Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS 2
1 EINLEITUNG 3
2 DEFINITIONEN 4
2.1 KULTURBEGRIFF 4
2.1.1. Kulturbegriff nach Hofstede 4
2.1.2 Kulturbegriff nach Vermeer 5
2.2 KULTUREME 5
2.3 EISBERGMODELL 6
2.4 INTERKULTURELLE KOMMUNIKATION 7
3 MODELLE ZUR ANALYSE KULTURELLER UNTERSCHIEDE 8
4 KULTURELLE ASPEKTE IN DER TRANSLATIONSTHEORIE NACH
REIß VERMEER 9
5 KOMPETENZEN DES TRANSLATORS 11
6 KULTURELL BEDINGTE SCHWIERIGKEITEN BEI DER TRANSLATION 12
7 KULTURELL VERURSACHTE PROBLEME SPEZIELL BEIM
DOLMETSCHEN 13
8 LÖSUNGSSTRATEGIEN ZU KULTURELL BEDINGTEN
PROBLEMSTELLUNGEN 14
8 NACHWORT 17
ANHANG 18
LITERATURVERZEICHNIS 20
LITERATURQUELLEN: 20
INTERNETQUELLEN: 21
2
1 Einleitung
Was ist Kultur überhaupt und spielen kulturelle Unterschiede bei der Translation eine wichtige oder eher untergeordnete Rolle? Braucht die Translationswissenschaft die Einbeziehung eines kulturellen Elements? Im Folgenden sollen diese Fragestellungen näher erläutert werden.
In meiner Hausarbeit möchte ich einen Überblick über verschiedene Definitionen des Kulturbegriffs geben sowie Theorien und Strategien vorstellen, die dem Translator, das heißt, sowohl dem Dolmetscher als auch dem Übersetzer, Hilfestellungen bei der Bewältigung kulturell bedingter Schwierigkeiten bieten können.
Es soll aufgezeigt werden, dass die Bedeutung des soziokulturellen Hintergrunds der Translation sich bereits aus der Tatsache erschließt, dass der Translator dafür verantwortlich ist (immer sein sollte) die erfolgreiche Kommunikation zwischen Mitgliedern verschiedener Kulturen zu ermöglichen, wobei er sich selbst möglichst auf einen „neutralen Standpunkt“ stellen sollte, den es in der Realität auf Grund der unabänderlichen kulturellen Eingebundenheit jedes menschlichen Individuums in seine bestimmte Kultur nicht geben kann. Trotz dessen sollten Übersetzer und Dolmetscher versuchen, der Intention des Autors/Sprechers in demselben Maß gerecht zu werden wie den Erwartungen/Normen und der Verstehensfähigkeit des/der Zielrezipienten, was am Beispiel der Translationstheorie nach Reiß und Vermeer veranschaulicht werden soll.
Des Weiteren werden Basisbegriffe der Interkulturellen Kommunikation, wie z.B. „Eisbergmodell“ vorgestellt und ihr Bezug zur Translation veranschaulicht. Auf Spezialprobleme beim Dolmetschen soll ebenfalls näher eingegangen werden.
3
2 Definitionen
2.1 Kulturbegriff
2.1.1. Kulturbegriff nach Hofstede
Nicht nur aus der Perspektive der Translationswissenschaft, sondern in allen wissenschaftlichen Bereichen bleibt die Definition des Begriffs ‚Kultur‘ unbestimmt, da zu viele verschiedene Definitionen dieses Ausdrucks nebeneinander existieren. Der als Experte im Bereich der Interkulturellen Kommunikation bekannte niederländische Forscher Geert Hofstede, unterteilt den Kulturbegriff in zwei unterschiedliche Bedeutungsebenen, in Kultur 1 und 2. Kultur 1 sieht er als Kultur im engeren Sinn, gemeint sind damit Bildung, Kunst und Literatur, Kultur 2 dagegen als mentale Software des Menschen und als die von Sozialanthropologen übliche Verwendung des Wortes, Kultur 2 ist immer ein kollektives Phänomen, da man sie zumindest teilweise mit anderen Menschen teilt, die im selben sozialen Umfeld leben oder gelebt haben, also dort, wo diese Kultur erlernt wird 1 .
