INHALT
1 EINLEITUNG 5
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND ZIEL DER ARBEIT 5
1.2 AUFBAU DER ARBEIT 7
2 ALLGEMEINE WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN UND
TELEKOMMUNIKATIONSAUSTATTUNG VON KMU 8
2.1 BEGRIFFSBESTIMMUNG: KMU 8
2.1.1 Qualitative Abgrenzung 8
2.1.2 Quantitative Abgrenzung 11
2.2 SITUATION DER KMU IN ÖSTERREICH 12
2.2.1 Konjunkturelle Situation 13
2.2.2 Arbeitsmarkt 15
2.2.3 Situation des österreichischen Außenhandels 17
2.2.4 EU Beitritt und Ostöffnung 18
2.2.5 Technologische Entwicklung 20
2.2.6 Stärken und Schwächen von KMU 21
2.3 TELEKOMMUNIKATIONSSTRUKTUR IN KMU IN ÖSTERREICH 22
2.3.1 Sprachgebundene Telekommunikation 24
2.3.1.1 Festnetztelefon 24
2.3.1.2 Mobiltelefon 26
2.3.2 Nicht-sprachgebundene Telekommunikation 27
2.3.2.1 Endgeräte: Faxgerät und Computer 27
2.3.2.2 Die Optimierung von Endgeräten: ISDN - Modems Internet 29
2.3.3 Ergebnis der Telefonumfrage 32
2.4 TELEKOMMUNIKATION ALS SCHWERPUNKT DER GEMEINSCHAFTSINITIATIVE KMU DER
EUROPÄISCHEN KOMMISSION 33
2.4.1 Allgemeines 33
2.4.2 Die Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung 34
2.4.3 Der elektronische Geschäftsverkehr 36
3 EINSATZMÖGLICHKEITEN MODERNER TELEKOMMUNIKATION 39
3.1 ENTWICKLUNG EINER TELEKOMMUNIKATIONSSTRATEGIE 39
3.1.1 Gestaltungsprobleme 40
3.1.2 Projektphasen 41
3.1.2.1 Zielfestlegung 42
3.1.2.2 Potentialanalyse 42
3.1.2.3 Information und Beteiligung der Mitarbeiter 43
3.1.2.4 Ist-Analyse der Telekommunikationsinfrastruktur 43
3.1.2.5 Ausarbeitung der Alternativen 44
2
3.1.2.6 Festlegung des Sollzustandes 44
3.1.2.7 Planerstellung 45
3.1.2.8 Umsetzung und Realisation 45
3.2 EINSATZ VON MODERNER TELEKOMMUNIKATION IM GESCHÄFTSABLAUF VON
EXPORTGESCHÄFTEN 46
3.2.1 Auftragserteilung des Kunden 49
3.2.2 Produktion 50
3.2.3 Versand 52
3.2.4 Annahme der Ware 55
3.2.5 Bezahlung der Ware 55
3.3 INTERNET UND MARKETING 56
3.3.1 Reichweite und Benutzer des Internet 57
3.3.2 Internet als Informationsverteiler 58
3.3.2.1 Information als Produkt 58
3.3.2.2 Informationen über Leistungsangebote 59
3.3.2.3 Informationen über Nachfrager 60
3.3.2.4 Informationen über Anbieter 61
3.3.3 Gestaltungsaspekte der Informationen im Internet 62
3.3.4 Internet und andere Medien 63
3.4 DAS RESIDER PROJEKT DER VA STAHL ALS BEISPIEL FÜR DEN EINSATZ MODERNER
TELEKOMMUNIKATION IM GESCHÄFTVERKEHR 64
3.4.1 Projektbeschreibung 64
3.4.2 Erwartete Probleme bei der Durchführung 65
3.4.3 Projektziele 66
3.4.4 Projektablauf 67
3.4.5 Bedeutung des Projekts für die Region 69
3.4.5.1 Beschäftigungseffekt 69
3.4.5.2 Wertschöpfungseffekt 70
3.4.5.3 Ökologische Effekte 70
4 BESCHREIBUNG ZWEIER TRANSEUROPÄISCHER
TELEKOMMUNIKATIONSPROJEKTE IM RAHMEN DES TELEMATICS APPLICATIONS
PROGRAMME 71
4.1 SME WEB 74
4.1.1 Kurzbeschreibung des Projekts 74
4.1.2 Die Projektpartner 75
4.1.3 Die Projektziele 77
4.1.4 Die Work Packages (WP) des Projekts 78
4.1.5 Die Projektorganisation 84
4.1.6 Der Zeitplan 85
4.2 TELEREGIONS-SUN 86
4.2.1 Kurzbeschreibung des Projekts 86
3
4.2.2 Die Projektpartner 89
4.2.3 Die Projektziele 89
4.2.3.1 Ausbildung 90
4.2.3.2 KMU 90
4.2.3.3 Gesundheitswesen und Research 91
4.2.3.4 Verkehr 91
4.2.4 Die Work Packages (WP) des Projekts 92
4.2.5 Die Projektorganisation 97
4.2.6 Der Zeitplan 98
5 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 100
6 ANHANG 102
6.1 ABBILDUNGSVERZEICHNIS 102
6.2 LITERATURVERZEICHNIS 103
4
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
Die Möglichkeiten, die die moderne Telekommunikation im globalen, elektronischen Geschäftsverkehr bietet, umfassen ein breites Spektrum an Tätigkeiten, von denen einige (z.B. Telefon, Fax, etc.) seit langem eingeführt, die meisten aber ganz neu sind.
