Schriftliche Hausarbeit
im Rahmen der Zweiten Staatsprüfung
für das Lehramt an Förderschulen
Thema:
"Regenbogenfisch - komm hilf mir“ - Handlungsorientiertes
Arbeiten unter besonderer Berücksichtigung fächerübergreifender
Aspekte im Rahmen einer Umsetzung als Musical in einer
Lernstufe 3/4 an einer Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen
Name: Esther Dieterich
Dienstbezeichnung: Sonderschullehramtsanwärterin
Studienseminar: Staatliches Studienseminar
für das Lehramt an Förderschulen
in Kaiserslautern
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort ... 1
2. Einleitung ... 2
2.1. Aufgabenstellung und Zielrichtung ... 2
2.2. Das Vorhaben im Überblick ... 3
3. Grundlegende Konzepte der Unterrichtseinheit ... 4
3.1. Handlungsorientierter Unterricht ... 4
3.1.1 Definition ... 4
3.1.2 Die Geschichte des handlungsorientierten Unterricht ... 4
3.1.3 Die Notwendigkeit handlungsorientierten Unterrichts ... 5
3.1.4 Probleme und Schwierigkeiten des Handlungsorientierten Unterrichts ... 6
3.2. Fächerübergreifender Unterricht ... 7
3.2.1 Definition ... 7
3.2.2 Argumente für fächerübergreifenden Unterricht ... 7
3.2.3 Gefahren des fächerübergreifenden Unterricht ... 8
3.3. Ziele und Aspekte der Unterrichtskonzeption ... 8
4. Sachanalyse zur Unterrichtseinheit ... 10
4.1. Das Musical ... 10
4.1.1 Definition ... 10
4.1.2 Entwicklung des Musical ... 10
4.1.3 Die Bedeutung des Musicals für die Schule ... 11
4.2. Der Regenbogenfisch - Die Geschichte und das Musical ... 12
4.2.1 Die Handlung des Musical ... 12
4.2.2 Die Charaktere des Musical ... 13
5. Bedingungsanalyse ... 15
5.1. Situation der Klasse ... 15
5.2. Schülerbeschreibung ... 16
6. Didaktische Analyse zur Unterrichtseinheit ... 20
6.1. Didaktisch-methodische Überlegungen ... 20
6.2. Stundenverlauf der Unterrichtseinheit ... 22
6.3. Umsetzung der Ziele zur Unterrichtskonzeption in dieser Einheit ... 29
7. Ausgewählte Planungen zur Unterrichtseinheit ... 32
7.1. Wir erinnern uns an den Regenbogenfisch und lernen dazu ein Lied kennen ... 32
7.2. Wir überlegen uns, was wir zum Musical unternehmen möchten ... 35
7.3. Wir entwerfen selbst die Kostüme und das Bühnenbild ... 38
7.4. Wir lernen die Körperteile des Fischs kennen ... 41
7.5. Wir erfinden einen Tanz zum Lied: „Meereswasserrock“ ... 44
7.6. Wir erstellen eine Fotodokumentation ... 47
7.7. Wir schreiben Einladungskarten ... 50
8. Reflexion der Unterrichtseinheit ... 54
8.1. Die Entwicklung und Beteiligung der Schüler ... 54
8.2. Umsetzung der didaktisch-methodischen Überlegungen ... 55
8.3. Allgemeine Resonanz zur Aufführung ... 56
8.4. Grenzen ... 56
8.5. Konsequenzen für die weitere Praxis ... 56
9. Verzeichnisse und Anhang ... 58
9.1. Literaturverzeichni ... 58
9.1.1 Bücher und Zeitschriften ... 58
9.1.2 Digitale Medien, Tonträger und Bildquellen ... 59
9.2. Anhang ... 60
1. Vorwort
Wie komme ich als Referendarin auf die Idee, mit meiner Schulklasse ein Musical auf die Bühne zu bringen? Es werden zwar durch den allgemeinen Musicalboom in Deutschland immer wieder Musicals bei Schulaufführungen dargeboten, doch sind dies meistens Projektveranstaltungen von höheren Klassen, AGs oder Schulchören. Lässt sich ein solches Werk auch im Klassenverband einer Förderschule erarbeiten?
