Freie Universität Berlin
Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft
Arbeitsbereich: Informationswissenschaft
Studien zu Partial- und Leitkulturen Wintersemester 2003 / 2004
„Der unruhige Stifter der Moderne“ - Jugend und Jugendkulturen seit 1945
vorgelegt von: Marius Lange
Berlin, 05. September 2003
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 3
2. Der Jugendbegriff ... 4
3. Der Jugendkulturbegriff ... 5
4. Die Peergroup und ihre Bedeutung für Heranwachsende ... 7
5. Jugend und Jugendkulturen nach dem Zweiten Weltkrieg ... 8
6. Der Wandel von Jugend und Jugendkulturen ... 10
7. Jugend als „Markt“ - Der Einfluss von Medien und Kulturindustrie auf die Jugendkultur ... 11
8. Schlussbetrachtung ... 13
9. Verwendete Literatur ... 15
1. Einleitung
Nie zuvor wurden Jugend und Jugendkulturen so intensiv erforscht, diskutiert und thematisiert wie im 20. Jahrhundert. Grund genug, den Lebensabschnitt zwischen Kindheit und Erwachsensein unter Berücksichtigung der mit ihm verbundenen Stile und Ausdrucksformen etwas genauer zu betrachten. Als „unruhige Stifter der Moderne“1 haben Heranwachsende seit jeher eine Sonderstellung inne: Sie rebellieren gegen die Autorität und Macht der älteren Generation und stellen deren Werte und Orientierungen infrage. Nicht umsonst gilt die Jugend als die umstrittenste Altersphase in unserem Kulturkreis. Eltern und die übrigen Repräsentanten der Erwachsenenwelt können bis heute keineswegs davon ausgehen, dass „der Zeit des jugendlichen Aufbegehrens die Zeit der Anpassung und der Übernahme des väterlichen Erbes folgt.“2 Dass diese Brisanz auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts kaum an Bedeutung verloren, sondern eher zugenommen hat, ist nicht verwunderlich. Einerseits spielen Gleichaltrigengruppen als Sozialisationsinstanz neben Schule und Familie eine immer größere Rolle, andererseits führt die Mannigfaltigkeit der heutigen Jugendkulturen zu einem weitaus größeren Abgrenzungspotential gegenüber der Erwachsenenwelt.
Schwerpunktmäßig wird sich die vorliegende Hausarbeit daher mit den Entstrukturierungs-, Enttraditionalisierungs-, Individualisierungs- und Pluralisierungstendenzen auseinandersetzen, die seit den fünfziger Jahren zu einem kontinuierlichen Wandel jugendlicher Verhaltensweisen, Orientierungen, Ansichten sowie Lebensstile geführt haben. Bevor jedoch auf die Entwicklung der Jugend und Jugendkulturen eingegangen werden kann, bedarf es zunächst der Definition beider Begriffe. Ferner ist erklärungsbedürftig, warum Heranwachsende den Kontakt zu Gleichaltrigen überhaupt suchen und welchen Beitrag dieser für die jugendliche Identitätsbildung liefert. In einem letzten Abschnitt geht es schließlich um den Einfluss von Medien und Kulturindustrie bei der Erzeugung jugendlicher Ausdrucksformen. Immerhin haben es diese geschafft, dass heutzutage fast alle Heranwachsenden „durch Konsum von Gütern und Medienprodukten Mitglieder ‚der Jugend’ werden“3 können. Dabei sind die nachfolgenden Ausführungen in erster Linie als Grundlage für die weitere Beschäftigung mit dem überaus facettenreichen Thema zu verstehen. Schließlich kann die Entwicklung von Jugend und Jugendkulturen seit 1945 im Rahmen einer Hausarbeit nur in Grundzügen wiedergeben werden.
[...]
1 Abels 2000, S. 75.
2 Schäfers 1982, S. 97.
3 Nowottnick 1989, S. 27.
Quote paper:
Marius Lange, 2003, „Der unruhige Stifter der Moderne“ - Jugend und Jugendkulturen seit 1945, Munich, GRIN Publishing GmbH
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