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INHALTSVERZEICHNIS
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS III
ANHANGSVERZEICHNIS ............................................................................................... V V
VORWORT VI NA
1. EINLEITUNG 1
1.1 HINFÜHRUNG UND ZIELSETZUNG 1
1.2 BEGRIFFLICHE ABGRENZUNG 2
1.3 AUFBAU UND METHODIK 4
2. MARKTANALYSE 5
2.1 MARKTSTRUKTUR UND MARKTVERHALTEN DES DEUTSCHEN FERNSEHMARKTES 5
2.1.1 REGULATIVES UMFELD 5
2.1.2 TECHNOLOGISCHES UMFELD 6
2.1.2.1 ENTWICKLUNG DER TRADITIONELLEN EMPFANGSTECHNIKEN 6
2.1.2.2 NEUE ÜBERTRAGUNGSTECHNOLOGIEN 8
2.1.3 MEDIENNUTZUNGSVERHALTEN 9
2.1.4 BRANCHENSTRUKTUR 11
2.1.4.1 ANBIETER 12
2.1.4.2 ABNEHMER 14
2.1.4.3 ZULIEFERER 15
2.1.4.4 NEUE ANBIETER UND SUBSTITUTIONSPRODUKTE 15
2.2 PAY-TV IN DEUTSCHLAND 17
2.2.1 AUSGANGSLAGE UND AKTUELLE ENTWICKLUNG 17
2.2.2 ÖKONOMISCHE BETRACHTUNG DER KLASSISCHEN PAY-TV-ANBIETER 18
2.2.2.1 PREMIERE 19
2.2.2.2 UNITY MEDIA 21
2.2.2.3 KABEL DEUTSCHLAND 21
2.2.2.4 WEITERE PAY-TV-ANBIETER 22
3. VERMARKTUNGSMODELLE 24
3.1 KLASSISCHE PAY-TV-ANBIETER 26
3.1.1 ANGEBOTSMODELLE 26
3.1.2 PROGRAMMVERMARKTUNG 27
Seite II
3.1.2.1 PREMIERE 27
3.1.2.2 UNITY MEDIA 30
3.1.2.3 KABEL DEUTSCHLAND 31
3.1.2.4 WEITERE ANBIETER 32
3.1.3 VERMARKTUNG IM VERGLEICH 33
3.2 WEBBASIERTES VIDEO-ON-DEMAND 35
3.2.1 ANGEBOTSMODELLE UND TECHNISCHE ERLÄUTERUNGEN 35
3.2.2 VIDEO-ON-DEMAND-PORTALE 37
3.2.2.1 MAXDOME 37
3.2.2.2 T-ONLINE VIDEO-ON-DEMAND 38
3.2.2.3 ARCOR VIDEO-ON-DEMAND 39
3.2.2.4 IN2MOVIES 39
3.2.2.5 ONE4MOVIE 40
3.2.2.6 MOVIES 40
3.2.2.7 FREE VIDEO-ON-DEMAND 41
3.2.3 VERMARKTUNG IM VERGLEICH 41
3.3 VERMARKTUNGSSTRATEGIE NBCU 44
3.3.1 VERMARKTUNG ÜBER VIDEO-ON-DEMAND-PORTALE 45
3.3.2 NUTZENASPEKTE 46
4. ENTWICKLUNGSPOTENZIALE 48
4.1 KLASSISCHE PAY-TV-ANBIETER 48
4.1.1 ERFOLGSFAKTOREN IN DER VERMARKTUNG 48
4.1.2 BEWERTUNG 50
4.1.3 INTERPRETATION 53
4.1.4 ENTWICKLUNG 54
4.2 VIDEO-ON-DEMAND-PORTALE 55
4.2.1 ERFOLGSFAKTOREN 56
4.2.2 BEWERTUNG 57
4.2.3 INTERPRETATION 60
4.2.4 ENTWICKLUNG 61
4.3 BEURTEILUNG DER NBCU-STRATEGIE 63
5. FAZIT 66
LITERATURVERZEICHNIS 98
Abkürzungsverzeichnis
ADSL = Asymmetric Digital Subscriber Line
AETN = A & E Television Networks
bzw. = beziehungsweise
d.h. = das heißt
DMB = Digital Multimedia Broadcasting
DSL = Digital Subscriber Line
DVB-C = Digital Video Broadcasting-Cable
DVB-H = Digital Video Broadcasting: Handhelds
DVB-S = Digital Video Broadcasting-Satellite
DVB-T = Digital Video Broadcasting-Terrestrial
Ebitda = Earnings before interest, tax, depreciation and amortization
et al. = et alli
etc. = et cetera
f. = folgende
GB = Gigabyte
HH = Haushalte
HDTV = High Definition Television
Hrsg. = Herausgeber
i.d.R. = in der Regel
IP = Internet Protocol
IPTV = Internet Protocol Television
KDG = Kabel Deutschland Vertrieb und Service GmbH & Co. KG
LMA = Landesmedienanstalten
MA = Marktanteil
MPEG = Moving Pictures Expert Group
Mbit/s = Megabit pro Sekunde
NBCU = NBC Universal Global Networks Deutschland GmbH
NVoD = Near-Video-on-Demand
o. V. = ohne Verfasserangabe
PVoD = Push-Video-on-Demand
PVR = Personal Video Recorder
u. a. = unter anderem
UGC = User Generated Content
UMTS = Universal Mobile Telecommunications System
TBC = The Biography Channel
THC = The History Channel
TV = Television, im Sinne von Fernsehen
VDSL = Very High Speed Digital Subscriber Line
vgl. = vergleiche
VoD = Video-on-Demand
z. B. = zum Beispiel
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Abbildungsverzeichnis
Abb Titel Seite
V Beteiligungs- und Organisationsstruktur VI
1.1 Vereinfachtes Geschäftsmodell Pay-TV 4
2.1 TV-Digitalisierung in Deutschland 8
2.2 Aufteilung des Medienzeitbudgets 10
2.3 Marktanteil am Zuschauermarkt 12
2.4 Die Zuschauermarktanteile 2006 13
2.5 Die Wettbewerbskräfte auf dem deutschen Fernsehmarkt 16
2.6 Entwicklung des Abonnementstamms 18
2.7 Erfolgskennzahlen der klassischen Pay-TV-Anbieter 19
3.1 TV-Marketing-Mix 24
3.2 Pay-per-Channel-Angebot Premiere 28
3.3 Pay-per-View-Angebot Premiere 28
3.4 Pay-TV-Angebot Unity Media 30
3.5 Pay-TV-Angebot Kabel Deutschland 32
3.6 Pay-TV-Wertschöpfungskette 35
3.7 Kernaspekte der Sendermarken 44
4.1 Stärken-Schwächen-Profil der Vermarktungsmodelle 53
4.2 Stärken-Schwächen-Profil der VoD-Portale 60
Anhangsverzeichnis NA NA
Anh Titel Seite
A Ergänzende Abbildungen 68
B Screenshots 75
C Experteninterviews 76
Vorwort
Diese Arbeit entstand in Kooperation mit der NBC Universal Global Networks Deutschland
GmbH, einem Tochterunternehmen von NBC Universal. NBC Universal gehört weltweit zu den
führenden Medienunternehmen 1 und geht aus einer Fusion von NBC und Vivendi Universal En-
tertainment hervor. Der Mutterkonzern besitzt neben Themenparks und Filmstudios, wie den „U-
niversal Studios“, unter anderem ein umfangreiches Portfolio an Unterhaltungs- und Nachrich-
tensendern. NBC Universal gehört zu 80 Prozent General Electric (GE) und zu 20 Prozent Vi-
vendi. 2
NBC Universal Global Networks vermarktet zwölf Fernsehsender in Europa und Lateinamerika,
die zusammen etwa 70 Millionen Haushalte in 40 Ländern erreichen. 3 NBC Universal Global
Networks Deutschland, im Folgenden als NBCU bezeichnet, ist als Geschäftseinheit von NBC
Universal Global Networks verantwortlich für den deutschsprachigen Raum. 4
Abbildung V veranschaulicht die Beteiligungs- und Organisationsstruktur des Konzerns.