Im Zuge der Internet-Revolution erlebt der elektronische Geschäftsverkehr einen außerordentlichen Boom und eine radikale Veränderung. In einem sich rasch weiterentwickelnden Umfeld läßt der elektronische Geschäftsverkehr eine ganze Reihe innovativer Unternehmen, Märkte und Handelsgemeinschaften entstehen und schafft so neue Funktionen und neue Einkommensströme sowohl im indirekten elektronischen Geschäftsverkehr (elektronische Bestellung materieller Güter) als auch im direkten Geschäftsverkehr (Online-Lieferung immaterieller Güter).
Der elektronische Geschäftsverkehr bietet den Verbrauchern und Unternehmen in Europa, insbesondere den KMU, vielfältige Möglichkeiten. Seine rasche Einführung muß für Handel, Industrie und Behörden in Europa Vorrang haben. Er macht es möglich, zwischen Regionen und Ländern zu geringen Kosten Handel zu treiben. Damit seine Vorteile voll genutzt werden können, sind effiziente Vertriebskanäle und transeuropäische Netze für die reale Auslieferung elektronisch bestellter Waren einschließlich leistungsfähiger, moderner Postdienste erforderlich.
Der elektronische Geschäftsverkehr fördert den Wettbewerb im Binnenmarkt und bringt bereits tiefgreifende strukturelle Veränderungen mit sich. Zur Erhaltung der Konkurrenzfähigkeit Europas werden neue Fähigkeiten benötigt, um den Vorsprung, den beispielsweise die USA in diesem Bereich haben, aufzuholen. In zahlreichen Mitgliedstaaten holt der Internet-Geschäftsverkehr jedoch auf. Auch die Einführung einer gemeinsamen Währung auf dem weltgrößten Binnenmarkt wird ein starker Anreiz für den Ausbau des elektronischen Geschäftsverkehrs in Europa sein.
Zur Verbesserung der Unternehmensbedingungen gehören auch die Förderung des Einsatzes der wirkungsvollsten Methoden im Telekommunikationsbereich in den
5
europäischen Unternehmen, sowie eine verstärkte, vertrauenschaffende Aufklärung der Verbraucher über den elektronischen Geschäftsverkehr. Dabei spielt auch die öffentliche Verwaltung als Auftraggeber eine wichtige Rolle.
Besonders für Klein- und Mittelbetriebe stellt sich die Problematik des Einsatzes moderner Telekommunikation, da gerade das Medium Internet ihnen plötzlich annähernd die selben Möglichkeiten bieten neue Märkte zu erobern wie sie bisher nur große, finanziell starke Unternehmen mit großem Informationsvorsprung hatten.
Das Problem ist aber nun, daß sich KMU dieser Chancen teilweise nicht bewußt sind bzw. nicht wissen woher sie die richtigen Informationen beziehen können. Um KMU wirklich diese Chancengleichheit zu verschaffen, müssen vor allem ihre Interessensvertretungen das Bewußtsein über die Problematik wecken und sie im Umgang und im richtigen Einsatz moderner Telekommunikation schulen.
Bis jetzt ist bereits eine Vielzahl von Projekten und Aufklärungsmaßnahmen in fast allen Bereichen der Wirtschaft und des sozialen Lebens angelaufen. Natürlich birgt ein gleichzeitiges Aktivwerden von regionalen, nationalen und supranationalen Stellen in einem Feld, dem der modernen Telekommunikation, eine sehr große Flut an Information in sich. Um sich diese nutzbar zu machen und effizient einzusetzen, ist es zuerst notwendig eine Struktur zu schaffen, mit deren Hilfe die richtigen und benötigten Informationen gefiltert und nutzbar gemacht werden können.
Ziel dieser Arbeit ist es unter anderem, zwei der Projekte, die zur Aufklärung von KMU über den Einsatz moderner Telekommunikation dienen, vorzustellen. Hier soll gezeigt werden wie solche Programme aufgebaut sind und wie die Unternehmer konkret informiert werden.
Der Erfolg dieser Maßnahmen hängt aber nicht nur von den aufklärenden und informierenden Stellen und Organisationen ab, sondern wird auch durch die Bereitschaft der kleinen und mittleren Unternehmer getragen, Veränderungen, Anpassungen und Erneuerungen in ihrem Betrieb vor- und hinzunehmen.
So ist es ein weiteres Ziel der Arbeit einerseits eine Strategie zur Modernisierung der technischen Anlagen aus der Sicht der Unternehmer zu erarbeiten, andererseits zu zeigen, auf welche Weise diese neuen Anlagen den Ablauf von
6
Kommunikationsprozessen in Export- und Importgeschäften effizienter gestalten können.
1.2 Aufbau der Arbeit
Diese Arbeit soll einen Einblick in das Segment der Klein- und Mittelbetriebe, und deren Möglichkeiten, Telekommunikation für Auslandsgeschäfte zu nutzen, geben.
Dabei soll ein Bogen gespannt werden, der von einer Beschreibung der allgemeinen Rahmenbedingungen für KMU und deren momentaner Ausstattung mit Telekommunikationsmitteln im zweiten Kapitel ausgeht. Hier soll aufgezeigt werden, wie weit Klein- und Mittelbetriebe in der Nutzung der technischen Möglichkeiten fortgeschritten sind und wie intensiv die Aufrüstung mit verbesserter Hard- und Software voranschreitet.
