Inhaltsverzeichnis
1 NA
Einleitung 3
2 NA
Medizinische Beschreibung des Krankheitsbildes 4
2.1 Definition und Epidemiologie 4
2.2 Ätiologie der Schizophrenie 4
2.3 Symptomatik 5
2.4 Krankheitsverlauf und Prognose 7
3 NA
Therapiemöglichkeiten 8
4 NA
Stigma Diskriminierung und ihre Folgen 10
4.1 Definition 10
4.2 Entstehung und Prozess der Stigmatisierung 11
4.3 Funktionen von Stigmata 12
4.4 Wissen und Einstellung der Öffentlichkeit gegenüber schizophrenen
Menschen NA
12 NA
4.5 Stigmatisierung in den Medien 14
4.6 Folgen der Diskriminierung 15
5 NA
Literaturverzeichnis 17
2 NA
1 Einleitung Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist es einen Überblick über das Krankheitsbild der Schizophrenie zu geben. Dabei sollen neben den medizinischen und therapeutischen Sachverhalten auch die sozialen Folgen der Erkrankung thematisiert werden. Da die Schizophrenie ein komplexes Krankheitsgeschehen darstellt und sowohl im Ausprägungsgrad der Symptome als auch in ihrem Verlauf sehr unterschiedlich sein kann, sind die aufgeführten Inhalte oft nur umrissen worden.
Historischer Rückblick
Verschiedene aus der Antike überlieferte Berichte belegen, dass psychische Störungen keine Zivilisationskrankheiten der Neuzeit sind, sondern seit frühester Menschheits-geschichte existieren. Nach dem heutigen medizinischen Verständnis geht jedoch aus den Aufzeichnungen nicht eindeutig hervor, ob es sich dabei um das Krankheitsbild der Schizophrenie handelte. Lange Zeit wurden im westeuropäischen Mittelalter psychische Störungen dem Wirken von Dämonen zugeschrieben. Erst am Ende des 16. Jahrhunderts begann sich die Erkenntnis besonnener Ärzte durchzusetzen, dass Geisteskrankheiten keine mysteriösen Zustände sind oder gar dem Einfluss des Teufels zu verdanken seien. Dennoch gelang es bis ins 19. Jahrhundert nicht, die Symptome einer Schizophrenie von anderen Psychosen abzugrenzen. Somit wurde eine Vielzahl von psychischen Störungen unter den in der heutigen Zeit als Diskriminierung verstandenen Begriffen wie z.B. Verrücktheit, Geisteskrankheit, Wahnsinn oder Irresein zusammengefasst (Müller 1997, 1-6). Tölle und Windgassen (2003, 191) weisen darauf hin, dass es Emil Kraepelin erst 1896 gelang, „hinter der Vielgestaltigkeit der Erscheinungsbilder gemeinsame Merkmale zu erkennen und ein Krankheitsbild herauszuarbeiten.“ Der häufig frühe Krankheitsbeginn sowie die massiven Beeinträchtigungen im Denken führten Kraepelin zu der Bezeichnung „Dementia praecox“. Eine Neufassung des Krankheitskonzeptes wurde 1911 durch den schweizer Psychiater Eugen Bleuler initiiert. Indem er den Zerfall der Denkprozesse, eine Spaltung zwischen Gedanken und Gefühlen und einen Rückzug von der Realität beschrieb, erkannte er die Grundstörungen dieser Krankheit. Bleuler führte die noch heute gültige Bezeichnung Schizophrenie ein (Häfner 2001, 53-56).
2 Medizinische Beschreibung des Krankheitsbildes 2.1 Definition und Epidemiologie Die Schizophrenien gehören zu den häufigsten und schwersten psychischen Störungen. Sie stellen eine heterogene Gruppe von Erkrankungen dar, die zu den endogenen Psychosen gezählt werden.
Hinterhuber und Fleischhacker (1997, 62) grenzen das Krankheitsbild wie folgt ab: „Eine Schizophrenie liegt vor, wenn ein Mensch - ohne erkennbare Hirnkrankheit, ohne Trübung des Bewusstseins und ohne Einwirkung psychotroper Substanzen - Störungen der Persönlichkeit (des Ichs und des Selbsterlebens), des Denkens, der Realitätsauffassung, der Wahrnehmung und der Affektivität aufweist.“ Somit können durch eine Schizophrenie sämtliche psychischen Funktionen und Lebens-bereiche bei der erkrankten Person beeinträchtigt sein. Die Wahrscheinlichkeit im Verlauf eines Lebens an Schizophrenie zu erkranken geben Hinterhuber und Fleischhacker (1997, 64) mit 1 - 1,5 % an. Männer und Frauen erkranken mit etwa gleicher Häufigkeit, wobei der Manifestationsgipfel bei Männern zwischen dem 15. und 25., jedoch bei Frauen zwischen dem 25. und 36. Lebensjahr liegt. Prinzipiell ist eine Erkrankung in jedem Lebensalter möglich, doch treten weniger als 20 % der Erstmanifestationen nach dem 4. Lebensjahrzehnt als Spätschizophrenie auf. Mit 2 % aller Fälle ist die Schizophrenie im Kindesalter nur sehr selten zu finden (Arolt et al. 2004, 99). Tölle und Windgassen (2003, 192) postulieren, dass die Schizophrenen in psychiatrischen Einrichtungen unter den Langzeitpatienten die größte Diagnosegruppe bilden. Schizophrenien findet man in allen Rassen und Kulturen der Erde in übereinstimmender Häufigkeit vor.
