Einige Hauptakteure im Trojanischen Krieg: der trojanische Held Hektor (links), die schöne Helena (Mitte) und Paris (rechts)
Der
trojanische
Krieg
Verlag Ernst Probst
Leichenspiele zu Ehren
des gefallenen griechischen Helden
Patroklos
Der trojanische Krieg
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INHALT
Die Belagerung Trojas Seite 7
Zweikämpfe Seite 27
Hektors Tod Seite 53
Das hölzerne Pferd Seite 71
Trojas Untergang Seite 83
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Eris, die Göttin der Zwietracht, löste den Streit aus, welche der drei Göttinnen am schönsten sei:
Hera, Aphrodite oder Athene?
Die Belagerung Trojas
Am Anfang des unglückseligen Krie- ges um Troja standen Zwietracht und weibliche Eitelkeit.
Drei Göttinnen, Hera, Aphrodite und Athene, stritten sich darum, welcher von ihnen der Preis der Schönheit gebühre. Eris, die Göttin der Zwie- tracht, hatte diesen Streit entfacht, weil man sie zur Hochzeit des phrygischen Königs Peleus und der Meernymphe Thetis nicht eingeladen hatte. Damals warf sie einen goldenen Apfel unter die fröhlich Feiernden mit den Worten: „Für die Schönste“! Jede der drei Göttinnen hatte den Preis für sich beansprucht, und nach Zeus’ Gebot sollte Paris, ein Sohn des Trojanerkönigs Priamos, den Streit schlichten. Der Jüngling sprach ihn der Liebesgöttin Aphrodite zu; denn
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sie verhieß ihm die schönste Frau der Welt als Belohnung. Hera und Athene aber hatte Paris sich durch seinen Schiedsspruch zu unerbittlichen Fein- dinnen gemacht.
Paris setzte zu Schiff nach Griechen- land über und weilte dort lange als Gastfreund des Königs Menelaos in Sparta. Aber er vergalt die freundliche Aufnahme mit schändlichem Undank; denn er verführte des Königs Gattin Helena, die als die schönste Frau weit und breit galt, und floh mit ihr in seine troische Heimat.
Dieser Frevel gegen das heilige Recht der Gastfreundschaft empörte die Fürsten Griechenlands. Willig ließen sie sich von dem schwergekränkten Menelaos bestimmen, ihn auf einem Rachefeldzug gegen Troja zu beglei- ten.
So versammelten sich dann der grei-
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Paris, ein Sohn
des Trojanerkönigs Priamos, verführte Helena, die Gattin des Königs Menelaos von Sparta
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se, vielerfahrene Nestor und der listenreiche Odysseus von Ithaka, der göttergleiche Achilleus, der starke Held Diomedes und der lanzengewal- tige Ajax, der greise Seher Kalchas und viele tapfere Königssöhne, die sich nach kühnen Kriegstaten und Abenteuern sehnten. Dem mächtigen Agamemnon, König von Mykene und Bruder des Menelaos, übertrug man den Oberbefehl über das gewaltige Heer.
In Aulis, einem Hafen in der Bucht von Böotien, lagen mehr als tausend Schiffe zur Ausfahrt bereit. Doch vergeblich wartete man auf günstigen Wind. Lähmende Stille lag über dem Hafen, und das versammelte Kriegs- volk mit Schiffen, Roß und Wagen war zu untätiger Muße verurteilt. „Göttlicher Wille hindert die Aus- fahrt“, erklärte der Seher Kalchas, den
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sie in ihrer Ratlosigkeit befragten, „denn Agamemnon hat auf der Jagd eine heilige Hirschkuh der Artemis erlegt. Nun verlangt die Göttin Aga- memnons älteste Tochter Iphigenie als Sühneopfer!“ Nach hartem inneren Kampfe gab König Agamemnon seine Einwilli- gung, daß man Iphigenie nach Aulis hole. Man führte sie zum Altar, doch die Göttin zeigte sich jetzt durch Agamemnons Gehorsam versöhnt. Als der Priester zum Todesstoß gegen das unschuldige Opfer ausholte, ent- führte Artemis das Mädchen in einer Wolke und schob eine Hirschkuh an seine Stelle. Iphigenie wurde nach Tauris entrückt, der Göttin als Prieste- rin zu dienen. Klytemnaistra aber, Iphigeniens Mutter, verzieh ihrem Gatten niemals, daß er ihr Kind auf dem Altare hatte opfern wollen.
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Günstiger Fahrtwind führte nun die Griechenflotte aus dem Hafen, und in wenigen Tagen landeten die Schiffe an Trojas Küste. Dort lag auf hohem Hügel die fest gebaute Stadt, die der greise König Priamos beherrschte. Mit fünfzig Söhnen hatten ihn die Götter gesegnet, von denen Hektor als der ruhmreichste Held bekannt war. Jahr um Jahr wogte nun der erbitterte Kampf hin und her. Aber vergeblich forderten die Griechen ihre Gegner durch wilde Schmähreden zum offe- nen Kampfe heraus, vergeblich be- rannten sie die turmbewehrten Mau- ern der Stadt, hinter denen die Troer sich in Sicherheit wußten.
Unzufriedenheit verbreitete sich im Schiffslager, das die Griechen am Ufer des Skamandros errichtet hatten. Zehn Jahre währte schon der zermür- bende Krieg, und nun schien sich das
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Glück endgültig von den Angreifern abzuwenden. Denn zur Not des Krie- ges, die in jedem die Sehnsucht nach der Heimat weckte, kam noch ein wilder Zwist zwischen den beiden mächtigsten Männern des Griechen- heeres, Agamemnon und Achilleus, die sich bitter feind geworden wa- ren.
Achilleus hatte auf einem der vielen Beutezüge, bei denen die Griechen das Land ausplünderten, ein Städt- chen erobert und dabei die schöne Chryseïs gewaltsam entführt, die er Agamemnon als Sklavin überließ. Tief bekümmert erschien nun der Vater des Mädchens, Chryses, ein frommer Priester des Apollon, mit reichen Lösegeschenken im Grie- chenlager, um seine Tochter freizubit- ten.
Aber Agamemnon wollte nicht von
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Arbeit zitieren:
Ernst Probst, 2002, Der trojanische Krieg, München, GRIN Verlag GmbH
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