Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis ............................................................................................................. III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
2. Das Bildungssystem in Indien 2
2.1 Eine historische Herleitung 2
2.2 Der aktuelle Aufbau 3
2.2.1 Zahlen und Fakten 3
2.2.2 School Stages 5
2.2.3 Higher and University Education 7
3. Die Hochschulstruktur in Indien 8
3.1 Institutionen und ihre Entwicklungsstrategien 8
3.1.1 Der staatliche Sektor 9
3.1.2 Der private Sektor 12
3.2 Zusammenfassung 15
4. Herausforderungen und Probleme 17
4.1 Entwicklungen auf dem Bildungs- und Personalmarkt 17
4.2 Reaktionsnotwendigkeiten und Möglichkeiten 21
5. Fazit und Ausblick 22
Anhang 1 23
Anhang 2 29
Literaturverzeichnis 32
II
Abbildungsverzeichnis
Seite
Abb 1 Lese- und Schreibfähigkeit der indischen Bevölkerung 4
(1951-2001)
Abb 2 Das System der Bildungsstufen in Indien 5
Abb 3 Prozentualer Anteil von Kindern die eine Schule 5
besuchen in 2005
Abb 4 Public Higher Education Instituts 9
Abb 5 Übersicht der NAAC Universitätsbewertungen 2007 14
III
Abkürzungsverzeichnis
Abkürzung Bedeutung
Abb. Abbildung
AICTE All India Council for Technical Education
BIP Bruttoinlandsprodukt
Bpb Bundeszentrale für politische Bildung
CAT Common Admission Test
CBSE Central Board of Secondary Education
CII Confederation of Indian Industry
DISE District Information System of Education
CPE Colleges with Potential for Excellence
GATS General Agreement on Trade in Services
IIT Indian Institute of Technology
IIM Indian Institute of Management
IISc Indian Institute of Science
ISE Indian School Certificate
JEE Joint Entrance Examination
NAAC National Assessment And Accreditation Council
NEUPA National University of Educational Planning and Administration
NIT National Institutes of Technology
NLM National Literacy Mission
PESTEL politische, wirtschaftliche (economic), sozio-kulturelle, technologische,
ökologische (ecological) und rechtliche (legal) Einflußfaktoren
PMT/PDT Pre-medical/Pre-dental Tests
SC Scheduled Casts
ST Scheduled Tribes
IV
SSA Sarva Shiksha Abhiyan Bewegung
UGC University Grants Commission
UNESCO United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization
UPE Universities with Potential for Excellence
WTZ Wissenschaftliche-Technologische Zusammenarbeit
V
1. Einleitung
Die südasiatische Republik Indien rückt in den letzten Jahrzehnten immer weiter in den Fokus der westlichen Öffentlichkeit. Mit ihren 1.1 Milliarden Einwohnern und einem
jährlichen Bevölkerungswachstum von 1.5 Prozent 1 ist sie nach der Volksrepublik China das bevölkerungsreichste Land der Erde.
Damit ergibt sich eine potenzielle Zielgruppe von ungefähr 411 Millionen Menschen im
Alter von sechs bis vierundzwanzig Jahren 2 , die das entwicklungsfähige indische Bildungssystem zu einem der größten und interessantesten Bildungsmärkte weltweit machen. Dennoch erscheint dieses gesamte System als relativ undurchsichtig, kompliziert und verschlossen.
Diese Arbeit möchte versuchen das indische Bildungssystem, als auch den damit verbundenen Bildungsmarkt verständlich zu machen und einen Überblick zu generieren, der es ermöglicht das Gebilde in seiner Gänze zu verstehen.
Im zweiten Teil soll daher eine, aus der Historie hergeleitete Übersicht der substanziellen Charakterzüge des Systems geschaffen werden. Diese Ausführungen werden im Weiteren durch statistische Daten der einzelnen Systemelemente ergänzt. Eine isolierte Betrachtung des „Higher Education“- Sektors im dritten Teil der Arbeit verdeutlicht die teilweise unstrukturierten, aber auch chancenreichen Interdependenzen des indischen Bildungssystems. Ergänzend wird in diesem Abschnitt versucht die vorhandenen Institutionen in ein Verhältnis zu setzten und damit Vergleichbarkeit herzustellen.
Die positive wirtschaftliche Entwicklung des Landes Indien mit seinen hohen
Wachstumsraten von 5% bis 8% des Bruttoinlandsprodukts 3 und steigenden sozialen Standards wird mittelfristig alle verfügbaren nationalen Humanressourcen binden und kann daher unter Umständen zu einer Herausforderung für das gesamte System werden. Auf diese potenzielle Problematik geht der vierte Teil der Arbeit ein und wird mit Hilfe einer PESTEL-Analyse versuchen, ausschlaggebende Trends aufzuzeigen. Am Ende wird die Arbeit mit einem kurzen Fazit und dem zugehörigen Ausblick geschlossen. Diese haben schlussendlich zum Ziel alle genannten Informationen und Überlegungen in einer Situationsbewertung zu vereinigen, die den gegenwärtigen Stand des indischen Bildungssystems reflektiert und zukünftige Entwicklungen prognostiziert.