Mit dem Beginn meines Vorbereitungsdienstes kam ich in eine Klasse, in der Singen ein regelmäßiger und wichtiger Bestandteil des Unterrichts ist. Schon bald machte ich die Erfahrung, dass die Schüler in der Regel motiviert mitsingen und selbst eigene Liederwünsche äußern.
Bereits im Herbst führte ich mit den Schülern der Klasse eine fächerübergreifende künstlerische Einheit durch. Nach der Bearbeitung des Bilderbuchs „Sechs Krähen“ von Leo Lionni wurde die Geschichte dieses Buchs als Stabpuppenspiel erarbeitet und vor der eigenen und anderen Klassen aufgeführt. Auch hierbei konnte ich eine sehr große Begeisterung und Begabung der Schüler bei künstlerischen Aktivitäten feststellen. Außerdem war es interessant zu beobachten, wie sich durch die Erarbeitung und Präsentation des Rollenspiels Sozialverhalten und Selbstbewusstsein der Schüler entwickelten.
Da ich einige Jahre als Chorleiterin gearbeitet habe, machte es mir große Freude, zu sehen, dass die Klasse mit musikalischen und darstellerischen Themen motiviert werden kann. Daher war es nahe liegend, in dieser Richtung weiter zu arbeiten.
In der Vorplanung der Einheit stellte sich die Frage, ob das Musical alleine mit meiner Klasse umgesetzt werden kann.
Da sich für die Aufführung des Musicals die Möglichkeit zum Solosingen, Schauspielen und Tanzen anbieten, ist eine Vielzahl von Mitwirkenden nötig, um auch noch eine starke Chorbesetzung zu gewährleisten.
Des Weiteren ist es sinnvoll, bei der Erarbeitung eines Musicals wichtige Rollen doppelt zu besetzen, damit eventuell fehlende Schüler ersetzt werden können.
Aus diesen Gründen habe ich mich für eine Aufführung mit zwei Klassen entschieden. Am Musical wird auch die Parallelklasse der Lernstufe 3/4 teilnehmen. Die Schüler der beiden Klassen kennen sich, da schon öfters gemeinsame Aktionen durchgeführt wurden.
In der Hausarbeit wird jedoch in erster Linie die Erarbeitung mit meiner Klasse dargestellt.
Um das Musical unter den Rahmenbedingungen des Schulunterrichts umsetzen zu können, wurde das Konzept des handlungsorientierten Arbeitens gewählt. Denn „Schüler können sich mit einem Unterricht, an dessen Planung und Durchführung sie aktiv beteiligt worden sind, eher identifizieren.“ (MEYER 1999, S. 410). Aufgrund der erwünschten Vielseitigkeit der Einheit sollen fächerübergreifende Aspekte umgesetzt werden.
2. Einleitung
2.1. Aufgabenstellung und Zielrichtung
Ein wesentliches Ziel der schulischen Arbeit ist es, den Schülern einer Förderschule zu ermöglichen, selbst etwas zu leisten, worauf sie stolz sein können. Leistungen dieser Kinder werden in ihrem Lebensumfeld oft nicht honoriert. Daher ist es wichtig, dass sie in der Schule Erfahrungsräume geboten bekommen, in denen sie ihre Kompetenzen einsetzen dürfen und dadurch ihr Selbstbewusstsein stärken können.
Bühnenauftritte und „Stars“ sind durch die Medien (z. B. Castingshows) heute von großer Bedeutung und ein wichtiger Bestandteil der passiven Unterhaltung geworden. Sie gehören zur Lebenswelt der Kinder. Mit der Aufführung eines Musicals haben die Schüler die Gelegenheit, selbst auf der Bühne zu stehen und anderen ihre Leistungen zu präsentieren. Wer als Kind selbst die Möglichkeit hatte, an Musik- oder Theateraufführungen teilzunehmen, weiß, dass diese Auftritte als positive Erinnerungen erhalten bleiben.
