Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Definitionen und Grundlagen 1
2.1. Was ist Offshore 1
2.2. Zusammenhang von Offshore und Outsourcing 2
2.2.1. erste Dimension Ausgegliederte IV-Aufgaben 4
2.2.2. zweite Dimension Ausgegliederte Anwendungen 7
2.2.3. dritte Dimension Organisationsform der Ausgliederung 8
3. Welche Offshore-Folgen haben die Globalisierung und die EU-Erweiterung für
Deutschland 13
4. Chancen mit Offshore 14
4.1. Allgemeine Chancen bei Offshore 14
4.2. Chancen für die USA und Deutschland durch Offshore 16
5. Risiken mit Offshore 17
5.1. Allgemeine Risiken bei Offshore 17
5.2. Risiken für die USA und Deutschland durch Offshore 18
5.2.1. Welche Auswirkungen hat Offshore auf die deutsche Wirtschaft 19
5.2.2. Welche Auswirkungen hat Offshore auf die deutsche Bildung 20
5.2.3. Für welche Art Unternehmen lohnt sich Offshore 21
5.3. Was ist ein Offshore-Qualitätssiegel wert 22
5.4. Risikovermeidung - Service Level Agreements (SLA) 24
6. Offshore-Märkte Welche Länder bieten Offshore an 25
6.1. Offshore-Anbieter im asiatischen Raum 25
6.2. Offshore-Anbieter im europäisch-afrikanischen Raum 26
6.3. Offshore-Anbieter im amerikanischen Raum 27
6.4. Warum ist Deutschland kein Offshore-Anbieter 27
7. Resümee 29
Anhang ..................................................................................................................... 31 31
Literaturverzeichnis 61
1. Einleitung „Deutsche Bank lagert massiv IT-Aufgaben aus.“ 1 „Siemens zieht Jobs ins Ausland ab.“ 2 „In Deutschland sind 130.000 IT-Arbeitsplätze durch Offshoring bedroht.“ 3 In letzter Zeit häufen sich Meldungen dieser Art, da Offshore-Outsourcing gefragter ist denn je. In erster Linie ist der IT-Bereich von Offshore-Aktivitäten betroffen, obwohl grundsätzlich alle standardisierbaren Prozesse oder unabhängigen Wertschöpfungs- sektoren verlagert werden können.
In Großbritannien und den USA wirkt sich Offshore spürbarer als in Deutschland auf die Wirtschaft aus. Das liegt daran, dass in Deutschland die Ausgliederung von hoch qualifizierten Arbeitsplätzen ins Ausland noch nicht in diesem Umfang erkennbar ist. Dennoch offenbaren Befragungen und Schätzungen in verschiedenen Branchen, dass diese Entwicklung auf keinen Fall spurlos an Deutschland vorbeiziehen wird.
Die vorliegende Seminararbeit hat das Ziel, den Modebegriff Offshore näher darzustellen, die verschiedenen Offshore-Modelle kurz zu präsentieren und die verschiedenen Länder aufzuzeigen, die Offshore betreiben. Weiterhin wird gezeigt, warum Deutschland kein Offshore-Anbieter ist. Als Kernpunkt dieser Seminararbeit wird schließlich hinterfragt, welche allgemeinen Chancen und Risiken durch Offshore vorhanden sind. In diesem Zusammenhang werden vor allem die Chancen und Risiken der USA und Deutschland aufgezeigt, da die USA der Vorreiter von Offshore ist und Deutschland ständig mit den USA verglichen wird. Die Gegenüberstellung soll die verschiedenen Ansichten und Sachverhalte der beiden Länder darstellen.
