Inhaltsangabe:
1. Einleitung 3
2. Blog 4
3. Anglizismus 5
4. Entlehnung 6
4.1 Lehnwörter 6
4.2 Mischkomposita 6
4.3 Scheinentlehnungen 7
5. Analyse der Blogs 8
5.1 Schweizer Blogs 8
5.2 Deutscher Blog 9
5.3 Österreichischer Blog 11
6. Ergebnisse 13
7. Fazit 15
8. Bibliographie 16
8.1 Primärtexte 16
8.2 Sekundärliteratur 16
9. Anhang 17
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1. Einleitung
Unser Alltag ist geprägt von amerikanischen Bräuchen, wie Halloween oder Thanksgiving, amerikanischen Produkten, wie Coca Cola und amerikanischen Filmen, welche im Kino oft in der Originalsprache gezeigt werden. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Gegenwartssprache immer mehr von anglizistischen Ausdrücken, wie Talkshow, Bar oder Couch, durchzogen wird.
Hadumod Bussman unterscheidet jedoch die Fremdwörter von den Lehnwörtern, welche ihrerseits wiederum unterteilt werden können. Die vorliegende Arbeit untersucht die Arten und die Funktionen von Anglizismen, welche in Blogs verwendet werden. Dabei werden Texte von Autoren verschiedener deutschsprachiger Länder analysiert und miteinander verglichen. 1 Die Analyse soll untersuchen, ob die Verwendung von Anglizismen in der Alltagssprache grosse Unterschiede in den deutschsprachigen Ländern aufzeigt.
Zunächst soll der Begriff Webblog, oder kurz: Blog, näher beschrieben und der Zweck für verschiedene Zielgruppen dargelegt werden. Ein weiterer Abschnitt erklärt die Begriffe Anglizismus und Entlehnung, um die darauffolgende Untersuchung verständlicher zu machen.
Als Grundlage für die Analyse dienen drei verschiedene Blogeinträge mit ähnlichen Erscheinungsdaten. Die Autoren sind alle weiblich und im Alter von 18 bis 22 Jahren und veröffentlichen wöchentlich mehrere Texte in ihrem Blog. Mit dem Verfassen verfolgen sie das Ziel, ihre alltäglichen Gedanken und Erlebnisse mitzuteilen. Es wurden bewusst keine Reisetagebücher oder Werbebotschaften für diese Analyse gewählt. Die Autorinnen stammen jeweils aus Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz. Die Ergebnisse werden nach der Untersuchung festgehalten und in einem Schlusswort zusammengefasst.
1 Ich zitiere die Webblog-Einträge nach den Repräsentationen und der Bibliographie im Anhang zu dieser Arbeit. Die im Text in Klammern geschriebenen Zahlen beziehen sich auf die Bibliographie.
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2. Blog
Die Bezeichnung Webblog setzt sich aus den beiden Wörtern Web und Logbuch zusammen, welche verdeutlichen, dass es sich dabei um im Internet verfasste, journalistisch geführte Beiträge handelt. Die Kurzform Blog und dessen morphologisch angepasstes Verb (bloggen) werden im Alltag häufiger benutzt als die ursprüngliche Benennung.
„Eine einfache und gängige Definition beschreibt ein Blog als Website, die in regelmässigen Abständen aktualisiert wird, ein Archiv von alten Beiträgen bereithält und bei dem die Leser Kommentare zu den einzelnen Artikeln hinterlassen können..“ 2
Ähnlich wie in einem Tagebuch werden bei einem Blog in regelmässigen Abständen Texte hinzugefügt und in umgekehrt chronologischer Reihenfolge aufgelistet. Inhaber eines Blogs können ihre Einträge für alle Benutzer des Internets verfügbar machen, haben aber auch die Möglichkeit, die Sichtbarkeit zu beschränken. Blogs verfügen weiter über eine Kommentarfunktion, welche es den Lesern ermöglicht, zu einzelnen Einträgen Stellung zu nehmen, Bemerkungen zu notieren oder Fragen zu stellen.
Viele Menschen führen Reiseblogs, die sie während Auslandaufenthalten regelmässig führen, um ihre Bekannten auf dem Laufenden zu halten, ohne ihnen die Nachrichten immer wieder via E-Mail aufzudrängen. Prominente führen Blogs, um das allgemeine Interesse für ihre Sendungen, ihre Musik oder ihr Privatleben anzuregen und somit ihren Erfolg zu steigern. Schulen und Universitäten benutzen Blogs für die Veröffentlichung von Lese- und Lernjournals Vereine beschreiben darin ihre Tätigkeiten um interessierte Mitglieder zu informieren. Babyblogs werden von werdenden und jungen Müttern geschrieben, Fotoblogs sind online geführte Alben, in Fachblogs wird über ein bestimmtes Thema diskutiert und ausgetauscht. Blogs werden aber auch von vielen jungen Leuten verfasst, welche zum Ziel haben, ihre täglichen, persönlichen Erlebnisse zu verfassen und sie, im Gegensatz zu herkömmlichen Tagebucheinträgen, mit anderen Menschen zu teilen. Diese werden meist in einer sehr freien Sprache verfasst und sind daher geeignet für die nachfolgende Untersuchung.