Der Bogen soll sich im dritten Kapitel weiter über die speziellen Einsatzmöglichkeiten, die für kleine und mittlere Unternehmen gegeben sind, spannen. Hier soll gezeigt werden, welche Prozesse im Außenhandel von KMU durch moderne Telekommunikation erleichtert werden.
Das vierte Kapitel der Arbeit beinhaltet die Beschreibung zweier Projekte, deren Ziel es ist, KMU über den richtigen Einsatz moderner Telekommunikation zu informieren. Hier wird sich zeigen, daß maßgeschneiderte Lösungen oft unverzichtbar sind. Dies heißt, daß für die Anforderungen, die ein Unternehmen hat, eine passende Lösung gefunden werden muß und auch kann, diese sich jedoch von der anderer Unternehmen immer etwas unterscheiden wird. Der Unternehmer ist also auf Beratung angewiesen, um sich eine Übersicht über die vielen Möglichkeiten zur Vereinfachung der Geschäftsabläufe zu verschaffen. Hat er die verbesserungsfähigen Felder identifiziert, kann er eine passende Strategie zur Implementierung der gewählten Maßnahmen entwickeln und diese umsetzen.
7
2 Allgemeine wirtschaftliche Rahmenbedingungen und
Telekommunikationsaustattung von KMU
In diesem Kapitel soll nach einer Begriffsbestimmung zuerst auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eingegegangen werden, die österreichische KMU vorfinden. Anschließend wird die derzeitige Telekommunikationsstruktur betrachtet. Hier soll vor allem die Verbreitung und Verwendung einzelner Telekommunikationsmöglichkeiten dargestellt werden. Abschließend werden die Ziele die Gemeinschaftsinitiative KMU der Europäischen Kommission in Bezug auf Telekommunikationsförderung beschrieben.
In diesem Kapitel wurden, neben der Bearbeitung von Sekundärliteratur, Informationen aus mehreren Interviews mit Ing. Michael Seifert (WIFI Österreich) und DI Günther Lechner (Außenwirtschaftsabteilung der Wirtschaftskammer Österreich) verwendet.
2.1 Begriffsbestimmung: KMU
Bis jetzt gibt es keine einheitliche und allgemein anerkannte Definition des Begriffs „Klein- und Mittelbetriebe“. Es kann jedoch sowohl eine qualitative, als auch eine quantitative Abgrenzung des Begriffs vorgenommen werden.
2.1.1 Qualitative Abgrenzung
Die qualitative Abgrenzung kann durch zwei alternative Möglichkeiten vorgenommen werden: Einerseits durch einen Merkmalskatalog, der ein bestimmtes Mindestmaß an Merkmalen festlegt, die erfüllt werden müssen, um als Klein- oder Mittelbetrieb zu gelten, andererseits durch Typologien, die aus der Summe verschiedener Merkmale verschiedene Klassen von unterschiedlichen Klein- und Mittelbetrieben bilden.
8
Merkmalskataloge 1 können sehr unterschiedlich hinsichtlich der Gewichtung der einzelnen Kriterien als auch hinsichtlich ihres Umfangs gestaltet sein. Ein Merkmalskatalog, der sich auf wenige Merkmale konzentriert und sehr offen gestaltet ist, wird Merkmalsbeschreibungen beinhalten wie
• Der Betrieb wird durch die Persönlichkeit des Unternehmers geprägt, der Leiter und oft auch Eigentümer des Betriebes ist.
• Der Unternehmer verfügt über ein Netz von persönlichen Kontakten zu Kunden, Lieferanten und der für ihn relevanten Öffentlichkeit
• Der Betrieb erstellt Leistungen nach individuellen Wünschen der Kunden.
• Die Kontakte zwischen Unternehmensleitung und den Mitarbeitern sind eng und informell.
• Die Organisation ist gering formalisiert.
• Der Betrieb kann rasch auf Umweltveränderungen reagieren.
Je nach wirtschaftlichem, kulturellem, sprachlichem und gesellschaftlichem Umfeld werden sich die einzelnen Beschreibungen auf verschiedene Merkmale konzentrieren oder andere Gewichtungen vornehmen. Beispielsweise könnten im englischen Sprachraum Merkmale wie
• Der Betrieb wird wirtschaftlich nicht von einem größeren Betrieb beherrscht.
• Der Betrieb hat nur einen geringen Marktanteil.
• Der Betrieb ist hinsichtlich seiner Produkte wenig diversifiziert.
hinzutreten, die vermehrt auf das Produkt oder die Marktsituation des Betriebes eingehen.
1 vgl. Mugler: (Betriebswirtschaftslehre), S. 18ff
9
Als alternative Bestimmungsmöglichkeit zum Merkmalskatalog, bietet sich die Bestimmung unterschiedlicher Unternehmensarten durch Typologien 2 an. Angewandt auf Klein- und Mittelbetriebe, beziehen sich Typologien meist auf die Person des Unternehmers, da er aufgrund seiner Machtposition im Unternehmen eine zentrale Stellung einnimmt. Hier können entweder die Unternehmermotive oder das Marktverhalten des Unternehmers als Ausgangspunkt für die Einteilung der Unternehmen angenommen werden. Als Motive werden beispielsweise Gewinnmaximierung, persönliche Unabhängigkeit oder Wachstum des Unternehmens genannt. Nimmt man das Marktverhalten als Ausgangspunkt, so werden anhand verschiedener Eigenschaften des Unternehmers (z.B. Risikobereitschaft,
Innovationsgeist, agierendes oder reagierendes bzw. konservatives oder progressives Marktverhalten, etc.) unterschiedliche Unternehmertypen herausgebildet. Als Beispiel zur Veranschaulichung zeigt Abbildung 1 die Typologie nach Miles und Snow.