2. Definitionen und Grundlagen
2.1. Was ist Offshore?
Der Begriff Offshore kommt aus dem englischen – offshore bedeutet übersetzt „vor der Küste, im Meer“ – und wird heutzutage sehr gerne in Verbindung mit Outsourcing gebraucht. Offshore-Outsourcing, auch Offshore genannt, bezeichnet eine Umsiedelung von hauptsächlich hoch qualifizierten Dienstleistungstätigkeiten aus einem Unternehmen in bestimmte ausgewählte Länder. In diesen meist 1 Vgl. Computerwoche, 02.10.2003, pageid=254&artid=53762
2 Vgl. FTD, 12.12.2003
3 Vgl. Computerwoche, 19.02.2004, pageid=254&artid=58224
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Niedriglohnländern wird die Arbeit entweder durch ein Tochterunternehmen ausgeführt – dieses Modell ist das reine Offshore –, oder ein einheimischer Dienstleister realisiert die Aufgaben – dieses Modell ist eine Kombination von Outsourcing und Offshore. Offshore ist keine neue Entwicklung in der IT-Industrie. Seit Jahren lassen größere Unternehmen Software in Billiglohnländern entwickeln. Das Phänomen Offshore ist ein strategisches Konzept, das sich in den USA bereits bewährt hat und auch im europäischen Raum langsam seinen Erfolg einheimst. 4
2.2. Zusammenhang von Offshore und Outsourcing
Bevor die Chancen und Risiken des Offshore analysiert und gegenübergestellt werden, muss die Ermittlung, wo Offshore im Outsourcing angesiedelt ist, erfolgen. Außerdem muss festgestellt werden, welche Aufgaben und Anwendungen ausgelagerungsfähig sind. Outsourcing hat verschiedene Ausprägungen, die je nach Anforderungen in unserer heutigen Gesellschaft eingesetzt werden. Das Outsourcing hat eine große Bandbreite von Aufgaben. Es umfasst Bereiche wie Individualsoftware-Entwicklung, Anpassung von Standardsoftware, Web-basierte Anwendungen, Service-Outsourcing wie beispielsweise Data Cleaning, Netzwerkinfrastruktur, Beratung, IT-Sicherheit, Business Process Outsourcing wie beispielsweise Call Center, hardwarenahe Softwareentwicklung, Mobile Computing, die Übernahme von IT-Tätigkeiten wie beispielsweise das Betreuen von Rechenzentren und Hardwareprojekte. 5 Aus dieser vielfältigen Bandbreite sollte man sich für den Bereich entscheiden, der für die eigenen Absichten und Ziele zutreffende ist. Hierdurch wird vermieden, dass man das falsche Outsourcing-Modell auswählt. Eventuell unrentables Handeln durch die Auswahl keines Outsourcing-Modells wird ebenfalls ausgeschlossen. Doch es ist gar nicht so einfach zu entscheiden, ob man überhaupt Outsourcing betreiben soll und welches eigentlich das ideale Outsourcing- Modell für die eigenen Pläne ist.
Nicht jedes Vorhaben bzw. jede Tätigkeit durch Offshore ist für die verfolgten Interessen optimal. Es gibt auch Absichten und Aufgaben, die beispielsweise vor Ort erfolgsversprechender sind. Wann Offshore nützlich ist, zeigt sich in Abbildung 1 (Die Nützlichkeit von Offshore). Diese zeigt einen Optimierungsansatz, bei dem
4 Vgl. Schuster / Gerstung / Niermann / Brönstrup, 2003, Seite 1-3
5 Vgl. Beyer / Koprowicz / Merzdorf, Studie 2, 2004, Seite 16
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personalbedingte und komplexitätsbedingte Kostenverläufe dargestellt werden. Wenn die dabei angenommenen Kostenverläufe zutreffen, ist Offshore bei unterschiedlichen Kostenstrukturen rentabel. Die Offshore-Variante Farshore beispielsweise eignet sich für niedrige Komplexitätskosten und niedrige Personalkosten. Dieses sagt bei Tätigkeiten mit gering notwendiger Kommunikation und geringer Teampräsenz beim Auftraggeber zu. Ebenso ist die Offshore-Variante Nearshore bei geringen Komplexitätskosten und geringen Personalkosten rentabel. Es können sich auch große Teile von Systemen unabhängig entwickeln lassen, die durch Kommunikation im Wochenabstand und wenig Teampräsenz möglich sind. Hingegen visualisieren die Kostenverläufe bei hoch interaktiven Tätigkeiten, dass diese für das Offshore und seine Varianten nicht geeignet sind. Das liegt daran, dass diese Tätigkeiten eine intensive Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber benötigen. Daher ist es empfehlenswert, diese Absichten und Tätigkeiten eher durch einen Dienstleister in Deutschland oder vor Ort beim Auftraggeber zu realisieren.
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Das Verständnis und die Aussagekraft der Abbildung 1 kann mit Hilfe eines dreidimensionalen Würfels, wie in Abbildung 2, besser gedeutet und analysiert werden.
Organisationsform
der Ausgliederung
Ausgegliederte
Anwendungen
Ausgegliederte Informationsverarbeitungs-Aufgaben
Die einzelnen Dimensionen des Würfels werden in den folgenden Kapiteln näher erläutert.
