Universität Basel, Ethnologisches Seminar
WS 06/07
Florence Chazarenc
Drittes Semester
Postkarten in Westafrika
Bernhard Gardi et al.:
Djenné, il y a cent ans
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Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung... 3
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Biographien der Autoren... 3
3
Vorstellung des Buches... 4
4
Geschichte der Postkarte in Europa... 5
5
Geschichte der Postkarte in Westafrika... 6
(a) Anfänge ... 6
(b) Fortier ... 7
(c) Danel und Simon ... 7
(d) Sammlungen ... 8
(e) Bild, Darstellung und Wirkung ... 8
6
Die afrikanische Postkarte um 1900... 9
7
Die afrikanische Postkarte heute... 10
8
Schluss... 12
9
Bibliographie... 13
10
Anhang: Postkarten ... 14
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1
Einleitung
In dem Buch ,,Djenné, il y a cent ans" beschreiben die Autoren Bernhard Gardi,
Pierre Maas und Geert Mommersteeg im ersten Teil die Geschichte und Entstehung
Djennés. Im zweiten Teil werden eine Sammlung von Fotographien von Albert
Rousseau und Postkarten vorgestellt und abgebildet. Dieses Buch entstand 1994,
nachdem Bernhard Gardi, der Konservator des Museums der Kulturen in Basel, in
der Fondation Herzog in Basel auf eine Sammlung von Fotographien von Djenné und
Mali von Albert Rousseau und auf eine Sammlung von Postkarten gestossen ist. Er
entschloss sich, dieses Bildmaterial zu einem Buch zu verarbeiten, damit das
wertvolle kulturelle Erbe Djennés auch anderen Menschen zugänglich werden möge
und sich viele Menschen an den Bildern erfreuen, statt dass sie nur im Archiv liegen.
In meiner Arbeit werde ich den Schwerpunkt auf Postkarten im Allgemeinen und
im Speziellen auf Afrika, insbesondere Djenné mit historischem Fokus legen.
Postkarten sind ein sehr interessantes, weit verbreitetes Phänomen unseres Alltags.
Ich selbst bin auch leidenschaftliche Sammlerin von Postkarten.
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Biographien der Autoren
Bernhard Gardi, 1946 geboren, studierte und promovierte an der Universität
Basel. Als Ethnologe war er sehr von seinem Vater René Gardi (ein Schweizer
Reiseschriftsteller, Fotograf und Filmer, welcher Skandinavien und Nordwestafrika
viel bereist hatte) geprägt und betrieb seit 1971 Feldforschungen, die meisten in
Westafrika, im Speziellen in Mali (ca. 2 Jahre). Seine Forschungsschwerpunkte sind
Materielle Kunst und Kultur (z.B. Textilien), frühe Fotographie und
Ansichtspostkarten als historische Dokumente. Heute ist er Konservator im Museum
der Kulturen Basel. Wichtige Publikationen von ihm sind: Mali, Land im Sahel.
Katalog zur Ausstellung im Museum für Völkerkunde, Basel. 1988. Man does not go
naked: Textilien und Handwerk aus afrikanischen und anderen Ländern. Basel:
Ethnologisches Seminar der Universität und Museum für Völkerkunde. 1989. Kunst
in Kamerun. Katalog zur Ausstellung im Museum für Völkerkunde, Basel. 1994.
Djenné il y a cent ans. Basel: Museum für Völkerkunde (Amsterdam/Bamako,
zusammen mit Pierre Maas und Geert Mommersteeg). 1994 (Rey, Séverine, 1995 :
76).
Pierre Maas ist ein holländischer Architekt und auch sein regionaler Schwerpunkt
liegt auf Westafrika. Sein Forschungsinteresse gilt der Restaurierung und
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Konservation von alten, architektonisch relevanten Gebäuden in Djenné. Heute ist
Maas Forscher an der Eindhoven University of Technology in den Niederlanden.
Wichtige Publikationen von ihm sind: Djenné: Chef-D'oeuvre Architectura.
Amsterdam: Koninklijk Instituut Voor De Tropen (zusammen mit G. Mommersteeg).
1992. Djenné il y a cent ans. Basel: Museum für Völkerkunde (Amsterdam/Bamako)
1994. L'architecture De Djenne, Mali: La Perennite d#'un Patrimoine Mondial. Leiden:
Rijksmuseum voor Volkenkunde (zusammen mit Rogier Michiel Alphons Bedaux, B.
Diaby). 2003.
Geert Mommersteeg ist ein holländischer Ethnologe. Wie die beiden anderen
Autoren hat auch er seinen regionalen Schwerpunkt in Westafrika, bzw. Mali. Er war
Mitglied in einer Forschungsgruppe zur Erhaltung von Architektur-Werken in Djenné.
Heute ist er Assistenz-Professor für Ethnologie an der Universität Utrecht in den
Niederlanden. Zentrale Publikationen sind: Djenné: Chef-D'oeuvre Architectura.
