Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Vereinsgeschichte 4
1.1.Ballspiel-Verein Borussia Dortmund 09 4
1.2. Fußball Club Schalke 04 6
1.3. Fußball-Club Nürnberg 7
2. Fußballfans 8
3. Zwischen Freundschaft und Hass 10
3.1. Klassiker Revierderby: Dortmund gegen Schalke 11
3.2. Ruhrpott und Franken: Fanfreundschaft Schalke Nürnberg 14
4. Ausblick und Fazit 15
5. Quellen und Literaturverzeichnis 18
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Einleitung
Es ist der 7. September 1963, der dritte Spieltag der ersten Bundesliga Saison 1 . Doch viel mehr ist es der Tag des ersten Revier-Derbys zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund 2 .
Auch heute noch ist die Stimmung „auf Schalke“ oder in Dortmund hochgradig explosiv, wenn Königsblau auf Schwarz-Gelb trifft; doch warum ist das so? Was steckt hinter dieser Abneigung? Was macht Derbys so brisant?
Im totalen Gegensatz zu der Rivalität zwischen diversen Vereinen stehen Fanfreundschaften. Wie kommt es zu der Zusammenarbeit zweier Vereine? Wie loyal sind Verein und Fans gegenüber der befreundeten Stadt?
Diese Fragen werde ich versuchen in dieser Arbeit zu beantworten. Ich habe, um diese beiden Themengebiete zu verdeutlichen, die Vereine FC Schalke 04, Borussia Dortmund und den 1.
FC Nürnberg ausgewählt, da die beiden Ruhrgebiets-Vereine eine gewisse regionale Nähe
bieten. Den 1. FC Nürnberg mit hinzuzuziehen bot sich daher an, da eine Fanfreundschaft zwischen Nürnberg und Gelsenkirchen besteht.
Ich zeige zunächst zusammengefasst die Geschichte der einzelnen Vereine auf, um einen allgemeinen Überblick zu geben.
Im darauf folgenden Kapitel gehe ich näher auf die einzelnen Fangruppen ein, wodurch sie sich auszeichnen und welche Gruppierungen es gibt.
Anschließend behandele ich ausführlich die oben erwähnten Themen Fanfreundschaft und Derbys, die den Schwerpunkt dieser Arbeit darstellen. Nach einer kurzen, allgemeinen Darstellung werde ich diese anhand der erwähnten Beispiele konkretisieren und ausführen. Es folgen ein Ausblick und ein Fazit am Ende dieser Arbeit.
Die Quellenlage zu allen hier behandelten Themen war insgesamt befriedigend. Gerade zu den einzelnen, von mir ausgewählten Vereinen, war die Literatur ausreichend und behandelt neben der Vereinsgeschichte auch die Fankultur der einzelnen Clubs. Schwierig gestaltete sich die Literatursuche zum Thema „Fanfreundschaften“. Jedoch konnte ich auch hier eine gute wissenschaftliche Arbeit finden, die mir für einen allgemeinen Überblick durchaus hilfreich war. Für die Vereine speziell haben mir die Internetseiten der drei Clubs sehr weitergeholfen.
1 Vgl.: Spieltagübersicht - Bundesliga Saison 1963/64, 3. Spieltag. Auf: Bundesliga, offizielle Website. URL:
2 Diese Angabe berücksichtigt nur die Geschichte der Bundesliga, nicht die der Deutschen Fußballmeisterschaft
So konnte ich, zum einen durch wissenschaftliche Arbeiten, aber auch durch einige gute Internetquellen einen guten Überblick über die von mir ausgewählten Themen bekommen.
1. Vereinsgeschichte
Um im Folgenden die Geschichte des Revierderbys Dortmund gegen Schalke und der Fanfreundschaft zwischen Schalke und Nürnberg ausführen zu können, werde ich nun kurz die Geschichte der drei Vereine darstellen, um die Umstände deutlich zu machen, die zum einen zu der Brisanz des Revierderbys und zum anderen dem Phänomen Fanfreundschaft führen.