Abbildung 1: Unternehmertypen nach Miles und Snow
Quelle: Mugler: Betriebswirtschaftslehre der Klein- und Mittelbetriebe, Wien -New York 1995, S. 27
Der Verteidiger versucht seine angestammte Position am Markt hauptsächlich durch innerbetriebliche Rationalisierung zu festigen. Der Risikostreuer agiert ähnlich dem Verteidiger, jedoch sichert er sich durch Positionierung auf mehreren Märkten oder
2 vgl. Mugler: (Betriebswirtschaftslehre), S 24ff
10
durch Diversifizierung der Produkte ab. Der Prospektor ist stets für Neuerungen und Änderungen offen. Der Innovator ist ebenfalls für Neuerungen offen, setzt diese allerdings auch mit Erfolg um. Der Architekt agiert von einer angestammten Position am Markt aus, ist jedoch auch bereit, unter sorgfältiger strategischer Planung, Neuerungen umzusetzten.
2.1.2 Quantitative Abgrenzung
Im Zuge der quantitativen Abgrenzung 3 werden quantitativ erfaßbare Maßzahlen, z.B. Zahl der Beschäftigten, Umsatz oder Bilanzsumme, miteinander verglichen und dienen zur Abgrenzung von Klein- und Mittelbetrieben gegenüber Großbetrieben 4 . Die Klassenbreite weist in der Regel unterschiedliche Intervalle auf.
Der Vorteil dieser Methode liegt in ihrer Eindeutigkeit und in der leichten Überprüfbarkeit 5 , aber sie kann aufgrund der vielen Bestimmungsfaktoren 6 , v.a. wegen der unterschiedlichen Bedeutung der Produktionsfaktoren in den einzelnen Branchen, zu Verfälschungen in der Bewertung bzw. der Zuordnung einzelner Unternehmungen zu bestimmten Unternehmensgrößen führen.
Im Rahmen des Mittelstandsgesetzes 1982 7 wurden Abgrenzungskriterien für Klein-und Mittelbetriebe in Österreich festgelegt 8 . Hierbei wurden vom Bundesministerium
3 vgl. Mugler: (Betriebswirtschaftslehre), S 28ff
4 vgl. Gabler: (Lexikon), Bd. 4, S. 424
5 vgl. Brocza: (Eignung), S. 6
6 vgl. Gabler: (Lexikon), Bd. 1, S. 742
7 Langtitel: Bundesgesetz vom 1. Juli 1982 über Maßnahmen zur Leistungssteigerung kleiner und mittlerer Unternehmungen der gewerblichen Wirtschaft; StF: BGBl. Nr. 351/1982, idF: BGBl. Nr.
72/1986
8 Abschnitt I: Ziele und Grundsätze
§ 1. (1) Ziel dieses Bundesgesetzes ist es, im Interesse der Funktionsfähigkeit einer marktwirtschaftlichen Ordnung Maßnahmen zu setzen, die der Leistungssteigerung und der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit jener Unternehmungen dienen, die
1. der Kammer der gewerblichen Wirtschaft angehören,
2. im Hinblick auf die Zahl der Beschäftigten, die Höhe des Umsatzes, die Kapitalausstattung und die Stellung am Markt als kleine oder mittlere Unternehmungen anzusehen sind und
3. vom Eigentümer oder Miteigentümer als Unternehmer zu einem wesentlichen Teil geleitet werden.
11
für Handel, Gewerbe und Industrie 1986 Betriebe mit bis zu 99 Mitarbeitern als Klein-, Betriebe mit bis zu 499 Mitarbeitern als Mittelbetriebe bezeichnet 9 . Die Wirtschaftskammer Österreich hat darauf hin für vier der sechs Kammersektionen klare Abgrenzungen vorgeschlagen 10 :
• Gewerbe: nahezu alle Betriebe im Sinne des österreichischen Mittelstandsgesetzes
• Industrie: bis 1000 Beschäftigte, bei einigen Fachverbänden bis 500
• Handel: bis 100 Beschäftigte, 100 Mio. ATS Bilanzsumme; im Einzelhandel zusätzlich verschiedene Bruttoumsätze
• Fremdenverkehr: bis 300 Beschäftigte, 50 Mio. ATS Umsatz
Die Europäische Kommission hat ebenfalls eine quantitative Abgrenzung von Klein-und Mittelbetrieben vorgenommen, die v.a. für die Vergabe von Beihilfen ausschlaggebend ist. Um eine Beihilfe für KMU zu erhalten, darf die Anzahl der Beschäftigten nicht höher als 250 sein, der Umsatz nicht mehr als 520 Mio. ATS betragen, die Bilanzsumme nicht höher als 380 Mio. ATS sein und die kapitalmäßige Verflechtung, weder im In- noch im Ausland, mehr als 25 Prozent sein 11 .
2.2 Situation der KMU in Österreich
In diesem Abschnitt der Arbeit sollen die generellen Rahmenbedingungen beschrieben werden, die Unternehmer in Österreich vorfinden.