Abbildung V: Beteiligungs- und Organisationsstruktur 5
Die Geschäftstätigkeiten von NBCU umfassen die Produktion, Organisation sowie den Vertrieb
und das Marketing von Fernsehprogrammen. 6 Darunter fallen der Free-TV-Sender Das Vierte
sowie die Pay-TV-Sender 7 13th Street, Sci Fi und Studio Universal. In Zusammenarbeit mit A&E
Television Networks (AETN) werden The History Channel (THC) und The Biography Channel
(TBC) veranstaltet. 8 Alle Kanäle sind aufgrund ihrer inhaltlichen Spezialisierung Spartenpro-
gramme. 9
1
Vgl. Time Warner 2007; KEK 2004; Viacom 2007; NBC Universal 2007a.
2 Vgl. GE 2007; NBC Universal 2007d; KEK 2007b.
3 Vgl. NBC Universal 2007c.
4 Vgl. NBC Universal 2007a.
5 Eigene Darstellung.
6 Vgl. KEK 2007b.
7 Für begriffliche Abgrenzung s. Abschnitt 1.2, S.2.
8 Außerdem besteht eine Minderheitsbeteiligung von 8,2 Prozent an Giga Digital: Vgl. NBC Universal 2007d. 9 Vgl. KEK 2007b; Glückstein et al. 2004: 8.
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1. Einleitung
1.1 Hinführung und Zielsetzung
Der bundesdeutsche Fernsehmarkt ist in Bewegung: Die Anzahl der TV-Kanäle hat sich inner- halb der Jahre 2003 bis 2006 nahezu verdoppelt 10 und im Zuge der fortschreitenden technologi-
schen Entwicklung entstehen neue Distributionswege und Plattformen, über die Programminhalte angeboten werden können. 11
Das Internet rückt immer mehr in das Interesse von Medienunternehmen, denn es kann durch seinen integrierten Rückkanal 12 Video-on-Demand (VoD) umsetzen. Damit erhält der Nutzer die Option, einen gewünschten Programmbeitrag zu beliebiger Zeit anzuschauen. 13 Mit „Maxdome“
wurde im Jahre 2006 ein besonders erfolgreiches VoD-Angebot lanciert. Kostenpflichtiges Video-on-Demand, das auf das Fernsehgerät ausgerichtet ist, bildet eine Pro- duktform von Pay-TV, dem sogenannten Bezahlfernsehen. 14 Die klassischen Pay-TV-Anbieter in
Deutschland verhalten sich auf dem Gebiet der Online-Vermarktung eher zurückhaltend. Andere Medienunternehmen agieren hingegen aktiv im Internet und bieten zunehmend Videos auf Abruf an. 15 So wachsen, neben den „klassischen“ Pay-TV-Anbietern, neue Anbieter von entgeltfinan-
zierten Inhalten heran.
Im klassischen Pay-TV-Sektor ist ebenfalls eine Dynamik zu verspüren. Neben dem Marktführer Premiere etablieren sich nun auch Kabelnetzbetreiber als Anbieter von Bezahlfernsehen. 16
Ziel dieser Diplomarbeit ist es, die Marktsituation der klassischen Pay-TV-Anbieter in Deutsch- land zu analysieren sowie ihre Vermarktungsmodelle und Entwicklungspotenziale zu bewerten. Um aktuelle Dynamiken im konvergierenden Internet- und TV-Sektor einfließen zu lassen, 17 liegt
ein Schwerpunkt auf Video-on-Demand über das Internet. Die verschiedenen Angebote des neu- en Vermarktungsmodells werden beurteilt und ihre Entwicklungspotenziale prognostiziert. Dabei werden die Interessen des Programmveranstalters NBC Universal Global Networks Deutschland in die Analyse einbezogen und seine Vermarktungsstrategie bewertet.
11 Vgl. Hein 2007b; Blickpunkt:Film 2007.
12 Rückkanal: Ein Kanal, der dem Nutzer erlaubt, nicht nur Signale zu empfangen, sondern Signale auch zurück zu senden: Vgl. KDG 2007a.
13 Vgl. Wirtz 2006: S. 351.
14 Vgl. Meyn 2004: S. 177.
15 Vgl. Hein 2007b.
16 Vgl. Albert 2007: 44.
17 Vgl. Heinrich 1999: S. 67.
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1.2 Begriffliche Abgrenzung
Zunächst erfolgen Definitionen der wesentlichen Begrifflichkeiten und Zusammenhänge.
