Frei Universität Berlin
Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie
Diplomstudiengang Psychologie
Diplomarbeit
Psychosoziale Beratung älterer Menschen
vorgelegt von: Anja Groer
vorgelegt am: 26.01.2007
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 6
2. Einführung in die Thematik ... 8
2.1 Methodik der psychosozialen Beratung älterer Menschen ... 8
2.2 Der Beratungsprozess ... 8
2.2.1 Äußerer Rahmen ... 8
2.2.2 Barrieren der Inanspruchnahme von Beratung ... 9
2.2.3 Bedeutung des ungleichen Paares: Jüngerer Berater und älterer Klient ... 10
2.2.4 Das Erstgespräch ... 11
2.2.5 Gesprächsführung - Interventionen ... 13
2.2.6 Elemente der Beratung nach Al Akel & Brückner (2006) ... 13
2.2.7 Kooperation/Vernetzung ... 19
2.3 Der Beratende ... 20
2.3.1 Dimensionen der verstehenden Beratung nach Brückner - Verstehen, Wissen und Handeln - ... 20
2.3.2 Selbstsorge der Beratenden ... 24
3. Eigene Fragestellung ... 26
4. Methodik und Untersuchungsdesign ... 28
4.1 Durchführung der Untersuchung ... 28
4.1.1 Entwicklung des Interviewleitfadens ... 28
4.1.2 Feldzugang ... 30
4.1.3 Durchführung der Interviews und Merkmale der einzelnen Interviewsituationen ... 31
4.1.4 Merkmale der Interviewpartner ... 32
4.1.5 Datengrundlage und Transkription ... 32
4.2 Qualitatives Untersuchungsdesign ... 32
4.2.1 Erhebungsmethode Experteninterview ... 33
4.2.2 Datenauswertung: Orientierung an Grounded Theory ... 34
4.2.3 ATLAS.ti ... 37
4.2.4 Beratungsprotokolle zur Illustration der Ergebnisse ... 38
4.3 Gütekriterien nach Steinke ... 38
4.3.1 Intersubjektive Nachvollziehbarkeit ... 39
4.3.2 Indikation des Forschungsprozesses ... 39
5. Darstellung der Ergebnisse ... 41
5.1 Kategorien des Beratungskonzeptes ... 42
5.1.1 Ressourcen des Beraters ... 42
5.1.2 Wissen über altersspezifischen Themen ... 44
5.1.3 Breit gefächertes Angebot inklusive zugehender Arbeitsweise ... 45
5.1.4 Vernetzung/Kooperation mit gerontopsychiatrischen Versorgungseinrichtungen und dem Altenhilfesystem ... 47
5.1.5 Altersspezifische Öffentlichkeitsarbeit ... 50
5.1.6 Passung ... 52
5.1.7 Alltagsstabilisierung/Alltagsrahmen schaffen ... 54
5.1.8 Präventive Beratungsarbeit zur frühzeitigen Altersgestaltung ... 56
5.2 Kategorien der Methoden/Strategien ... 57
5.2.1 Ressourcenorientierte Intervention ... 57
5.2.2 Biographische Arbeit zur Aufarbeitung belastender Erfahrungen ... 58
5.2.3 Wertschätzung der Lebensleistung und Ressourcen ... 62
5.2.4 Methodenoffenes Vorgehen ... 65
5.3. Kategorie der Intervenierenden Bedingung ... 68
5.3.1 Belastungen/Schwierigkeiten ... 68
5.4 Kategorien der Konsequenzen ... 69
5.4.1 Beratungserfolge ... 69
5.4.2 Besondere Erfahrungswerte für den Beratenden ... 72
6. Diskussion
6.1 Vergleich der Ergebnisse mit der Literatur ... 76
6.1.1 Kategorien des Beratungskonzeptes ... 76
6.1.2 Kategorien der Methoden/Strategien ... 81
6.1.3 Kategorie der intervenierenden Bedingung ... 85
6.1.4 Kategorien der Konsequenzen ... 86
6.2 Bewertung der Übereinstimmungen der Ergebnisse mit der Literatur ... 87
6.3 Ausblick ... 87
7. Zusammenfassung ... 90
8. Abstract ... 91
Literaturverzeichnis ... 92
Anhang ... 95
1. Einleitung
Während meines Praktikums beim Berliner Krisendienst der Region Süd West lernte ich das Projekt “Zukunft im Alter” getragen vom K.U.B. e.V. kennen. Dieses Projekt beschäftigte sich mit der psychosozialen Beratung älterer Menschen ab 60 und stellte sich hinsichtlich dieser Thematik als sehr innovativ heraus. Dadurch begann ich mich mit dem Thema der psychosozialen Beratung älterer Menschen zu befassen. Dieser Bereich der Beratung stellte sich als sehr wenig beforscht und ebenso wenig verbreitet heraus. Deshalb machte es dieser Aspekt für mich besonders interessant, im Rahmen meiner Diplomarbeit, den Bereich der psychosozialen Beratung älterer Menschen unter der Fragestellung: „Wie sieht aus Expertenperspektive ein psychosoziales Beratungskonzept für ältere Menschen aus?“ zu untersuchen. Es gibt zwar ein ausgebautes und notwendiges Netz von Beratungsstellen für ältere Menschen in Berlin bzw. im gesamten Bundesgebiet, die dem Altenhilfesytem angegliedert sind. Hier handelt es sich jedoch vorwiegend um Pflege-, Sozial- und Wohnungsberatung. Darüber hinaus gibt es auch einen ausgebauten gerontopsychiatrischen Versorgungsbereich. Aber leider mangelt es an Einrichtungen, die sich speziell mit der psychosozialen Beratung älterer Menschen befassen. Den Mangel an Einrichtungen bemerkte ich auch deutlich bei der Akquise von geeigneten Interviewpartnern. Geeignete Interviewpartner waren in diesem Fall Experten, welche speziell ältere Menschen psychosozial beraten. Der Forschungsgegenstand: „Psychosoziale Beratung bei älteren Menschen“ und die daraus entwickelte Fragestellung wurden qualitativ untersucht. Die Datenerhebung erfolgte per Experteninterview. Die Auswertung der gewonnen Daten orientiert sich an der Grounded Theory von Strauss und Corbin und erfolgte mittels des computergestützten Auswertungsprogrammes ATLAS.ti. Des Weiteren wurden Textpassagen von Beratungsprotokollen des Projektes „Zukunft im Alter“ unter der Trägerschaft des K.U.B. e.V. in Berlin zur Illustration der Ergebnisse verwendet.
