Was genau ist ein Erlebnis?
Welche Antworten hat die
Emotionspsychologie für Erlebnismanager?
Event- & Entertainmentmanagement
von
Jens Kaulbars
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
I Einleitung 3
II Erlebnisse und Emotionspsychologie im Erlebnismanagement 5
1. Erlebnisdefinition 5
2. Erlebnisökonomie 7
3. Erlebnistheorie 9
4. Erlebnis-Setting 12
4.1 Wahrnehmung und Atmosphäre 12
4.2 Inszenierung 17
III Schluss 26
1. Zusammenfassung und Folgerungen 26
2. Ausblick – Süchtig nach Vergnügen 31
IV Quellenverzeichnis 34
I Einleitung
In unserer Gesellschaft ist seit Anbeginn der Menschheit ein interessantes Phänomen zu beobachten. Sobald zwei oder mehr Menschen zusammenfinden, tauschen sie Erfahrungen aus. So werden bei zwanglosen Unterhaltungen zum Beispiel im Freundes- oder Kollegenkreis oftmals die Geschehnisse der jüngeren Vergangenheit besprochen.
Erst kürzlich unterhielt sich der Verfasser mit einer befreundeten Studentin, die einem Shakira-Konzert beiwohnte. Sie war begeistert und sprach von einem überwältigenden Erlebnis.
Ein Mitbewohner indes erzählte einmal von seinen frühmorgendlichen Angelerlebnissen und bezeichnete das als etwas, was man unbedingt einmal erleben müsse.
Wieder ein anderer Bekannter schwärmte von der Fahrt im neuen BMW.
Obwohl alle diese Gesprächsthemen sehr unterschiedlich sind und komplett verschiedene Dinge behandeln, haben sie doch eines gemeinsam. Immer wieder taucht ein Begriff auf: Erlebnis. Jede der Personen sprach von einem Erlebnis.
Doch was genau ist ein Erlebnis? Wie kann man es beschreiben? Wie lässt sich Erlebnis definieren?
Genau diese Fragen soll die folgende Arbeit klären.
Doch nicht nur in privaten Gesprächen fällt der Begriff Erlebnis. In unserer heutigen vergnügungs- und informationssüchtigen Gesellschaft wird jedes Produkt zum Erlebnis hochstilisiert. Die Marketingindustrie überschwemmt die Verbraucher regelrecht mit einem Dauer-Tsunami von Erlebnissen. Wer keines hat, lebt ein langweiliges und banales Leben.
Täglich hört man von gewissen Getränkeherstellern, die einem das Erfrischungserlebnis überhaupt versprechen. In anderen Werbespots werden zum Beispiel eine einfache Bartrasur zum Rasurerlebnis oder simples Einkaufen zum Einkaufserlebnis in den Zwickau Arkaden.
Doch nirgendwo ist die Werbung reicher an Erlebnisversprechungen als in der Unterhaltungs- und Tourismusbranche. Hotels, Ferienanlagen, Themenparks, Badelandschaften und natürlich auch Kreuzfahrtschiffe haben den Selbstanspruch "Erlebniswelten" zu sein. Dem liegt der Gedanke zu Grunde, dass wirtschaftlicher Erfolg sich vor allem auf loyale Kunden, so genannten "Repeaters" stützt. Eine langfristige Beziehung zwischen Anbietern und Verbrauchern kann jedoch in Zeiten des Überangebotes nur geschafft werden, wenn den Kunden etwas Besonderes geboten wird, wenn zusätzlich zu dem verkauften Kernprodukt das Gefühl einer außergewöhnlichen und positiven Erfahrung vermittelt werden kann.
Diese erlebte Erfahrung ist demzufolge ein wesentlicher Faktor für den Erfolg eines Unternehmens und entsprechend muss es das Ziel von Managern sein, das Erlebnis zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Folglich stellt sich die Frage, in wie weit die Psychologie, in diesem Fall die Emotionspsychologie, Erlebnismanagern helfen kann, damit die tatsächlich erlebten Geschehnisse einen nachhaltigen und positiven Eindruck hinterlassen und somit zu einem Erlebnis werden.
Deshalb untersucht diese Arbeit unter Hilfe von Literaturrecherche das Erlebnis aus emotionspsychologischer Sicht und sucht im weiteren Verlauf entsprechende Antworten für Erlebnismanager bezüglich der ‚richtigen′ Erlebnisgestaltung. Entsprechend des Studienganges Cruise Industry Management liegt der Fokus der Untersuchung vorwiegend im Bereich des Tourismus.
II Erlebnisse und Emotionspsychologie im Erlebnismanagement
1. Erlebnisdefinition
Für die Definition des Begriffes "Erlebnis" gibt es keinen allgemein gültigen Standard. Vor allem muss man unterscheiden nach dem jeweiligem Umfeld, in dem "Erlebnis" definiert werden soll.
Allgemein wird das Erlebnis definiert als Ereignis im Leben eines Menschen, das sich vom Alltag des Erlebenden so sehr differenziert, dass es ihm lange in Erinnerung bleibt. Erlebnisse können jedoch in verschiedene Gruppen aufgeteilt werden. So gibt es zum Beispiel aufregende Erlebnisse, unter anderem Reisen oder Abenteuer, befriedigende Erlebnisse, zum Beispiel Sex oder eine angenehme Feier, und traumatisierende Erlebnisse, wenn man beispielsweise Opfer eines Verbrechens wurde. (vgl. Leon Tsvasman 2006, S. 99)
Wie aus den verschiedenen Erlebnisschilderungen in der Einleitung ersichtlich, gibt es nicht nur unterschiedliche Arten von Erlebnissen, sondern ein Erlebnis ist eine absolut subjektive Erfahrung. Aus der Interessendifferenz der beiden Personen wage ich zu behaupten, dass für die Person welche von dem Shakira-Konzert schwärmte, ein nächtlicher Angelausflug hochgradig langweilig und uninteressant erscheinen würde, also nicht als Erlebnis empfunden werden würde. Ebenso ist für einen Cuxhavener Fischer, der jeden Morgen zum Fischen aufs Meer raus fährt, seine alltägliche Arbeit kein Erlebnis, wohingegen es für besagte Person aus Bayern mit Angel- beziehungsweise Fischfangpassion als etwas Besonderes empfunden werden würde.
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Arbeit zitieren:
Jens Kaulbars, 2007, Was genau ist ein Erlebnis?, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
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