Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Literaturhinweise 1
2 Geschichtlicher Hintergrund des Drogo-Sakramentars 1
3 Definition Sakramentar 2
4 Einordnung in die Drogo-Gruppe 2
5 Entstehung in der Metzer Schule 3
6 Ausstattung 3
7 Inhalt und Aufbau des Drogo-Sakramentars 4
8 Provenienz 5
9 Untersuchung anhand von vier ausgewählten Initialen 5
9.1 Te igitur 5
9.1.1 Das große T 5
9.1.2 Die kleinen Buchstaben 7
9.2 D mit Osterszene 9
9.3 C mit Christi Himmelfahrt 11
9.4 D mit Pfingstwunder 12
10 Zusammenfassung der besonderen Merkmale 13
11 Kunsthistorische Stellung 15
12 Literaturverzeichnis 16
1
1 Einleitung und Literaturhinweise
Das Sakramentar des Bischofs Drogo von Metz gilt als eines der großartigsten und schönsten Werke seiner Zeit, des neunten Jahrhunderts nach Christus. Es ist das älteste Prachtsakramentar und Meßbuch, das aus der hochkarolingischen Zeit für die Nachwelt erhalten geblieben ist 1 – aber nicht allein deshalb verdient es nähere
Betrachtung, wie die folgenden Untersuchungen zeigen werden.
Diese Arbeit stützt sich in Bezug auf die Literatur hauptsächlich auf das in der Handschriftensammlung der Universität Würzburg aufbewahrte Faksimile des Drogo- Sakramentars. Es beinhaltet einen von Florentine Mütherich herausgegebenen ausführlichen Kommentar des Kunsthistorikers Wilhelm Köhler, der seinem Buch „Die Karolingischen Miniaturen“ entnommen und durch die Herausgeberin teilweise gekürzt bzw. ergänzt worden ist.
Arbeiten von Florentine Mütherich, Jürgen Gutbrod und Willibald Sauerländer 2 leisteten
neben dem Faksimile v.a. bei der Betrachtung der Initialen einen großen Beitrag. Zur Untersuchung von Herkunft und Ausstattung boten sich Texte von Jean Hubert und Wolfgang Braunfels² an.
Bei der Klärung von Definitionsfragen halfen die Bücher von Christine Jakobi-Mirwald²; die übrige verwendete Literatur soll hier nicht explizit aufgeführt werden.
2 Geschichtlicher Hintergrund des Drogo-Sakramentars 3
Zur Untersuchung des Drogo-Sakramentars muß man sich in die Stadt Metz begeben, wo in den Jahren von 823 bis 855 Bischof Drogo das Episkopat innehatte. 801 als unehelicher Sohn Karls des Großen in Burgund geboren, wurde er mit 22 Jahren Bischof von Metz; daß er überhaupt eine kirchliche Laufbahn eingeschlagen hatte, war seinem Halbbruder Ludwig dem Frommen zu verdanken, der ihn sehr bald dazu zwang, in den geistlichen Stand einzutreten. Ab 834 durfte er sich auch Erzkaplan nennen. Zehn Jahre später wurde ihm von Papst Sergius II. das Pallium verliehen. Damit wurde Metz zum Erzbistum erhoben und Drogo zum Päpstlichen Vikar über Gallien und Germanien ernannt, also zum Vorsteher und päpstlichen Stellvertreter dieser Gebiete, in denen er die Missionierung und die Entwicklung der Kirche weiter vorantreiben sollte.
1
Vgl. Wolfgang Braunfels: Die Welt der Karolinger und ihre Kunst. München 1968, S. 209.
2
Vgl. Literaturverzeichnis Nr. 1, 4, 5, 7, 8, 9, 12, 16.
3 Dieses Kapitel stützt sich auf Florentine Mütherich (Hrsg.), Drogo-Sakramentar. Manuscrit Latin 9428 Bibliothèque Nationale Paris. Vollständige Faksimile-Ausgabe im Originalformat. Mit einem Kommentar von Wilhelm Köhler (Auszug aus Karolingische Miniaturen, Vol. III). Graz 1974, S. 9-17.
2
Drogos Sitz war die Kathedrale Saint-Etienne in Metz. Diese hatte ehemals als religiös wichtiges Zentrum gegolten, das allerdings an Einfluß und Macht im Reich verloren hatte. So setzte man auf Drogo mit seinem Amtsantritt die Hoffnungen, daß er die Kirche zu ihrer alten Bedeutung führen würde.
In Vielem gelang ihm das auch, wozu seine engen Verbindungen zum Hof beitrugen. Bei der Umsetzung der Pläne zur Vereinheitlichung des Reiches scheiterte allerdings auch er, was nicht zuletzt daran lag, daß wohl die damalige Gesellschaft noch nicht bereit war für dermaßen beschleunigte Reformen, wie Karl der Große und später sein Sohn Ludwig sie im Sinn hatten.
