1. Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
1.1. Erläuterung „Sucht“/ „Abhängigkeit“ 5
2. Die Droge, ihr Konsum und Wirkungsweisen bildlich gemacht mit Hilfe von
Erfahrungsberichten 6
2.1. Kokain 6
2.2. Heroin 8
2.3. Amphetamine (und Ecstasy) 10
2.4. LSD 13
3. Der „Kick“ beim Erwerb und Verkauf von Betäubungsmitteln 15
4. Résuméé 17
Literaturverzeichnis: 19
Anhang 20
1. Einleitung
Sucht und Drogen - ein Thema, welches aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken ist.
Aber was versteht man eigentlich unter Sucht? Was bewirken Drogen? Und wie fühlt man sich, wenn man wirklich süchtig nach ihnen ist?
Meine Hausarbeit befasst sich im Kern mit der Gefühlswelt Drogenabhängiger. Diese versuche ich, unter anderem anhand einiger Interviews mit Patienten aus dem Drogentherapiezentrum „Open“ in Göttingen, bildlich zu machen.
Dabei beschränke ich mich weitestgehend auf sogenannte illegale harte Drogen.
Die Auseinandersetzung mit dieser Thematik ist für mich sehr interessant, jedoch nicht ganz neu. Ich durfte, im Rahmen meiner Praktika, vier Monate im Fachkommissariat (FK) 2.3. in Göttingen meinen Dienst versehen. Dort habe ich ausschließlich Vorgänge, mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz ( BtmG ), sowie Beschaffungskriminalität, bearbeitet. In dieser Zeit hatte ich häufigen Kontakt zu Hartdrogenabhängigen, mit den unterschiedlichsten Lebensläufen und Erfahrungen zum Thema Sucht. Doch eine Frage hat mich immer wieder beschäftigt:
„ Wie berauschend muss ein Gefühl sein, wenn die Begierde nach seiner Erfahrung imstande ist, einen Menschen, entgegen aller Vernunft, in den körperlichen und finanziellen Ruin zu treiben?“
Aus den mir bekannten Büchern, konnte ich dazu keine befriedigende Antwort finden. Dort spricht man von biochemischen Ursachen im Gehirn, die einem
den meist unumkehrbaren Weg in die Abhängigkeit bahnen.
Eine Aussage aus einem Film, welcher von einer Heroin- Clique in Leith, einem Vorort von Edinburgh, handelt, hat mich dazu bewogen Drogenabhängige selbst nach diesem Gefühl zu befragen und es sie in ihren eigenen und wenig chemisch oder biologischen Worten erklären zu lassen.
„Nimm den besten Orgasmus, den du jemals hattest, multiplizier‘ ihn mit 1000, und du bist noch nicht mal nahe dran!“ 1
Die von mir befragten Patienten, des Drogentherapiezentrums „Open“, waren ausschließlich männlich und im Alter von 17- 36 Jahren. Da die meisten Patienten diese Therapie als Auflage ihrer Bewährung hatten und alle zuvor für Straftaten gegen das BtmG verurteilt worden sind, gestaltete sich die Befragung zunächst als sehr kompliziert, da eine angehende Polizistin bei ihnen auf Grund ihrer Erfahrungen mit der Polizei, keinen besonders hohen Stellenwert genießt. Nachdem erläutert wurde, dass die Befragung anonym verläuft und alle Fragen sich auf abgeurteilte Strafverfahren beziehen werden, erklärten sich doch einige Patienten zu einer Befragung bereit.
1.1. Erläuterung „Sucht“/ „Abhängigkeit“
Sucht beschreibt das zwanghafte Verlangen nach einem bestimmten Mittel oder einer bestimmten Verhaltensweise. Sucht ist das Verlangen, dieses eine Mittel immer wieder zu sich zu nehmen oder diese eine Verhaltensweise immer wieder auszuführen, um ein bestimmtes Wohlgefühl zu erlangen und/oder Unlustgefühle zu vermeiden. 2
Der Suchtbegriff wird in der heutigen Zeit durch den Begriff „Abhängigkeit“ ersetzt. Dieser entstand erst im 20. Jahrhundert, wobei er sich anfänglich lediglich auf den Alkoholismus bezog.
Abhängigkeit ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Arten des Missbrauchs von Drogen, Medikamenten oder anderen chemischen Substanzen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Abhängigkeit als einen seelischen, eventuell auch körperlichen Zustand, der dadurch charakterisiert ist, dass ein dringendes Verlangen oder unbezwingbares Bedürfnis besteht, sich die entsprechende Substanz fortgesetzt und periodisch zuzuführen. Durch fortlaufende Einnahme entsteht das Bedürfnis die Dosis zu steigern. Einer Abhängigkeit liegt der Drang zugrunde, die psychischen Wirkungen der Substanz zu erfahren, manchmal auch das Bedürfnis, unangenehme Auswirkungen ihres Fehlens (Entzugserscheinungen wie Unruhe, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Angstzustände, Schweißausbrüche) zu vermeiden. Abhängigkeit wird heutzutage als Krankheit bezeichnet. 3
2. Die Droge, ihr Konsum und Wirkungsweisen bildlich gemacht mit Hilfe von Erfahrungsberichten
2.1. Kokain
Kokain ist je nach Verarbeitungsform auch als Koks, Schnee, Crack und Rocks bekannt. Es wird aus den Blättern des Kokastrauches ( Erythroxylon coca ) gewonnen. Bei diesen chemischen Prozessen entsteht ein weißes kristallartiges Pulver. Die Einnahme erfolgt durch Schnupfen, Injizieren (Kokainhydrochlorid) und Rauchen ( Kokainbase ). Eine geringe Wirkung hat auch das Kauen von Kokablättern. Hauptsächlich wird es aber in kristalliner Form ( Pulver ) in die Nasenhöhle mit Hilfe eines Saugrohres geschnupft. Der chronische Kokainkonsum wird in episodischen und kontinuierlichen unterschieden. Beim episodischen Konsum wird eine hohe Dosis nach der anderen eingenommen, bis zum Ende des vorhandenen Vorrates oder bis der Konsument physisch nicht mehr in der Lage ist sich eine neue Dosis zu verabreichen. Die darauf folgenden Tage werden ohne Konsum fortgesetzt. Gleichbleibende Mengen werden beim kontinuierlichen Kokainkonsum täglich oder fast täglich konsumiert.