2 Obertz, Dirk. Das Blog-Buch. Weblogs für Einsteiger & Profis. München 2004. S. 9.
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3. Anglizismus
Als Anglizismus werden in Hadumod Busmanns Lexikon englische Wörter bezeichnet, die in eine nicht-englischen Sprache übernommen werden. Weitere Definitionen unterscheiden bei den Wörtern, die als Anglizismus bezeichnet werden zwischen englischen Morphemen und einer Kombination aus englischen und deutschen Morphemen. Bei beiden Varianten wird die „Übernahme einer im englischen Sprachgebrauch üblichen Bedeutung“ 3 vorausgesetzt. Weiter wird beim Anglizismus zwischen Britizismus und Amerikanismus unterschieden. Diese Unterscheidung ist jedoch für die vorliegende Arbeit nicht von Bedeutung und wird daher hier vernachlässigt. Stephanie Bohmann unterscheidet zwischen vier verschiedene Typen von Anglizismen 4 :
- Konventionale Morpheme:
- Wörter, die im Sprachgebrauch integriert sind, obwohl sie sich in der Schreibweise und in der Phonetik oft stark von der der eigenen Sprache unterscheiden. So werden zum Beispiel Wörter wie T-Shirt oder Shampoo trotz der für das Deutsche unüblichen Orthographie benutzt und mit der englischen Phonetik ausgesprochen.
- Angepasste Morpheme:
- Diese Anglizismen werden dem deutschen Phonem-Graphem System angepasst. Dies ist vor allem bei Verben der Fall, wo Suffixe bzw. Präfixe angehängt werden und das Wort dadurch verdeutscht wird, obwohl es die für die einheimische Sprache Schreibweise und Phonetik beibehält. Bsp.: stylen, gecoachet, etc.
- Kombinierte Morpheme:
- Englische Ausdrücke werden mit denen einer anderen Sprache verbunden und so in den fremden Gebrauch aufgenommen. Die englischen Elemente ändern ihre Orthographie jedoch dabei nicht. Beispiele dafür sind Online-Nutzung oder E-Mail-Adresse.
- Neue Anglizismentypen:
- Diese Typen setzen sich in der Werbung durch. Oft sind diese nur einmal als Gag anzutreffen. Z. B. geswatched.
3 Pfitzner, Jürgen: Der Anglizismus im Deutschen. Ein Beitrag zur Bestimmung seiner stilistischen Funktion in der heuten Presse. Stuttgart 1978. S. 13.
4 Bohmann, Stephanie: Englische Elemente im Gegenwartsdeutsch der Werbebranche. Marburg 1996. S. 19-20.
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4. Entlehnung
Morpheme können auf verschiedene Arten entlehnt werden. Drei dieser Formen werden in diesem Abschnitt beschrieben. Die übrigen sind für diese Analyse nicht entscheidend und können daher vernachlässigt werden.
4.1 Lehnwörter
Die Bezeichnung des Lehnwortes ist durch den ersten Teil des Kompositas irreführend, da ein Leihen üblicherweise eine Rückgabe voraussetzt. Im Fall des Lehnwortes wird das Morphem in den Gebrauch einer anderen Sprache aufgenommen, ohne es der Ursprungssprache wegzunehmen oder jemals zurückzugeben. Hadumod Bussmanns Beschreibung gibt Auskunft über die Unterscheidung zum Fremdwort:„L. im engeren Sinn: im Unterschied zum Fremdwort solche Entlehnungen einer Sprache A aus einer Sprache B, die sich in Lautung, Schriftbild und Flexion vollständig an die Sprache A angeglichen haben [...].“ 5
Sie entsprechen daher dem angepassten Typ, der von Stephanie Bohmann beschrieben wird. Sie können morphologisch (z. B. gestoppt, gestylet), orthographisch (z. B. shock-Schock) und phonologisch (z. B. Start, Ski) angepasst werden. Fremdwörter werden nach ihrer Definition auch dann zu Lehnwörtern, wenn für neue Sachen oder Sachverhalte in der Muttersprache noch keine Bezeichnung existiert. In dieser Untersuchung wird ein Wort dann als Lehnwort angesehen, wenn es eine der beiden von Bussmann beschriebenen Kriterien erfüllt.
4.2 Mischkomposita
Wie der Name verrät, handelt es sich bei dieser Form von Entlehnungen um Komposita, welche zur Hälfte aus einer fremden Sprache stammen. Die Ähnlichkeit zu Bohmanns kombinierten Morphemen ist zwar sehr gross, jedoch fällt der Bindestrich bei Mischkomposita weg. Einige dieser Wörter sind ihren englischen Ursprungsbegriffen sehr ähnlich. So wurde das Kompositum Haarspray zwar nur zur Hälfte aus dem Englischen übernommen, die Zusammensetzung bleibt jedoch dieselbe wie im fremdsprachigen Vorbild hair spray.
5 Bussmann, Hadumod: Lexikon der Sprachwissenschaft. 3. Auflage. Stuttgart 2002. S. 398.
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Quote paper:
Carmen Ghofli, 2007, Anglizismen in Blogs deutschsprachiger Länder, Munich, GRIN Publishing GmbH
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