Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Die Usability von Websites 4
2. Terminologie und Begriffsbestimmungen 5
2.1. Interface 5
2.2. Benutzerschnittstelle 5
2.3. Mensch-Computer Interaktion 6
2.4. Usability 7
2.5. Usability engineering 8
2.6. Usability Testing 9
3. Interaktionsparadigmen von Benutzerschnittstellen 10
4. Konventionalisierung des Interface-Designs 10
5. Konfliktfeld: Design vs Usability 11
6. Style-Guide für Interface-Designs 12
6.1. Grundprinzipien 12
(a) Sichtbarkeit 12
(b) Qualität und Kohärenz des konzeptuellen Modells 12
(c) Sinnfälligkeit des Mappings 12
(d) Vollständigkeit und Permanenz des Feedbacks 13
6.2. Zielgruppen 13
6.3. Sprachliche Interface-Elemente 14
(a) Statik 14
(b) Dynamik 14
6.4. Formulare 15
6.5. Dynamische Websites 15
6.6. Datenbanken 16
7. Fallbeispiel: Spiegel-Online 17
7.1. Visual Design 17
7.1.1. Interface-Design 17
7.1.2. Sitedesign 18
7.2. Interaktion Online-Dienste 22
7.2.1. Features 22
(a) Spiegel-online Forum 22
(b) Newsletter 23
(c) RSS-Newsfeed 23
2
(d) SPIEGEL-online Sidebar 23
(e) SPIEGEL-Mobil 23
7.3. Bewertung 24
8. Abschließende Bemerkungen 24
9. Literaturverzeichnis 25
3
1. Einleitung: Die Usability von Websites
In einer Zeit, in der Schlagworte wie „Informationsgesellschaft“ oder „Netzwerkgesellschaft“ die Runde machen und nahezu „inflationär“ gebraucht werden, ist es für erfolgreiche Unternehmen unerlässlich, sich den dynamischen Veränderungen anzupassen und ihren – heutzutage schon obligatorischen – Online-Auftritt als „Visitenkarte“ zu betrachten. Insbesondere für Anbieter klassischer Print- und Rundfunkmedien bieten die digitalen Technologien die Möglichkeit, die Vorteile der Printmedien mit den Vorzügen der multimedialen Möglichkeiten, die das Internet bietet, zu kombinieren. Die ergonomische Gestaltung ist dabei enorm wichtig, da die Nutzung bzw. Orientierung auf der Website primär über Menüs oder Dialogfenster und grafische Interface-Elemente erfolgt.
Doch jeder, der im Internet unterwegs ist, kennt das Problem: Oft ärgert man sich über unverständliche Menüs, versteckte Basisinformationen und komplizierte Bestellvorgänge. Websites müssen daher auf jeden Fall benutzerfreundlich gestaltet werden, denn gute User-Interface-Designs sind unabdingbar, um die Applikationen optimal nutzen zu können.
Die übergeordneten Fragen der vorliegenden Seminararbeit lauten:
1. Wie muss ein erfolgreiches, effizientes Interface-Design für interaktive Systeme aussehen?
2. Inwieweit kann eine Website Interaktionsmöglichkeiten bieten?
Nach der Erläuterung der zentralen Begriffe, werde ich die Grundprinzipien des Interface-Designs sowie die typischen Elemente vorstellen. Abschließend soll anhand eines Fallbeispiels die Online-Präsenz des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ hinsichtlich der „Usability“ sowie der Möglichkeiten der „Mensch-Computer-Interaktion“ untersucht und bewertet werden.
4
2. Terminologie und Begriffsbestimmungen
2.1. Interface
Unter „Schnittstelle“ bzw. „Interface“ versteht man im Allgemeinen „den Punkt, an dem sich zwei Systeme begegnen bzw. aneinander koppeln lassen“ 1 und dienen der Bezeichnung jeglicher Oberflächenelemente zur Bedienung von technischen Systemen. Dabei wird unterschieden zwischen (a) technischen Schnittstellen und (b) Benutzerschnittstellen. Während sich technische Schnittstellen auf die „physikalischen Verbindungspunkte zwischen den verschiedenen Anlagenteilen“ eines Systems beziehen, bezeichnen Benutzerschnittstellen die Art und Weise des Datenaustauschs, also das „Interface zwischen Mensch und Maschine“ 2 , welches Gegenstand der vorliegenden Arbeit sein wird.
2.2. Benutzerschnittstelle
Neben der Bezeichnung „Benutzerschnittstelle“ finden sich häufig synonym verwendete Begriffe aus dem Englischen, wie „man-machine-interface“, „human-computer-interface“, „user-interface“ oder „front end“ 3 . Im Deutschen spricht man auch von der „Mensch-Maschine-Schnittstelle“ oder schlicht der „Benutzeroberfläche“ 4 .