Unter dem Begriff Pay-TV werden Fernsehangebote zusammengefasst, die sich über Zuschauer- entgelte finanzieren. Pay-TV wird i.d.R. verschlüsselt ausgestrahlt und beim Kunden wieder ent- schlüsselt. 18 Das Bezahlfernsehen steht dem Free-TV gegenüber. 19
Mit Free-TV wird das frei empfangbare, unverschlüsselte Fernsehen bezeichnet. Die vorwiegen- den Finanzierungsquellen im Free-TV sind Werbeeinnahmen, für private Anbieter, oder Grund- gebühren, 20 für öffentlich-rechtliche Anbieter. 21
Video-on-Demand (VoD) bietet ein hohes Maß an individueller Programmgestaltung, indem der Nutzer gewünschte Inhalte wählen und darüber hinaus die Sendezeit bestimmen kann. Dieses interaktive Eingreifen erfordert einen Rückkanal, über den der Kunde Programmbeiträge bestel- len kann. VoD im engeren Sinne kann deshalb nur über das Internet, d.h. webbasiert, realisiert werden. Es sollten Funktionen eines Videorekorders, wie beispielsweise Anhalten oder Zurück- spulen, möglich sein. 22
In dieser Arbeit wird webbasiertes Video-on-Demand fokussiert, dessen Bildqualität auf das TV- Gerät ausgerichtet ist. 23 Offerieren VoD-Portale kostenpflichtige Abrufvideos, sind diese dem
Pay-TV zuzuordnen.
VoD im weiteren Sinne kann auch TV-basiert erfolgen: Beim Near-Video-on-Demand (NVoD) kann der Zuschauer zwischen vorgegebenen Anfangszeiten von Sendungen wählen. Dies wird durch die zeitlich versetzte Ausstrahlung des gleichen Inhalts auf mehreren Kanälen möglich. 24
Push-Video-on-Demand (PVoD) kann realisiert werden, wenn der Nutzer über einen digitalen Videorekorder bzw. Personal Video Recorder (PVR) verfügt. 25 Auf diesen Rekorder werden Vi- deos überspielt, die innerhalb einer festgelegten Zeitdauer genutzt werden können. 26
18
Vgl. Beyer/Carl 2004: 115f und Wirtz 2006: 318; Wirtz 2006: 318.
19 Vgl. Breyer-Mailänder/Werner 2003: 135.
20 Die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten werden in der Literatur nicht einheitlich als Free-TV bezeichnet: Vgl. Breyer-Mailänder/Werner 2003: 137; Heinrich 1999.
21 Vgl. Wirtz 2006: 348.
22 Vgl. Birkel 2006: 19f; Albert 2007: 242; Demandowsky/Sagatz 2006: 30; Cooper/Lovelace 2006: 65. 23 Vgl. Birkel 2006: 2.
24 Vgl. Wirtz 2006: 352.
25 Mittels eines PVR kann auch lineares Fernsehen aufgezeichnet und zu einem gewünschten Zeitpunkt angesehen werden, wobei es möglich ist, Werbung auszublenden oder während des Aufnehmens den Programmbeitrag anzuhal- ten, ohne die Aufnahme zu unterbrechen. Dieses zeitversetzte Fernsehen wird als Time-Shift bezeichnet. Vgl. Coo- per/Lovelace 2006: S. 36f.
26 Vgl. Albert 2007: 242; Cooper/Lovelace 2006: S. 36.
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Mit IPTV wird die Übertragung von Bewegtbildern über das Internetprotokoll „IP“ mittels DSL (Digital Subscriber Line) 27 , auf das TV-Gerät bezeichnet. 28 Im engeren Sinne versteht man darun-
ter die Übertragung von TV-Inhalten mit festgelegtem Programmschema, das lineares Fernsehen genannt wird. Im weiteren Sinne sind auch webbasierte Video-on-Demand-Angebote IPTV. Da- hingegen sind Angebote, die auf das Endgerät PC abzielen, abzugrenzen. 29 Als Beispiel dafür
dient das Online-Portal „YouTube“, auf dem selbsterstellte Videos hochgeladen und kostenfrei angesehen werden können. Den Nutzern wird i.d.R. „User Generated Content“ (UGC) angeboten, der auf dem PC-Monitor angesehen wird. 30
Pay-TV-Anbieter bieten eine Pay-TV-Plattform.
Als Pay-TV-Anbieter gelten, im Sinne dieser Arbeit, Unternehmen, die kostenpflichtige Pro- gramminhalte direkt an den Endkunden vermarkten. Diese offerieren eigene Programme und bzw. oder Sender und Sendungen von anderen Programmveranstaltern. 31 Somit bieten sie eine
Vermarktungsplattform, die Programmanbieter nutzen können, um ihre Inhalte den Rezipienten anzubieten. Premiere und andere klassische Anbieter nehmen somit die Funktion von Mittlern ein. Klassische Pay-TV-Anbieter nutzen i.d.R. die dominierenden Distributionswege Kabel und Satellit. Anbieter von Video-on-Demand über das Internet bieten ebenso eine Plattform für Be- zahlinhalte. Sie gelten deshalb auch als Pay-TV-Anbieter.
Pay-TV-Programmveranstalter nutzen Pay-TV-Plattformen zur Programmvermarktung. Fernsehsender sind Unternehmen, die Programmbeiträge inhaltlich und zeitlich zusammenstellen und ausstrahlen. Sie werden rechtlich als Programmveranstalter bezeichnet. 32 NBCU veranstaltet
vorwiegend Pay-TV-Programme und kann deshalb auch als Pay-TV-Anbieter bezeichnet werden. In dieser Arbeit stehen jedoch vorwiegend die Mittler im Fokus, die Pay-TV-Programminhalte direkt an den Endkunden vermarkten und deshalb eine Angebotsplattform bieten. 33 Ein Veran-
stalter von Pay-TV-Programmen, wie NBCU, ist stark vom Erfolg der Pay-TV- Angebotsplattformen abhängig. 34 Deshalb sind, neben dem klassischen Pay-TV-Bereich, auch die
Potenziale von neuen Verwertungsmöglichkeiten von Relevanz.
27
Die Übertragung hoher Bitraten über die Telefonleitung: S. für viele Albert/Hege 2006: 73.
28
Vgl. Albert/Hege 2006: 446.
29 Vgl. vertiefend Birkel 2006: 2.
30 Vgl. Schultheis 2007: 16.
31 Wirtz 2006: 364.
32 Vgl. vertiefend Bauer 2007: 4.
33 Beide Funktionen können auch zusammenfallen. Premiere ist gleichzeitig Programmveranstalter und Mittler, da eigene Programme und Programme von Drittanbietern vermarktet werden.
34 Vgl. Glückstein et al. 2004: 26.
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Abbildung 1.1 verdeutlicht die Zusammenhänge in einem vereinfachten Geschäftsmodell für ent- geltfinanziertes Fernsehen.