Ein Großteil der Unternehmen ist klein- und mittelständisch strukturiert. In absoluten Zahlen sind es ca. 190.000 Firmen, die ungefähr 79% der unselbständig Beschäftigten anstellen. Fast 99% der österreichischen Unternehmungen beschäftigen weniger als 500 Mitarbeiter, was bedeutet, daß Österreichs Gesamtwirtschaft sehr stark der Situation der
9 vgl. Neulinger: (Verhalten), S. 3
10 vgl. Mugler: (Betriebswirtschaftslehre), S. 29
11 vgl. Wifi: (Telefit), Anlage
12
Klein- und Mittelbetriebe entspricht. Dominant sind demnach Unternehmen, die zwischen 10 und 250 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in einem Anstellungs- oder Arbeitsverhältnis haben. 12 Über 74.000 Betriebe, d. h. fast 40% der KMU gehen ihrer Tätigkeit in Gewerbe- oder Handwerksbetrieben nach.
Durchschnittlich beschäftigt ein österreichisches Unternehmen 12 Mitarbeiter. Dieser Wert liegt über dem EU-Durchschnitt, da die Großunternehmen in Österreich wenig Bedeutung haben und außerdem im Vergleich zu anderen europäischen Großunternehmen eher klein sind. 13
2.2.1 Konjunkturelle Situation
Wie bereits erwähnt, verlaufen die Konjunkturkurven der kleinen und mittleren Unternehmen in Österreich und die der Gesamtwirtschaft sehr ähnlich. Ebenso läßt sich in der Entwicklung des Gewerbes und des Handwerks und im Konjunkturverlauf der Industrie ein enger Zusammenhang feststellen.
Betrachtet man die Veränderungen des Bruttoinlandsproduktes (BIP) als Indikator für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und die Veränderungen der
Bruttoproduktionswerte (BPW) als Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Gewerbe und Handwerk und in der Folge bei Klein- und Mittelbetrieben, läßt sich ein ähnlicher Verlauf beobachten. Abbildung 2 zeigt den Verlauf der beiden Kurven zwischen 1991 und 1995.
12 vgl. Europäische Kommission: (Gemeinschaftsinitiative), S. 4
13 vgl. ebd. S. 4
13
Abbildung 2: Vergleich der Veränderung des nominellen Bruttoinlandsprodukts (BIP) und des nominellen Bruttoproduktionswerts (BPW) des Gewerbe und Handwerks, 1991 bis 1995, in Prozent
1996 erreichten die Autragsbestände in Gewerbe und Handwerk einen neuen Tiefpunkt. Und obwohl 1997 ein Konjunkturaufschwung zu beobachten war, der einen Zuwachs von 2,5% gegenüber dem BIP von 1996 verzeichnete und die Inflationsrate auf 1,3% gegenüber 1,9% von 1996 sank und somit unter dem Durchschnitt der EU-Staaten von 1,7% lag 14 , entwickelten sich die Auftragsbestände in Handwerk und Gewerbe weiterhin nur mäßig. In diesem Bereich hat sich die Konjunktur, nach über sechs Quartalen stetigen Fallens, auf einem niedrigeren Nachfrageniveau eingependelt. Dies ist unter anderem auf den Rückgang an Aufträgen aus dem öffentlichen Bereich zurückzuführen. Insgesamt hat sich der durchschnittliche öffentliche Auftragsanteil im Gewerbe und Handwerk um 10% verringert und ist auf ein Rekordtief von 15% des Gesamtauftragsbestandes gesunken 15 .
Eine Verbesserung ist aber insofern zu bemerken, daß der jährliche Rückgang der Aufträge insgesamt nicht mehr so groß ist. Im zweiten Quartal 1997 fiel die
14 vgl. Baratta: (Fischer), S. 556ff
15 vgl. IfG: (Situation), S. 13
14
Verringerung des durchschnittlichen Auftragsbestandes mit 1,5% relativ gering aus 16 und eine Stagnation ist abzusehen. Ein deutlicher Aufwärtstrend läßt aber noch auf sich warten.
2.2.2 Arbeitsmarkt
Während der Jahre 1990 bis 1993 war in Österreich eine Zunahme der Arbeitslosen von 5,1% auf 6,8% zu verzeichnen 17 . 1994 kehrte sich dieser Trend um und die Arbeitslosenquote sank von 6,8% (1993) auf 6,5% (1994) 18 . Seit 1995 ist jedoch wieder ein leichter Anstieg der Arbeitslosenquote zu beobachten. Während sie 1996 noch 7,0% betrug, war sie 1997 auf 7,1% gestiegen 19 , was nach wie vor einen sehr guten Wert im Vergleich zu anderen EU-Staaten darstellt.
Während der letzten 10 Jahre ist ein allgemeinen Strukturwandel zu beobachten, der Arbeitskräfte von Land- und Forstwirtschaft und Produktion hin zum Dienstleistungssektor umschichtet. Zwischen 1983 und 1993 bedeutete dies eine Verminderung der Arbeitsplätze von 14,9% bzw. 4,4% in Primär- und Sekundärsektor, hingegen eine Zunahme von 22,2% an Arbeitsplätzen im Tertiärbereich 20 .
Wie Abbildung 3 zeigt ist in Österreich außerdem eine Verlagerung des Arbeitsplatzangebotes von großen zu kleinen und mittleren Unternehmen zu bemerken. Fast alle großen Unternehmen sind durch technologische und organisatorische Veränderungen, sowie durch den erhöhten Konkurrenzdruck gezwungen Arbeitskräfte freizusetzen.