Definiert wird die Benutzerschnittstelle als „Einheit aller Komponenten (…), die einem Benutzer zur Bedienung eines Gerätes oder einer Anlage zur Verfügung stehen“ 5 . Dazu zählen sowohl Hardware-Elemente (= Ein- und Ausgabegeräte, z.B. Monitor, Maus, Tastatur), Software-Elemente (= sinnlich wahrnehmbarer Output, z.B. sprachliche oder grafische Bedienelemente, Signaltöne oder gesprochene Sprache) sowie Elemente der Docuware (= technische Dokumentation, z.B. Aufbau- und Bedienungsanleitungen). 6 Die Gestaltung von Interfaces hat die Aufgabe, „einen möglichst reibungslosen, konflikt- und fehlerfreien Austausch von Daten und Informationen sicherzustellen“ 7 und definiert über die bereitgestellten Nutzungsoptionen auch die Interaktionsmöglichkeiten zwischen Mensch und Computer. Das Maß an Interaktivität ist somit abhängig von den zur Verfügung stehenden
1 Wagner, Jörg: „Mensch-Computer-Interaktion: sprachwissenschaftliche Aspekte“; Lang, Frankfurt am Main / Berlin / Bern / Bruxelles / New York / Oxford / Wien (2002), S.21 2 ebd.: S.22 3 ebd.: S.22 4 ebd.: S.22 5 ebd.: S.23 6 ebd.: S.23 7 ebd.: S.24
5
Systemeinheiten: „Vom Benutzer können nur diejenigen Handlungen vollzogen werden, die im Design der Oberfläche angelegt sind.“ 8
2.3. Mensch-Computer-Interaktion
Der Begriff „Interaktion“ verdeutlicht den Zusammenhang zwischen der „Bedienung komplexer Systeme“ und den sich „gegenseitig bedingenden und aufeinander aufbauenden Handlungen bzw. Operationen von Mensch und Technik“ 9 und bezeichnet damit den „wechselseitigen Austausch von Informationen bzw. Daten zwischen Computersystem und Benutzer“ 10 . Dabei befindet sich der Computer, repräsentiert durch das Interface, im unmittelbaren Interaktionsbereich des handelnden Menschen. 11 Diese Konzeptualisierung des Bedienungsprozesses führte zur so genannten „Dialog-Metapher“.
Der Terminus
„Mensch-Computer-Interaktion“
fokussiert die Handlungen eines Anwenders, die dieser mittels eines Computersystems vollzieht. Für die
„Mensch-Computer-Interaktion“
sind folgende Instanzen zu berücksichtigen
12
: der Benutzer
das technische System bzw. der Computer die Entwickler / Produzenten des Systems Eine vermittelnde Funktion erfüllt hierbei das bereits definierte
„Interface“
über Fenster, Icons, Menüs, Dialoge, Meldungen etc.) und fungiert auf diese Weise als
„Schnittstelle zwischen zwei Diskurswelten – der Welt der Produzenten des Systems (Experten) auf der einen Seite und der Welt der Benutzer (Laien) auf der anderen Seite)“
13
. Problematisch ist dabei die Vereinigung bzw. Kongruenz aller drei Komponenten. Der Computer ist dabei nicht als
„Medium zur Kommunikation“,
zum Beispiel mit Experten, zu verstehen, sondern er ist
„selbst der Experte“
14
und kann den Benutzer in Abhängigkeit von der konkreten Interaktionssituation rechtzeitig mit relevanten Informationen bzw. Instruktionen versorgen.
8 Wagner, Jörg (2002), S.24
9 ebd.: S.113 10 ebd.: S.31 11 ebd.: S.114 12 ebd.: S.36 13 ebd.: S.53 14 ebd.: S.53
6
2.4. Usability
„If a system´s one-on-one interaction with its human user is not pleasant and facile, the resulting deficiency will poison the performance of the entire system, however fine that system might be in its other aspects.“ 15
Der Terminus „Usability“ stammt aus der Forschung zur „Mensch-Computer-Interaktion“ und hat sich mittlerweile auch in der deutschen Literatur etabliert. „Usability“ setzt sich zusammen aus den beiden englischen Begriffen „to use“ („benutzen“) und „ability“ („die Fähigkeit / Tauglichkeit“), die sich um die Bedeutungen „Gebrauchstauglichkeit“ bzw. „Brauchbarkeit“ erweitern lassen. Laut der so genannten ISO-Norm 9241 definiert „Usability“ das „Ausmaß, in dem ein Produkt durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Nutzungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufrieden stellend zu erreichen“ 16 .
Die „Usability“ ist also davon abhängig, ob die Interaktion zwischen dem Anwender und dem technischen System (zum Beispiel einer Website) reibungslos funktioniert. Je schneller und leichter ein Benutzer den zielgerichteten Gebrauch einer Website erlernen und anwenden kann, ohne dabei frustriert zu werden, desto höher ist also die „Usability“. Benutzerfreundlich ist zum Beispiel eine Shopping-Site nur dann, wenn es ihm tatsächlich gelingt, die gewünschte Ware zu kaufen.
Ein System gilt also dann als „benutzerfreundlich“, wenn es die folgenden zentralen Kriterien erfüllt:
Effektivität (bzw. das Ausmaß der Zielerreichung),
Effizienz (die Relation von Aufwand und Ausmaß der Zielerreichung) sowie Zufriedenheit.
17
Wichtig für die Bewertung der Usability eines Systems ist, daraus abgeleitet, die Beschreibung der Ziele des Benutzungsprozesses,
der zur Zielerreichung notwendigen Aktionen,
der notwendigen Ausstattung (Hard- /Software) sowie der Umgebung oder des Kontextes, in dem die Benutzung stattfindet. 18
15 Raskin, Jeff: „The Human Interface: New Directions for Designing Interactive Systems“, Reading. Addison-Wesley, Massachusetts (2000), S.114 16 http://www.usability.ch/Deutsch/usab.htm 17 ebd.
18 ebd.
7
Arbeit zitieren:
M.A. (Magistra Artium) Julia Brenner, 2006, Die Usability von Websites, München, GRIN Verlag GmbH
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