1.3 Aufbau und Methodik
Zur Analyse der Marktsituation der Pay-TV-Anbieter in Deutschland werden in Kapitel 2 die Marktstruktur und das Marktverhalten in der bundesdeutschen Fernsehlandschaft insgesamt dar- gestellt, um dann einen Fokus auf den klassischen Pay-TV-Bereich und seine Anbieter zu legen. Die Vermarktungsmodelle der Pay-TV-Anbieter werden in Kapitel 3 aufgeführt, wobei sowohl die klassischen Pay-TV-Anbieter als auch die neu aufkommende Video-on-Demand- Vermarktung über das Internet betrachtet werden. Um die Sicht des Programmanbieters NBCU zu berücksichtigen, wird dessen Vermarktungsstrategie vorgestellt. Insbesondere werden die Nutzung und die Vorteile für NBCU in der Video-on-Demand-Vermarktung gezeigt. In Kapitel 4 werden die Entwicklungspotenziale der klassischen Pay-TV-Anbieter sowie der webbasierten Video-on-Demand-Plattformen behandelt. Dabei findet eine Bewertung der Ver- marktungsmodelle statt, die hinsichtlich ihrer Struktur und ihrer Potenziale beurteilt werden. Dar- auf basierend wird das Agieren von NBCU im klassischen und webbasierten Bereich bewertet und Empfehlungen ausgesprochen. Im abschließenden Fazit werden wichtige Ergebnisse der Ar- beit dargelegt.
Die Diplomarbeit basiert auf Literaturrecherche, wobei für Kapitel 2 vorwiegend themenspezifi- sche Fachliteratur und wissenschaftliche Literatur verwendet wird. Zudem werden, in kritischer Abwägung, Publikationen des Unternehmens herangezogen. Für den vertiefenden und ausbli- ckenden Teil der Diplomarbeit (Kapitel 3 und 4) dienen neben Studien auch statische Inhalte aus elektronischen Medien und Experteninterviews als Datenbasis. Regelmäßig erscheinende Fach- magazine und das Internet werden auf Grund der schnellen Entwicklungen des zu untersuchenden Marktes als essentielle Recherchemittel herangezogen.
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2. Marktanalyse
2.1 Marktstruktur und Marktverhalten des deutschen Fernsehmarktes
Hinsichtlich des Volumens der Werbemärkte ist der deutsche TV-Markt nach dem US- amerikanischen der zweitgrößte Fernsehmarkt der Welt. 36 Mit insgesamt 37,37 Mio. TV- Haushalten 37 ist er zudem der größte Fernsehmarkt in Europa. 38 Er unterscheidet sich bezüglich
seiner Branchenstruktur und Regulierungen teilweise erheblich von dem TV-Markt anderer Län- der. 39
Im Folgenden wird zunächst, als wichtige Grundlage, das regulative und technische Umfeld des deutschen Fernsehmarktes sowie das Mediennutzungsverhalten der Rezipienten 40 dargestellt, um
dann die Branchenstruktur, in Anlehnung an Michael E. Porter, zu analysieren.
2.1.1 Regulatives Umfeld
Der Rundfunk in Deutschland ist durch erhebliche staatliche Regulierungen geprägt und den drei Grundsätzen der Meinungsvielfalt, der Staats- und der Monopolfreiheit verpflichtet. Diese sind in diversen gesetzlichen Regelungen, wie beispielsweise im Grundgesetz, in Rechtssprechungen des Bundesverfassungsgerichts sowie in Staatsverträgen verankert. Zudem unterliegt der Rundfunk in Deutschland dem Recht der Europäischen Union. 41
Der Rundfunkgebühren- und Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrag schreibt den Bestand und die Entwicklung der staatlichen Sender über die Abgabe von Rundfunkgebühren fest. Dies sind die ARD (Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands) 42 , das ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen) 43 und ihre veranstalteten Programme. Dabei ist eine Grundgebühr für den Empfang
von Hörfunk und Fernsehen zu zahlen sowie, seit Januar 2007, mit Einschränkungen, auch bei Besitz eines Computers mit Internetanschluss eine Gebühr zu entrichten. 44
Die Landesrundfunkgesetze sind eine weitere Regulierungsquelle, welche unter anderem die Aufsicht der privaten Anbieter durch die Landesmedienanstalten (LMA) regelt. Für die privaten Free- und Pay-TV-Anbieter bestehen dadurch Barrieren beim Markteintritt, der nur nach Zulas- sung seitens der LMA erfolgen kann. 45
37 Die Zahl variiert in Anhängigkeit von der Zählungsmethode: Vgl. SES Astra 2006; Albert/Schneider 2007: 26. 38 Stand: Beginn 2006.
39 Vgl. Glückstein et al. 2004: 18; SES Astra 2006; Schenk 2002: 19.
40 Ein Rezipient ist der Empfänger in einem Kommunikationsprozess bzw. eine Person, die ein allgemein künstleri- sches Werk aufnimmt; im Sinne von Zuschauer, Hörer oder Leser: S. vertiefend: Prestin 2004. 41 Vgl. Wirtz 2006: 337f; Wirtz 2001: 226.
42 Vgl. Kiefer 2005: 456.
43 Vgl. Kiefer 2005: 485.
44 Vgl. Roth 2005; Wirtz 2006: 337f; Vgl. Wirtz 2001: 226.
45 Vgl. Wirtz 2001: 224.
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Weiter wird eine Grundversorgung durch die öffentlich-rechtlichen Anstalten mit einer vielfälti- gen Berichterstattung und hochwertigen Unterhaltungssendungen garantiert. Auch die Werbe- raumleistung ist geregelt, was bei den staatlichen Sendern eine begrenzte Werbeausstrahlung von 20 Minuten zu vorgegebenen Zeiten bedeutet. Private Sender werden in dieser Hinsicht weniger
eingeschränkt, da Werbung ihre Hauptfinanzierungsquelle darstellt. Sie müssen diese jedoch auf 20 Prozent ihrer Sendezeit beschränken. 46
Insbesondere für Pay-TV-Anbieter ist die EU-Richtlinie „Schutzliste“ relevant, die vorschreibt, dass bestimmte Ereignisse, insbesondere des Bereichs Sport, nicht ausschließlich im Pay-TV ausgestrahlt werden dürfen. Ereignisse, bei denen die Regelung greift, werden im Rundfunk- staatsvertrag aufgeführt. 47
Außerdem ist u.a. für den Pay-TV-Bereich der Medien-Staatsvertrag von Bedeutung, da Abruf- angebote, wie Video-on-Demand oder ähnliche Dienste, i.d.R. Mediendienste sind und nicht un- ter Rundfunk eingeordnet werden. Mediendienste sind zulassungs- und anmeldefrei. Die Abgren- zung von Rundfunk und Mediendiensten ist oftmals schwierig. 48 Die VoD-Rechte für die Abruf- videos selbst müssen gesondert erworben werden. 49 Sie unterscheiden sich von den Ausstrah-
lungsrechten für lineares Fernsehen. Der Erwerb der Rechte ist zeitintensiv, da jegliche Urheber- rechte, z.B. für die Filmmusik, geklärt werden müssen. NVoD ist lineares Fernsehen und erfor- dert keine VoD-Lizenz für Abrufinhalte. Die Vermarktung von VoD-Rechten ist i.d.R. nicht- exklusiv, d.h. gleiche Inhalte können verschiedenen Anbietern offeriert werden. 50
Für die Übertragung von linearem Fernsehen über IPTV wird, wie bei anderen Distributionswe- gen, eine „gewöhnliche“ Rundfunklizenz benötigt. 51
2.1.2 Technologisches Umfeld 2.1.2.1 Entwicklung der traditionellen Empfangstechniken
Die Entwicklung der Empfangstechniken beeinflusst den Fernsehmarkt erheblich. Betrachtet man die Empfangstechniken, entscheidet man zwischen dem Distributionsweg und der Distributions- art. Ersteres beschreibt die Übertragungskanäle, über die TV-Programme angeboten werden, wo- bei gegenwärtig die Distribution über Kabel, Satellit und Antenne dominieren. Bei der Distributionsart gibt es die analoge Übertragung und die digitale Übertragung. Letztere verbreitet sich immer mehr in der deutschen Fernsehlandschaft. 52
46
Vgl. Wirtz 2006: 337f; Wirtz 2001: 224.