Hofstede sieht Kultur somit als mentale Programmierung an, als Muster des Denkens, Handelns und Fühlens, von dem ein Großteil in der Kindheit erworben wird, da Mensch in dieser Zeit für Lernprozesse am empfänglichsten ist. Zwar nennt Hofstede diese Muster mentale Programme, jedoch geht er nicht davon aus, dass Menschen wie Computer programmiert sind, sondern dass das Verhalten der Menschen grundsätzlich nicht vorbestimmt ist und er die Möglichkeit besitzt, von seinen erlernten Verhaltensmustern abzuweichen und sich abweichend zu verhalten 2 .
Die kollektive Programmierung des Geistes unterscheidet die Mitglieder einer Gruppe oder Kategorie von Menschen von einer anderen, sie umfasst auch gewöhnliche oder niedrige Dinge des Lebens wie z.B. Grüßen, Essen, Körperpflege, usw. und wird erlernt, und nicht ererbt. Sie leitet sich aus unserem sozialen Umfeld ab, nicht aus den Genen. Des Weiteren muss man Kultur unterscheiden von der menschlichen Natur einerseits und von der Persönlichkeit eines Individuums andererseits. Wo genau die Grenzen zwischen Natur und Kultur und zwischen Kultur
1 Hofstede: Lokales Denken globales Handeln, in: http://www.ibim.de/ikult/frame-set.htm (28/06/2007)
2 Hofstede: Lokales Denken globales Handeln, in: http://www.ibim.de/ikult/frame-set.htm (28/06/2007)
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und Persönlichkeit sind, ist umstritten, demnach nicht ganz geklärt. In welcher Weise Menschen mit Gefühlen umgehen, wie sie Angst, Freude, Beobachtungen, usw. ausdrücken, wird laut Hofstede durch die Kultur bestimmt 3 .
2.1.2 Kulturbegriff nach Vermeer
Aus der Perspektive der Translationswissenschaft beleuchtet Vermeer den Terminus ‚Kultur‘ aus einem etwas differenzierteren Blickwinkel: Laut ihm ist ‚Kultur‘ als umfassend anzusehen, in ihr sind alle Normen und Konventionen, sowie Produkte und sprachliche Eigenheiten zusammengefasst; ein Individuum wächst in eine bestimmte ‚Kultur‘ hinein (Prozess der Enkulturation), erlernt deren Normen und Werte, üblichen Verhaltensgewohnheiten etc. und erlangt dadurch wiederum Akzeptiertheit. In dieser Weise geprägt, entwirft das Individuum in seinem Unterbewusstsein eine beeinflusste Weltsicht, ein bestimmtes Weltbild, das dem seiner Heimatkultur entspricht, auch wenn es sich oberflächlich betrachtet im Widerspruch dazu befindet 4 . Somit sind nach Vermeer Verstehensprozesse und Weltsichten relativ und schließen die Möglichkeit des objektiven Betrachtens der Welt und in ihr vorkommende Phänomene in letzter Konsequenz aus, wonach auch jede objektive Interpretation eines Ausgangstexts in der Sprache XY vom Übersetzer der Muttersprache XZ als unmöglich anzusehen ist, da dieser bei seiner Interpretation des Textes bereits von Wertevorstellungen seiner eigenen Kultur geleitet wird und deshalb keinen neutralen Standpunkt oder gar den des Ausgangstextverfassers einnehmen kann.
2.2 Kultureme
Unter dem Begriff ‚Kultureme‘, auch ‚Kulturspezifika‘, ‚kulturgebundene Elemente‘ oder Naturalien oder ‚cultural terms‘ genannt, verbergen sich einzelne Einheiten von soziokulturellen Unterschieden, wie z.B. Eigennamen, Maßangaben,
Geldwährungen, gesellschaftliche Konventionen
5
.