Amsterdam: Koninklijk Instituut Voor De Tropen (zusammen mit Pierre Maas). 1992.
Djenné il y a cent ans. Basel: Museum für Völkerkunde (Amsterdam/Bamako). 1994.
In de stad van de marabouts. Amsterdam: Prometheus. 1998.
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Vorstellung des Buches
Das Buch gliedert sich in zwei Teile; der erste beinhaltet Texte über Historisches
von Djenné und Erklärungen zu dem Album von Albert Rousseau und der
Postkarten-Sammlung. Der zweite Teil stellt die Fotos und Ansichtskarten dar.
Zu Beginn noch ein paar allgemeine Informationen zu Djenné selbst: Die Stadt
liegt am Niger in Mali, die nächst grösseren Städte sind Mopti und Timbuktu. Djenné
wurde um 300 v. Chr. von dem Bozo Volk gegründet; seit 1988 gehört die Stadt in
der Subsahara zum UNESCO Weltkulturerbe.
Das erste Kapitel ist von der malinesischen Historikerin Bintou Sanankoua
geschrieben. Sie gibt eine Übersicht der Geschichte von Djenné, sie beginnt um 750
n. Chr. bis zum 19. Jahrhundert. Im 13. Jahrhundert konvertierten die Bewohner der
Stadt zum Islam. Aufgrund der zentralen Lage war Djenné als Handels- und
Kulturzentrum im gesamten damaligen Sudan enorm wichtig. Die Stadt diente auch
als Treffpunkt für Nomaden und Sesshafte, da auf dem grossen Wochenmarkt
Waren, Kulturgut und Wissen ausgetauscht werden konnte. Ende 15. Jahrhundert
wurde die Siedlung vom Songhay- Reich erobert, später von Marokko, dann von den
Fulani besetzt. Zuletzt geht Sanankoua auf die Anfänge der französischen Eroberung
ein.
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Im zweiten Kapitel führt Bernhard Gardi etwas detaillierter die Invasion der
Franzosen unter Colonel Louis Archinard und deren Eroberung des Sudans fort.
Weiter werden der Widerstand der Bewohner von Djenné, die folgende
Niederlassung der Franzosen und politische Schwierigkeiten beschrieben.
Im nächsten, gemeinsam von Pierre Maas und Geert Mommersteeg
geschriebenen Kapitel, geht es um Djenné um 1900. Sie beschreiben den Charakter
des Stadtbildes, die monumentale Architektur und die Moscheen. Es wurden drei
Moscheen gebaut; beeindruckende Gebäude, die nur aus Lehm konstruiert sind. Sie
zählen zu den grössten Lehmbauwerken der Welt. Ferner wird der Baustil der
Wohnhäuser dargestellt. Auch sie sind aus Lehm gebaut, haben stets einen Innenhof
und Aussenfassaden, welche mit bedeutungstragenden Elementen verziert sind. Es
gibt spezielle getrennte Bereiche für Mann und Frau. Schliesslich wird noch die
Handwerksgruppe der Maurer skizziert. (Gardi, 1994: 25)
In den nächsten zwei Kapiteln werden nun Erläuterungen zu den Fotographien
und Postkarten geliefert. Das Album von Rousseau stammt aus der Sammlung von
Ruth und Peter Herzog in Basel. Hier geht es um die Entstehung und den Charakter
der Bilder und auch um den Fotographen Rousseau selbst.
Bei den Erläuterungen der Postkarten geht es um die Bedeutung der
Ansichtskarten heute und damals. Die Postkarten wurden für ein breites Publikum
aufgenommen, da sie möglichst viele Menschen ansprechen sollten. Um 1900 gab
es bereits etwa 2000 Postkarten der Region Mali. Der bedeutendste Fotograph
Westafrikas war Edmond Fortier (1862-1928), ein weiterer war Marc Simon (siehe
unten). (Gardi, 1994: 45)
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Geschichte der Postkarte in Europa
Seit dem 17.Jahrhundert gab es erste versiegelte Briefe, die mittels Boten oder
Kaufleuten von Sender zu Empfänger gelangten. Um 1850 erfolgte ein
wirtschaftlicher Aufschwung und auch die unteren Bevölkerungsschichten begannen,
Nachrichten zu versenden. Also führte man im Oktober 1869 in Österreich-Ungarn
die ,,Correspondenz-Karte" ein; mit durchschlagendem Erfolg: Bereits im ersten
Monat verkauften sich 1,4 Mio. Stück. Zu Beginn konnte man sie nur im eigenen
Land verschicken, später in ganz Europa und der ganzen Welt. Die ursprüngliche
Form der Karte hatte eine ungeteilte Rückseite für die Adresse. Daher war meist auf
der Vorderseite noch Platz für einige wenige Sätze an den Empfänger. (Gardi, 1997:
81).
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