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Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Die verschiedenen Modelltypen 4
3. Das Modell von Garrett 5
4. Der interaktive Ansatz 7
4.1. Das Modell von Dell 7
4.2. Die Suche nach dem richtigen Wort 9
5. Das Modell von Levelt 10
6. Vergleich und Zusammenfassung 13
7. Literaturangaben 15
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1. Einleitung
Jeder mit jedem, jederzeit und überall - seitdem das Internet immer stärker zur Normalität unseres Alltags gehört, kennt die Kommunikation scheinbar keine Grenzen mehr. Am Computer können wir uns schon heute mit Menschen auf der ganzen Welt unterhalten, ohne zeitliche Verzögerung, in „realtime“, wie es Börsenprofis nennen würden. Auch das Handy befriedigt heute in immer stärkerem Maße unseren Drang zum Austausch mit unseren Mitmenschen. Doch es ist gleichgültig, ob wir über die modernen Techniken kommunizieren, oder einfach mit unserem Gegenüber ein ganz normales Gespräch führen - in unseren Köpfen müssen Prozesse ablaufen, die uns dazu befähigen, das auszudrücken, was wir sagen wollen.
Und weil man nicht in unsere Köpfe schauen kann und sehen kann, wie die Sprachproduktion im Detail abläuft - zumindest noch nicht - gibt es verschiedene Meinungen, wie diese Prozesse ablaufen. Zwei Arten von Modellen, die ich in dieser Arbeit vorstellen werde, stehen sich dabei gegenüber: Einerseits die modularen oder seriellen Modelle, die davon ausgehen, dass die Prozesse von einer Stufe der Verarbeitung zur nächsten verlaufen, ohne dass eine Rückmeldung der Ergebnisse erfolgt. Andererseits gibt es die interaktiven oder konnektionistischen Modelle. Hier geht man davon aus, dass die Prozesse auf niedrigen Stufen die Prozesse auf höheren Stufen beeinflussen, es also Rückmeldungen der Ergebnisse zwischen den Stufen gibt. 1 Die verschiedenen Haupttypen an Modellen werde ich in dieser Arbeit vorstellen und versuche, die gegensätzlichen Positionen gegenüberzustellen und zu vergleichen. Wenn man sich mit der Sprachproduktion und den Modellen auseinandersetzt, gilt es im Vorfeld zu bedenken, dass Modelle nie die Wirklichkeit exakt widerspiegeln und dies auch gar nicht anstreben. Sie drücken einen in der Regel komplizierten Vorgang stark vereinfacht aus und basieren nur auf Vermutungen.
1 Vgl. Pechmann, Thomas: Sprachproduktion. S. 34.
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2. Die verschiedenen Modelltypen
„Eine der Grundannahmen einer kognitiven oder psycholinguistischen Theorie der Sprachverarbeitung besteht darin, dass Sprachverarbeitung ein nicht beobachtbarer, komplexer Vorgang ist, für dessen Beschreibung nur ein ,reiches‘ Modell von Wissenskomponenten, Fähigkeiten, Operationen und Plänen hinreichend sein kann. Den genauen Aufbau dieser Komponente abzubilden, ist Ziel einer Theorie der Sprachverarbeitung.“ 2
Was Richard Wiese hier beschreibt, ist also das Ziel der verschiedenen Modelle, wie die Produktion von Sprache in unserem Kopf ablaufen soll. Das erste Modell, das ich im nächsten Kapitel vorstellen werde, stammt von dem Psychologen Merill Garrett. Er ist ein Hauptvertreter der Meinung, dass die Sprachproduktion seriell abläuft. Das bedeutet: „Jede Phase ist abgeschlossen, bevor die nachfolgende beginnt, und zwischen den einzelnen Schritten erfolgt keine Interaktion.“ 3 Sein Modell hat Garrett zum ersten Mal im Jahr 1975 vorgestellt, weitere Publikationen dazu erschienen bis 1990. Garrett gehört damit in eine erste Phase, in der sich die Wissenschaft intensiv mit der Sprachproduktion auseinandergesetzt hat. Eingeleitet hatte diese erste Phase die Linguistin Victoria A. Fromkin, die 1971 eine Arbeit veröffentlicht hatte, in dem die Analyse von Sprechfehlern die „ psychologische Realität linguistischer Kategorien“ 4 belegen sollte. Auch Garrett nutzt die Analyse von Sprechfehlern, doch setzt er einen anderen Schwerpunkt: „Ihm als Psychologen geht es nicht primär darum, die Realität linguistischer Einheiten in der Verarbeitung von Sprache zu belegen, sondern in erster Linie um die Erarbeitung eines adäquaten Prozessmodells.“ 5
Den interaktiven Modelltyp stellte Gary Dell 1986 vor. Hauptunterschied zu Garretts Theorie ist die Annahme, dass es eine Verbindung zwischen den
2 Wiese, Richard: Psycholinguistische Aspekte der Sprachproduktion. S. 5.
3 Aitchison, Jean: Wörter im Kopf. S. 264.
4 Pechmann, Thomas: Sprachproduktion. S. 35.
5 Ebd, S. 46.
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einzelnen Stufen geben muss, und die einzelnen Stufen nicht, wie von Garrett angenommen, abgeschlossen sind, bevor der nächste Schritt gemacht werden kann. Das bislang umfangreichste Modell der Sprachproduktion hat Levelt 1989 vorgestellt. Selbst bezeichnet er sein Modell als seriell. Seiner Meinung nach lassen sich die interaktiven Modelle kaum empirisch testen. Die Erkenntnisse über die Prozessabläufe bei der Sprachproduktion beruhen vor allem aus der Analyse von Sprechfehlern, der Analyse von aphasischen Störungen und Untersuchungen zum Spracherwerb bei Kindern. Gemeinsam haben die Theoretiker der seriellen Modelle (also Garrett und Levelt), dass sie den Sprachproduktionsprozess in drei Stufen unterteilen: die Konzeptualisierung, die Formulierung und die Artikulation. In der Phase der Konzeptualisierung entscheidet der Sprecher, über was er reden möchte, also das Thema. Es ist eine Planungsphase, in der neben dem Inhalt auch bereits über die Intention der Äußerung entschieden wird und der soziale Rahmen, in der der Sprecher eine Äußerung tätigt, beachtet wird. Anschließend werden in der Stufe der Formulierung die Gedanken in eine sprachliche Äußerung umgesetzt, das heißt, entsprechende Begriffe im mentalen Lexikon gesucht, die das ausdrücken, was man sagen will. Diese müssen dann noch artikuliert werden, die Umsetzung erfolgt in der Stufe der Artikulation.
3. Das Modell von Garrett
Garretts Modell der Sprachproduktion ist seriell ausgerichtet. Das bedeutet also: Der Wortabruf erfolgt in Stufen. Die einzelnen Prozessschritte sind einzeln unterteilt. Die Ergebnisse der einzelnen Stufen werden an die nächste Verarbeitungskomponente weitergegeben, es findet kein Rückkoppelungsprozess statt.
Meriell Garrett legt den Schwerpunkt seiner Betrachtung auf die Stufe der Formulierung (sentence level). Die Stufe der Konzeptualisierung (message level) und der Artikulation (articulatory level) betrachtet der Psychologe nicht ausführlich. „Im Zentrum des Modells von Garrett [...] steht die Unterschei- dung von zwei Ebenen der Repräsentation: der sogenannten funktionalen und
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Diplom-Germanist Christian Weber, 2000, Modelle zur Sprachproduktion, Munich, GRIN Publishing GmbH
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