der USA zu bewältigen. Die Fülle innovativer Technikansätze, die sich in der neuen Energiegesetzgebung finden, sind positive Kennzeichen der Neuorientierung der US-Energiepolitik. Maßnahmen wie die Förderung von CO2-freien Kohlekraftwerken, Bio-Kraftstoffen, Hybridantrieben, Wasserstoffautos, erneuerbaren Energien und auch Effizienzinitiativen reflektieren den amerikanischen Fokus auf Technik zur Lösung von Energie- und Umweltproblemen. Da hier ähnliche Lösungswege wie in Europa eingeschlagen werden, bieten sich prinzipiell viele Chancen für eine enge transatlantische Zusammenarbeit. 30
3.2.2. Energieimport
Die USA werden in den kommenden Jahren aufgrund der nur gering ausgeprägten Neigung Energie zu sparen weiter steigende Energiemengen benötigen. Alle Prognosen des Department of Energy deuten auf einen stark zunehmenden Energiebedarf. Da das Programm wirkliche Energiealternativen nur wenig fördert und weiter auf fossile Energien setzt, ist mit steigenden Importanteilen v.a. bei Erdöl und Erdgas zu rechnen. Die Nutzung der umstrittenen Alaska-Vorräte, die das Gesetz in letzter Fassung nicht vorsieht, hätte auch nur temporär den Trend zu steigenden Importen abgeflacht, nicht aber umgekehrt. Tatsächlich wird in Zukunft nicht nur der Importanteil von Erdöl zunehmen. Ebenso gravierend ist die Entwicklung bei Erdgas. In den kommenden Dekaden ist damit zu rechnen, dass ganz Nordamerika, das bisher (netto) kein Erdgas importiert, zu einem großen Nettoimporteur heranwächst. Die IEA erwartet für 2030 einen Anteil der Netto-Importe am Verbrauch in Nordamerika Erdgas: Nordamerika wird Netto-Importeur von 18% (2002: 0%).3 Da die USA überwiegend verflüssigtes Erdgas (LNG) importieren werden, ist der Ausbau der LNG-Anlagen, den das Gesetz vorsieht, unbedingt notwendig. 31
3.2.3. Energiepreise
Viele Maßnahmen zielen darauf ab, das Energieangebot in den USA zu erhöhen und damit einen dämpfenden Einfluss auf die Energiepreise im Inland auszuüben. Dazu zählt die Begünstigung des Neu- bzw. Ausbaus der Raffineriekapazitäten sowie der heimischen
29 Vgl. Deutsche Bank Research, Energiepolitik USA, S. 6
30 Vgl. Deutsche Bank Research, Energiepolitik USA, S. 6
31 Vgl. Department of Energy
15
Ölförderung. Die Maßnahmen werden allerdings erst mittelfristig wirksam, um dann den Preisanstieg zu dämpfen. Kurzfristige Erfolge im Handelsgeschäft, das wie auf anderen Rohstoffmärkten auch stark spekulativen Einflüssen unterliegt, sind damit kaum zu erzielen. Auf längere Sicht, wenn die Bereitstellung der fossilen Kohlenwasserstoffe mit dem Nachfrageanstieg nicht mehr Schritt halten kann, sind unbedingt zusätzliche Anstrengungen wie Energiesparen oder die Entwicklung von Energiealternativen erforderlich. 32
3.2.4. Energiesparen
Die USA sind wie kaum ein anderes Industrieland abhängig vom Erdöl. Obwohl das Land nur etwa 5% der Weltbevölkerung beherbergt, liegen die Anteile am globalen Öl- bzw. Gasverbrauch bei 25%. Etwa zwei Drittel des Erdöls werden im Transportbereich verbraucht. Die CO2-Emissionen der USA sind höher als die der EU (15), Japan und Afrika zusammen. Die Verfügbarkeit von günstigen Kraft- und Brennstoffen ist ein Kernbestandteil des Selbstverständnisses der amerikanischen Bevölkerung und des für sie typischen „way of life“. Öl ist in den USA ein „emotionales Gut“. Jeder Versuch der Steuer- oder Ordnungspolitik, daran etwas zu ändern, stößt sofort auf Ablehnung und Gegenwehr. Gegenargumente einflussreicher Lobbygruppen sind der Verweis auf die breit gefächerte