47 Vgl. Kruse 2002: 2 48 Vgl. KEK 2007c.
49 Vgl. Anhang C, ab S. 76: Experte F.
50 Vgl. Anhang C, ab S. 76: Experte F.
51 Vgl. Albert/Hege 2006: 44f.
52 Vgl. Hasselmann 2006: 6; Wirtz 2006: 334f.
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Bei der digitalen Übertragung werden die Fernsehsignale i.d.R. im MPEG-2-Format, ein weltweit verwendeter Audio- und Videokompressionsstandard, übertragen. Durch die digitale Distribution kann die Kapazität der Übertragungskanäle erhöht und dadurch die Übertragungskosten verrin- gert werden. Somit wird eine effizientere Distribution gewährleistet.
Dies kann auch dafür genutzt werden, die Qualität der Programme zu erhöhen und hochauflösen- des Fernsehen in HD bzw. „High Defintion Television“ (HDTV) zu übertragenen. Außerdem können Zusatzdienste, wie ein elektronischer Programmführer, ein „Electronic Program Guide“ (EPG), mittels digitaler Distribution versendet werden. 53
Digitalisierung ist die Basis für Interaktives Fernsehen. Dieses ermöglicht „das Eingreifen eines Zuschauers in die Fernsehhandlung“ 54 oder das zeitunabhängige Empfangen und Anwählen von Daten 55 . Darunter wird z.B. die passive Teilnahme an einer Quizsendung, das Bestellen eines
Abrufvideos oder das Auswählen von alternativen Filmenden verstanden. Digitale Übertragung ermöglicht eine Adressierung, d.h. Daten können an bestimme Rezipienten geschickt werden. Für Interaktives Fernsehen ist diese Adressierbarkeit notwendig. Darüber hinaus können via digitaler Übertragung mehr Daten gesendet werden. Die Digitalisierung ermöglicht deshalb echte Interak- tivität. 56
Für Interaktives Fernsehen wird ein Rückkanal benötigt, der i.d.R. über das Internet hergestellt wird. Bei Digitalfernsehen über Satellit (DVB-S) und Terrestrik (DVB-T) wird der Rückkanal über ein Modem oder DSL hergestellt. Bei digitalem Kabelfernsehen (DVB-C) ist dieser über das TV-Kabel gegeben, wenn dieses aufgerüstet und folglich internetfähig ist. 57 Ist ein Rückkanal
über das Internet nicht vorhanden, müssen die Medien gewechselt und z.B. das Telefon benutzt werden. 58 Dieser „Medienbruch“ 59 mindert die Interaktivität. 60
Bei den Distributionswegen ist hierzulande bereits seit Mitte der 1990er Jahre das TV-Kabel der dominierende Übertragungsweg. Die Anzahl der Kabelhaushalte ist seitdem fast unverändert und lag 2006 bei einem Anteil von 54 Prozent. Bezüglich der Kabelfernsehanschlüsse ist der deutsche TV-Kabelmarkt der zweitgrößte nach den USA. 61 Die Satellitenhaushalte in Deutschland wuch-
sen in den letzten Jahren relativ beständig und erreichten im Jahre 2006 fast 42 Prozent.
54 Vgl. Biehn 2005: 4.
55 Vgl. Rathgeb: 2007.
56 Vgl. Wirtz 2006: 336; Biehn 2005: 4f.
57 Vgl. Hein 2007a; Wirtz 2006: 336; Biehn 2005: 4f.
58 Vgl. Jahrfeld/Eckstein 2005: 4.
59 Vgl. Anhang C, ab S. 76: Experte G.
60 Bei analogem TV werden eingeschränkte interaktive Anwendungen auch über „Betty“, eine Fernbedienung mit Modem, möglich: Vgl. Biehn 2005: 7.
61 Vgl. Glückstein et al. 2004: 20.
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Der Anteil der Haushalte, die per Antenne ihre Fernsehprogramme empfangen, ist hingegen rück- läufig und belief sich 2006 auf rund 4 Prozent. 62
Hinsichtlich der Distributionsart soll die Übertragung auf allen drei Empfangswegen digitalisiert werden. Von Bund und Ländern ist vorgesehen, dass bis 2010 das analoge Fernsehen durch das digitale abgelöst wird. 63 Experten beurteilen dieses Vorhaben, gerade im Hinblick auf die schlep- pende Digitalisierung des Kabels, als problematisch. 64 Abbildung 2.1 verdeutlicht dies.
Abbildung 2.1 TV-Digitalisierung in Deutschland
65
Wie die Tabelle zeigt, ist der Digitalisierungsgrad insgesamt ansteigend, wobei er in den Satelli- tenhaushalten am Höchsten ist. Relativ niedrig ist er dagegen bei den Kabelhaushalten. Im dritten Quartal 2006 verfügte knapp ein Drittel der deutschen TV-Haushalte über ein digitales Emp- fangsgerät. 66 Dies entspricht etwa 10,7 Millionen digitalen TV-Haushalten in Deutschland, wo- von etwa 4,28 Millionen Pay-TV-Abonnenten sind 67 Neben den digitalen Empfangsgeräten dient
auch die faktische Nutzung als Maßstab für die Digitalisierung. Das heißt, es wird der Marktan- teil der digitalen Fernsehnutzung an der gesamten TV-Nutzung 68 gemessen. Hier verzeichnete sich Ende 2006 mit 17,6 Prozent ein weitaus niedrigerer Wert. 69 Jedoch ist auch die faktische Nutzung des digitalen Fernsehangebots zunehmend. 70
2.1.2.2 Neue Übertragungstechnologien
Die klassischen Übertragungskanäle stehen nun neuen Distributionswegen gegenüber: IPTV über das Internet und Fernsehdistribution, die für den mobilen Empfang optimiert ist: Mobile TV. 71
Das TV-Angebot für portable Endgeräte wie Mobiltelefone oder mobile Videoplayer wird über
62
Vgl. Albert 2007: 222; AGF 2007b.
