Inhaltsverzeichnis
1. BIOGRAFIE 3
2. DIE PORTRÄTS 4
2.1. DIE ÜBERLIEFERUNG DER PORTRÄTS 4
2.2. DIE KAISERZEITLICHEN REPLIKEN 4
2.3. VERGLEICH DER PORTRÄTS 5
2.4. DAS ORIGINAL 6
2.5. DER AUFSTELLUNGSORT 8
3. ABBILDUNGEN 9
4. ABBILDUNGSNACHWEIS 10
5. BIBLIOGRAFIE 10
2
1. Biografie
Perikles wurde 495 v. Chr. als Sohn des Xanthippos und der Agariste geboren. Xanthippos war selbst Feldherr und Politiker in Athen. So führte er zum Beispiel 455/454 v. Chr. als Kommandant das Landeunternehmen gegen Sikyon.
Perikles selbst hatte 2 Söhne, einen aus seiner ersten Ehe und einen weiteren aus seiner zweiten Ehe mit Aspasia von Milet.
Die erste Erwähnung des Perikles findet sich 463 v. Chr. in dem Prozess gegen den Aristokratenführer Kimon. Seit 458 v. Chr. wurde er mehrfach zum Strategen gewählt und bekleidete dieses Amt zwischen 443 v. Chr. und 430 v. Chr. mehrfach. Plutarch zufolge soll er es sogar insgesamt 15mal in Folge inne gehabt haben. 451 v. Chr. veranlasste Perikles das Bürgerrechtsgesetz. Dieses Gesetz definierte den Begriff des Atheners insofern neu, dass sich nur derjenige Athener nennen durfte, dessen beide Eltern ebenfalls Athener waren. Dies hatte den Zweck, dass sich einige Athener angesichts der wachsenden Anzahl an Fremden in der Stadt um ihre Privilegien sorgen machten. Das Besondere daran war jedoch, dass Perikles’ zweiter Sohn demnach gar kein Athener mehr sein konnte, da seine Frau Aspasia aus Milet stammte. Aber auch damals galt, keine Regel ohne Ausnahme. Und so erhielt er eine Sondergenehmigung, um sich Athener nennen zu dürfen.
443 v. Chr. stieg Perikles endgültig zum führenden Politiker Athens auf, indem sein größter politischer Gegenspieler Thukydides Melesiou dem Ostrakismus zum Opfer gefallen ist. Durch vermehrte Angriffe auf seine auffällige Kopfdeformation in den Komödien, wurde 440/439 v. Chr. ein Gesetz erlassen, welches die Verspottung von Politikern verbietet. Jedoch war dieses Gesetz nur kurze Zeit in Kraft.
Mit dem Peloponnesischen Krieg beginnt dann der endgültige Abstieg Perikles’ und seiner Politik. So wird ihm zum Beispiel vorgeworfen den Peloponnesischen Krieg herauf beschworen zu haben. Auch der von ihm entwickelte Kriegsplan scheiterte sehr schnell. Mit der schlechten Lage Athens in diesem Krieg und der zusätzlich aufgetretenen Seuche wurde die Bevölkerung sehr schnell Kriegsmüde und Perikles wurde dafür verantwortlich gemacht. Im Herbst 430 v. Chr. folgte dann die Amtsenthebung inklusive Geldstrafe. Schließlich stirbt Perikles im September des Jahres 429 v. Chr 1 .
1 DNP 567-572. s.v. Perikles (P. Högemann)
3
2. Die Porträts
2.1. Die Überlieferung der Porträts
Auf seinem Rundgang über die Athener Akropolis erwähnt Pausanias ein Bildnis des Perikles. „Auf der Akropolis von Athen steht auch Perikles, der Sohn des Xanthippos, und Xanthippos selbst, der die Seeschlacht bei Mykale gegen die Perser schlug. Die Statue des Perikles steht aber anderswo, in der Nähe das Xanthippos jedoch steht Anakreon von Teos,…“ 2 .
Ebenso wird das Bildnis bei Plinius erwähnt. Dieser spricht allerdings von einen Werk aus Erz, was unweigerlich auf eine Statue schließen lässt, anstatt auf eine Herme 3 . Als weitere Überlieferung des antiken Bildnisses wird ein 1888 in der Südmauer der Athener Akropolis gefundenes Basisfragment gezählt. Auf diesem Fragment ist der Rest einer Inschrift zu finden, welches zu (Περ)ικλέος / (Κρεσ)ίλας ἐποίε rekonstruiert wird. 4
2.2. Die Kaiserzeitlichen Repliken
Insgesamt gibt es vier erhaltene römisch-kaiserzeitliche Repliken des Perikles Bildnisses. Die zwei Köpfe, welche sich in London und im Vatikanischen Museum befindet wurden beide 1781 im gleichen Kontext in der Villa des Hadrian in Tivoli gefunden. 5 Die Dritte wird in Berlin und die Vierte wiederum in Rom, im Museo Baracco aufbewahrt. Diese ist jedoch so schlecht erhalten, dass sich an ihr kaum verwendbare Beobachtungen machen lassen. Daher werde ich mich im nachfolgenden nur auf die Herme der Vatikanischen Museen beziehen. Dadurch, dass sich alle vier Köpfe im Bartsystem und in den Locken, die unter dem Helm hervorquellen, peinlich genau ähneln, lässt sich mit großer Sicherheit feststellen, dass sie auf ein gemeinsamen Urbild zurückgehen, welches ungefähr lebensgroß und ebenso behelmt dargestellt war. Der korinthsche Helm, mit dem Perikles dargestellt ist, zeigt den so genannten Strategentypus auf. Der Helm ist seit archaischer Zeit ein typisches traditionelles Mittel der Darstellung von Kriegern. Da er allerdings praktisch seit dem 2. Viertel des 5. Jh. v. Chr. keine Verwendung mehr fand ist er in diesem Falle nur ein Element mythologischer
2 Pausanias I, 25, 1
3 Plinius XXXIV, 14, 74
4 R. Kekulé von Stradontiz, Über ein Bildnis des Perikles in den Königlichen Museen, 61. BWPr (1901) 16
5 ebenda 8
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Arbeit zitieren:
Marcel Dallinger, 2007, Die Periklesporträts, München, GRIN Verlag GmbH
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