Siedlungsstruktur, das unterentwickelte Nahverkehrsnetz und soziale Härten wie die besondere Benachteiligung der 5 Dollar-Job-Pendler, der Alten und Schwachen, die sich nur Automobile mit bisheriger Technik und damit hohem Spritverbrauch leisten könnten. Die Potenziale zum Energiesparen in den USA sind immens. Würde mehr Energie gespart, könnte die Importabhängigkeit sinken und der Preisauftrieb wäre geringer. Das Beispiel Deutschland zeigt, dass durch vielfältige Energiesparmaßnahmen sogar eine Abkoppelung des Energieverbrauchs vom Wirtschaftswachstum gelingen kann. Überdies profitiert die Umweltbilanz. Dass auch die Energienachfrage amerikanischer Konsumenten eine Funktion des Preises ist, zeigte zuletzt die Nachfrage nach Light Trucks, die durch den starken Anstieg der Tankstellenpreise im Sommer 2005 einbrach. 33
3.2.5. Erneuerbare Energien
Bisher herrschte in der Bundespolitik die Ansicht vor, dass der bei den meisten Erneuerbaren derzeit noch bestehende Nachteil in den betriebswirtschaftlichen Kosten dauerhaft bestehen bleibt. Insofern führt die Subventionierung der Erneuerbaren auch längerfristig nur zu „sunk costs“, nicht aber zu einem positiven „return on investment“. Deshalb überrascht es, dass im neuen Energiegesetz die erneuerbaren Energien erstmals überhaupt nennenswert gefördert werden. Für die Dekade bis 2015 werden lt. CBO für Erneuerbare direkte Hilfen von USD 45 Mio. bereitgestellt. Dazu kommen
32 Vgl. Deutsche Bank Research, Energiepolitik USA, S. 8
33 Vgl. Deutsche Bank Research, Energiepolitik USA, S. 8
16
Arbeit zitieren:
N. Domann, A. Link, M. Schuler, A. Mors, 2007, Ausarbeitung einer Marktanalyse und Entwicklung einer Eintrittsstrategie für die Rebaro Fernwärmetechnik und Anlagenbau GmbH in den US-amerikanischen Markt für Fernwärmetechnik, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Planungsmethoden der Strategischen Situationsanalyse
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Mikro- und makroökonomische Analyse der indischen Wirtschaft - Chancen...
VWL - Fallstudien, Länderstudien
Seminararbeit, 24 Seiten
Künftige Rahmenbedingungen erfolgreicher E-Commerce-Strategien des Mit...
Wissenschaftlicher Aufsatz, 10 Seiten
Online Marketing - Nutzung des Internets für Kundenbindung
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing
Seminararbeit, 29 Seiten
Eine Branchenstrukturanalyse des deutschen Strommarktes nach Porter
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Diplomarbeit, 115 Seiten
Anonym's Text Ausarbeitung einer Marktanalyse und Entwicklung einer Eintrittsstrategie für die Rebaro Fernwärmetechnik und Anlagenbau GmbH in den US-amerikanischen Markt für Fernwärmetechnik ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Anonym hat den Text Ausarbeitung einer Marktanalyse und Entwicklung einer Eintrittsstrategie für die Rebaro Fernwärmetechnik und Anlagenbau GmbH in den US-amerikanischen Markt für Fernwärmetechnik veröffentlicht
Lizenzkartellrecht - US-amerikanische und europäische Entwicklungen
US-amerikanische und europäisc...
Markus Veil
Klageerhebung und Beklagtenschutz nach US-amerikanischem und deutschem...
Eine Untersuchung anhand der U...
Jakob W. Reinhard
US-amerikanischer Deadlock und Selbstblockade der
Eine rechtsvergleichende Unter...
Dr. Jens Wolfram
US-amerikanisches Gesellschaftsrecht
Recht der Internationalen Wirt...
Hanno Merkt, Stephan R. Göthel
Grundlagen des US-amerikanischen Steuerrechts
Mit Schaubildern und rund 160 ...
Thomas A. Jesch, Andreas Striegel
0 Kommentare