16 vgl. IfG: (Situation), S. 14
17 vgl. Europäische Kommission: (Gemeinschaftsinitiative), S. 5
18 vgl. Baratta: (Weltalmanach), S. 519
19 vgl. Wirtschaftskammer Österreich (Hrsg.): (Jahrbuch), S.27 und Baratta: (Fischer), S. 558f
20 vgl. Europäische Kommission: (Gemeinschaftsinitiative), S. 6
15
Abbildung 3: Beschäftigte in Groß- sowie Klein- und Mittelunternehmen in der gewerblichen Wirtschaft 1983, 1988 und 1993
Quelle: Institut für Gewerbe- und Handwerksforschung (Datenbasis: ÖSTAT, Bereichszählungen 1983 und 1988, Statistik der Sozialversicherungsträger 1988 bis 1994; IfG-Regionaldatenbank)
Durch diese Zahlen wird verdeutlicht, daß Österreichs Klein- und Mittelbetrieben eine wesentliche Rolle in der Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen zukommt, denn durch ihre größere Flexibilität in der Anpassung an wirtschaftliche Veränderungen ist es den KMU möglich, die Freisetzung von Arbeitskräften in Großunternehmen zu kompensieren.
Viele kleine und mittlere Unternehmen sind durch kurzfristigen bzw. saisonabhängigen Arbeitskräftebedarf gekennzeichnet. Dies ist v.a. durch den hohen Anteil an Bau- und Tourismusbetrieben zu erklären. Hier allein sind 39.272 Betriebe zu finden, die in der Größenordnung von 1 bis 99 Beschäftigte liegen 21 .
Ebenso kennzeichnend ist, v.a. in Gewerbe und Handwerk, der Mangel an Fachkräften. Angesichts der hohen Arbeitslosenzahlen, liegt der Schluß nahe, daß es sich hierbei um einen qualitativen Mangel handelt. Diese Situation ist nicht nur ein Zeichen dafür, daß der Weiterbildung zu wenig Beachtung geschenkt wird, sondern auch eine Folge gesunkener Lehrlingszahlen 22 . Gerade in der Lehrlingsausbildung sind KMU ein entscheidender Faktor. Einerseits, da 57% der Lehrlinge in der stark von KMU
21 vgl. Wirtschaftskammer Österreich (Hrsg.): (unselbständig), S. 33ff
22 Die gesunkenen Lehrlingszahlen sind einerseits durch den Trend zum Besuch von Höheren Schulen, andererseits durch die demografische Entwicklung (Tiefpunkt der im Lehrlingsalter befindlichen Personen) verursacht.
16
dominierten Sektion Gewerbe und Handwerk ausgebildet werden 23, andererseits, da v.a. Kleinbetriebe mit 1 bis 4 Beschäftigten relativ wesentlich mehr Lehrlinge ausbilden als größere Betriebe.
Neben der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften, der v.a. auch volkswirtschaftliche Bedeutung zukommt, ist es die Beweglichkeit und Flexibilität, die kleine und mittlere Unternehmen auszeichnet. Gerade diese wird in Zukunft noch mehr gefordert sein, da es notwendig ist innovatorische Entwicklungen und Trends zu beobachten und gegebenenfalls mitzumachen und nicht zu versäumen. Nur eine Auseinandersetzung mit den wirtschaftlichen Veränderungen des Marktes und den technologischen Neuerungen kann KMU helfen Vorteile zu nützen und Chancen zu wahren.
2.2.3 Situation des österreichischen Außenhandels
Österreich hat durch seine Größe bedingt eine sehr hohe Import-/Exportverflechtung. Durch die Binnenmarktintegration geraten kleine, offene Volkswirtschaften unter größeren Anpassungsdruck als große Wirtschaftsnationen. Daher ist es umso wichtiger für Österreichs Klein- und Mittelbetriebe diesen Anpassungsprozeß zeitgerecht zu vollziehen.
Die Bedeutung des Tourismussektors für die Kompensation des Handelsbilanzdefizits in Österreich ist evident. Bis zum Beginn der neunziger Jahre funktionierte dieses Konzept auch zufriedenstellend. Durch das ständig sinkende Preisniveau von Flügen und Fernreisen nahmen jedoch die Einnahmen der österreichischen Tourismuswirtschaft in den letzten Jahren ab. Es wird in Zukunft daher nötig sein alternative Gebiete zur Devisenbeschaffung zu eröffnen.
Auffallend ist die höhere Wertigkeit von Importprodukten verglichen mit Exportwaren. Gemessen mittels Unit Value, ein Maßstab der den Wert eines Produktes pro Kilogramm Gewicht angibt, zeigt sich, daß Österreich im Export von Industriewaren
23 vgl. Wirtschaftskammer Österreich (Hrsg.): (Gewerbe), S. 23
Allein 42% aller ausgebildeten Lehrlinge kommen aus den von Gewerbe und Handwerk dominierten Berufen Einzelhandelskauffrau, Friseurin, Bürokauffrau, KFZ-Mechaniker, Tischler und Elektrornstallateur; vgl. Wirtschaftskammer Österreich (Hrsg.): (Tabellen), S. 44
17
mit 2,6$/kg einen um 33% niedrigeren Unit Value hat als im Import 24 . Daraus ergibt sich, daß sich Österreichs Exporte zu wenig auf die Bereiche mit guter Wettbewerbsposition konzentrieren. Zwar werden in vielen Gruppen mittlere oder steigende Marktanteile verzeichnet, aber selten wird auch eine starke Marktposition erreicht. Vor allem in den stark wachsenden Überseemärkten sind österreichische Produkte nur unterdurchschnittlich vertreten, wenn auch am europäischen Markt der Marktanteil von heimischen Exportwaren schneller steigt als der vieler anderer EU Staaten.
