Inhaltsverzeichnis:
1. Exposé 3
2. Die Pilgerschaft nach Santiago de Compostela 4
3. Ursprünge des Jakobskultes „Geburt“ des Pilgerortes Santiago de Compostela 5
3.1 Die Legende des heiligen Jakobus 5
3.2 Die Reconquista und „Santiago Matamoros“ 6
4. Verlauf des Jakobswegs 7
4.1 Stationen des Jakobswegs 7
4.2 Ziel: Santiago de Compostela 10
5. Der „Peregrinus“ 12
5.1 Der Pilger und seine Ausrüstung 12
5.2 Rituale im Zuge der Pilgerreise 13
6. Beweggründe für eine Pilgerreise 16
7. Abschließende Gedanken 18
8. Literaturverzeichnis 20
2
1. Exposé
Die Motivation der Menschen heute für das Unternehmen einer Pilgerreise ist Gegenstand dieser Arbeit
In einem ersten Schritt wird die Pilger- schaft Die Pilgerschaft nach Santiago de nach Santiago de Compostela von den Anfängen Compostela
bis heute genauer betrach- tet. Höhepunkte und Krisen der Pilgerbe- wegung nach Santiago werden angespro- chen. Gegen Ende des Kapitels wird das Vorhaben der Arbeit vorgestellt.
In einem zweiten Schritt wird die Legende um Ursprünge des Jakobskultes - „Geburt“ den Jünger Jakobus erzählt, wie die Reliquien des des Pilgerortes Santiago de Compostela Heiligen nach Spanien gelangten, später • Die Legende des heiligen Jakobus wiederentdeckt wurden und inwiefern Santiago de
• Die Reconquista und „Santiago Compostela darin verwickelt ist. Die Geschichte
Matamoros“
Spaniens der beinahen Erobe-rung durch die Mauren und der darauf folgenden Reconquista, wird erläutert. Santiago Matamoros spielte dabei eine wichtige Rolle.
Im dritten Teil wird zunächst der Begriff Verlauf des Jakobswegs Jakobsweg genauer erklärt. Anschließend werden • Stationen des Jakobswegs wichtige Stationen der Haupt-route des Weges, • Ziel: Santiago de Compostela Städte und Landschaf-ten, vorgestellt. Die Stadt Santiago und Besonderheiten der dortigen Kathedrale, wie das berühmte riesige Weihrauchfass, das zu besonderen Anlässen schwingt, werden thematisiert.
Im nächsten Abschnitt werden die Art des Der „Peregrinus“
Pilgerns, die Ausrüstung des Pilgers, da-runter die • Der Pilger und seine Ausrüstung Jakobsmuschel als Pilgerzei-chen und deren • Rituale im Zuge der Pilgerreise Symbolik angeführt. Wei-terhin werden Rituale vorgestellt, die im Zuge der Pilgerreise durchgeführt werden können und dem Pilger dabei helfen sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.
Im vorletzten Kapitel werden nun die Be- Beweggründefür eine Pilgerreise weggründe direkt angesprochen, die einen Menschen dazu veranlassen die Pil-gerreise nach Santiago de Compostela an-zutreten. Hierzu gehören neben kulturel-len Gründen und der Suche nach dem ei-genen Lebensrhythmus nach wie vor auch spirituelle und religiöse Motivationen.
Im letzten Abschnitt werden die wichtigs-ten Abschließende Gedanken
Aspekte dieser Arbeit noch einmal aufgeführt und weitere interessante Sach-verhalte, die noch erwähnenswert wären, angesprochen.
3
2. Die Pilgerschaft nach Santiago de Compostela
Die bis heute andauernde Pilgerbewegung nach Santiago de Compostela leitet sich von der Wiederentdeckung des Grabes des heiligen Jakobus in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts ab 1 . Der Bischof von Le Puy, der rund 100 Jahre später mit seinem Gefolge zu dem Grab wanderte, hat damit offiziell den Weg nach Compostela begründet. Der geistliche Würdenträger machte die Pilgerroute in ganz Europa bekannt. Der historische Höhepunkt der Reisewelle ins ferne Galizien lag im 12. Jahrhundert. Etwa ein Drittel der westlichen Christenheit machte sich auf den Weg und kam geistig gestärkt in die Heimat zurück; viele aber starben auf dem langen und gefährlichen Weg 2 . In derselben Zeit erschien auch der fünfbändige Codex Calixtinus von Aimeric Picaud, einer der ersten Reiseführer in der Geschichte. Er beschreibt den Jakobsweg und gab dem damaligen Pilger nützliche Ratschläge für seine Reise nach Santiago de Compostela und zum Finis Terrae, dem heutigen Finisterre, wo sich der Schrein des heiligen Christus befindet 3 .
Im 15. Jahrhundert begannen die Wanderungen abzuflauen. Luther und andere Reformatoren sprachen sich gegen das Pilgern aus und endlose Kriege und Glaubenskämpfe machten den Weg unsicher. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts war wieder ein Aufschwung erkennbar. Dieser hielt jedoch nicht lange an. Ein starker Rückgang der Pilgerfahrten war bereits wieder im 18. Jahrhundert zu verzeichnen und dieser Trend setzte sich bis weit ins 20. Jahrhundert fort 4 . Erst in seinem letzten Viertel erwachte die Pilgerbewegung wieder zu neuem Leben, seit 1989 nimmt die Zahl der Wanderer kontinuierlich zu 5 . Die Krise der Pilgerbewegung scheint überwunden, der Jakobsweg hat wieder an Interesse gewonnen.