Aus der Tatsache, dass für den Translator nicht global zu erkennen ist, welche Textsegmente kulturspezifisch zu transferieren sind, ergibt sich eine gewisse
3 Hofstede: Lokales Denken globales Handeln, in: http://www.ibim.de/ikult/frame-set.htm (28/06/2007)
4 Koller: „Linguistik und kulturelle Dimension der Übersetzung“, in: Kultur und Übersetzung, S. 123
5 Simonnaes: „Interkulturelle Kommunikation und Übersetzungsprobleme“, in: Kultur und Übersetzung,
2002, S. 286
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Problematik in Bezug auf den Umgang mit Kulturemen beim Translationsprozess. Notwendigerweise sollte der Übersetzer/Dolmetscher in der Lage sein, Texte holistisch betrachten zu können, wofür er über ausreichend Hintergrundwissen bezüglich der jeweiligen kulturelle Einbettung des Ausgangstextes verfügen muss 6 . In Bezug auf das im nächsten Punkt folgende „Eisbergmodell“ stellen Kultureme das „Innenleben“ von Kulturen dar, das für außenstehende Betrachter zumeist in nur sehr geringem Umfang zu erkennen bzw. zu verstehen ist.
2.3 Eisbergmodell
Das in der Kulturwissenschaft häufig in verschiedenen Ausführungen verwendete Eisbergmodell verdeutlicht, dass immer nur ein kleiner Teil kultureller Spezifik sichtbar oder wahrnehmbar ist. Im Folgenden wird auf das Modell von A. Cnyrim Bezug genommen, das aus dem Bereich der Interkulturellen Kommunikation stammt. Das Wahrnehmbare selbst (die Spitze des Eisbergs = Umwelt und Handlungen) ist wiederum ein „Indiz“ für zugrunde liegende (aber als solche nicht sichtbare) Denk- und Handlungskonzepte (der untere Teil des Eisbergs = Verhaltensweisen, Werte, Normen, Glaubenssätze, Denkprinzipien, Ordnung der Normen, Identität).
Nach außen erkenntlich sind z.B. Sprache, Kleidungsgewohnheiten und Umgangsformen. Sogenannte „ungeschriebene Gesetze“ innerhalb einer bestimmten Kulturgemeinschaft, wie z.B. der deutsche Verhaltenskodex „Bei Rot läuft man nicht über die Ampel (auch wenn kein Fahrzeug herannaht)!“, ist bereits an der Grenze des Nachvollziehbaren einzuordnen, somit „an der Wasseroberfläche“.
In welcher Weise Menschen beispielsweise mit Wahrheit umgehen, ob sie eher für einen guten Freund lügen würden oder nicht, wenn dieser gegen ein Gesetz verstoßen hat, das hängt von kulturellen Basisannahmen ab, den Denkprinzipien, die sich im Kern einer Kulturgemeinschaft gebildet werden und die die Mitglieder der Kultur am tiefsten verinnerlichen. Für Außenstehende sind diese Grundannahmen nur schwer oder überhaupt nicht verständlich, da sie sich auch von Kultur zu Kultur unterscheiden.
Hinter identischen Indizien können sich außerdem kulturspezifisch sehr unterschiedliche Konzepte verbergen. Beispielsweise verweist die Bezeichnung „Team“ im japanischen Verständnis auf eine Gruppengesamtheit, während im deutschen Verständnis eher eine Gruppe bestehend aus der Summe einzelner
6 Floros: „Zur Repräsentation von Kultur in Texten“, in: Kultur und Übersetzung, 2002, S. 76-79
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Quote paper:
Katharina Lepski, 2007, Übersetzung als interkultureller Transfer - Die Bedeutung des soziokulturellen Hintergrunds für die Translation, Munich, GRIN Publishing GmbH
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