1997 verzeichnete der österreichische Außenhandel wieder ein starkes Wachstum verglichen mit 1996. Die Exporte stiegen um 16,8%, die Importe um 10,9% 25 . Wichtigster Handelspartner ist nach wie vor Deutschland, wenn auch der Zuwachs nur unterdurchschnittlich war. Überdurchschnittlich stieg der Handel mit Großbritannien, Irland und den Niederlanden.
2.2.4 EU Beitritt und Ostöffnung
Die Auswirkungen der Teilnahme Österreichs am Europäischen Binnenmarkt sind vielfältig. Insgesamt wurden bereits und werden zukünftig, zunehmend positive Wirtschaftswachstumseffekte erzielt werden. Natürlich ist der Wettbewerbsdruck in den meisten Branchen größer geworden, was vor allem in den bisher „geschützten“ Bereichen zu Problemen führt. Der Beitritt zur Europäischen Union war dennoch notwendig, berücksichtigt man, daß die wirtschaftliche Verflechtung Österreichs mit der EU schon vor der Mitgliedschaft mit 66% der Exporte in diese Staaten und 68% der Importe aus diesen Ländern sehr stark war 26 . Daraus resultierte die Notwendigkeit zum Beitritt, um die gemeinsame Wirtschaftspolitik aktiv mitgestalten zu können. Zum anderen wäre der Wirtschaftsstandort Österreich als Nichtmitglied weit weniger attraktiv für ausländische Investoren.
Trotz der höheren Konkurrenz und der größeren Informationsflut, bietet die EU gerade für KMU große Chancen. Durch die gemeinsame Währung wird es künftig möglich
24 vgl. Europäische Kommission: (Gemeinschaftsinitiative), S. 11
25 vgl. Baratta: (Fischer), S. 557
26 vgl. Europäische Kommission: (Gemeinschaftsinitiative), S. 8
18
sein, Preise sowohl der Lieferanten, als auch der Konkurrenten zu vergleichen. Ebenso wird es leichter sein Marktnischen zu besetzen, sofern der Kleinunternehmer seinen Flexibilitätsvorteil 27 nützen kann und sich zu den richtigen Informationen Zugang verschafft.
Die durch die Ostöffnung verursachte Billiglohnkonkurrenz der ostmitteleuropäischen Reformstaaten stellt für Österreich als Nachbarland eine besondere Herausforderung dar. Demnach wird auf Preisebene mit den ehemaligen Ostblockländern bei lohnkostenintensiven Produkten kaum zu konkurrieren sein. Besonders die Sektoren Landwirtschaft, Stahlindustrie, Textil- und chemische Industrie werden als sensibel auf Marktveränderungen beschrieben 28 . Klammert man die ersten beiden aus, so fällt auf, daß ein Großteil der Beschäftigten in der Textilindustrie, in der chemischen Industrie und auch im Maschinenbau in kleinen und mittleren Unternehmen beschäftigt sind.
Durch die geografische Nähe einerseits und die gleiche sektorale Zusammensetzung der Wirtschaft der östlichen Nachbarstaaten andererseits, ist und wird der negative Beschäftigungseffekt auf Österreich durchaus spürbar sein. Besonders in den sensiblen Sektoren ist einmal mehr die Flexibilität der heimischen KMU gefragt, diesen Vorsprung der Reformländer durch höherwertige Produkte, Investitionen in Innovationen und einen erweiterten Servicebereich wettzumachen.
Andererseits muß auch gesagt werden, daß seit der Ostöffnung auch eine deutliche Zunahme der österreichischen Ostexporte zu verzeichnen ist. Ebenso haben die Investitionen österreichischer Unternehmer, in Form von Betriebsgründungen, Joint Ventures und Niederlassungen, in den Reformländern zugenommen. Neben den USA, Deutschland, Frankreich und Italien gehört Österreich zu den fünf größten Investoren im Osten. Vor allem der Handel mit Ungarn, Polen, Tschechien und der Slovakei ist enorm angestiegen. Hier konnte beispielsweise in den Jahren 1989 bis 1993 eine Steigerung des Handelsvolumens um 103% erzielt werden.
Trotz dieser positiven Entwicklung muß auch bemerkt werden, daß der vermehrte Handel auch mehr Ostimporte mit sich bringt, die vor allem wieder bei den
27 vgl. Hager: (Maßnahmen), S. 31
28 vgl. Palle: (Trade), S. 26
19
lohnkostenintensiven Produkten (v.a. im Bekleidungssektor) starke Konkurrenz bedeuten.
Finanzielles Engagement im Osten wird auch zunehmend für kleine und mittelgroße Unternehmen interessanter. Anfängliche Versuche sind häufig gescheitert, da kulturellen und strukturellen Unterschieden zu wenig Beachtung geschenkt wurde und Partnerschaften durch verschiedene Anschauungen mißlangen. Dieser Faktoren ist man sich mittlerweile aber bewußter als je zuvor und das wirtschaftliche Wagnis ist leichter abschätzbar. Um diese Risiken weiter zu mindern ist es nötig dem Engagement eine strategische und verschiedene Szenarien berücksichtigende Unternehmensplanung zugrundezulegen, unterstützt durch den Einsatz kooperationserleichternder Technologien.
