Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Einordnung des Kartenblattes 3
3. Physischgeographischer Überblick 4
3.1 Relief / Gebirge 4
3.2 Hydrologie 5
3.3 Klima 6
3.4 Vegetation 7
4. Anthropogeographischer Überblick 8
4.1 Siedlungen 8
4.2 Geschichtliche Entwicklung der Siedlungen 9
4.2.1 Koblenz 9
4.2.2 Boppard 10
4.2.3 Winningen 11
4.3 Ortsnamen 11
4.4 Wirtschaft 12
4.5 Verkehrsnetz 13
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1. Einleitung
Nach Hüttermann hat man mit der Karte einen Informationsträger, der in der Geographie, als auch in der Gesellschaft ein Kommunikations- und Arbeitsmedium darstellt. Sie gestattet mit einem Blick die Erfassung der Erdoberfläche und vermittelt dem Betrachter geographische Aussagen und Erkenntnisse mit Lage- und Raumbezogenheit.
Einige Fragen zur physischgeographischen und anthropogeographischen Begebenheit des dargestellten Kartenausschnitts soll in folgender Arbeit nachgegangen werden. Dabei wurde das Blatt L5710 Koblenz gewählt.
2. Einordnung des Kartenblattes
Die zu interpretierende Topographische Karte 1: 50000, Blatt L 5710 Koblenz, Ausgabe 1960, Auflage 1963, wurde vom Landesvermessungsamt Rheinland Pfalz, Koblenz bearbeitet. Die vorliegende Karte zeigt unter landschaftlichen Gesichtspunkten einen Ausschnitt aus dem nördlichen Hunsrück, dem Westrand des Taunus und Westerwaldes beiderseits des unteren Lahntals und das Mittelrheinische Becken. Der Ausschnitt ist im Gradnetz zwischen 50,12° und 50,24° nördlicher Breite und 7,2° und 7,4° östlicher Länge zu finden. In den Gauß-Krüger Koordinaten ausgedrückt befindet sich das Gebiet im Bereich der Hochwerte von 556400 bis 558600 und der Rechtswerte von 338200 bis 340400.
Administrativ gehört der Kartenausschnitt zu dem Bundesland Rheinland-Pfalz mit der kreisfreien Stadt Koblenz, dem Landkreis Mayen - Koblenz, dem Westerwaldkreis, dem Rhein - Lahn - Kreis und dem Landkreis Cochem - Zell.
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3. Physischgeographischer Überblick
3.1 Relief / Gebirge
Die auf der Karte zu erkennenden Gebirge, setzen sich zusammen aus Ausschnitten der Höhenregionen des Hunsrücks, des Taunus und des Westerwaldes. Zudem aus den Talfurchen der Lahn und des Rheins. Außerdem sind Engtalstrecken von Rhein und Mosel zu sehen. Die Erdgeschichtliche Entwicklung des Mittelrheinischen Beckens bzw. des Mittelrheinischen Gebiets begann vor 400 Millionen Jahren. Während der Devonzeit befand sich in diesem Gebiet ein flaches Meer in dessen Schelfbereich sich zwischen zwei Krustenplatten Sande ablagerten. Durch Druck und erhöhte Temperaturen entstanden aus ihnen Sandsteine und harte Quarzite. Diese nehmen heute die hohen Kämme des Schiefergebirges ein. Durch Schubkräfte während der Gebirgsbildung am Ende der Karbonzeit entstanden durch Stapelung, Faltung und Schuppung mächtige Sedimentpakete. Ab der Kreidezeit unterlag das Festland tropischen Klimabedingungen. Tiefgreifende Verwitterung konnte als Folge festgestellt werden. Der Druck der afrikanischen Platte auf den europäischen Kontinent ließ vor 65 Millionen Jahren, zu Beginn des Tertiärs, den weitflächig abgetragenen Block des Schiefergebirges wieder emporsteigen. In einer Gegenbewegung sank das Neuwieder Becken ab. Durch das steiler werdende Gefälle entstand durch rückwärts Einschneiden des Flusses seit ca. 10 Millionen Jahren das Durchbruchstal des oberen Mittelrheins mit seinem stockwerkähnlichen Aufbau. Durch den Wechsel von Kalt- und Warmzeiten in den letzten 2, 5 Millionen Jahren wurde das heutige Landschaftsbild besonders beeinflusst. Zu erkennen sind heute jungtertiäre Terrassen, oberhalb 