Kokain wirkt sich auf den Körper in drei verschiedenen Arten aus:
- Die Psyche wird sehr stark stimuliert
- Es wirkt lokal betäubend
- verengt die Blutgefäße
Die stärke des Effekts hängt von der Dosis, des Konsumenten, der Qualität des Stoffes und der Art des Konsums, ab. Die pharmakologische 4 Wirkung setzt
Beim Konsum durch Spritzen oder Rauchen beginnt die Wirkung schon nach einigen Sekunden, allerdings reduziert sich hierbei die Wirkungsdauer.
Kokain wirkt Leistungssteigend und erhöht die körperliche Belastbarkeit. „Man schwebt auf Wolken beim Kokain, könnte Bäume ausreißen (…) Man könnte stundenlang laufen.“ 5 Nach dem Faltblatt „Informationsreihe der gebräuchlichen
Suchtstoffe“ des DHS (Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren e.V.), löst der Konsum Euphorie aus, vermindert das Schlafbedürfnis und dämpft jegliche Hungergefühle.
Ein durch den Kokainkonsum ausgelöster Rauschzustand läuft in der Regel in folgenden Phasen ab: Es beginnt mit der euphorischen Phase, die sich in das Rauschstadium umwandelt und letztendlich darauf die Depressive Phase folgt.
In der ersten Phase wird ein erhöhtes Selbstwertgefühl, gesteigerter Antrieb, eine stärkere Sinneswahrnehmung und Denkweise sowie Kreativität beschrieben. „ Bei Koks ist es unbeschreiblich wie man sich fühlt. Nicht Herkules nicht Gott. Noch irgendwas darüber. Du kannst alles. Du bist alles. Du bist der Tollste und Beste und egal was… du bist es.“ 6 Hemmungen jeglicher
Art, ein Gefühl von Sorglosigkeit sowie ein vermindertes Schlafbedürfnis mit gleichzeitig höherer Libido sind weitere Folgen. Vereinzelt bekommt der Konsument einfache und Pseudohalluzinationen.
Das Rauschstadium beginnt nach etwa 20-60 Minuten. Meist kommen zu den hier bereits aufgeführten Wahrnehmungen, ängstlich paranoide Gefühle hinzu. Diese werden hauptsächlich durch akustische und optische Halluzinationen verursacht. „ Ich habe mich jede Sekunde umgedreht um zu schauen ob jemand hinter mir läuft oder steht. Das war schon ganz schön derbe.“ 7
Biologisch gesehen, wird der Neurotransmitterstoffwechsel 8 in dem gesamten Rauschzustand beeinflusst. Das Nervensystem wird extremer als normal stimuliert. Als sogenannter Gelegenheitskonsument mit relativ niedrigen Dosen wirkt sich dies in Hyperaktivität und gesteigerter Aufmerksamkeit, sowie einem Anstieg von Blutdruck, Körpertemperatur, Atemfrequenz, Atemtiefe und Pulsfrequenz aus. Durch den chronischen Konsum wird das Nervensystem an diesen Stimulus „gewöhnt“ und nachhaltig gestört.
Das größte Gefahrenpotential, beim Kokainkonsum, stellt die, sich schnell einstellende, psychische Abhängigkeit dar. „Beim Kokain ist danach so eine ziehende Leere. Und die richtig heftige Gier nach mehr“ 9
2.2. Heroin
Heroin wir mittels eines chemischen Prozesses aus dem Rohopium des Schlafmohns (Papaver somniferum L) gewonnen. Daraus entsteht ein Pulver, welches bei seinem Konsum Euphorisierend sowie auch Betäubend wirkt.
Heroin gehört der Substanzgruppe der Opiate und Opioide an. Es ist ein Derivat 10 des Morphins.
Auf der „Straße“ wird Heroin meist in Pulverform, in kleinen Päckchen verpackt, verkauft. In Deutschland wird Heroin größtenteils mittels einer Spritze in die Venen injiziert. Weniger gebräuchliche Konsumformen sind das Rauchen und Schnupfen von Heroin.
Vor der Injektion wird Heroin, meist unter Beimengung von Zitronensäure, durch Erhitzen aufgelöst und durch einen Filter ( z.B. Watte oder Zigarettenfilter ) in
Arbeit zitieren:
Katrin Gladitz, 2007, Feeling Sucht, München, GRIN Verlag GmbH
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