2.2.1. erste Dimension – Ausgegliederte Informationsverarbeitungs-
Aufgaben
Die erste Dimension „Ausgegliederte Informationsverarbeitungs-Aufgaben“ gehört in der Abbildung 1 (Die Nützlichkeit von Offshore) zu der vertikalen Achse (Kosten), da hier die verschiedenen Informationsverarbeitungs-Aufgaben ermittelt werden. In der unteren Abbildung 3 (Varianten des Informationsverarbeitungs-Outsourcing nach ausgegliederten Informationsverarbeitungs-Aufgaben) werden einige der ausgegliederten Aufgaben in der jeweiligen Produktphase (Entwicklung, Einführung, Betrieb, Wartung) dargestellt. Hierbei werden die auszulagernden Aufgaben, die günstigerer Natur sind, grün hinterlegt werden und die weniger günstigen auszulagernden Aufgaben sind rot hinterlegt. Durch die farbliche Hinterlegung wird sichtbar, dass verschiedene Aufgaben und Aufgabenbereiche nicht unbedingt zur Auslagerung geeignet sind. Dennoch ist es möglich, manche Aufgaben auszulagern, die hier als weniger günstig hinterlegt worden sind. Es ist nämlich ein Trend zu spüren, dass Offshore auch Dienstleistungsangebote deckt, die eigentlich weniger
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günstig für das Unternehmen sind, das auslagern möchte. Indien beispielsweise hat sein Dienstleistungsangebot in den letzten Jahren vervielfacht. Hierbei sich auch Tätigkeitsfelder beinhaltet, die normalerweise für das Auslagern nicht geeignet sind.
In der Produktphase Entwicklung wird durch das satte grün sichtbar, dass die Auftragsprogrammierung sehr gut dazu geeignet ist, um diesen Tätigkeitsbereich auszulagern. Die Auftragsentwicklung hingegen ist nur teilweise für die Auslagerung geeignet. Dieses wird durch Abbildung 4 (Phasen der Auftragsentwicklung im IT- Bereich) detaillierter dargestellt.
In der Produktphase Einführung wird durch das satte rot sichtbar, dass sowohl die Systemeinrichtung durch Beratungsunternehmen, als auch die temporäre Systembetreuung in der Einführungsphase durch Externe nicht zur Auslagerung geeignet sind. Gerade dadurch, dass in diesen beiden Bereichen eine intensive Kommunikation und eine hohe Interaktion nötigt sind, wird diese Eingliederung unterstützt.
Die Produktphase Betrieb hat wiederum eine andere Auslagerungstendenz. Die Bereiche Remote externe Systemadministration, der externe Systembetrieb, die RZ-
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Ausgliederung, sowie das Application Management Outsourcing sind sehr gut geeignet, um ausgegliedert zu werden. Denn hier ist es irrelevant, wo die Tätigkeiten durchgeführt werden. Das Outsourcing von Geschäftsprozessen ist allerdings nur teilweise geeignet um ausgegliedert zu werden. Das liegt daran, dass Bereiche wie Einkauf, Vertrieb und Marketing schlecht auszulagern sind. Andererseits ist es aber möglich den kompletten Bereich Rechnungswesen aus einem Unternehmen auszulagern, da dieser autonom im Unternehmen durchgeführt werden kann. Die letzte Produktphase Wartung ist als Outsourcing-Bereich überhaupt nicht geeignet. Hier sind ebenso, wie bei der Produktphase Einführung, ein intensiver Kommunikations- und Interaktionsaustausch nötig.
In der Abbildung 4 ist beispielsweise die Geschäftsmodellierung überhaupt nicht zum Auslagern geeignet. Hierunter wird die Struktur und Dynamik der Organisation verstanden wird, um aus diesem Verständnis die Systemanforderungen abzuleiten. Genauso ist die Anforderungsanalyse, die für die Definition der funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen zuständig ist, auch eher nicht geeignet um ausgelagert zu werden. Gerade in dieser Phase sollte eine Basis zur besseren Verständnis der Anforderungen gelegt werden, um die Funktionalitäten des Systems zu definieren. Die Phasen Analyse und Entwurf, Verteilung, Konfigurations- / und Änderungsmanagement, Projektmanagement, sowie das Umgebungsmanagement sind eher und die Phasen Implementierung und Test sogar sehr geeignet um ausgelagert zu werden. Diese Phasen können unabhängig vom Auftraggeber durchgeführt werden.
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2.2.2. zweite Dimension – Ausgegliederte Anwendungen Die zweite Dimension gehört ebenso wie die erste Dimension zu der vertikalen Achse (Kosten) der Abbildung 1 (Die Nützlichkeit von Offshore). In dieser Dimension werden nämlich die verschiedenen Anwendungen ermittelt, bei denen es möglich und rentabel ist, diese auszulagern.
