Abkürzungsverzeichnis
akust. akustisch
Bw, bw Bewusste, bewusst
Ubw, ubw Unbewusste, unbewusst
Vbw, vbw Vorbewusste, vorbewusst
Vdgt Verdrängte
W-Bw Wahrnehmungs-Bewusstsein
1
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Das Ich und Das Es Seite 7
Abbildung 2: Persönlichkeitsmodell nach Freud Seite 15
2
Inhalt
I Einleitung 4
II Das topologische Modell 4
III Das Instanzenmodell der psychischen Persönlichkeit 7
3.1 Das Ich und das Es 7
3.2 Das Ich und das Über-Ich 12
IV Zusammenfassung 18
Literaturverzeichnis 21
3
I Einleitung
Die Untersuchung der psychischen Persönlichkeit rückt das Ich in den Mittelpunkt der Betrachtung. Hierfür ist es unabdingbar, das Ich, was eigentlich dem Subjekt gleichzusetzen ist, zum Objekt werden zu lassen, dabei sich selbst also wie andere Objekte zu verstehen, zu analysieren und zu kritisieren. Bei diesem Prozess stellt sich ein Teil des Ichs dem restlichen entgegen. Dadurch wird ersichtlich, dass es sich während seiner Funktionen zeitweilig aufspalten und späterhin wieder zusammenzufügen kann. Dies stellt genau ein Gegensatz zu vielen pathologischen Prozessen, bei denen erst die Vergrößerung und Vereinfachung die normalen Verhältnisse veranschaulichen kann. 1 Das von Sigmund Freud 1923 entwickelte Instanzenmodell gliedert die psychische Persönlichkeit in die drei Bezirke „Es“, „Ich“ und „Über-Ich“, die sich auf die Entwicklung des menschlichen Wesens stützten. Dabei umreißt das Es den ältesten der seelischen Bereiche, der bereits mit der Geburt entkeimt, geerbt und konstitutionell festgelegt wird. Er bezieht sich auf die körperlichen Triebe eines Menschen. Unter der Einwirkung des Äußeren wurde ein Teil des Es einer Veränderung unterzogen, aus der sich eine neue Instanz, welche die Rolle des Vermittlers zwischen dem Es und der Außenwelt übernommen hat, herausgebildet: das Ich. Als Ausdruck der Kindheitsphase, die die Abhängigkeit des Kindes von seinen Eltern kennzeichnet, entwickelt sich der dritte Teil des Psychischen, in dem sich die die elterliche Autorität fortführt. Hier handelt es sich um das Über-Ich, dem das Ich wie einem inneren Richter bei seinem Handeln stets unterworfen ist. 2 Das Kapitel II betrachtet im Rahmen einer Einleitung die Beziehung zwischen bewussten und unbewussten Vorgängen. Im III. Abschnitt werden die drei Instanzen der psychischen Persönlichkeit umfassend erläutert. Teil IV fasst die wesentlichen Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf mögliche künftige Erkenntnisse.
II Das topologische Modell
Als Grundvoraussetzung für die Analyse der psychischen Persönlichkeit dient das topologische Modell der psychischen Qualitäten. Dieses beinhaltet die Separierung des Psychischen in Bewusstes und Unbewusstes und ermöglicht die Erforschung bedeutender pathologischer Prozesse des Seelenlebens. So ist es in der Psychoanalyse unerlässlich, das Bewusstsein als eine Eigenschaft des Psychischen zu betrachten und nicht etwa umgekehrt,
1 Vgl. Freud, S. (1923b), S. 61.
2 Vgl. Freud, S. (1953), S. 9ff.
4
das Psychische dem Bewusstsein zuzuordnen. 3 Der Aufbau der psychoanalytischen Theorie basiert dabei auf der Empfindung des Widerstands eines Patienten bei dem Versuch der Bewusstmachung von unbewussten Vorgängen. 4 Eine bewusste Vorstellung zeichnet sich durch die Eigenschaften der Unmittelbarkeit und Gewissheit aus, sie ist jedoch nicht von Dauer. Folglich ist eine Wahrnehmung nur zeitpunktbezogen bewusst, kann aber unter der Voraussetzung der latenten Bewusstseinsfähigkeit erneut bewusst werden. 5 Die deskriptive Darstellung des Unbewussten zählt zu der ältesten wie auch treffendsten Ausarbeitung. Sie umschreibt eine psychische Handlung, deren Existenz aus ihren Wirkungen angenommen wird, von der aber nichts bekannt ist. So kann die Beziehung zum Unbewussten mit einem psychischen Prozess bei einer anderen Person verglichen werden, nur mit dem Unterschied, dass es hierbei das eigene Psychische betrifft. Dabei glaubt man, dass ein Vorgang gegenwärtig aktiviert ist, obwohl man gegenwärtig eigentlich nichts von ihm weiß. 6 So wird der Zustand des Unbewussten durch die seelische Dynamik geprägt, in ihm werden Erfahrungen und Vorstellungen verarbeitet, welche entscheidende Rückwirkungen auf das Seelenleben haben können. Diese seelischen Vorgänge spielen sich unbewusst ab, da sich eine bestimmte Macht gegen ihr Bewusstwerden richtet. Solche inneren Kräfte lassen sich durch psychoanalytische Techniken aufheben, so dass die unbewussten Vorstellungen wieder bewusstseinsfähig werden. Das Verhältnis vor dieser Bewusstmachung wird als Verdrängung definiert, diese wird wiederum durch den Widerstand hervorgerufen bzw. aufrechterhalten. 7 Der Widerstand wird als eine Äußerung des Ichs, welches die Verdrängung durchgeführt hat und jetzt beibehalten möchte, verstanden. 8 Damit bestimmt die Verdrängungslehre das Unbewusste und gilt darüber hinaus als ihr Vorbild. 9 Als Ergebnis ist festzuhalten, dass bei der Betrachtung des Unbewussten zwischen dem latent-bewusstseinsfähigen und dem verdrängten Unbewusstsein unterschieden werden muss. Der erste, nur deskriptiv unbewusste Zustand, wird im dynamischen Sinne als vorbewusst definiert, während der dynamisch nicht-bewusstseinsfähige Zustand im zweiten Fall als unbewusst charakterisiert wird. In der deskriptiven Analyse wird also das Vorbewusste auch
3 Vgl. Freud, S. (1923a), S. 239.
4 Vgl. Freud, S. (1923b), S. 70.
5 Vgl. Freud, S. (1923a), S. 240.
6 Vgl. Freud, S. (1923b), S. 72f.
7 Vgl. Freud, S. (1923a), S. 240f.
8 Vgl. Freud, S. (1923b), S. 71.
9 Vgl. Freud, S. (1923a), S. 241.
5
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Swetlana Katolnik, 2008, Wie ist die psychische Persönlichkeit organisiert?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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