Das zweite Kapitel „Theoretische Überlegungen“ beschäftigt sich mit Aspekten der psychosozialen Beratung Älterer, die in der Literatur zu finden sind. Hier spielt der Beratungsprozess unter anderem mit dem äußeren Rahmen, der Gesprächsführung, den Interventionen und den Beratungselementen eine große Rolle. Außerdem wird auf den Beratenden und auf das methodische Vorgehen in der psychosozialen Beratung Älterer eingegangen.
Das nächste Kapitel befasst sich mit der Entwicklung meiner Fragestellung. Das vierte Kapitel behandelt dann die methodische Vorgehensweise. Hier wird das methodische Vorgehen im Hinblick auf das qualitative Forschungsdesign beschrieben. Inhalte sind unter anderem die Entwicklung des Interviewleitfadens, die Durchführung der Interviews, der Feldzugang, das Experteninterview und die Gütekriterien nach Steinke (1999). Außerdem wird die angewendete Methode der Datenauswertung in Orientierung an der Grounded Theory ausführlich beschrieben.
Das fünfte Kapitel „Darstellung der Ergebnisse“ beinhaltet das aus der Auswertung der Daten heraus entwickelte Gesamtkonzept einer psychosozialen Beratung Älterer, mit den Kategorien des Konzeptes, der Methoden/Strategien, der intervenierenden Bedingung und der Kategorien der Konsequenzen, die aus der Anwendung des Konzeptes und der Methoden resultieren.
In der Diskussion - dem sechsten Kapitel - vergleiche ich die Angaben aus der Literatur mit den Ergebnissen aus der Auswertung der von mir geführten Interviews. Des Weiteren gebe ich unter anderem einen Ausblick über die mögliche zukünftige Entwicklung des Bereiches der psychosozialen Beratung älterer Menschen.
In der Absicht den Text gut lesbar zu machen und sprachlich kein Geschlecht zu bevorzugen, verwende ich im Folgenden die männliche Form für Personenbezeichnungen. Die weibliche Form beinhaltet demnach die männliche Form.
2. Einführung in die Thematik
2.1 Methodik der psychosozialen Beratung älterer Menschen
In der Literatur ist zu finden, dass für die psychosoziale Beratung älterer Menschen ein methodenoffenes Vorgehen sinnvoll ist, welches auf die Belange dieser speziellen Gruppe, der älteren Menschen, ausgerichtet sein sollte.
So postuliert Peters (2006): „Ich bin der Auffassung, dass bei dieser Gruppe Behandlungserfordernisse vorliegen, die eine flexible Ausrichtung und eine Offenheit voraussetzen, sich von unterschiedlichen therapeutischen Richtungen inspirieren zu lassen und wo es häufig erforderlich ist, unterschiedliche Hilfsangebote zu kombinieren“ (S. 48). Der Psychotherapeut und Psychoanalytiker Meinolf Peters (2006) findet vor allem für die Psychotherapie älterer Menschen - innerhalb eines psychoanalytischen Zugangs - den Einbezug verschiedener Anregungen aus unterschiedlichen Ansätzen bedeutsam, zum Beispiel die Ressourcenaktivierung aus dem systemischen Ansatz, das Erleben und die Integration von Gefühlen aus der Gesprächspsychotherapie und die Zielgerichtetheit und Angemessenheit von Verhalten und Erleben aus der Verhaltenstherapie sowie eine Vielzahl anderer Möglichkeiten.
Brückner und Al Akel (2006) nehmen die Grundhaltung des Verstehens an, die traditionell mit tiefenpsychologischen und klientenzentrierten Ansätzen verbunden ist. Des Weiteren können aber auch verhaltenstherapeutische oder systemische Methoden, Rollenspiele und imaginative Verfahren von Bedeutung sein. Deshalb vertreten die Autoren einen methodenoffenen Ansatz. Sie legen sich nicht auf eine bestimmte Methode fest, sondern befürworten verschiedene Verfahren für die jeweils unterschiedlichen Klienten, Ziele und Beratungssituationen.
[...]
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Anja Groer, 2007, Psychosoziale Beratung älterer Menschen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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