Im Jahre 855 fand Bischof Drogos Leben ein jähes Ende, als er durch einen nicht näher erläuterten Unfall den Tod fand.
3 Definition Sakramentar
Vor weiteren Untersuchungen soll zunächst definiert werden, was ein Sakramentar ist. Ein Sakramentar ist ein Meßbuch für den Vorsteher der Eucharistiefeier, welches neben dem stets gleichbleibenden Kern der Liturgie, dem Canon missae, ausgewählte Gebete und Meßformulare enthält. U. a. aus dem Sakramentar entwickelte sich später das Missale. 4
4 Einordnung in die Drogo-Gruppe
Im Zuge seiner Bemühungen um die Stellung der Stadt im Reich ließ Drogo die ihm unterstehenden Kirchen prunkvoll ausstatten 5 .
Zu diesen Ausstattungen gehörten auch mehrere Handschriften, welche die Jahrhunderte in Metz bis 1944 ohne größere Schäden überstanden, dann aber durch den Krieg teilweise zerstört wurden. Besonders drei davon, die auch dieses Ereignis ohne Schaden überlebten, erweckten Aufmerksamkeit bei den Kunsthistorikern: es handelte sich um die „Drogo-Gruppe“.
Sie besteht aus dem Pariser Evangeliar, wohl das Älteste dieser Gruppe (ca. 840), dem Zweiten Pariser Evangeliar (wohl 845 bis 855) und schließlich dem Drogo- Sakramentar (wohl zwischen 844 und 855 entstanden).
Als gesichert gilt, daß letzteres nicht früher geschaffen worden sein kann, da sich auf seinen Buchdeckeln Darstellungen Drogos mit Pallium befinden. Dieses hat er jedoch, wie oben angesprochen, erst 844 verliehen bekommen.
4
Vgl. Christine Jakobi: Buchmalerei. Ihre Terminologie in der Kunstgeschichte. Berlin 1991 (2. Aufl. 1997), S. 140.
5 Dieses Kapitel stützt sich auf Mütherich (wie Anm. 3), S. 14-17.
3
Während die beiden Pariser Evangeliare vermutlich zur Fremdnutzung gefertigt wurden, dürfte das Sakramentar für Drogo selbst geschrieben worden sein. Dies belegt die Zusammenstellung der Texte: im Sakramentar nämlich sind Texte zu den wichtigsten Messen zusammengefaßt, die auch und vor allem ein Bischof zelebriert, z.B. Formulare zur Priesterweihe. Daß es auch benutzt wurde, und zwar in der Kathedrale, ist erkennbar an mehreren Einfügungen, z.B. einer Messe für den Heiligen Gorgonius (fol. 93r), dem eine Kapelle nahe der Kathedrale geweiht war. Auch ergänzte man immer wieder die Liste der Metzer Bischöfe (fol. 128r), sogar nach Drogos Tod.
5 Entstehung in der Metzer Schule 6
Das Scriptorium, in dem das Drogo-Sakramentar entstand, nennt man Metzer Schule. Diese Schule war kein großes Scriptorium wie die Hofschule Karls des Großen. Man geht heute von drei bis vier Schreibern, Malern und Elfenbeinschnitzern aus, die eigens von Drogo einberufen worden waren, um nach seinen - im Hinblick auf andere zeitgenössische Handschriften extravaganten und eigenwilligen - Vorstellungen zu arbeiten. Aus Untersuchungen des Schriftbildes geht hervor, daß das ganze Sakramentar von einem einzigen Schreiber verfaßt wurde - ihm wird im übrigen auch das Zweite Pariser Evangeliar zugeschrieben.
6 Ausstattung 7
Die Ausstattung des Drogo-Sakramentars ist bemerkenswert. Es ist durch einen Buchdeckel aus Holz geschützt, in den sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite zwischen kunstvoll geschmiedeten Silberbeschlägen je neun geschnitzte Elfenbeintafeln eingelassen sind.
Diese Tafeln zeigen teils Szenen aus den Evangelien, teils Handlungen aus den Gottesdiensten, in denen auch der Bischof selbst dargestellt ist.
Im 18. Jahrhundert mußten die Holz- und Metallteile des Buchdeckels ausgetauscht werden – die Elfenbeintafeln konnten jedoch wiederverwendet werden.
Zwischen den Buchdeckeln erstrecken sich die Texte über 130 ungefärbte Pergamentseiten, deren Größe 264 x 214 Millimeter beträgt. Jede Seite ist gleichmäßig langzeilig, also einspaltig, mit zwanzig Zeilen beschrieben.
6
Dieses Kapitel stützt sich auf Mütherich (wie Anm. 3), S. 18-19.
7 Ebd.
Quote paper:
Annette Wälde, 2002, Das Drogo-Sakramentar: Die Initialen Te igitur, D mit Osterszene, C mit Himmelfahrt, D mit Pfingstwunder, Munich, GRIN Publishing GmbH
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