Bisher begrenzte sich das IT-Outsourcing meist nur auf Gesamt- Anwendungssysteme, die durch IT-Dienstleister entwickelt wurden. Heutzutage ist es jedoch schon üblich, einzelne Anwendungen durch IT-Dienstleister entwickeln zu lassen, sodass IT-Outsourcing nicht nur bei Gesamt-Anwendungssysteme angewandt wird, sondern auch schon bei kleinen, einzelnen Anwendungen. Die nachfolgende Abbildung 5 (Varianten des Informationsverarbeitungs-Outsourcing nach ausgegliederten Anwendungen) legt einige Möglichkeiten der ausgegliederten Anwendungsmöglichkeiten dar, die durch IT-Dienstleister angeboten werden können.
IT-Outsourcing
Die Möglichkeiten der auszulagernden Anwendungen und Prozesse sind immens. Dennoch sollte die Entscheidung über das Auslagern einer Anwendung, von Geschäftsprozessen und Systemplattformen gründlich überlegt sein, da nicht jede Anwendung und jeder Prozess für das Auslagern geeignet ist. So sind die Systemplattformen, die einzelnen Anwendungen und die Mini-Apps sehr gut geeignet, um ausgelagert zu werden, da diese Aufgaben unabhängig vom Standort des Auftraggebers realisiert werden können. Die Geschäftsbereiche und -prozesse sind weniger geeignet, da hier nur der Bereich Rechnungswesen in Frage kommt. Genauso sind die Gesamt-Anwendungssysteme durch ihre Komplexität eher weniger
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zur Auslagerung geeignet. Denn je spezieller eine Anwendung oder ein Prozess, desto ungeeigneter ist er zum Auslagern. So sind beispielsweise externe Mailboxen leichter auszulagern, als Individualsoftware und Business Applikations. Dennoch werden ebenso komplexe Tätigkeiten von den unterschiedlichsten Branchen übernommen, d.h. zum Beispiel Tätigkeiten wie Verwaltung, Research, Customer Care, Marketing, Zahlungsvorgänge, Lohnbuchhaltung, Schadensabwicklung, IT und Datenerfassung für Finanzdienstleister wie Axa, American Express, Conesco und
ABN Amro. 6
2.2.3. dritte Dimension – Organisationsform der Ausgliederung
Die letzte Dimension des Outsourcing ist die Organisationsform der Ausgliederung. Hier wird betrachtet, mit wie vielen Partnern das IT-Outsourcing realisiert wird, was für eine Art Partner dieser ist und wo überhaupt das Outsourcing verwirklicht werden kann. Diese dritte Dimension entspricht der horizontalen Achse der Abbildung 1 (Die Nützlichkeit von Offshore), da hier die Organisationsformen und die geografische Entfernung abgebildet werden. Die untere Abbildung 6 (Varianten des Informationsverarbeitungs-Outsourcing nach Organisationsformen) repräsentiert diese dritte Dimension.
IT-Outsourcing durch
Partner-Art:
Konzern-intern
6 Vgl. Bhende, 2003, Seite 18
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Für die Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und IT-Dienstleister, mit unterschiedlicher Anzahl und Art der Partner, gibt es mehrere Offshore-Varianten. Diese Offshore-Varianten bzw. Offshore-Modelle wie beispielsweise Facilitator Offshore & On-Site, Co-operation Offshore & On-site, Offshore-Workbench und In Sequence haben verschiedene Eigenschaften, die im nachfolgenden erklärt werden.
Das Offshore-Modell Facilitator Offshore & On-site, das durch die Abbildung 6 dargestellt wird, ist insbesondere geeignet, wenn mehrere Anbieter für das Unternehmen tätig sein sollen. Somit ist das Offshore-Modell Facilitator Offshore & On-Site auf dem rechten Ast (mehrere Anbieter) der Abbildung 6 (Varianten des Informationsverarbeitungs-Outsourcing nach Organisationsformen) angesiedelt.
