Universität Rostock, Institut für Soziologie und Demographie
Seminar: Einführung in die Fachdidaktik Sozialwissenschaften
Sommersemester 2007, 6. Semester
Hermann Giesecke
Vergleich der Entwürfe seiner Fachdidaktik der politischen Bildung (2000)
unter Einbeziehung der Politikdimensionen und Erkenntnisebenen
von
Elisa Kreutzmann
Inhalt
I. Einleitung... 3
II. Zur Person Hermann Giesecke... 4
III. Die vier Modelle... 5
III. I. Systematische Kunde... 5
III. II. Problemorientierter Ansatz... 6
III. III. Konfliktorientierter Ansatz... 8
III. IV. Tagespolitischer Ansatz... 10
IV. Die 3 Dimensionen der Politik... 11
V. Erkenntnisebenen... 13
VI. Vergleich der verschiedenen Ansätze... 14
VII. Literaturverzeichnis... 16
I. Einleitung
Bei der Stoffauswahl im Politikunterricht kann man als Lehrer dem Anschein nach leicht überfordert werden. Die Lehrpläne geben zwar eine gewisse Richtung vor, dennoch gibt es einen großen Freiraum, der dem Lehrenden überlässt, wie viel Zeit er für die ausgewählten Lerngegenstände einplant und um welche zusätzliche Themen der Stoffkanon erweitert wird. Anzustreben ist es insgesamt, möglichst alle 3 Dimensionen der Politik und verschiedene Erkenntnisebenen abzudecken. Da es nicht möglich ist, das mit nur einem Zugang zu erreichen, scheint es sinnvoll, eine Übersicht zu erstellen. Wie verhalten sich also die Systematische Kunde, der Problemorientierte, der Konfliktorientierte und der Tagespolitische Ansatz zu den Politikdimensionen und Erkenntnisebenen? Genau mit diesem Zusammenhang beschäftigt sich diese Arbeit.
Zur leichteren Einordnung der diesem Vergleich zugrunde liegenden Ansätze folgt an dieser Stelle noch ein kurzer historischer Abriss. Viele verschiedene fachdidaktische Ansätze beschäftigten sich schon langer Zeit mit politischer Bildung. 1944 etwa, forderte der NS-Erziehungstheoretiker Franz Huber die „Politisierung“ der Jugend im Sinne des Nationalsozialismus. Auch in der ehemaligen DDR waren didaktische Konzepte politisch einseitig durchdrungen (vgl. Sander 2005, S. 14,15). Nach dem Krieg stand die Re-education im Mittelpunkt, doch schon ab 1951 bestimmten deutsche Theorien wie von Theodor Litt und Friedrich Oettinger die Diskussion um die politische Bildung. Folgend der „Didaktischen Wende“ in den Fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte Hermann Giesecke seine erste Fachdidaktik, die Konfliktorientierung. Später fasste er in seinem Buch „Politische Bildung. Didaktik und Methodik für Schule und Jugendarbeit“ die Systematische Kunde, den Problemorientierten, Konfliktorientierten und den Tagespolitischen Ansatz zusammen. Dieses Werk wird zudem eine der Hauptquellen für den folgenden Beitrag sein.
Nach dieser Einleitung wird zunächst einmal die Person Hermann Giesecke vorgestellt. Darauf erfolgt jeweils eine fachliche Ausführung zu den 4 didaktischen Ansätzen, den 3 Dimensionen der Politik und den Erkenntnisebenen. Schließlich endet die Hausarbeit mit dem eigentlichen Vergleich, der zudem eine eigens erarbeitete tabellarische Übersicht enthält. Ziel soll es nicht sein, die Ansätze persönlich zu beurteilen, sondern vielmehr eine praktische Orientierung für die Lerngegenstandsauswahl zu bieten.
II. Zur Person Hermann Giesecke
Der als Sohn einer Arbeiterfamilie am 9. August 1932 geborene Fachdidaktiker wuchs unter dem Eindruck des Krieges und der Nachkriegszeit auf. Giesecke studierte an der Universität Münster die Fächer Geschichte, Latein und Philosophie. Noch während seines ersten Studiums arbeitete er in politisch- bildenden Lehrgängen des Jugendhofes Vlotho/ Weser mit. 1960 absolvierte Hermann Giesecke das Staatsexamen für das „Lehramt an höheren Schulen“ in den Fächern Latein und Geschichte. Anschließend erweiterte er seinen Erfahrungsschatz in der politisch- pädagogischen Betreuung von Jugendlichen ebenfalls wieder im außerschulischen Bereich. Diese dreijährige hauptamtliche Tätigkeit im Jugendhof Steinkimmen und die Arbeit in Vlotho wurden die Grundlage von Gieseckes Promotionsarbeit an der Universität Kiel: „Die Tagung als Stätte politischer Jugendbildung. Ein Beitrag zur Didaktik der außerschulischen politischen Bildung“ (1964). Veröffentlicht wurde der Inhalt in zwei Bänden: 1965 in einem seiner wichtigsten Werke „Didaktik der politischen Bildung“ und 1966 „Politische Bildung in der Jugendarbeit“. Während dieser Zeit führte Hermann Giesecke sein Studium in den Fächern Erziehungswissenschaften, Philosophie und Geschichte in Kiel fort und arbeitete zudem als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Pädagogischen Seminar der Universität unter Prof. Dr. Dr. Theodor Wilhelm. Bis zu seiner Emeritierung 1997 war Hermann Giesecke 30 Jahre lang Professor für Pädagogik und Sozialpädagogik an der Universität Göttingen (bis 1978 „Pädagogische Hochschule Göttingen“) (vgl. Internetquellen 1* & 4*).
Hermann Giesecke ist auch noch heute als einer der bedeutendsten Wegbereiter der Fachdidaktik zu sehen und im wissenschaftlichen Umfeld durchaus anerkannt, denn in zahlreichen Standartwerken werden seine Entwürfe umfangreich ausgeführt. Vor allem sein Konzept der „Konfliktorientierung“ im Unterricht bedeutete 1965 eine Neuerung und wurde bzw. wird intensiv diskutiert.
Für die heutige Fachdidaktik der politischen Bildung ausschlaggebende Werke sind vor allem die oben schon genannte „Didaktik der politischen Bildung“ von 1965, nachfolgende Auflagen, „Kleine Didaktik des politischen Unterrichts“ von 1997 und „Politische Bildung. Didaktik und Methodik für Schule und Jugendarbeit“. Sie werden auch vorwiegend in dieser Arbeit als Quellen Anwendung finden.
III. Die vier Modelle
III. I. Systematische Kunde
[...]
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Elisa Kreutzmann, 2007, Hermann Giesecke, Munich, GRIN Publishing GmbH
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