Gliederung
Gliederung 1
1. Einleitung 2
2. Puerto Rico als geographischer Raum 2
2.1 Die Geschichte 2
2.1.1 Die Eroberung und Besiedelung 2
2.1.2 Die Folge des Spanisch- Amerikanischen Kriegs 3
2.1.3 Das Commonwealth Puerto Rico 4
2.2 Die Bevölkerung im 20 Jahrhundert 4
2.2.1 Demographie Exil 4
2.2.2 Amerikanisierung“ 5
3. Puerto Rico im 20 Jahrhundert 6
3.1 als wirtschaftlicher Raum 6
3.2 als politischer Raum 7
3.3 als kultureller Raum 8
3.3.1 Ein Überblick 8
3.3.2 Wichtige zeitgenössische Schriftsteller Puerto Ricos und zentrale Themen 9
3.3.3 Puertorikanische Dichtung aus New York 11
4. Schluss 11
Literaturverzeichnis 13
1
1. Einleitung
Wie der Titel der Hausarbeit schon andeutet, handelt es sich um einen Überblick, der Puerto Rico im 20. Jahrhundert darstellt. Die Betrachtung soll auf drei Bereiche gerichtet werden: Der geographische Raum Puerto Rico umfasst die wichtigsten Ereignisse der Geschichte Puerto Ricos. Hinzu kommt die Beschreibung der Bevölkerung und deren von Nordamerika beeinflussten Entwicklung im Laufe des 20. Jahrhunderts. Der zweite Bereich beschreibt Puerto Rico als Wirtschaftsraum und stellt in groben Zügen den Verlauf einer wirtschaftlichen Entwicklung dar, die geprägt ist durch den großen Einfluss der USA. Der letzte Bereich umfasst Puerto Rico als kulturellen Raum wobei der Schwerpunkt auf der Literatur des 20. Jahrhunderts liegt und die zentralen Themen der zeitgenössischen Schriftsteller vorgestellt werden sollen.
Insgesamt soll ein besonderes Augenmerk darauf gerichtet werden, wie Puerto Rico von USamerikanischen Strukturen durchdrungen wird.
2. Puerto Rico als geographischer Raum
2.1 Die Geschichte
2.1.1 Die Eroberung und Besiedelung
Puerto Rico wurde 1493 durch Christoph Kolumbus entdeckt. Erst im Jahre 1521 wurde die heutige Hauptstadt San Juan gegründet und die Insel auf den Namen Puerto Rico getauft. Der erste Gouverneur der Insel wurde Juan Ponce de León, unter dessen Führung man begann, die Insel zu kolonisieren. Die eingeborenen indigenen Stämme, die vor der Ankunft der Spanier das Land bewohnten, waren die Borinquenos. Es waren Indianer, die vom Ackerbau lebten und bald von den Eroberern so weit zurückgedrängt wurden, dass sie vor der Ausrottung standen. Die Spanier brauchten jedoch Arbeitskräfte, die auf den Plantagen und in den Bergwerken arbeiteten. Aus diesem Grund begann der Import von afrikanischen Sklaven, die diese Arbeit verrichten sollten.
Vom 16. bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts musste sich Puerto Rico immer wieder gegen Angriffe verteidigen, die von Seiten europäischer Seefahrer kamen. Im Jahre 1592 waren es die englischen Seefahrer Francis Drake und John Hawkins, die versuchten die Insel in Besitz zu nehmen, jedoch an den starken Befestigungsanlagen scheiterten. Im Jahre 1625 wurde die heutige Hauptstadt San Juan durch die Holländer niedergebrannt und zu Beginn des 18. Jahrhunderts erneut durch die Engländer angegriffen. Puerto Rico konnte alle Angriffe
2
abwehren. Im Laufe des 19. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Unruhen und Auflehnungen gegen die spanische Kolonialherrschaft, was dann schließlich zur Gewährung der Autonomie im Jahre 1897 führte. 1
Wenn man die Geschichte Puerto Ricos mit der Geschichte anderer spanischer Kolonien vergleicht, so wird deutlich, dass während der Phase der Unabhängigkeitskriege in den Jahren 1791- 1825 in Puerto Rico Spanien die koloniale Führung nicht aus der Hand gab. Ein Grund war die Bevölkerung, die eine Vielzahl von Siedlern aufwies, die Spanien gegenüber loyal bleiben wollten und die auch aus den anderen spanischen Kolonien nach Puerto Rico kamen, um dort eine neue Existenz im Schutz der spanischen Krone aufzubauen. Ein anderer Grund, der eine Unabhängigkeitsbestrebung unterdrückte, war die Befürchtung, dass solch eine Bewegung Unruhen unter den Sklaven auslösen könnte. Außerdem waren zu viele spanische Truppen auf der Insel stationiert, die eine Unabhängigkeitsbewegung schnell unterdrückt hätten. Dennoch kam es im 19. Jahrhundert immer wieder zu kleinen Unruhen, die jedoch von dem Militär schnell aufgelöst wurden. 2 Bis heute gibt es Unabhängigkeitsbestrebungen. Ihre
Anhängerschaft ist jedoch klein und stellt so keine repräsentative politische Richtung dar.