Der Begriff Facilitator kommt vom englischen Wort „to facilitate“, was erleichtern bedeutet. Denn in diesem Model wird ein Berater (Facilitator) involviert, der als Koordinator aktiv ist. Dieser Berater schafft eine transparente Ausgangslage, die es ermöglicht den wettbewerbsfähigsten Anbieter auszuwählen. Durch den Facilitator wird dem Auftraggeber „erleichtert“, jederzeit seinen Anbieter wechseln zu können oder zumindest eine Konkurrenzsituation zu schaffen. Durch diesen Facilitator werden daher Abhängigkeiten von Anbietern vermieden. Dieses Modell garantiert eine genaue Abgrenzung der Aufgaben und eine klare Festlegung der Zuständigkeiten. Als Grundvoraussetzung für dieses Modell müssen die Teams des
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Offshore-Anbieters und des Auftraggebers gemischt werden. Beide Teams sorgen dafür, dass unterschiedliche Gegebenheiten, Mentalitäten und Arbeitsweisen ausgetauscht werden. Dadurch können die Teams frühzeitig den weiteren Ablauf effizient gewährleisten.
Das Offshore-Modell Co-operation Offshore & On-site (Abbildung 8) wird von vielen Unternehmen angewendet und durch den mittleren Ast (in Gemeinschaften) der Abbildung 6 (Varianten des Informationsverarbeitungs-Outsourcing nach Organisationsformen) repräsentiert.
Im Modell Cooperation / Remote Application Management wird ein lokaler Anbieter mit dem Auftraggeber kombiniert. Der lokale Anbieter ist im Land des Auftraggebers angesiedelt und vertritt den Auftraggeber. Dieser lokale Anbieter des Auftraggebers verhandelt mit dem lokalen Anbieter des Offshore-Anbieters. Diese Projekte werden im Sinne einer Zusammenarbeit durchgeführt und gelangen über eine Mischkalkulation zu niedrigen Preisen. Das gemischte Team erbringt einen gemeinsamen Erfolg und ist eigenverantwortlich. Da durch dieses Modell viele Anfängerfehler vermieden werden können, ist das Modell vor allem zu Beginn einer Outsourcing Strategie zu empfehlen.
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Ein weiteres Modell, das durch den mittleren Ast (in Gemeinschaften) der Abbildung
6 (Varianten des Informationsverarbeitungs-Outsourcing nach Organisationsformen)
repräsentiert wird, ist das Offshore-Workbench, das durch die Abbildung 9 dargestellt wird.
Dieses Offshore-Modell ähnelt einer verlängerten Werkbank im klassischen Produktionsbetrieb. Der Offshore-Anbieter hat eine kleine Außenstelle beim Auftraggeber im Inland. Dadurch wird die Kommunikation zwischen dem Auftraggeber und dem Offshore-Anbieter vereinfacht, sodass auch kritische Vorhaben vom Offshore-Anbieter angenommen werden können. Der Offshore- Anbieter lernt durch die Außenstelle die Methoden und Interessen des Auftraggebers kennen und dadurch kann eine effizientere Zusammenarbeit gewährleistet werden. Dieses Offshore-Modell besitzt den kostengünstigsten Ansatz zur Nutzung von Offshore Verfahren und ist speziell für gut abgrenzbare Projekte geeignet.
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Bei der Abgabe eines einmalig durchzuführenden Projektes handelt es sich um das Offshore-Modell In Sequence (Abbildung 10). Dieses Offshore-Modell ist in der Abbildung 6 (Varianten des Informationsverarbeitungs-Outsourcing nach Organisationsformen) auf dem rechten Ast (Unabhängige) anzutreffen.
Dieses Modell funktioniert wie eine Art Bauprojekt, da der Auftraggeber das Pflichtenheft an einen oder mehrere Offshore-Anbieter übergibt. Die Software wird somit in einem einmaligen Produktionsvorgang angefertigt. Der oder die Offshore- Anbieter weichen nicht von der erhaltenen Vorlage ab. Die Offshore-Anbieter können ohne das Pflichtenheft bzw. einer Dokumentation auch nicht mit der Realisierung beginnen, da ihnen sonst die Informationsgrundlage fehlt. Dieses Offshore-Modell scheitert regelmäßig in der Praxis, da für solch ein Projekt die Voraussetzungen, wie beispielsweise eine detaillierte Kalkulation, nicht existieren.
Bei allgemeinen Offshore-Aufgaben, wird oft schnell erkannt, dass die gewünschten Vorgaben sehr schwierig zu vermitteln sind. Das liegt daran, dass der Offshore- Anbieter den Auftraggeber durch eine unzureichende Kommunikation und durch die unterschiedlichen Kulturkreise missversteht. Diese Form von Offshore, mit Offshore- Anbietern wie beispielsweise in Indien, China oder anderen weit entfernten und kulturell verschiedenartigen Ländern, ist unter dem Begriff Farshore bekannt. Die
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Kiryo Abraham, 2004, Offshore, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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