Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Zur Person Albert Hahls 3
3. Gouverneursjahre in Neuguinea 5
4. Das Südseebild in Gouverneursjahre in Neuguinea 6
4.1. Im Hinblick auf die Menschen 6
4.2. Im Hinblick auf die Umwelt und die zeitliche Entwicklung 8
5. Die Realität 10
6. Schlussbemerkung 14
Literaturverzeichnis 15
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1. Einleitung
In dieser Arbeit befasse ich mich mit dem deutschen Gouverneur Albert Hahl und seinem Buch „Gouverneursjahre in Neuguinea“. Dieses autobiographische Werk verfasste er 1937, er schreibt darin über die Zeit, die er im Kolonialdienst für das deutsche Kaiserreich in Deutsch-Neuguinea in der Südsee verbrachte. Zuerst werde ich auf seine Person eingehen, dann auf „Gouverneursjahre in Neuguinea“. Diesbezüglich befasse ich mich damit, was für ein Bild Hahl von der Südsee kreiert. Wie er die Menschen zeichnet, mit denen er zu tun hatte, Situationen, in denen er sich befand, Entwicklungen, die er miterlebte und auch mitbestimmte. Und schließlich möchte ich seiner Darstellung eine heutige Sicht gegenüberstellen, um dieses Südseebild ein wenig zu erweitern. Hierbei beziehe ich mich zu einem großen Teil auf „Das Deutsche Reich in der Südsee“ von Hermann Joseph Hiery. In der Veranstaltung ging es um verschiedene „Deutsche in der Südsee“ sowie um deren und andere Darstellungen von „Südsee“. Kolonialisten waren eine der ersten Gruppen von Europäern, die sich in der Südsee niederließen. Die deutsche Kolonialmacht beeinflusste einerseits die Geschichte dort. Andererseits benutzte sie das Bild einer Südseeidylle in deutschem Besitz aus Prestigegründen sowie den Gedanken von „kulturellem Auftrag“ als Argumente für Kolonialbesitz und somit um ihre Position in Europa zu festigen. Albert Hahl lebte und arbeitete 18 Jahre im Dienste der deutschen Kolonialmacht in Deutsch-Neuguinea. Er gilt als erfolgreicher Kolonial-Gouverneur, was auch immer das heißen mag, auf jeden Fall befand er sich in einer machtvollen Position, was Handlungen vor Ort sowie die Darstellung in Europa betrifft. Ich möchte mich nun damit befassen, wie er das Fremde und die Geschichte beschreibt und konstruiert, sicherlich auch um seine Arbeit zu rechtfertigen. Zunächst komme ich aber auf Albert Hahls Person zu sprechen.
2. Zur Person Albert Hahls
Albert Hahl wurde am 10. September 1868 in Gern (Bayern) geboren und starb dort 77-jährig an Weihnachten 1945. Hahl kam mit 27 Jahren nach Deutsch-Neuguinea und war dort von „(…) Jan[uar] 1896 bis Dez[ember] 1898 als k[ai]s[er]l[icher] Richter in Herbertshöhe (Bismarckarchipel) in dem damaligen Schutzgebiet der Neuguinea-Kompagnie (…) tätig“ (http://www.stub.bildarchiv-dkg.unifrankfurt.de/, Zusätze von M. K.). Ein Zeitgenosse lobte Hahls politischen Aufstieg folgendermaßen: Nachdem er vielfach die Gelegenheit gehabt habe, durch umsicht (sic) und Tatkraft unbotmäßige Eingeborene in ihre Schranken zu weisen und in Ordnung zu halten, wurde er 1899 für die Stelle eines
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Vizegouverneurs der Karolinen- und Marianengruppe in Ponape ausersehen. Mit Umsicht und Unerschrockenheit verstand er hier in hervorragender Weise seinen persönlichen Einfluß (sic) auf die Insulaner auszuüben und ihnen Vertrauen zur deutschen Verwaltung einzupflanzen. Diese Eigenschaften, sowie seine Kenntnis der Südseeverhältnisse lenkten dann die Wahl auf ihn, als es sich 1902 um die Besetzung des freigewordenen Gouverneurpostens von Deutsch-Neuguinea in Herbertshöhe handelte (Dobrowsky 2000).
Der Überlegenheitsanspruch der Deutschen gegenüber den Einheimischen, der hier zum Ausdruck kommt spiegelt auch Hahls Einstellung wieder, die jedoch für seine Zeit recht ungewöhnlich war, da sie um den Aspekt der Hochachtung und des Respekts vor den Einheimischen erweitert war.