2.1.2 Die Folge des Spanisch- Amerikanischen Kriegs
Nach Beendigung des Krieges zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Spanien fiel Puerto Rico an die USA und stand von diesem Zeitpunkt an unter ihrer Herrschaft. 3
Im Jahre 1900 wurde eine Regierung durch die USA eingesetzt und schon bald darauf erhielten die Puertorikaner die US- amerikanische Staatsbürgerschaft. Die USA bemühten sich im wirtschaftlichen und sozialen Bereich das Land zu unterstützen. Die Probleme lagen vor allem in der Überbevölkerung und dem daraus resultierenden Mangel an Arbeitsplätzen. Die Ansiedelung von US- amerikanischen Industriebetrieben wurde durch die Instandsetzung und den Ausbau der Wasserkraftwerke gefördert.
Unter der Führung des puertoricanischen Gouverneurs Luis Muñoz Marín wurde ein Entwicklungsprogramm eingeführt, das die Industrieproduktion erhöhte und so den Lebensstandart der Puerto Ricaner sichtlich anhob.
1 Röhrbein, Karin; Schultz, Reinhard (Hg.): Puerto Rico. Inselparadies der Wallstreet oder unabhängiger Staat? Geschichte, Kultur, Gegenwart, Berlin: Klaus Wagenbach 1978, S. 53.
2 Ebd., S. 38-39.
3 Der Spanisch- Amerikanische Krieg führte 1898 zu der Loslösung Kubas und Puerto Ricos von der spanischen Herrschaft. Der Kriege hatte seinen Ursprung in dem Unabhängigkeitskampf von Kuba, in den sich die USA
1897 einschaltete, um ihre Investitionen zu schützen.
3
2.1.3 Das Commonwealth Puerto Rico
Während der sechzehnjährigen Amtszeit erklärt der Gouverneur Luis Muñoz Marín sein Land zum Commonwealth. 4 Der wichtigste Schritt auf diesem Weg war der Entwurf einer eigenen
Verfassung, die Puerto Rico innere Autonomie zusicherte und im Jahre 1952 in Kraft trat. Während der siebziger und achtziger Jahre war eine der wichtigsten politischen Fragen, ob Puerto Rico den Status eines Commonwealth beibehalten sollte, oder ob es als Bundesstaat den USA angegliedert werden sollte. Diese Überlegung war eine Folge der starken wirtschaftlichen Verbundenheit mit den USA und im Laufe der neunziger Jahre wurden immer wieder Volksabstimmungen durchgeführt, die jedes Mal knapp für die Beibehaltung des Status als Commonwealth ausgingen. Nur ein ganz geringer Anteil der Bevölkerung stimmte für ein gänzlich unabhängiges Puerto Rico.
2.2 Die Bevölkerung im 20. Jahrhundert.
2.2.1 Demographie - Exil
Die Bevölkerung Puerto Ricos umfasst ca. 3,5 Mio. Einwohner. Auf dem Festland in den USA leben wiederum weitere 2,5. Mio. Puertorikaner, die meisten davon in dem Bundesstaat New York. Zwischen beiden Bevölkerungsteilen besteht eine rege Immigration. 5
Die heutige Bevölkerung ist eine multikulturelle Gesellschaft. Es leben Europäer, Afrikaner, Asiaten und wenige Indianer im Land. Die meisten Menschen sind jedoch Kreolen und Mulatten, deren Ursprung auf die zu Kolonialzeiten importierten Afrikaner zurückzuführen ist. Ab 1519 brachten die Spanier afrikanische Sklaven nach Puerto Rico, die auf den Zuckerrohrplantagen arbeiten sollten. Zwischen 1530 und 1540 stieg der Anteil der Sklaven in der Bevölkerung rapide und es kam schließlich zu einem Verhältnis von 5:1 gegenüber den Siedlern. Im Jahre 1873 wurde die Haltung von Sklaven dann abgeschafft. Amtssprachen des Landes sind Spanisch und Englisch, worauf jedoch später noch einmal genauer eingegangen werden soll. Die Unterrichtssprache an den Schulen ist Spanisch. Es wird jedoch ab dem ersten Schuljahr Englisch gelehrt, da es im späteren Berufsleben gebraucht wird. Die meisten Menschen Puerto Ricos leben in der Stadt. nur noch ca. 27% der Bevölkerung lebt auf dem Land.
4 Der Status eines Commonwealth sicherte Puerto Rico innere Autonomie zu. In Bezug auf die Außenpolitik und der militärischen Entscheidungsgewalt ist das Land der USA unterstellt.
5 Herlinghaus, Hermann: Von der Selbstreflexivität des „Schlechten Geschmacks“ zum Erzählprojekt der Bricolage: Die interkulturellen Texte des Luis Rafael Sánchez (Puerto Rico), in: Herlinghaus, Hermann (Hg.): Heterotopien der Identität: Literatur in interamerikanischen Kontaktzonen, Heidelberg: Winter 1999, S. 28-29.
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Kyrill Scheel, 2006, Puerto Rico im 20. Jahrhundert, Munich, GRIN Publishing GmbH
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