Um die Schüler für eine solche Aufführung zu motivieren, ist es wichtig, die Kinder ihren Fähigkeiten und Leistungen entsprechend zu fordern und ihr Interesse mit ansprechenden Angeboten zu wecken. Dies betrifft bereits die Auswahl eines geeigneten Stücks, aber auch die Vorbereitung des Auftritts, die eine Differenzierung der Probenarbeit notwendig macht. Daher müssen die Kompetenzen der Schüler im Mittelpunkt der Unterrichtsarbeit stehen. Durch die Vielseitigkeit eines Musicals besteht die Chance, umfassend auf den Förderbedarf der einzelnen Schüler einzugehen.
Da der Zeitrahmen für die Durchführung der Unterrichtseinheit vom Terminplan der Ausbildung und Durchführung der Zweiten Staatsprüfung vorgegeben ist, muss das Musical in sehr kurzer Zeit auf die Bühne gebracht werden. Für eine gelungene Vorführung ist neben der künstlerischen Arbeit viel Aufführungsmaterial wie Kulissen und Kostüme herzustellen. Daher ist es nahe liegend, einen wesentlichen Teil der Unterrichtsstunden für das Musical zu verwenden. Es bietet sich an, ein solches Vorhaben im Rahmen fächerübergreifenden Unterrichts durchzuführen. Dadurch wird einerseits der Unterricht in den einzelnen Fächern nicht vernachlässigt, andererseits kann die Motivation der Schüler auf die anderen Förderbereiche übertragen werden.
Die Berücksichtigung all dieser Aspekte in der vorgegebenen Zeit erfordert eine strukturierte Vorplanung der Einheit. Trotzdem ist die Erarbeitung des Musicals ein dynamischer Prozess, dessen Grundlage die Fähigkeiten und Interessen der Schüler bilden. Daher sind während der Einheit unter Umständen Abweichungen von der ursprünglichen Planung, Änderungen angewandter Methoden oder die Einführung neuer Vorgehensweisen notwendig. Das jedoch macht gerade das Wesen des handlungsorientierten Arbeitens aus. Es wird nicht ein starres Konzept verfolgt, sondern der Unterrichtsverlauf wird durch die Beteiligung der Schüler mitbestimmt.
Nun stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten sich durch handlungsorientiertes Arbeiten bei der künstlerischen Erarbeitung des Musicals bieten.
Den Schülern müssen die entsprechenden Methoden und Strategien vermittelt werden, um Handlungen gezielt auszuführen und zu planen, sowie um eigene Vorstellungen in Handlung umzusetzen. Zu beachten sind dabei das Ziel, die Ausgangsbedingungen und „Ausführungsbedingungen“. (vgl. KELLER / FRITZ 1995, S. 21).
Das Musical ist eine sehr freie Gattung und kann damit auch im Unterricht ohne strenge Vorgaben einstudiert werden. Die Lehrerin gibt einen Rahmen für die Gestaltung vor, aber die Schüler entwickeln selbst Ideen und setzen sie um. Sie vermittelt ferner musikalische und schauspielerische Grundlagen, die von den Schülern entsprechend ihrer Fähigkeiten ausgebaut werden. Das Gesamtergebnis „Musical“ kann daher als Produkt der Schüler angesehen werden, das von der Lehrerin gezielt gesteuert und unterstützt wurde.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, darzustellen, dass die Erarbeitung und Aufführung eines Musicals mit Hilfe handlungsorientierten Arbeitens eine Möglichkeit sein kann, die individuellen Kompetenzen der Schüler zu fördern und zu erweitern. Auf der Ebene der Unterrichtsgestaltung zeigt diese Arbeit, wie vielfältig der fächerübergreifende Unterricht sein kann und muss, um eine Musicalaufführung im Klassenverband einer Förderschule zu erarbeiten.
[...]
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Esther Hofherr, 2006, „Regenbogenfisch - komm hilf mir“ - Handlungsorientiertes Arbeiten unter besonderer Berücksichtigung fächerübergreifender Aspekte, Munich, GRIN Publishing GmbH
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