Inhaltsverzeichnis
1. Einführung 3
2. Bauschemen 4
2.1. Der tuskische Tempel 4
2.2. Der römische Tempel 5
2.3. Die Maison Carrée in Nîmes 5
3. Das Pantheon in Rom 7
3.1. Formale Beschreibung 7
3.2. Daten 8
3.3. Baugeschichte 9
4. Literaturverzeichnis 11
5. Abbildungen 13
6. Abbildungsverzeichnis 13
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1. Einführung
Die heutige Vorstellung der baulichen Gestaltung eines römischen Tempels entspricht dem Aufbau derer, die noch erhalten sind und diese stammen überwiegend aus der Kaiserzeit und sind der Epoche des „augusteischen Klassizismus“ zuzurechnen. Römische Tempel aus dieser Zeit und auch schon aus den Jahrhunderten zuvor wurden anlässlich historischer Geschehnisse und aus Repräsentationsgründen errichtet; ihr Ursprung geht nicht, wie der der griechischen Tempel aus den mythischen Bereichen hervor. Festgehalten wurden die Gründungsdaten in Kalendern, auch ihre „Geburtstage“ wurden zelebriert. „Der Grieche weiht, der Römer gründet“ 1 . Eine Begründung hierfür könnte das allgemeine Weltverständnis des Römers sein, das sich völlig von dem des Griechen unterscheidet, da der römische Lebensstil von Subjektivität geprägt ist, die wiederum Widerhall in Architektur und Kunst findet. So wie die Kultstatue der Römer einer Rückwand bedurfte und nicht wie die der Griechen frei im Raum stand, so erhielt auch der Tempel einen eigenen Raum und anhand der Frontalität der Tempelbauten lässt sich schließen, dass auch der Römer selbst einen gewissen Raum vor sich haben musste. 2
Baugeschichtlich folgen die römischen Heiligtümer und somit der römische Tempel im Aufbau der etruskischen Heiligtumsanlage. Im Verlauf der römischen Republik, insbesondere mit der Einnahme Griechenlands im 2. Jh. v. Chr., übernehmen die Römer zunehmend hellenistische Bauformen, wenngleich die markant römischen Eigenschaften eines Tempels, wie das Podium und die axiale Ausrichtung, soweit dies geographisch möglich war, nie aufgegeben wurden. Die Übernahme griechischer Bauformen brachte in positiver Weise eine Überwindung des provinziellen Architekturstils mit sich. Fortan tauchte die römische Baukunst in die mediterrane Formenwelt des Hellenismus ein. 3
1 Heinz Kähler: der römische Tempel, Berlin 1970, S. 24.
2 Vgl.: Heinz Kähler 1970 (wie Anm. 1), S.12-18.
3 Vgl.: Werner Müller/Gunther Vogel: Baugeschichte von Mesopotamien bis Byzanz, in: dtv-Atlas. Baukunst, Bd. 1, München 13 2005, S. 247.
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2. Bauschemen
2.1. Der tuskische Tempel
Wenngleich der etruskische Tempel in Form und Funktion ebenso durch griechische Vorbilder geprägt wurde, so entwickelte er sich doch selbstständig und hat eigene Merkmale, die eine eindeutige Differenzierung vom griechischen ermöglichen. Der tuskische Tempel stand immer innerhalb eines sogenannten Templum, das einen vom Profanen abgegrenzten sakralen Bereich beschreibt und war anhand eines Achsenkreuzes nach Süden oder Osten orientiert. Der Tempel, als solcher zunächst aedes genannt, zu Deutsch ‚Haus’, beherbergte die zu verehrende Kultstatue und ergänzte den Heiligtumsbezirk. Die Erhöhung durch ein Podium, die ihn zur Dominante innerhalb des Templum werden ließ, betonte seine Wichtigkeit. Der tuskische Tempel hatte im Grundriss ein Seitenverhältnis von 6:7, wodurch er deutlich breiter war und dadurch kürzer erschien, als die griechische Variante. Weiter unterscheidet ihn die bereits erwähnte Erhöhung durch ein Podium und eine zum Betreten notwendige Freitreppe auf der Front- bzw. Schauseite. Im Gegensatz zur schmucklosen Rückseite statteten die Etrusker diese großzügig figürlich aus, einerseits bedingt durch pragmatische Gründe hinsichtlich der Holzkonstruktion, da Gebälkträger am offenen Giebel und Gebälk selbst vor Witterungseinflüssen geschützt werden mussten, andererseits verstärkte die Dekoration aber auch den fortwährend eingehaltenen Frontalitätscharakter ihrer Tempelbauten. Dass das Podium nicht ebenfalls wie der restliche Tempel aus Holz konstruiert wurde hängt einerseits mit den, den Etruskern bekannten, Erosionsproblemen und der Bodenfeuchtigkeit Norditaliens zusammen, dennoch kann dies nicht der einzig ausschlaggebende Grund gewesen sein, da sie in diesem Fall auch ihre privaten Häuser durch Podien hätten erhöhen müssen, dem nicht so war. 4 Die tiefe Säulenhalle, die von einer zwei- bis dreifachen Säulenstellung geprägt war, nahm die Hälfte der Tempelgrundfläche ein. Der Tempel war dreigeteilt und die das Kultbild beherbergende Cella wurde von zwei gleich tiefen, aber schmäleren Räumen flankiert. Das Verhältnis dieser Räume zueinander betrug 3:4:3. Die Außenwände der Räumlichkeiten schlossen den Tempelbau sowohl rückwärtig, als auch seitlich in der Podiumsflucht ab. Eine umlaufende Säulenhalle oder Pilasterordnung, wie sie aus der griechischen Tempelarchitektur bekannt ist, wurde nicht umgesetzt. 5
Da der etruskische Tempelbau zunächst nach praktisch-architektonischen Prinzipien und nur sekundär nach optisch-schönen Gesichtspunkten errichtet wurde war der
4 Vgl.: Heinz Kähler 1970 (wie Anm. 1), S. 19f.
5 Vgl.: Werner Müller/Gunther Vogel 2005 (wie Anm. 3), S. 249.
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Arbeit zitieren:
2007, Römische Tempelbauten, München, GRIN Verlag GmbH
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