63 Vgl. Schenk 2002: 15.
64 Vgl. Media NRW 2004.
65 In Anlehnung an Albert/Schneider 2007: 26.
66 Dies ist i.d.R. eine Set-Top-Box, die digitale Signale in analoge umwandelt: S. für viele Albert/Hege 2006: 56. 67 Vgl. Albert 2007: 27; Albert/Hege 2006: 56.
68 Vgl. vertiefend AGF 2007b.
69 Vgl. Albert/Schneider 2007: 27.
70 Vgl. Albert 2007: 222; AGF 2007b.
71 Vgl. Goldmedia 2007: 2.
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UMTS, über die Mobilfunknetze, und die Standards DMB oder DVB-H, über die Rundfunknetze,
ermöglicht. 72
UMTS wird derzeit von etwa neun Millionen Deutschen genutzt. Ohne die technischen Hinter-
gründe zu vertiefen, wird bei den Rundfunknetzen der Standard DVB-H präferiert. Ende 2007
sollen 16 Programme über DVB-H den Sendebetrieb aufnehmen. 73
Während mobiles Fernsehen als Ergänzung der Fernsehversorgung gesehen wird, könnte IPTV
künftig als vierter Übertragungsweg genutzt werden. 74 IPTV wird meist über DSL, d.h. über die
Telefonleitung, verwirklicht. Es sind aber auch andere Breitbandtechnologien 75 wie beispielswei-
se über das TV-Kabel denkbar. 76 Besonders schnelle Datenraten werden über ADSL2+, bis zu 24
Megabit pro Sekunde, und VDSL, bis zu 50 Megabit pro Sekunde, realisiert. 77 Gegenwärtig wird
an der Verbreitung der Technologien gearbeitet.
IPTV bringt zahlreiche Vorteile. Interaktives Fernsehen ist beispielsweise viel einfacher als bei
den traditionellen Übertragungswegen zu realisieren. Außerdem können praktisch eine unge-
grenzte Anzahl an Programmen übertragen werden. 78 Bis auf wenige lineare IPTV-Angebote
besteht IPTV in Deutschland vorwiegend aus Video-on-Demand. 79
Im Augenblick liegt die Anzahl der Breitbandanschlüsse bei knapp 36 Prozent und soll bis zum
Jahre 2010, nach Goldmedia, auf rund 58 Prozent steigen. Somit hätten über 23 Millionen Haus-
halte in Deutschland die Möglichkeit, IPTV zu nutzen. 80
2.1.3 Mediennutzungsverhalten
Die Nutzungszeit für Medien in Deutschland ist insgesamt zunehmend, jedoch ist der Zuwachs in
den letzten Jahren etwas abgeschwächt. 81 Im Jahre 2005 verbrachte ein deutscher Bundesbürger
durchschnittlich 600 Minuten am Tag mit Medien. Die Freizeit ist in erheblichem Maße von Me-
dien geprägt. 82 Dabei sind Fernsehen und Radio die meist genutzten Medien, wobei die Internet-
nutzung den größten Anstieg verzeichnet. Die TV-Nutzung nahm im Langzeitvergleich von 1980
bis 2005 um 70 Prozent zu. Die gesamte Mediennutzung nahm im Bezugszeitraum um 75 Pro-
zent zu. 83
72
Vgl. Albert/Schneider 2007: 18; Albert/Hege 2006: 16; Albert 2007: 242.
73 Vgl. Albert 2007: 29.
74 Vgl. Albert/Hege: 44; Birkel 2006: 2.
75 Als „breitbandig“ wird hier eine Internetverbindung von mindestens einem Mbit/s definiert: Vgl. Birkel 2006: 2. 76 Vgl. Albert 2007: 246.
77 Vgl. Albert 2007: 246f.
78 Vgl. Birkel 2006: 11f.
79 S. vertiefend Abschnitt 3.2, S 35.
80 Vgl. Birkel 2006: 126.
81 Vgl. Wirtz 2006: 340.
82 Vgl. Vehlow 2005: 6 83 Vgl. Vehlow 2005: 4f; Eimeren/Ridder 2005: 490f.
Seite 10
Abbildung 2.2 zeigt einleitend die prozentuale Nutzungsverteilung der verschiedenen Medien
eines 14- bis 49-Jährigen im Tagesdurchschnitt 84 (Medienzeitbudget). 85
Abbildung 2.2 Aufteilung des Medienzeitbudgets 86
Im Jahre 2006 sahen deutsche Jugendliche ab 14 Jahren fast 3,75 Stunden (227 Minuten) am Tag
fern. 87 Betrachtet man die TV-Nutzung näher, stellt man fest, dass sich das Nutzungsverhalten
der verschiedenen Altersgruppen erheblich unterscheidet, auch wenn alle Rezipientengruppen in
zunehmendem Maße fernsehen. Ältere Zuschauer über 65 Jahre sehen beispielsweise doppelt so
viel fern wie 20- bis 29-Jährige. 88
Das Fernsehen zeichnet sich durch eine geringe Sehbeteiligung in den Morgenstunden aus, die ab
17 Uhr, nach Arbeitsende, rapide wächst. Die höchste TV-Nutzung ist zwischen 20 bis 22 Uhr,
der sogenannten Prime Time, 89 zu verzeichnen. Die Nutzung des Mediums TV im Tagesverlauf
spielt hinsichtlich der Programmplanung und der Werbeblockbelegung eine große Rolle. 90
Der Anstieg der Internetnutzung ist seit 1999 besonders hoch und versechsfachte sich bis zum
Jahresende 2005. 91 Das Internet beeinflusst die Nutzungszeiten anderer Medien (zum Beispiel
nahm die Auflagenzahl von Erotik-Zeitschriften von 1989 bis 2006 deutlich ab), 92 wird aber im
Regelfall als ergänzendes Medium gesehen, weil meist zusätzliche Zeit für die Nutzung aufge-
wendet wird. 93 Bundesweit lag im Jahre 2006 die Anzahl der Internetnutzer bei knapp 39 Millio-
nen Bürgern (ab 14 Jahre). 94
84
Ergebnisse einer Befragung mit einer Basis von 1000 Teilnehmern; rundungsbedingte Abweichungen von 100.