1.1. Ballspiel-Verein Borussia Dortmund 09 3
Der Ballspiel-Verein Borussia, kurz BVB Dortmund 09 wurde am 20. Dezember 1909 gegründet. Er entstand aus der Fußballmannschaft des Jünglingsvereins der Dreifaltigkeitsgemeinde. Namen wie „Borussia“ (lat. für „Preußen“) zeigten die Verbundenheit zu der Region oder demonstrierten gar die nationale Zugehörigkeit und waren Anfang des 20. Jahrhunderts weit verbreitet. Allerdings ist die Namensgebung beim BVB Dortmund eher einem Zufall zuzuschreiben, da der Vorsitzende Franz Jacobi während der Überlegung, wie sich der Verein nennen sollte, ein Schild der Brauerei „Borussia“ entdeckte und da es keine besseren Vorschläge gab, nahm man diesen Vorschlag an.
1910 wurde der BVB in den Westdeutschen Spielverband aufgenommen und erhielt die Zulassung zum offiziellen Spielbetrieb zur Saison 1911/12. Durch eine Fusion mit „Rhenania“, „Britannia“ und „Deutsche Flagge Dortmund“ kam es 1912/13 zu einem unglaublichen Mitgliedschaftsanstieg.
1919 wurde die Borussia ins amtliche Vereinsregister eingetragen und gelangte so zu Rechtsfähigkeit, wodurch es möglich wurde, die Spielstätte „Weiße Wiese“ auszubauen. Bei der Ligaerweiterung in der Saison 1919/20 war die Borussia nicht dabei und spielte so zunächst zweitklassig.
1926 gelang ihnen zwar der Aufstieg in die 1. Bezirksklasse, allerdings stiegen sie in der folgenden Saison direkt wieder ab. Von Mitte der 20er Jahre bis zur Saison 1935/36 verlor der Dortmunder Fußball an Bedeutung, da andere Vereine aus dem Ruhrgebiet besser waren, so zum Beispiel Schwarz-Weiß Essen oder Schalke 04.
3 Dieses Kapitel bezieht sich komplett auf: Dietrich Schulze-Marmeling; Werner Steffen (Hgg.): Die Geschichte von Borussia Dortmund.
Göttingen, Die Werkstatt, 2002.
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Doch mit dem Aufstieg in die Gauliga Westfalen in der Saison 1935/36 und der erstmaligen Verpflichtung eines Trainers 1935 erlebte der BVB eine Professionalisierung und spielte sich wieder zum besten Dortmunder Verein.
Von 1936 bis 1972 blieb die Borussia erstklassig. Zwar wären sie in der Saison 1939/40 abgestiegen, konnten aber in der ersten Liga bleiben, da diese von zehn auf zwölf Vereine aufgestockt wurde.
1950 machten die Spieler in positiver Weise von sich reden, als sie die „Liste zur Ächtung der Atomwaffe“ unterzeichneten.
1955/56 wird der BVB erstmals Deutscher Meister und bekräftigt damit das Bild der Spitzenmannschaft, die sie nach dem Zweiten Weltkrieg geworden war.
Auch bei der Bundesliga-Gründung 1963/64 war die Borussia dabei. Bis dahin hatten sie zwei Mal die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft gewonnen und waren, durch das Erreichen des Halbfinales des Europapokals, auch international ein Begriff.
Bis zum Abstieg nach der Saison 1971/72 konnte die Borussia 1964/65 den DFB-Pokal für sich entscheiden und 1965/66 den UEFA-Pokal gewinnen, womit sie aus dem Schatten des ewigen Konkurrenten Schalke 04 heraus treten konnten. Allerdings war dies bis 1982 der letzte europäische Auftritt der Borussia.
Kurz vor dem Wiederaufstieg in die 1. Liga zur Saison 1976/77 stand der Verein 1974/75 kurz vor dem Konkurs, da die Vereinsführung trotz Regionalliga gewirtschaftet hatte, als wären sie noch erstklassig. Es gründete sich die „Interessensgemeinschaft BVB-Fans“, die Mitglieder warben, Spenden sammelten und sich sozial engagierten. Auf diese Gruppierung ist der Ruf der BVB-Fans als beste Fans der Liga zurückzuführen.
Nach diesem Tief gehörte der Verein 1976/77 wieder zu den reichsten Vereinen der Liga, allerdings nur bis 1984/85, als er mit 4,3 Mio. DM den höchsten Schuldenberg der Vereinsgeschichte aufwies. Es drohte der Lizenzentzug, was einen Abstieg in die Amateuroberliga zur Folge gehabt hätte, allerdings konnte sich der Verein retten, da Spieler auf Prämien verzichteten, Firmen, vornehmlich Brauereien, dem Verein aushalfen und die Stadt Dortmund auf die Stadionmiete verzichtete.