Als Gouverneur der Kolonie war Hahl „(…) responsible for the administration of the Micronesian Islands as well as the Bismarck Archipelago, the German Solomon Islands and the north-eastern part of the mainland of New Guinea“ (Jacobs 1972: 517). Hahl war kein “(...) theorist in colonial relations” (ebenda), er gilt aber als einer der erfolgreichsten deutschen Kolonial-Gouverneure und sein Charakter wird in hohen Tönen gelobt:
Physically courageous, humane and resourceful, he combined commonsense with intellectual curiosity in his approach to New Guinea. An unpretentious ease of manner won him the respect of the rather bizarre community of whites and part- Samoans at Kokopo in 1900; it made him equally at home in the villages of the Gazelle Peninsula, where he learned to talk to the leading men in their own language (ebenda).
Dieser letzte Punkt, sein Bemühen um lokale Sprachkenntnisse, macht deutlich, wie sehr ihm am Herzen lag, das Land und seine Bewohner kennen zu lernen. So hat sich Hahl „(…) auch in der Erforschung des Schutzgebiets betätigt und u. a. 1908 in Begleitung zweier Europäer zuerst Bougainville durchquert. 1912 wurde ihm der Charakter als Rat 1. Kl[asse] verliehen“ (http://www.stub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de/, Zusatz von M. K.).
„He published a number of articles on New Guinea while he was in office” (Jacobs 1972: 517), zum Beispiel „Über die Rechtsanschauungen der Eingeborenen eines Teils der Blanchebucht und des Innern der Gazellehalbinsel in den "Nachrichten über Kaiser Wilhelmsland" 1897; Der Bismarckarchipel und die Salomoninseln, Mitt. a. d. d. Schutzgeb.
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1899, sowie verschiedene weitere Aufsätze kolonialen Inhalts“ (http://www.stub.bildarchiv- dkg.uni-frankfurt.de/). Ende der dreißiger Jahre verfasste er verschiedene Bücher, darunter sein autobiographisches Werk „Gouverneursjahre in Neuguinea“, „(…) for which he had been collecting material for several years“ (Jacobs 1972: 517). Seine Bücher waren, bezüglich des Zeitgeistes,
(…) clearly intended to publicize the colonial past in Hitler´s Germany, but there is no evidence in them of adherence to Nazi doctrines. On the contrary, their unadorned prose, strict adherence to facts, and reiteration of the views about the indigenous people that he had held before 1914 suggest that Hahl was not at ease in his association with Nazi colonial propaganda, although he did in 1938 accept an appointment to the Kolonialrat of the Reichskolonialbund (ebenda).
Im folgenden möchte ich auf sein Werk „Gouverneursjahre in Neuguinea“ eingehen und auf das Südseebild, das Albert Hahl darin kreiert, auf die Sicht eines deutschen Kolonialbeamten des beginnenden 20. Jahrhunderts, die teils recht ungewöhnlich für seine Zeit erscheint.
3. „Gouverneursjahre in Neuguinea“
Albert Hahls Werk „Gouverneursjahre in Neuguinea“ erschien 1937. Albert Hahl war fast 70 Jahre alt, als er es verfasste. „Er schildert in kritischer Zuneigung das Leben vergangener Tage, pointiert und minutiös hat er seine Erinnerungen zu Papier gebracht“ (http://www.abera.de/). Das Buch gilt als „Standardwerk deutscher Kolonialgeschichte“ aufgrund der „geschichtliche[n] Betrachtung“ der Epoche und der „ethnologische[n] und landeskundliche[n] Details“ (http://www.abera.de/, Zusätze von M. K.). Hahl bemüht sich „(…) um weitestgehende Objektivität in der Darstellung der Einheimischen“ (Leicht 2000: 84). Es geht ihm weniger um eine Autobiographie als um die Darstellung des „Zusammenprall[s] zweier Kulturen“ (Sack in Hahl 1997: X). Er wirkt mit sich zufrieden und macht den Eindruck, als sei er überzeugt, dass er gute Arbeit geleistet hatte (Sack in Hahl 1997: XVII). Als Leser spürt man auch seine Überzeugung von der eigenen, der europäischen Überlegenheit, aber ebenso ist eine Hochachtung vor den „Eingeborenen“ zu bemerken. Diese sah er als Menschen, ausgestattet mit den gleichen „Trieben des Handelns“, das heißt, dass es bei ihnen wie bei den Europäern Liebe und Hass, gute und schlechte, ehrliche und unehrliche Menschen gibt (Hahl 1997: 66). Albert Hahl wollte das Beste für das Land (Sack in Hahl 1997: XVIII) und war von der Notwendigkeit überzeugt, dazu das Gebiet und die Bewohner
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Quote paper:
Myriam Kiefer, 2005, Albert Hahls Südseebild in "Gouverneursjahre in Neuguinea", Munich, GRIN Publishing GmbH
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