Leibniz Universität Hannover, Wintersemester 2007/08
Zuordnung zum Wahlfach ,,Psychologie", Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät,
Hausarbeit zum Thema
Sigmund Freuds Konzeption zur
Weiblichkeit
Vorgelegt von:
Svetlana Katolnik
9. Fachsemester
Studienfach: Wirtschaftswissenschaften
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Inhaltsverzeichnis
I Einleitung...2
II Freud und die Entstehung der Psychoanalyse ...2
III Freuds Konzeption zur Weiblichkeit...6
IV Schlussbetrachtung...18
Literaturverzeichnis...20
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I Einleitung
Die
vorliegende
Arbeit
analysiert
das
Standardwerk
Sigmund
Freuds
zur
Weiblichkeitskonzeption. Die Grundlage der Untersuchung bildet für Freud die Entwicklung
von Frauen aus dem Blickpunkt ihrer Sexualfunktion mit dem Fokus auf frühkindliche
Entwicklungsstadien.
Das Kapitel II fokussiert zunächst auf das Leben und Werk des Autors und entwickelt dabei
die Entstehungsgeschichte der Psychoanalyse. Im Abschnitt III wird dann die
Weiblichkeitstheorie Freuds umfassend dargelegt und analysiert. Der IV. Teil fasst die
wesentlichen Erkenntnisse kurz zusammen und ergänzt sie um einen Ausblick auf aktuelle
Forschungsergebnisse der Weiblichkeitstheorie.
II Freud und die Entstehung der Psychoanalyse
Sigmund Freud wird am 6.Mai 1856 in Freiberg als Sohn des jüdischen Wollhändlers Jakob
Freud und seiner Ehefrau Amalia geboren. Sein Vater hat noch zwei Söhne aus seinen beiden
vorherigen Ehen, für die zwanzig Jahre jüngere Amalia ist Sigmund Freud jedoch das erste
Kind. Im Jahr 1860 zieht seine Familie nach Wien, die Stadt, in der Freud die meiste Zeit
seines Lebens verbringen wird.
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Bereits in seiner Schulzeit glänzt Sigmund Freud mit außerordentlichen Leistungen, 1873
beginnt er ein Medizinstudium an der Wiener Universität und erlangt 1881 seinen Doktortitel.
Er begegnet Ernst Brücke, der einen entscheidenden Einfluss auf Freuds Denkweisen wie
auch seine spätere Arbeit nimmt. 1882 lernt Freud seine zukünftige Ehefrau Martha Bernays
kennen und nimmt eine Stelle im Wiener Allgemeinen Krankenhaus an. Aus finanziellen
Gründen kommt es jedoch erst 1886 zu einer Heirat, fünf Monate nachdem Freud eine eigene
Praxis in Wien eröffnet hat. Aus der Ehe folgen innerhalb von neun Jahren sechs Kinder, von
denen sich die jüngste Tochter Anna auch der Psychoanalyse widmet und später zu der
Sekretärin, Vertreterin und Vertrauten Sigmund Freuds wird.
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Das Jahr vor seiner Heirat verbringt Freud bei dem französischen Neurologen Jean-Martin
Charcot, der sich mit der Hypnose als Heilungsinstrument internistischer Krankheiten
beschäftigt und mit seinen Anschauungen zur Hysterie eine große Bewunderung bei Freud
auslöst. So spezialisiert sich Freud auf die Analyse nervöser Leiden und bezeugt die Theorie
des Seelenlebens. 1887 freundet er sich mit dem Berliner Facharzt Wilhelm Fleiß an, mit dem
er auch für die nächsten zehn Jahre im vertrauten Kontakt bleibt. Freud forscht zunehmend
1
Vgl. Gay (1991), S. 447.
2
Vgl. Gay (1991), S. 447ff.
3
auf dem Fachgebiet der Hysterie und analysiert dabei vorwiegend das weibliche Geschlecht.
Im Jahr 1895 veröffentlich er zusammen mit Josef Breuer seine Studien über Hysterie, welche
sich primär mit Breuers ehemaliger Patientin Anna O. beschäftigen. Das Werk zeigt auf, dass
die Quelle von Hysterie auf sexuellen Fehlfunktionen basiert und dass sich die Symptome
dieser neurotischen Störung durch sprachlichen Austausch zurückhalten lassen. Im gleichen
Jahr gelingt Freud erstmals die Zerlegung eines Traumes durch die Interpretation seiner
eigenen im Traum erlebten Bilder. Vier Jahre später veröffentlicht er dann in dem Werk
Traumdeutung
seine Modellannahmen für die psychoanalytische Traumdeutung, in denen er
die Träume als Wunscherfüllungen betrachtet. Den Begriff der Psychoanalyse verwendet
Freud erstmals im Jahr 1986. Kurze Zeit später stirbt sein Vater. Das Ereignis stellt für Freud
eine der durchdringendsten Erfahrungen seines Lebens dar.
