Fachhochschule Erfurt, Fachbereich Sozialwesen
Seminar: Methoden der Sozialen Arbeit II
Wintersemester 2006/2007, 3. Semester
Grundlagen der Mediation
von
Tom Reimer
Gliederung
1.) Einleitung / Geschichte der Mediation... 3 - 4
2.) Wichtigste Elemente und Grundlagen der Mediation... 4 - 8
2.1) Ziele und Prinzipien der Mediation
2.2) Die Rolle des Mediators
2.3) Phasen und Techniken der Mediation
3.) Ein praktisches Beispiel aus der (Familien-) Mediation... 9
4.) Schluss/Fazit... 10
5.) Literaturverzeichnis... 11
1.) Einleitung und Geschichte der Mediation
Ich habe mich im Anschluss an das Seminar: Methoden der Sozialen Arbeit II, für die Ausarbeitung des Themas der Mediation entschieden, da ich denke, dass dieser Ansatz für das menschliche Zusammenleben und auch für die Soziale Arbeit entscheidende Konfliktlösungsansätze bereithält, die Alternativen zu anderen Konfliktlösungsstrategien bietet. Weiterhin muss noch mehr um das Verständnis dafür geworben werden, denn meiner Ansicht nach ist die Methode in Gesellschaft und Institutionen noch nicht verbreitet genug und bietet durchaus noch Potential weiterentwickelt bzw. verstärkt zu werden. Zu der Geschichte oder den Vorläufern der strukturierten methodisch angewandten Mediation ist zu sagen, dass sie weit in die Menschheitsgeschichte zurückgeht, nur um ein Beispiel zu nennen, spielte die alternative Konfliktbehandlung in östlichen Kulturen wie China und Japan schon vor 2000 Jahren eine große Rolle. Sie ist dort bis heute ein fester Bestandteil in der Abwicklung von Konflikten im privaten und öffentlichen Bereich geblieben (Schäffer 2004, S. 171).
Die Mediation wurde also nicht in Amerika erfunden, sondern wiederentdeckt und methodisch strukturiert (ebd., S. 170). Diese Ansätze der strukturierten Mediationsentwicklung fanden in den USA statt und kamen dann nach Europa. Zudem ist Amerika bis heute führend in konsensorientierter Konfliktbearbeitung und deren Weiterentwicklung (ebd.). Die Mediation im engeren Sinne wurde dann in den USA vor allem von gerichtlichen Instanzen als Alternative zum klassischen "gegnerschaftlichen Streitverfahren" entwickelt (Proksch 1991a, zit. n. Galuske 2005, S. 209). Ende der 30er Jahre war Mediation an Gerichten und Beratungsstellen in Kalifornien institutionalisiert, jedoch vorrangig für die "Versöhnungsberatung". Nach einer längeren Erprobungsphase in den 70er Jahren, war dann 1980 ein Gesetz erlassen, das alle Fragen des Sorgerechts und bei der Besuchsregelung in Scheidungsfällen, im Vorfeld der gerichtlichen Klärung ein Vermittlungsverfahren zwingend vorschreibt (ebd.). Mittlerweile haben mehr als die Hälfte der Bundesstaaten in den USA ähnliche Regelungen auf verbindlicher oder freiwilliger Basis eingeführt (Proksch 1991a, zit. n. Galuske 2005, S. 209). Zudem erhält die Mediation als Schlichtungsverfahren in den 80er Jahren Einzug in Betriebe, Unternehmen, Schulen und Wohlfahrtsorganisationen und in die Bewährungshilfe mit dem "Täter-Opfer-Ausgleich" (Schäffer 2004, S. 173). In den 90er Jahren wird Mediation nicht mehr nur als alternativer, sondern als primärer Konfliktlösungsansatz anerkannt (ebd.). In Deutschland setzte seit den 70er Jahren eine ernstere wissenschaftliche Debatte über Alternativen in und zur Justiz ein. Ab den 80er Jahren wurde dann z. B. der Täter-Opfer-Ausgleich auf professioneller Basis entwickelt. 1989 wurde dann die Trennungs- und Scheidungsmediation eingeführt, woraus die Bundesarbeitsgemeinschaft für Familienmediation 1992 entstand. In den 90er Jahren begann die Schulmediation ein Motor der Mediationsbewegung in Deutschland zu werden, zudem wurden weitere Streitschlichter- und Konfliktlotsenmodelle entwickelt. Neben weiteren Entwicklungen im Laufe der Jahre, führten dann im Jahr 2000 verschiedene Bundesländer Modellprojekte in die obligatorische Streitschlichtung ein (ebd., S. 174).
2.) Die Grundlagen der Mediation
Mediation lässt sich nach Breidenbach wie folgt beschreiben: "Mediation ist die Einschaltung eines (meist) neutralen und unparteiischen Dritten im Konflikt, der die Parteien bei ihren Verhandlungs- und Lösungsversuchen unterstützt, jedoch über keine eigene (Konflikt-) Entscheidungskompetenz verfügt." (Breidenbach 1995, zit. n. Galuske 2005, S. 211). Neben verschiedenen Konfliktlösungsstrategien ist also die Mediation unter dem Stichwort: Verhandlung unter Hinzuziehung eines außenstehenden Dritten, einzuordnen (Bastine 1995, zit. n. Galuske 2005, S. 209). Dabei ist die Mediation von juristischer Verhandlung und dem Schlichten von Streitfällen zu unterscheiden, da sie im Kern nicht zwangsläufig auf kooperative Formen der Konfliktbearbeitung durch die direkt Konfliktbeteiligten angewiesen sind (Galuske 2005, S. 209f).
[...]
Arbeit zitieren:
Tom Reimer, 2006, Grundlagen der Mediation , München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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