1 UNESCO Institute for Statistics (2003).
2 Vgl. Department of Higher Education (2007a).
3 Vgl. Waldkirch (2006), S. 37.
1
2. Das Bildungssystem in Indien
Das Bildungssystem in Indien basiert primär auf den Einflüssen der europäischen Kolonialherrschaft. Aus diesem Grund erscheint es als sinnvoll eine, sich auf historischen Gegebenheiten stützende Herleitung zu konstruieren, die es erleichtert den aktuellen Aufbau des Systems zu verstehen. Hierzu werden im Weiteren Zahlen und Fakten des indischen Bildungssektors erläutert, die es ermöglichen den Umfang der so genannten „School-Stages“ und „Higher- bzw. University Education“ zu erfassen und damit einen strukturierten Einblick in die Funktionsweise des Systems zu erlangen.
2.1 Eine historische Herleitung
Wie bereits erwähnt ist der europäische Kolonialismus das Fundament des heutigen Bildungssystems in Indien.
Schon im Jahre 1505 errichteten Portugiesen Handelsenklaven in Indien, die den margenreichen Gewürzhandel über den Seeweg ermöglichen sollten. Ihre Vorreiterstellung auf dem indischen Subkontinent verloren sie jedoch ab 1756 zunehmend an die britische Ostindien Kompanie. Dies war eine Gesellschaft reicher englischer Kaufleute, die von der britischen Krone das exklusive Recht erhalten hatte Handel in Indien treiben zu dürfen. Die Kompanie wurde in kurzer Zeit zur stärksten
wirtschaftlichen, militärischen und territorialen Macht. 4 Ihre Einflusszentren lagen in den Städten Bombay (heute: Mumbai), Kalkutta (heute: Kolkata) und Madras (heute: Chennai).
Der Beginn des Aufbaus eines Bildungssystems in Indien geht zurück auf das Jahr 1813 in welchem die Ostindien Kompanie ihre Verantwortung für die Bildung des Landes
durch den so genannten „Charter Act“ anerkannte. 5 Auf Basis des „Sir Charles Wood´s educational dispatch” von 1856 wurden in den oben genannten Städten die ersten drei Universitäten des Landes nach englischem Vorbild begründet. Nach langen Diskussionen entschieden sich die englischen Machthaber Bildung, unabhängig von den Eliten des Landes, auch für die breite Masse der indischen Bevölkerung anzubieten und neben der englischen Sprache auch Landessprachen in diesen Einrichtungen
zuzulassen. 6
4 Vgl. Brown (2002).
5 Vgl. Mehrotra (2006), S. 11.
6 Vgl. Zastoupil/Moir (1999), S.65-66.
2
Im Jahre 1857 wurde Indien endgültig unter britische Krone gestellt. Eine unmittelbare Qualifikation der Masse wurde zur neuen Entwicklungsstrategie des Landes erkoren und löste damit den Gedanken der „downward filtration“ durch die
Eliten ab. 7 Dieser Grundsatz übertrug sich im Weiteren auch auf das indische Schulsystem. Bisweilen wurde Kritik an einer Konservierung von Vorrechten und Privilegien der elitären Schichten in Indien laut. Aus diesem Grund erhob der Nationalkongress um das Jahr 1900 die Forderung, in der Bildungspolitik eine stärkere
Fokussierung der technischen und beruflichen Ausbildung vorzunehmen. 8 Ungeachtet der Beendigung der Kolonialherrschaft 1947 durch die Briten, hat sich bis zum heutigen Tage ein zweigliedriges Schulsystem behauptet, welches ferner nach der
zwölften Klasse durch eine akademische Ausbildung komplementiert werden kann. 9 Dieses Bildungssystem soll im Folgenden beschrieben werden, jedoch zuvor durch Zahlen und Fakten einen didaktischen Zugang erfahren.
2.2 Der aktuelle Aufbau
Dieser Teil der Arbeit soll eine Übersicht des indischen Bildungssystems generieren, der sowohl die quantitativen Ausdehnungen, als auch den systematischen Aufbau abdeckt. Im Zentrum der Arbeit steht die indische Hochschulkultur, so dass die weiteren Ausführungen zum Schulsystem als nützliche Ergänzung des Hauptthemas zu verstehen sind.
2.2.1 Zahlen und Fakten
„In den vergangenen Jahren hat die indische Regierung wichtige Schritte unternommen um ihr Ziel „Bildung für Alle“ zu erreichen. Der 86. Constitutional Amendment Act von 2002 macht die Primärbildung zu einem Grundrecht für alle Kinder im Alter von 6 bis
14 Jahren“ 10
Um das Ausmaß dieser politischen Willenserklärung zu erfassen sind bietet das
UNESCO Institute of Statistics eine quantitative Übersicht vom Juni 2006. 11
7 Vgl. Zastoupil/Moir (1999), S.65.
8 Vgl. Lall (2005), S.2.
9 Vgl. Indian Department of Higher Education (2007a).
10 National Report on the Development of Education (2004), S. 1.
11 Vgl. UNESCO Institute for Statistics (2003).
3
Arbeit zitieren:
Fabian Schinke, 2007, Der Bildungsmarkt in Indien, München, GRIN Verlag GmbH
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