Von da an ging es für den BVB wieder bergauf und der Verein zählt bis heute zu den Top- Mannschaften, nicht nur im Ruhrgebiet. Neben einem weiteren DFB-Pokal Sieg (1988/89) und drei Meisterschaften (1994/95, 1995/96 und 2001/02) konnte der BVB in der Saison 1996/97 auch die Champions League für sich entscheiden.
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1.2. Fußball – Club Schalke 04 4
Der Fußball-Club, kurz FC Schalke 04 wurde am 4. Mai 1904 unter dem Namen Westfalia Schalke gegründet. Erst 1924 nannte man sich um in FC Schalke 04, nachdem man zunächst 1912 mit dem Turnverein 1877 Schalke fusionierte, sich aber 1924 wieder voneinander trennte. Mit dem neuen Namen wurden auch die Vereinsfarben von rot und gelb zu blau und weiß geändert.
Die Geschichte des Vereins und der Spieler hing von Anfang an eng mit dem Bergbau zusammen, was den Spielern auch den Spitznamen „Knappen“ 5 einbrachte. Diese Verbindung zeigte sich ebenso in der Namensgebung des 1928 eröffneten Stadions des
FC Schalke: Glückauf 6 -Kampfbahn. Dort spielte der Verein, bis 1973 das Parkstadion
eingeweiht wurde, welches bis zum Wechsel in die VELTINS © Arena „Auf Schalke“ 2003 das Heimstadion der „Königsblauen“ blieb.
Der FC Schalke dominierte den Fußball zunächst nur im Ruhrgebiet, doch bald im gesamten Land, was sich allein daran zeigte, dass sie zwischen 1933 und 1942 neun Mal ins Finale um die Deutsche Meisterschaft einzogen und sich insgesamt sechs Mal mit dem Titel schmücken durften: 1934, 1935, 1937, 1939, 1940 und 1942. Auf diese Erfolgsserie folgte eine 16jährige Erfolgsflaute, erst 1958 durften sich die Knappen wieder Deutscher Meister nennen – zum bis heute letzten Mal.
Als 1963 die Bundesliga gegründet wurde, gehört auch Schalke zu den 16 Vereinen, die in der 1. Liga starteten. Doch an die bisherigen Erfolge konnte der FC zunächst nicht anknüpfen, der Verein spielte häufig gegen den Abstieg. In der Saison 1964/65 wären sie sogar in die 2. Liga abgestiegen, hätte der DFB die Liga nicht auf 18 Vereine aufgestockt 7 . Trotz eines Erfolgshochs Ende der 1960er Jahre, das 1972 im, nach 1937 zweiten Sieg des DFB-Pokals gipfelte, begann kurz darauf der sportliche Abstieg des Vereins, auch auf Grund des Bundesliga-Skandals der Saison 1970/71 8 .
Besonders in den 1980er Jahren kämpfte der FC um den Klassenerhalt und schaffte es drei Mal nicht. Während nach 1981 und 1983 der direkte Wiederaufstieg gelang, verblieb Schalke 1988 drei Jahre in der 2. Liga.
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Dieses Kapitel bezieht sich komplett auf: Kurzportrait des FC Schalke 04. Auf:
FC Schalke 04 – offizielle Website.
URL:
5 Knappe bezeichnet einen Bergmann nach abgeschlossener Lehre 6 „Glück auf!“ ist der Gruß der Bergleute 7 Dies geschieht auf Grund von Schwarzgeld- Zahlungen von Hertha BSC, die daraufhin zwangsabsteigen. Erster Absteiger Karlsruher SC darf dadurch in der Bundesliga bleiben. Der FC Schalke erhebt Einspruch, möchte Gleichberechtigung und hat Erfolg – die Bundesliga wird auf 18 Vereine aufgestockt. Quelle: Gerd Voss; Thomas Spiegel; Jörg Sevneick (Hgg.): 100 Schalker Jahre – 100 Schalker Geschichten. Essen, Klartext Verlag, 2004. S. 235.
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18 Spiele waren gekauft worden, wobei mehr als 60 Profis aus zehn Vereinen beteiligt waren. Es ging um Beträge von insgesamt fast einer Millionen Mark. Quelle: Claudia Kracht: Der Bundesliga Skandal 1971. Auf:
Planet Wissen.
URL:
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Quote paper:
Stefanie Zwaagstra, 2007, Zwischen Freundschaft und Hass - Fußball-Derbys und Fanfreundschaften, Munich, GRIN Publishing GmbH
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