2.2.5 Technologische Entwicklung
Die Forschungs- und Entwicklungsquoten Österreichs sind im internationalen Vergleich relativ niedrig. Wenngleich auch ein deutlicher Aufholprozeß zu erkennen ist, ist doch unübersehbar, daß innovatorischen Entwicklungen zu wenig Augenmerk geschenkt wird. Obwohl bereits in einer Studie von 1990 29 von einer Verbesserung der Innovationstätigkeit österreichischer Unternehmen im Vergleich zu 1985 gesprochen wird, waren die Investitionen im F&E Bereich in Österreich immer noch vergleichsweise gering. So haben 1990 beispielsweise die Niederlande 323$ pro Kopf in F&E investiert, Deutschland gar 505$ und dagegen Österreich nur 236$.
Aufgrund des fehlenden Eigenkapitals waren und sind viele kleine und mittlere Unternehmen bis heute dazu gezwungen Imitationsstrategien zu verfolgen. Zusätzlich muß erwähnt werden, daß der Großteil innovativer Produkte von Unternehmen entwickelt wird, die mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigen. Die Wahrscheinlichkeit, daß eine Innovation eine internationale Neuheit darstellt, steigt also mit der Unternehmensgröße stark an.
Andererseits muß erwähnt werden, daß KMU natürlich auch Wettbewerbsvorteile gegenüber Großunternehmen hinsichtlich Flexibilität, schnellerer
29 vgl. Wirtschaftsforschungsinstitut: (Innovationstest)
20
Entscheidungsprozesse, geringerer Bürokratie, etc. aufweisen. Diese
Wettbewerbsvorteile müssen auch in Zukunft angewandt werden, um die Anpassungsleistungen, die beim Innovations- und Technologiemanagement verlangt werden, erbringen zu können. Hierbei muß versucht werden, verstärkt eigene Forschungsaktivitäten aufzubauen und gleichzeitig die Kooperationsbereitschaft und Kooperationsfähigkeit zu erhöhen, damit die Unternehmen in der Lage sind, auch externe Forschungsergebnisse zu übernehmen und weiterzuentwickeln. Auf diesem Weg soll die Wettbewerbsfähigkeit der KMU sichergestellt werden.
2.2.6 Stärken und Schwächen von KMU
Den Abschluß zu Kapitel 2.2 soll nun eine Gegenüberstellung der Stärken und Schwächen von Klein- und Mittelbetrieben bilden.
Die hauptsächlichen Stärken von KMU sind vor allem die Möglichkeit zu weitgehender Spezialisierung und die hohe Flexibilität, resultierend aus der Kleinheit des Unternehmens und den kurzen Kommunikationswegen. Daraus läßt sich eine hohe Problemlösungskapazität der KMU ableiten. Somit kann ein gut geführtes Unternehmen rascher auf Veränderungen der betrieblichen Umwelt reagieren, da keine schwerfälligen Organisationsstrukturen hinter den Entscheidungsprozessen stehen. Ebenso ist es durch die schnelle Reaktionsfähigkeit möglich, Marktlücken und Nischenbereiche zu besetzen und spezialisierte Geschäftsfelder auf- und auszubauen.
Als Folge der Flexibilität und der Spezialisierung kann der Kleinunternehmer den Kunden auch eine intensivere Betreuung und ein besseres Service zuteil werden lassen. Durch den intensiveren Kontakt kann der Anbieter besser auf die Kundenbedürfnisse eingehen. Durch den geringeren Verwaltungsaufwand können auch niedrigere Fixkosten erreicht werden und somit zumindest in diesem Bereich kostengünstiger gearbeitet werden.
Aus dieser Spezialisierung resultiert aber auch eine Schwäche, denn dadurch ist der Unternehmer oft gezwungen sich mit seinen individuell angepaßten Erzeugnissen an einen ganz bestimmten Abnehmerkreis zu binden. Gerade durch die rasante technische
21
Quote paper:
Mag. Dr. Bernhard Marckhgott, 1999, Die Bedeutung moderner Telekommunikation für Import- und Exportgeschäfte von Klein- und Mittelbetrieben, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 25 Pages
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 35 Pages
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 15 Pages
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 25 Pages
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 20 Pages
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Termpaper, 14 Pages
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Script, 46 Pages
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 39 Pages
Bernhard Marckhgott's text Die Bedeutung moderner Telekommunikation für Import- und Exportgeschäfte von Klein- und Mittelbetrieben is now available as a printed book
Bernhard Marckhgott has published the text Die Bedeutung moderner Telekommunikation für Import- und Exportgeschäfte von Klein- und Mittelbetrieben
Bernhard Marckhgott has uploaded a new text
Beiträge zur Betriebswirtschaftslehre der Klein- und Mittelbetriebe
Festschrift für Josef Mugler z...
Frank Hermann, Herbert Neubauer, Dietmar Rössl
Erfolgsfaktoren für Klein- und Mittelbetriebe im Bauhauptgewerbe
Eine empirsche Untersuchung un...
Gottfried Mauerhofer
Colour After Klein: Rethinking Colour in Modern and Contemporary Art
Jane Alison, Bas Jan Ader, Joseph Beuys
100 Antworten auf typische Fragen im Exportgeschäft
Sicherheit im Umgang mit Zoll,...
Klaus John
Klein- und Mittelunternehmen in einer dynamischen Wirtschaft
Ausgewählte Schriften
Hans Jobst Pleitner, Josef Mugler, Karl-Heinz Schmidt
Oskar Klein Memorial Lectures, The, Vol 1: Lectures by C N Yang and S ...
C. N. Yang, G. Ekspong, Gosta Ekspong
0 comments