Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
Die drei Phasen des Schriftspracherwerbs 2
Vom Drucken zum Schreiben 3
Geschlechtsspezifische Unterschiede 5
Das „neue“ Schreibenlernen 6
Legasthenie 8
Symptome und Ursachen 8
Die Diagnose 9
Die Behandlungsmethoden 10
Fazit 11
Quellenangaben 12
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Einleitung
Egal ob Anna, Tom, Christina oder Maximilian - unser Name ist häufig das Wort, welches wir zuerst schreiben können, möge er noch so kompliziert sein. Aber ist uns da schon wirklich bewusst, dass wir schreiben? Was passiert beim Lesen und Schreiben lernen? Wie lernen wir? Welche Rolle spielt unser Umfeld und unsere Erziehung beim Schriftspracherwerb? Wie groß sind die Unterschiede im Lernen zwischen Jungen und Mädchen? Nicht alle Kinder erlernen die Schriftsprache auf die selbe Art und Weise. Einige bleiben, trotz Förderung und intensivem Unterricht hinter den Leistungen anderer zurück und es kommt zu Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten. Wovon ist es abhängig, wie gut wir Schreiben lernen? Wie kommt es zu diesen Problemen und wie können sie gelöst werden?
Auf diese Fragen möchte ich, unter Bezug von Fachliteratur, aber auch von Erfahrungsberichten von Lehrern, Schülern und Eltern, in meiner Arbeit eingehen.
Die drei Phasen des Schriftspracherwerbs
Im Rahmen meiner Hausarbeit habe ich viele Leute nach dem Wort gefragt, welches sie zuerst schreiben konnten und die Antwort war bei jedem der Befragten gleich; es war der Vorname, wenn auch mit einem verdrehten „S“ oder einem spiegelverkehrten „N“. Bei nahezu allen verlief es nach dem gleichen Prinzip: Mutter oder Vater haben den Namen auf ein Stück Papier geschrieben - in Druckbuchstaben - und das Kind hat es nachgeschrieben. Aber können wir zu dem Zeitpunkt wirklich schon von Schreiben sprechen? Diese Frage ist klar mit nein zu beantworten. Wenn wir unseren Namen schreiben lernen, sind wir vier oder fünf Jahre alt und zu diesem Zeitpunkt ist unser Schriftbewusstsein noch nicht so entwickelt, dass uns bewusst ist, dass wir schreiben. Wir malen vielmehr das ab, was wir sehen. Und wenn wir Mamas Vorlage nicht mehr brauchen, dann sind es zunächst reine Erinnerung und der Wiedererkennungswert, die uns unseren Namen schreiben lassen können.
Hierbei handelt es sich um die logographische Phase (nach U. Firth), in der die Wörter noch nicht anhand von Buchstabenreihenfolge erkannt werden, sondern anhand von herausstechenden Merkmalen. So erkennen die Kinder ihren Namen, den Mutter und Vater ihnen so oft vorgeschrieben haben, aber auch zum Beispiel bekannte Firmenlogos oder Markennamen.
Die zweite Phase unseres Schriftspracherwerbs bezeichnet Uta Firth als die alphabetische Phase, in der das Kind seine Kenntnisse der Identität der Buchstaben und
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deren Zuordnung zu Phonemen einsetzt, um Wörter systematisch zu erlesen (Vgl. Lenhard, 2006).
In der dritten, der orthographischen Phase, laufen die ersten beiden Phasen zusammen. Die Wörter werden nun direkt erkannt, die phonologische Rekodierung tritt wieder in den Hintergrund. Hierbei wird die Buchstabenfolge und das bereits erworbene Wissen über die Struktur der Schriftsprache von den Kindern zu Hilfe genommen. Dadurch können Wörter schnell identifiziert und aus dem orthographischen Gedächtnis rekapituliert werden, ohne die Wörter jedes Mal neu erlesen zu müssen (Vgl. Lenhard, 2006).
Kritik an diesem Modell des Schriftspracherwerbs wird insofern laut, als dass die Übertragbarkeit auf den deutschen Sprachraum Zweifel aufwirft, da insbesondere die logographische Phase bei uns scheinbar eine untergeordnete Rolle spielt. Außerdem bemängeln Kritiker, dass sich das Modell beim Lese- und Rechtschreibprozess nur auf das Wortniveau konzentriert und dabei das sinnentnehmende Lesen außer Acht lässt, welches bereits bei Leseanfängern ausgebildet ist.
Den zweiten Kritikpunkt kann ich sehr gut nachvollziehen, allerdings zeigen meine und die Erfahrungen der Befragten, dass die logographische Phase durchaus auch bei uns eine große Rolle spielt. Wir erkennen unseren Namen, oder den Namen einer berühmten Fast Food Kette, nicht an der Buchstabenreihenfolge oder der eigentlichen Identität der Buchstaben, sondern an Aussehen, Form und anderen, herausstechenden Merkmalen (beim Beispiel Fast Food Kette eben am großen, gelben „M“).
Vom Drucken zum Schreiben
Die erste, wirkliche Konfrontation und Bewusstwerdung von und mit Schriftsprache tritt meist im ersten Grundschuljahr auf, wenn den Kindern wirklich beigebracht wird zu schreiben. In der ersten Klasse lernen die Kinder häufig zuerst die Druckschrift, da es die Schrift ist, mit der sie auch vorher schon am meisten konfrontiert wurden, so zum Beispiel in Bilderbüchern. In der ersten Klasse läuft das Erlernen der Druckschrift ganz eng mit dem Leselernprozess zusammen, unter dem Motto „Lesen lernen durch Schreiben“. Das, was die Kinder lesen lernen wird auch gleich geschrieben und man sollte diese beiden Dinge nicht trennen.
Kinder haben mit dem Erlernen der Druckschrift sehr selten Probleme, außer anfänglich mit Buchstaben, die Rundungen oder Schlaufen enthalten. Der graphische Bewegungsablauf, den die Kinder sich einprägen müssen, wird meist schnell
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Arbeit zitieren:
Stefanie Zwaagstra, 2006, Schriftspracherwerb - Wie wir Schreiben lernen und welche Probleme dabei auftreten können, München, GRIN Verlag GmbH
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