Worin liegt nun die Bedeutung des Jakobswegs für die moderne Gesellschaft, aus welchen Gründen begeben sich Menschen heute wieder auf den Pilgerweg? Um die Klärung dieser Fragestellung ist diese Hausarbeit bemüht. Dabei wird zunächst auf die Legende des heiligen Jakobus und seine Bedeutung als Santiago Matamoros genauer eingegangen, um zu verstehen, was Santiago de Compostela als so bedeutende Pilgerstadt auszeichnet. Anschließend wird besonderes Augenmerk auf den Jakobsweg, mit seinen verschiedenen Stationen sowie seinem Ziel, gelegt.
1 darauf wird im Kapitel 3.1 noch genauer eingegangen.
2 Barret/Gurgand 11-13.
3 Colom/la Hoz (Video).
4 Wegner 44f, Salamanca 20f.
5 Schönauer 04-4.
4
Als nächstes steht der Pilger im Mittelpunkt, seine Ausrüstung und die Rituale, die er auf seiner Reise begeht. Des Weiteren werden verschiedene Beweggründe für eine Pilgerreise noch einmal ausführlich angesprochen bzw. neu genannt. Abschließend werden die wichtigsten Aspekte der Arbeit unterstrichen, sowie nicht erwähnte angeführt.
3. Ursprünge des Jakobskultes - „Geburt“ des Pilgerortes Santiago de Compostela
3.1 Die Legende des heiligen Jakobus
Jakobus, der ältere Bruder des Apostels Johannes, war einer der ersten der zwölf Jünger Jesu. Er gab, neben Petrus 6 und Johannes, auf ausdrücklichen Wunsch Jesu sein Leben als Fischer auf und gehörte fortan zu den engsten Vertrauten Jesu 7 . Laut dem im siebten
Wachs zu einem Sarg formte, und baten die heidnische Königin Lupa um einen würdigeren Ort für die Bestattung. Diese erlaubte widerwillig, den Sarkophag an einer entfernten Stelle zu begraben. In der Hoffnung, das Vorhaben zum Scheitern zu bringen, stellte sie nur wilde Stiere zum Transport bereit. Den Jüngern gelang es jedoch auf wundersame Weise, die Kreaturen zu zähmen und vor einen mit dem Leichnam beladenen Karren zu spannen. Kaum war dies geschehen, rannten die Tiere zum Palast der Königin, welche sich, beeindruckt von der Macht des Toten, zum Christentum
6 diesen Beinamen gab Jesus dem Simon.
7 Einheitsübersetzung der heiligen Schrift (Markus 1, 16-20).
8 Wegner 32f.
9 Haab 41.
10 heute: Padron.
5
bekehrte und ihm ihren Palast weihte. Als die Bewohner jener Gegend später wieder heidnisch wurden, geriet das Grab in Vergessenheit 11 .
Im 9. Jahrhundert, als Alfons II. über Asturien herrschte, erschien dem Hirten Pelayo ein Engel und prophezeit ihm, wenn er den Sternen folge, würde er das Grab des heiligen Jakobus finden. Als der Hirte wenig später einen Kometen erblickte, entdeckte er die Reliquien. Er unterrichtete den Bischof von Iria Flavia darüber, welcher sogleich zum besagten Feld eilte und das Geschehen offiziell machte. Als König Alfons II. davon erfuhr, machte er sich sofort auf den Weg und war damit der erste Pilger, der das Grab des Heiligen besuchte. Das Feld, auf dem die Reliquien entdeckt wurden, bekam den Namen Sternenfeld. Dort entstand eine Ortschaft, benannt nach dem heiligen Jakobus, spanisch Santiago, und dem Feld, auf dem die Sterne leuchteten, dem campus stellae: Santiago de Compostela. Die Legende zur Entstehung des Pilgerortes Compostela ist nach heutigem Forschungsstand nicht haltbar. Historiker sprechen von der Erfindung dieses Heiligenkultes durch den Kreis der Mächtigen im Königreich Asturien 12 . Ob sich die Reliquien nun tatsächlich in Santiago befinden, darüber wird spekuliert. Die Menschen erlangen Glauben und Hoffnung auf ihrer Reise zum vermeintlichen Grab des heiligen Jakobus. Dabei ist es vielleicht nicht von großer Bedeutung, wo sich die Gebeine des Apostels nun tatsächlich befinden 13 .
3.2 Die Reconquista und „Santiago Matamoros“
Im Jahr 711 nach Christus begannen die muslimischen Mauren die gesamte iberische Halbinsel zu erobern. Sie verzeichneten große Erfolge, nur der äußerste Nordwesten, das Gebiet des asturischen Königreichs, blieb unabhängig, da es den Christen gelang, die Muslime in der Schlacht von Covadonga 14 zu schlagen. Ausschlaggebend für den überraschenden Erfolg soll eine Marienvision gewesen sein 15 .
In den Süden zurückgedrängt, griffen die Araber jedoch kurze Zeit später das Reich im Norden erneut an. Asturien, von den Angriffen des Islam geschwächt, befand sich in einer kritischen Lage, eine Rettung war nicht in Sicht.
11 Haab 41f, Schönauer 03-1.
12 siehe dazu auch nächstes Kapitel.
13 Kubisch 8f, Malangré 42-44, Colom/la Hoz (Video).
14 722 nach Christus in Asturien.
15 Wegner 31, Salamanca 14.
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Quote paper:
Tanja Babischta, 2006, Der Jakobsweg - eine Pilgerreise nach Santiago de Compostela, Munich, GRIN Publishing GmbH
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