1. Einleitung
Die Ausarbeitung beschäftigt sich mit dem CentrO in Oberhausen. Das CentrO ist das Herzstück der Neuen Mitte Oberhausen, einem Stadtentwicklungsprojekt, das teilweise auf dem ehemaligen Thyssen Gelände beziehungsweise Gute Hoffnung Gelände entsteht (vgl. www.centro.de). Das CentrO ist eines, der bisher größten existenten Urban Entertainment Center (UEC) auf dem deutschen Markt. Es befindet sich in dem größten Ballungsraum Europas, dem Ruhrgebiet, in der Geographischen Mitte der Stadt Oberhausen zwischen dem alten Stadtkern Alt Oberhausen und den Ortsteilen Sternkrade und Osterfeld. Seine Ausdehnung erstreckt sich über ein ca. 100 Hektar großes Gelände des 1988 stillgelegten Hütten- und Walzwerkes des Unternehmens Thyssen AG (vgl. Blume 1996:2556/ Wawrowsky 1998:185). Zur räumlichen Veranschaulichung des oben beschriebenen Gebietes dient die unten folgende Abbildung 1.
Abbildung 1
2. Entwicklungskontext
Als typische Ruhrgebietsstadt war auch Oberhausen von den drei Strukturwandeln direkt betroffen. Während des ersten Strukturwandels, der im 19. Jahrhundert statt fand, kam es aufgrund der einsetzenden Industrialisierung zu einer Verstädterung. Auf die Gründe dieser Entwicklung werde ich an dieser Stelle nicht fortlaufend eingehen. Der zweite Strukturwandel vollzog sich seit ca. 1960, als Kohle-, Öl- und Stahlkrisen zu immer größerer Arbeitslosigkeit führten (vgl. www.centro.de). „Als eine der Folgen des wirtschaftlichen Strukturwandels im Ruhrgebiet, von dem die Stadt Oberhausen als bedeutender Standort der Montanindustrie besonders stark betroffen war, entstand in den 80er Jahren in der Stadt eine zusammenhängende industrielle Brachfläche von insgesamt rund 100 ha“ ( Quack 2001:46). Der dritte Strukturwandel findet derzeitig sowie zukünftig statt (vgl. www.centro.de). 1846 entstand im Westen Deutschlands aus einer Bahnhofsgründung sowie in Folge der sich angesiedelten Zechen und Hüttenwerken die kleine Stadt Oberhausen. Im Mittelpunkt standen damals vorrangig die Bodennutzungsinteressen, weniger eine geregelte Stadtplanung. Es war kaum Platz für ein „echtes Stadtzentrum“ (www.centro.de) vorhanden. Außerdem fehlte, bedingt durch die Abschnürung der Bahnlinien, jeder innerstädtische Zusammenhang. 1929 entstand schließlich das heutige Oberhausen mit seinen bekannten Grenzen durch die Zusammenlegung der Städte Oberhausen, Osterfeld und Sterkrade. 1964/ 65 beginnt mit dem Zechensterben die rückläufige Entwicklung der Montanindustrie, so dass seit 1992 Oberhausen keine Bergbaustadt mehr ist (vgl. www.centro.de). „ Die Stadt Oberhausen suchte nun nach Investoren, um die brachliegenden Industrieflächen einer neuen Nutzung zuzuführen“ (www.centro.de). Die Initiative der Stadt bestand darin, ein Konzept zu entwickeln, welches zur Verbesserung der kommunalen Wirtschaftsstruktur beitragen sollte. Dies sollte geschehen unter der besonders zukunftsorientierten, wirtschaftlichen Nutzung der entstandenen Brachflächen. Ein weiteres Anliegen bestand darin den wirtschaftlichen Strukturwandel zu beschleunigen, sowie die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen ( Quack 2000:186). Ein erstes Konzept eines Mall ähnlichen Einkaufs- und Freizeitzentrums der kanadischen Betreiberfirma Triple Five scheiterte an der zu großen Flächenbeanspruchung und den erwarteten Auswirkungen auf die städtebauliche Situation der Nachbargemeinden und wurde verworfen (vgl. Wawrowsky 1998:185f). 1991 schlug die britische Immobilien-und Investmentgesellschaft Stadium Group ein Konzept für die brach liegende Fläche mit einer gemischten Nutzung durch Einzelhandel, Dienstleistungen, Gewerbe, Wohnen, Freizeit, Kultur und Tourismus vor. Es sollte eine neue künstlich geschaffene Stadtmitte geschaffen werden, ein neuartiger Einkaufs- und Freizeitpark (vgl. Gatermann 1996:2548). „ Mit dem CentrO wird also versucht, weniger eine gesamte Stadt als vielmehr eine idealtypische
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Innenstadt nachzubilden mit ihrem umfangreichen Angebot an Versorgungs-, Freizeit- und Kultureinrichtungen, an Kommunikations-, Beschäftigungs- und auch Wohnmöglichkeiten“ ( Quack 2001:56). Das CentrO kann man als Urban Entertainment Center (UEC1) bezeichnen, auf diesen Begriff werde ich in Punkt Vier genauer eingehen.