300m ü. NN z. B. im Gebiet des Karmelenbergs (372m ü. NN). Darunter folgen die jüngeren Hauptterrassen. Unterhalb 200m ü. NN schließen sich obere, mittlere und untere Mittelterrassen an. Die Karthause kann als Beispiel einer oberen Mittelterrasse fungieren. Ab 80m ü. NN befinden sich ältere und jüngere Niederterrassen und die Talaue des Rheins. Die Rheinniederung kann man als tischeben bezeichnen. Die Ebene um die Höhe von 70m nimmt den größten Raum ein. Im Bereich der Mosel prägen ähnliche zahlreiche Terrassen die Landschaft. Es wird von einer ähnlichen Entwicklung ausgegangen. Die Karte gibt nur wenig Aufschluss über Aufbau und Art des Gesteins im vorliegenden Gebiet. Es kann jedoch von hartem und festem Gestein ausgegangen
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werden aufgrund der Tiefe, der Enge und des Windungsreichtums der Täler. Zudem weisen Berg- und Ortsnamen mit dem Wort Leie, das soviel wie Stein heißt, darauf hin (Altlei, Kipplei, Filsener Lei). Es sind auf der Karte Hinweise auf vereinzelte Vorkommen von bestimmten Gesteinen zu finden. In der Nähe von Lonnig befindet sich eine Tongrube und bei Kattenes sind Hinweise ersichtlich auf Schiefervorkommen. Im Gebiet nahe Plaidts findet man vulkanische Ablagerungen wie Lava und Bims, verbunden mit der Nähe zur Eifel (Vulkanvorkommen). Auch im Bereich der Mosel sind Schieferformationen von spröden Grauwacken bis weichem Tonschiefer zu finden.
3.2 Hydrologie
Auf der Karte sind das Untermoseltal, das Mittelrheintal, ein Teil des Lahntals und des Nettetals zu erkennen. Die Mosel, der größte Nebenfluss des Rheins, mündet am Deutschen Eck in Koblenz in den Rhein. An dieser Stelle befindet sich das, nach der Kriegszerstörung 1945, Anfang 90er rekonstruierte, Kaiser - Wilhelm - Denkmal. Im Gebiet der Stadt Lahnstein fließt die Lahn in den Rhein. Am oberen Rand der Karte beginnt das Neuwieder Becken, es trennt den Mittelrhein vom Oberrhein. Die Nette befindet sich im nordwestlichsten Teil der Karte. Entlang der Mosel sind perlenschnurartig auf der linken Moselseite die Gemeinden Hatzenport, Löf, Kattenes, Lehmen, Gondorf, Kobern, Winningen, Güls und Metternich erkennbar. Die Gemeinden Burgen, Brodenbach, Alken, Oberfell, Niederfell, Dieblich, Lay, Moselweiß und das Rauental sind auf der rechten Moselseite zu finden. Entlang des Rheins ordnen sich ebenfalls perlenschnurartig einige Gemeinden und Städte an. Linksrheinisch findet man Bad Salzig, Buchenau, Boppard, Mühltal, Ober- und Niederspay, Brey, Rhens, Stolzenfels, Königsbach, Oberwerth, Lützel, Neuendorf, Wallersheim und Kesselheim. Auf der rechten Rheinseite sind folgende Siedlungen ersichtlich: Bornhofen, Kamp, Filsen, Osterspay, Braubach, Ober- und Niederlahnstein, Horchheim, Pfaffendorf, Ehrenbreitstein, Urbar und Vallendar. Zwischen Wallersheim und Kesselheim befindet sich die Rheininsel Niederwerth. Im Mittelrheintal war es nicht möglich den Rhein zu begradigen. Die Uferbebauung drängte ehemalige Auwälder zurück, dadurch sind Auwälder nur noch auf Rheininsel zu finden. Rhein und Mosel weisen außerdem vermehrt Nebenflüsse auf. Quellbäche entspringen in niederschlagsreichen höheren Lagen, besonders im Gebiet des Rheinhunsrücks und Mittelrheintaunus (z.B. Grieseltalbach bei Arzheim).
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Arbeit zitieren:
Sabrina Waßer, 2007, Karteninterpretation Koblenz, München, GRIN Verlag GmbH
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Karteninterpretation L 5710 Koblenz
Geowissenschaften / Geographie - Kartographie, Geodäsie, Geoinformationswissenschaften
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