85
Vgl. Vehlow 2005: 20.
86 In starker Anlehnung an Vehlow 2006: 20.
87 Vgl. Handelsblatt 2007a.
88 Vgl. Wirtz 2006: 341.
89 Vgl. Albert/Schneider 2007: 44.
90 Vgl. Wirtz 2006: 340f.
91 Vgl. Vehlow 2005: 4.
92 Vgl. Serviceplan 2006.
93 Vgl. Vehlow 2005: 6f.
94 Vgl. Oehmichen 2006: 449.
Seite 11
Das Mediennutzungsverhalten unterliegt gegenwärtig einem Veränderungsprozess, der sich durch technische Innovationen und das Überangebot an Medien bedingt. Die technischen Erneuerungen führen dabei zu einem größeren Freiheitsgrad des Rezipienten, der zunehmend darüber entschei- den kann, wann er welche Inhalte wo konsumieren kann.
Als Beispiel dienen Mobile TV, dessen zeitliche und örtliche Nutzung der Kunde beeinflussen kann, sowie Video-on-Demand Angebote, die der User selbst abrufen kann, was für einen An- stieg der individuellen Nutzung spricht. 95 Die Nutzung von IPTV-Angeboten und Mobile TV ist
bislang während der TV-Prime Time am Stärksten. Auch wenn die Nutzung von Fernsehen über Mobilfunk als Ergänzung angesehen wird, könnte Mobile TV, analog zu IPTV, die Reichweiten von klassischem Fernsehen beeinflussen. 96 Insgesamt ist zu erwarten, dass die Mediennutzung weiter ansteigt, wobei auch die Parallelnutzung von Medien zunehmen wird. 97
2.1.4 Branchenstruktur
Wie bereits in der Beschreibung des regulativen Umfelds erwähnt, ist die Anbieter-Struktur des deutschen Fernsehmarktes durch die duale Rundfunkordnung geprägt, das heißt die Koexistenz von öffentlich-rechtlichen und privaten Sendeveranstaltern unter staatlichen Regulierungen. 98
Schlüsselt man die Struktur weiter auf, lassen sich staatlich geförderte öffentlich-rechtliche und private Free-TV-Programme sowie das Bezahlfernsehen, Pay-TV, unterscheiden. 99 Die öffent-
lich-rechtlichen und privaten Anbieter entsprechen sich bezüglich ihres Programmumfangs. Pay- TV hingegen grenzt sich dadurch ab, dass i.d.R. keine Vollprogramme, die sich an eine breite Masse von Zuschauern richten, sondern Spartenprogramme offeriert werden. 100
Zur Beurteilung der Marktattraktivität der deutschen Fernsehbranche wird in Anlehnung an Por- ters „Five Forces“ 101 die Machtstellungen und der Einfluss der fünf Wettbewerbskräfte aufge-
zeigt: die Verhandlungsstärke der Abnehmer, die Rivalität der Wettbewerber, die Verhandlungs- stärke der Zulieferer, die Bedrohung durch neue Anbieter und die Gefährdung durch Ersatzpro- dukte. 102
Im Fokus liegen die dominierenden Anbieter auf dem deutschen Fernsehmarkt. Die Pay-TV- Anbieter werden in Abschnitt 2.2 detaillierter betrachtet.
95
Vgl. Vehlow 2005: 2f; Blickpunkt:Film 2007.
96 Vgl. Goldmedia 2007: 25; Worldscreen 2007a.
97 Vgl. Gerhards/Klinger 2006: 75f.
98 Vgl. Meyn 2007: 137.
99 Vgl. Wirtz 2006: 318.
100 Vgl. Wirtz 2006: 347f; Heinrich 1999: 370f; Albert/Hege 2006: 28f.
101 Vgl. Bea/Haas 2005: 99f.
102 Vgl. Bea/Haas 2005: 99f.
Seite 12
2.1.4.1 Anbieter
Seit Beginn der 1990 Jahre zeichnet sich der deutsche TV-Markt durch eine wachsende Rivalität
der privaten und öffentlich-rechtlichen Anbieter aus. Den privaten Sendeanstalten steht der welt-
weit größte und umsatzstärkste öffentlich-rechtliche Rundfunk gegenüber. 103 Ingesamt gelten die
privaten Free-TV-Anbieter als Hauptakteure auf dem deutschen Fernsehmarkt, wohingegen die
Verbreitung von Pay-TV relativ gering ist. 104 An den privatfinanzierten Anbietern in Deutschland
sind zunehmend internationale Finanzinvestoren beteiligt. 105
Gemessen an der Fernsehnutzung der Zuschauer zeigen sich enge, oligopolistische Verhältnis-
se, 106 das heißt viele kleine Nachfrager und wenige mittelgroße Anbieter. 107 Dabei dominieren die
öffentlich-rechtlichen Anbieter ARD und ZDF sowie die privat kommerziellen Anbieter RTL
Group und ProSiebenSat.1 Media AG. 108 Im Jahre 2005 kumulierten sie einen Marktanteil (MA)
am Zuschauermarkt, Abbildung 2.3, von insgesamt 71,3 Prozent. 109
Abbildung 2.3 Marktanteil am Zuschauermarkt 110
Im Jahre 2006 gestalteten sich die Zuschauermarktanteile ähnlich zu jenen im Vorjahr, jedoch
konnten die öffentlich-rechtlichen Anbieter minimal an Marktanteil zulegen. 111
Im Detail erreichte die ARD 14,3 Prozent (2005: 13,5), das ZDF 13,6 Prozent (13,5) und die
Dritten Programme der ARD insgesamt 13,5 Prozent (13,6). RTL führte bei den privaten Anbie-
tern mit 12,8 Prozent (2005: 13,2) vor Sat.1 mit 9,8 Prozent (10,9) und Pro Sieben mit 6,6 Pro-
zent (6,7).
Abbildung 2.4 verdeutlicht die Aufteilung der Zuschauermarktanteile und bezieht den größten
Pay-TV-Anbieter Premiere 112 mit ein. 113
104 Vgl. Kruse 2002: 15.
105 Vgl. Albert 2007: 202.
106 Vgl. KEK 2007a: 3.
107 Vgl. Meffert 2000: 530.
108 Vgl. KEK 2007a: 3.
109 Vgl. Wirtz 2006: 319.
110 Übernommen aus AGF 2007a.