2.2 Ätiologie der Schizophrenie Für die Entstehung der Schizophrenie existiert derzeit noch kein allseits akzeptiertes und wissenschaftlich hinreichend belegtes Erklärungsmodell. Vielmehr versucht man die Ausbildung des Krankheitsbildes durch einen polyätiologischen Ansatz, der das Zusammenwirken von mehreren ursächlichen Faktoren unterstreicht, zu begründen. Genetische und biologische Forschungen liefern derzeit die umfangreichsten Nachweise hinsichtlich pathologischer Veränderungen bei Schizophrenie. Durch Familienuntersuchungen erkannte man eine erbliche Prädisposition für Schizophrenie. So erkranken Verwandte von schizophrenen Patienten mit höherer Wahrscheinlichkeit als Menschen aus schizophreniefreien Familien. Dennoch gibt Arolt (2004, 99) das Risiko für den Ausbruch der Krankheit bei eineiigen Zwillingsgeschwistern von Schizophrenen nur mit 40-75 % an, was für die nicht zu unterschätzende Bedeutung der nicht genetischen Faktoren spricht. Als mögliche
erbliche Veränderungen lokalisierte man Entwicklungsdefizite der Hirnstruktur sowie biochemische Verteilungsstörungen von Neurotransmittern. Daher zeigte sich bei schizophrenen Patienten ein kleinerer präfrontaler Cortex mit geringerer neuronaler Aktivität. Darüber hinaus ließ sich eine Vergrößerung der Hirnventrikel feststellen, was für eine Rückbildung oder Zerfall von Hirngewebe an verschiedenen Stellen spricht. Auch konnte man in vielen Hirnarealen ein Ungleichgewicht des Dopaminspiegels feststellen (Arolt et al. 2004, 99).
Als mögliche biologische Ursache deutet Häfner (2005, 106) die durch Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen induzierten Störungen bei der Hirnentwicklung.
Auf entwicklungspsychologischer und familiendynamischer Ebene versucht man die Entstehung einer Schizophrenie durch Ich-Entwicklungsdefizit, Trennungs- und Individualitätsprobleme in den ersten Lebensjahren oder ein Persistieren der Mutter- Kind-Symbiose zu erklären. Als weitere mögliche Gründe werden gestörte familiäre Kommunikation sowie Rollendiffusion (Kind als Ersatzpartner) diskutiert. Ferner wird verstärkt der Einfluss der Vulnerabilität, einer
„Dünnhäutigkeit“ gegenüber belastenden Lebensereignissen, als möglicher Faktor für das Auftreten der Schizophrenie erwogen. So können ungünstige Umweltbedingungen und schwere Lebenskrisen (life events) schizophrenieanfällige Menschen in ein schweres Stadium der Erkrankung treiben oder eine psychotische Episode auslösen (Arolt et al. 2004, 100).
2.3 Symptomatik Wie bereits angedeutet, können bei der Schizophrenie zahlreiche unterschiedliche Symptome auftreten. Durch das Bemühen die unterschiedlichen Krankheitszeichen zu gruppieren, entstanden mehrere Klassifikationssysteme, die die Vielfalt der Erscheinungsformen der Schizophrenie aufzeigen. In dieser Arbeit soll auf den Versuch der Systematisierung von Eugen Bleuler eingegangen werden, da seine Einteilung in Grund- und akzessorische Symptome derzeit die gebräuchlichste ist. Tölle und Windgassen (2003, 192) geben Bleulers Gliederung wie folgt wieder: „Grundsymptome sind die Störungen des Denkens, der Affektivität und des Antriebes, in erster Linie Zerfahrenheit, Ambivalenz und Autismus. Akzessorische Symptome sind Wahn, Halluzinationen und katatone Störungen; sie sind zwar eindrucksvoll, aber weder obligatorisch noch spezifisch und daher nicht diagnostisch ausschlaggebend.“ Als Zerfahrenheit wird das zusammenhangslose und alogische Denken bezeichnet. Im Extremfall kann es dazu führen, dass vom Patienten nur noch ein Durcheinander
Arbeit zitieren:
Uwe Schwender, 2007, Schizophrenie, München, GRIN Verlag GmbH
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