3. Daten und Fakten
Das CentrO ist das größte Strukturwandelprojekt, mit einem Investitionsvolumen von 2,1 Milliarden Mark, des Ruhrgebietes seit dem Bau des Opelwerkes in Bochum während der 50er Jahre (vgl. www.centro.de). Finanziert wurde das Projekt neben der Eigenkapitalbeteiligung der britischen Investoren, durch Strukturfördermittel der Stadt Oberhausen, dem Bundesland Nordrhein Westfalen sowie der Europäischen Union mit ca. 300 Millionen Mark (vgl. www.heuer-dialog.de). Nach dreijähriger Planung eröffnet das CentrO schließlich im September 1996. Das CentrO setzt sich aus verschiedenen Projekteilen zusammen- dem Einkaufszentrum, der Coca Cola Oase, der Promenade, dem Freizeitpark und dem Business Park. Weiterhin findet man den Gasometer, das Exilia Fitness Center, ein Smart Center, die Multifunktionshalle Arena und eine Musicalhalle vor. Diese verschiedenen Bereiche erstrecken sich auf einem 83 Hektar weitläufigem Gelände. Davon nimmt das sechs Meter hohe Einkaufszentrum eine Verkaufsfläche von 70.000 qm ein. Es verläuft über 560 Meter in Ost-West Richtung und 200 Meter in Nord-Südlicher Richtung. Über 200 Einzelhandelsgeschäfte verteilen sich auf zwei Ebenen. Elf Eingänge bieten einen komfortablen Zugang in das CentrO. In dem Einkaufszentrum befinden sich drei Magnetkaufhäuser, welche zusammen genommen rund ein drittel der Verkaufsfläche im Einkaufsbereich einnehmen. Dabei handelt es sich zum einen um das Warenhaus Galeria Kaufhof mit einer Netto Verkaufsfläche von 14.000 qm. Dazu gehörig die Galeria Kaufhof Kidzworld mit 4.750 qm Verkaufsfläche. Das zweite Magnetkaufhaus Sinn Leffers erstreckt sich auf einer Ladenfläche von 8.800 qm, sowie letztlich das Geschäft C&A mit einer Netto Verkaufsfläche von 4.500 qm. Direkt angrenzend an die Einkaufsmall, gestaltet sich die im mediterranen Stil gestaltete, so genannte Coca Cola Oase, ein Food Court. 20 Gastronomieanbieter bieten ein vielfältiges Angebot von Speisen und Getränken in der Oase, in der 1300 Gäste einen Platz finden. Das Ambiente eines mediterranen Marktplatzes soll urbanes Flair vermitteln. Des Weiteren erstreckt sich der 360 Meter lange Gastronomiebereich über die Promenade (vgl. www.centro.de). Entlang der erwähnten
1 Ein Urban Entertainment Center verfolgt das strategische Ziel, eine eigene Destination zu sein. Vordergründig geht es um die Schaffung einer angenehmen, entspannten Freizeitatmosphäre, in der dem Besucher eine Fülle unterschiedlicher Aktivitätsoptionen geboten wird (Quack 2001:76).
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Sabrina Waßer, 2006, Das CentrO Oberhausen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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