111 Vgl. Dpa 2007a.
112 Der Marktanteil von Premiere wurde anhand der Fernsehnutzung in Premiere-Haushalten ermittelt, der auf den
gesamten Fernsehkonsum bezogen wurde. Vgl. AGF/GfK 2006.
113 Horizont 2007b; AGF 2007c.
Seite 13
Abbildung 2.4 Die Zuschauermarktanteile 2006 114
Die Anteile der TV-Gruppen am Werbemarkt unterscheiden sich von den Zuschauermarktantei-
len. 115 Hier bilden die RTL Group und ProSiebenSat.1 quasi ein Duopol. 116 Sie generierten im
Jahre 2006 mit ihren zugeordneten Sendern einen Werbemarktanteil von insgesamt 87 Prozent. 117
Im Jahre 2006 sind in Deutschland die Free- und die Pay-TV-Sender gewachsen. Insgesamt wur-
den 342 regional und bundesweit verbreitete Programme gezählt.
Neben großen internationalen Firmen, wie z.B. Sony, lancierten auch die TV-Sendergruppen
ProSiebenSat.1 und RTL kostenpflichtige Spartensender, wie beispielsweise „Sat.1 Comedy“
oder „RTL Crime“. 118 Beide privatfinanzierten Anbieter diversifizieren zunehmend ihr Angebot
und betreiben neben Free- und Pay-TV Kanälen z.B. auch Video-on-Demand-Portale, wie „Max-
dome“ von ProSiebenSat.1 oder „RTL Now!“. 119 Auch die öffentlich-rechtlichen Anbieter agie-
ren im Bereich Video-on-Demand, „ZDF Mediathek“, und bieten umfangreiche Digitalbouquets
an.
Der Wettbewerb der deutschen TV-Branche wird durch einen zunehmenden Konkurrenzkampf
bestimmt. Bei einem fast stagnierenden Werbevolumen drängen neue Anbieter auf den dicht be-
setzten Free-TV-Markt. 120 Auch im Pay-TV kämpfen immer mehr Programmanbieter um die
Einbindung in Senderbouquets. Denn die Digitalisierung ermöglicht durch die geringeren Über-
tagungskosten das Entstehen von Kanälen. Da der Markt für Vollprogramme gesättigt ist, werden
vorwiegend Spartenkanäle lanciert. Diese können sich meist nur über Zuschauerentgelte finanzie-
ren. 121
114
In Anlehnung AGF 2007c; AGF/GfK 2006.
115
S. vertiefend Anhang A, ab S.68: Abbildung: Anteile der Fernsehanbieter am Zuschauer- und Werbemarkt 2005.
116
Vgl. Feldmeier 2007: 12.
117 Vgl. Albert 2007: 229.
118 Vgl. Experte A; Albert 2007: 194. 119 Vgl. Experte A; o.V. 2007.
120 Vgl. Experte A.
121 Vgl. Lauff 2005: 1f; WUV 2006; Schrape 1995: 40; Experte A.
Seite 14
Dies könnte einer der Gründe sein, weshalb die privaten Anbieter ProSiebenSat.1 und RTL eine Verschlüsselung der Free-TV-Programme über Satellit 122 durchsetzen möchten.
Unter den Marktteilnehmern ist allgemein kennzeichnend, dass es zahlreiche Anbieter gibt, die
große Unterschiede in ihrer Größe und finanziellen Struktur aufweisen, was eine hohe Rivalität
hervorruft. Insbesondere die großen privaten Senderfamilien versuchen ihre Machtstellung auf dem Werbemarkt auszunutzen. 123 Hohe Fixkosten, eine erhebliche Investitionsbereitschaft und
hohe Marktaustrittsbarrieren verstärken zudem den Druck innerhalb der Branche. Generell sind zudem Konzentrationstendenzen, z.B. durch Bildung von Senderfamilien, festzustellen. 124
2.1.4.2 Abnehmer
Die Abnehmer der TV-Veranstalter befinden sich auf dem Werbemarkt (Werbungtreibende), meist vertreten durch Media-Agenturen, 125 und dem Rezipientenmarkt (Zuschauermarkt). Die
Anbieter agieren auf den jeweiligen Märkten allerdings unterschiedlich stark. Die öffentlich-
rechtlichen, die hauptsächlich über Gebühren finanziert werden, richten sich zu einem geringen Teil an den Werbe- und in überwiegendem Maße an den Rezipientenmarkt. 126 Selbiges gilt für
Pay-TV-Anbieter, die ihre Haupterlösquelle über Abonnementzahlungen der Konsumenten gene- rieren, jedoch ebenfalls auf dem Werbemarkt agieren. 127 Private Free-TV-Anbieter bedienen glei-
chermaßen den Werbe- und Rezipientenmarkt, die stets in einer Wechselwirkung zueinander ste- hen bzw. eine Interdependenz aufweisen. 128 So lässt beispielsweise eine erhöhte Zuschauerzahl
den Werbepreis und die Werbenachfrage steigen, weshalb auf die Attraktivität der Inhalte zu ach- ten ist. 129
Mit der Macht der Abnehmer-Gruppe wächst deren Verhandlungsstärke. Die Marktposition der
Media-Agenturen ist i.d.R. aufgrund der geringen Konzentration allerdings als relativ schwach
einzustufen. Rundfunkveranstalter sind auch in der Lage, ihre Werbezeiten selbst zu vermarkten und können somit mit einer Vorwärtsintegration drohen. 130
Die Marktmacht der Rezipienten wird auch als gering eingestuft, da eine Konzentration nicht möglich ist. 131 Allerdings ist der Fernsehmarkt im Allgemeinen transparent und bietet sehr gute
Vergleichsmöglichkeiten für den Zuschauer. Der Rezipient kann abwägen, ob er sich für ein be-
stimmtes Programm entscheidet bzw. ob er Free- oder Pay-TV nutzen möchte.
123 Vgl. Feldmeier 2007: 12.
124 Vgl. Heinrich 1999: 309f.
125 Vgl. Heinrich 1999: 309.
126 Vgl. Beck 2005: 227.
127 Vgl. Glückstein et al. 2004: 16f; Meyn 2004: 177f.
128 Vgl. Wolling: 2007: 22.
129 Vgl. Wirtz 2001: 240; Beyer/Carl 2004: 136.
130 Vgl. Heinrich 1999: 309f.
131 Vgl. Heinrich 1999: 309f.
Arbeit zitieren:
Diplom-Medienwirtin Theresa Gimbert, 2007, Analyse der Marktsituation von Pay-TV-Anbietern in Deutschland sowie Bewertung ihrer Vermarktungsmodelle und Entwicklungspotenziale, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
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