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Im Jahr 1901 veröffentlicht Freud das Werk Zur Psychologie des Alltagslebens, in welchem
er die Grundprinzipien aufstellt, nach denen das Seelenleben organisiert ist. Im Jahr 1902
wird Freud zum außerordentlichen Professor der Wiener Universität ernannt. Er gründet
zusammen mit vier weiteren Ärzten ein regelmäßiges Zusammentreffen zur Erörterung
psychoanalytischer Fragestellungen. Infolge einer wachsenden Mitgliederzahl wird diese im
Jahr 1910 offiziell die ,,Wiener Psychoanalytische Vereinigung" umbenannt.
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Im Jahre 1905
veröffentlicht Freud die Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie, eine Publikation über
Perversionen und die normale Entwicklung eines Kindes bis zum Pubertätsalter. In den
folgenden Jahren publiziert Freud drei Fallberichte zur psychoanalytischen Technik, die
,,Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben" (,,Der kleine Hans"), ,,Bemerkungen über
einen Fall von Zwangsneurose" (,,Der Rattenmann") und psychoanalytische Überlegungen
zum autobiographisch verfassten Fall von Paranoia (,,Der Fall Schreber"). Auch im Bereich
der psychoanalytischen Theorie entwickelt Freud neue Erkenntnisse, so beispielsweise in der
Schrift ,,Formulierungen über die Prinzipien des psychischen Geschehens", in der der
primitive und unbewusste Teil der Psyche als der Primärprozess definiert wird, während der
bewusste, kontrollierte Zustand als der Sekundärprozess. Seine Publikationen über Literatur,
Religion, sexuelle Moralvorstellungen wie auch andere Themengebiete durchbrechen die
bisherigen Grenzen des klinischen und theoretischen Fachgebiets und tangieren neue
Erkenntnisfelder in der Frage der Existenz des menschlichen Daseins.
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Im September 1909 erhält Freud die Auszeichnung der Ehrendoktorwürde der Clark
University in Worcester, Massachusetts. Im Jahr 1911 kommt es zu einem Bruch in der
3
Vgl. Gay (1991), S. 449ff.
4
Vgl. Gay (1991), S. 451f.
5
Vgl. Gay (1991), S. 452f.
4
Wiener Vereinigung, als der zuvor mit Freud verbündete Wiener Arzt und Sozialist Alfred
Adler mit seinen Anhängern aus der Verbindung austritt. Auch der Schweizer Psychiater Carl
Gustav Jung, den Freud ursprünglich zu seinem Nachfolger ernennen wollte, entfremdet sich
immer stärker von Freuds Ansichten, 1914 beenden beide ihre Freundschaft und Jung wendet
sich von der Psychoanalyse ab.
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Die Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand von Österreich und seiner Ehefrau im Juni
1914 und der darauf folgende Kriegsausbruch im August gleichen Jahres verhindern die
weitere psychoanalytische Forschungstätigkeit. So befinden sich viele Patienten im
Kriegseinsatz, Analytiker werden zur ärztlichen Unterstützung verpflichtet. Fachbezogene
Kommunikationsmöglichkeiten werden zudem stark eingeschränkt und die Zahl neuer
psychoanalytische Publikationen substantiell vermindert. Speziell für Sigmund Freud kommt
erschwerend hinzu, dass sich alle drei Söhne im gefährlichen Kriegseinsatz befinden.
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Ab 1915 hält Freud Vorlesungen an der Universität. Im Jahr 1917 werden diese unter dem
berühmten Band Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse publiziert, später neu
aufgelegt und in verschiedene Sprachen übersetzt.
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Zu diesen Folgen zählt in der 33.
Vorlesung auch die Schrift Freuds zu der Frage der Weiblichkeit, die die Grundlage für die
vorliegende Arbeit im Abschnitt III bildet.
Kurz vor Kriegsende wird erstmals seit fünf Jahren wieder ein Treffen der deutschen und
österreichisch-ungarischen
Psychoanalytiker
organisiert,
was
im
Zeichen
des
Wiederauflebens psychoanalytischer Tätigkeit steht. Auch Freuds Söhne kehren unversehrt
aus dem Krieg zurück. Dennoch kennzeichnen die Folgejahre die folgeschweren
Kriegswirkungen, begleitet von Nahrungsmittel- und Brennstoffmangel, Hunger, Kälte und
Krankheiten. An den Kriegsfolgen stirbt im Januar 1920 auch Sigmund Freuds zweite Tochter
Sophie an den Folgen einer Grippeerkrankung. So wird vielfach hervorgebracht, dass die im
gleichen Jahr erschienene Schrift Jenseits des Lustprinzips von der Theorie des Todestriebes
durch Sophies Tod geleitet wurde. In Wirklichkeit hat Freud das Werk bereits im Vorjahr fast
beendet. Die Vervollständigung seiner theoretischen Untersuchungen erfolgt im Jahr 1923 mit
der Schrift Das Ich und das Es.
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Hier analysiert Freud die Struktur der psychischen
Persönlichkeit, in dem er diese in die drei Instanzen Ich, Es und Über-Ich zergliedert, welche
ihrerseits in die drei psychischen Qualitäten bewusst, unbewusst und vorbewusst eingebettet
sind. Dabei bezieht sich das Es auf die konstitutionell festgelegten körperlichen Triebe eines
6
Vgl. Gay (1991), S. 454ff.
7
Vgl. Gay (1991), S. 456.
8
Vgl. Gay (1991), S. 457.
9
Vgl. Gay (1991), S. 458f.
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