INHALTSVERZEICHNIS
EINLEITUNG 3
THEORETISCHE GRUNDLAGEN
1. Zentrale Metapherntheorien 5
1.1. Die Substitutionstheorie 6
1.2. Die Interaktionstheorie 7
1.3. Die Bildfeldtheorie 9
2. Die Metapher 11
2.1. Definition 12
2.2. Abgrenzung von Metonymie und Synekdoche hinsichtlich
zur Metapher 12
3. Das Erkennen und Verstehen von Metaphern 13
3.1. Die Searle'schen Bedingungen 14
3.2. Die Grice'schen Konversationsmaximen 15
3.3. Konventionelle Präsuppositionen 17
3.4. Das enzyklopädisch-kognitive Vorwissen 18
4. Metaphern als Sprachwerkzeuge 19
4.1. Die illustrative Funktion der Metapher 20
4.2. Die ästhetische Funktion der Metapher 20
4.3. Die ironische Funktion der Metapher 21
4.4. Die unterhaltende Funktion der Metapher 22
4.5. Die manipulative Funktion der Metapher 22
5. Die Zeitungsschlagzeile 23
5.1. Sprachökonomie und die Grice'schen Maxime:
www warum gerade innerhalb der Schlagzeile? 25
5.2. Metaphern-Roulette 25
5.2.1. Irreführende Schlagzeilen 26
5.2.2. Mehrdeutigkeit 26
5.2.3. Ironie 27
EMPIRISCH-ANALYTISCHER TEIL
1. Korpusuntersuchung 29
2. Makroanalyse 29
3. Mikroanalyse
36
3.1. Der bildspendende Bereich KRIEG/MILITÄR
37
3.1.1. Aggression
38
3.1.2. Wettkampf
41
1
3.2. Der bildspendende Bereich TIERWELT ……….………………..
3.3. Der bildspendende Bereich NATUR ……………………………..
3.3.1. Naturphänomene ………………………….……………………….
48 3.3.2. Klimaphänomene …………………………………………………..
51 4. Die Politik der politischen Aussagen ………………………………………..
5. Zusammenfassung der Ergebnisse ………………………………………… 53
CONCLUSIO …………………………………………………………………… 55
BIBLIOGRAPHIE ……………………………………………………………… 56
ANHANG ………………………………………………………………………… 60
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EINLEITUNG
Die Massenmedien berichten über Sport und Politik als zwei voneinander getrennt zu betrachtende Instanzen. Auf den ersten Blick weisen beide Gebiete unterschiedliche Funktionen auf: während sich Politik vorrangig mit Entscheidungen über die Gesellschaft beschäftigt, dient Sport unter anderem der Freizeitgestaltung und der Verbesserung der Wirtschaftslage und besitzt für viele einen höheren Attraktivitätsgehalt 1 . Interessanterweise teilen sich jedoch beide Instanzen dasselbe Vokabular: Wenn über Ereignisse sowohl des Politikals auch des Sportgeschehens berichtet wird, ist oft die Rede von Krieg, Turbulenzen oder Niederlagen. Bereits seit Beginn journalistischer Aufzeichnungen besitzt gerade die metaphorische Gestaltung von Schlagzeilen einen signifikanten Kommunikationszweck: durch die Metapher wird der sprachlichen Routine der Rücken gekehrt. Dabei besitzen diese Sprachzeichen das intentionale Potential, eine Botschaft zu übermitteln, was die korrekte 2 Form nicht annähernd in diesem Maße bewältigen könnte. Wie eine Schlagzeile zu verstehen ist, und welche Voraussetzungen in ihr gemacht werden, kann nicht aufgrund syntaktischer oder semantischer Regeln aus dem Schlagzeilen-Ausdruck selbst abgeleitet werden; erforderlich ist vielmehr eine Analyse ihrer Verwendungsweise im Textzusammenhang. (Büscher 1996:98)
Ziel dieser Arbeit ist es nicht, anhand von Schlagzeilen eine formale Analyse zu liefern, sondern mit Einbezug des entsprechenden Artikels eine dokumentierende Abhandlung zu verfassen, wie oft Metaphern in der Journalistensprache verwendet werden, wie sie als Stilmittel wirken können und auch auf welche Probleme der Rezipient 3 bei deren Interpretation stoßen kann. Außerdem soll die Frage beantwortet werden, aus welchen Bereichen metaphorische Ausdrücke stammen und welche Ziele mit deren Gebrauch verfolgt werden können.
1 Die Spannweite der Funktionen reicht natürlich weiter. Außerdem besitzt der Attraktivitätsgehalt keine allgemeingültige Aussage.
2 Mit korrekter Form ist die adäquate Verwendung von Formen und Strukturen gemeint. Vgl. Dittgen S. 13-43.
3 Wenn im Folgenden von "Sprecher", "Rezipient" usw. die Rede ist, sind "Sprecherinnen", "Rezipientinnen" etc. in dieses Feld mit einbezogen. Die männlichen Bezeichnungen in dieser Arbeit werden nicht geschlechtsspezifisch gebraucht, sondern stehen auf Grund ihrer sprachlichen Kürze für beide Geschlechter.
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Um das Korpus zusammenzustellen, wurden Schlagzeilen im Politik- und Sportteil der drei Tageszeitungen Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung und Saarbrücker Zeitung 4 untersucht. Die Arbeit ist in einen theoretischen und in einen empirisch-analytischen Teil gegliedert. Der theoretische Teil befasst sich mit Grundlagen, die zum Verständnis der Thematik notwendig sind. Dabei werden einige Konzepte lediglich in Ansätzen vorgestellt, um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen. Der theoretische Teil beinhaltet außerdem einen semantisch-pragmatischen Teil, welcher sich mit dem Verstehen von Metaphern und kommunikativen Funktionen beschäftigt. Außerdem werden einige Kriterien vorgestellt, die eine Schlagzeile erfüllen soll. Diese Erkenntnisse werden mit ausgewählten Beispielen prägnant verdeutlicht. Somit ist eine Basis gesetzt, mit deren Hilfe das Textkorpus untersucht werden kann. In der darauf folgenden empirischen Analyse soll zunächst geklärt werden, wie häufig metaphorische Ausdrücke in der Pressesprache Verwendung finden und aus welchen bildspendenden Bereichen diese stammen. Diese statistische Auswertung des Textkorpus, bestehend aus insgesamt 729 Schlagzeilen, dient zur Verifikation meiner Ergebnisse. In der darauf folgenden Mikroanalyse, der Hauptuntersuchung, werden drei dieser bildspendenden Bereiche und einige repräsentative Metaphern unter Berücksichtigung der gewonnenen Erkenntnisse detailliert untersucht. Thema des empirisch-analytischen Teils ist somit die allgemeine dynamische Verwendung der Metapher und ihre Wirkung.
4 In der vorliegenden Arbeit werden neben den eigentlichen Titeln der Tageszeitungen auch deren Kürzel verwendet: Süddeutsche Zeitung (=SZ), Frankfurter Allgemeine Zeitung (=FAZ), Saarbrücker Zeitung (=SaarZ). Es wird angemerkt, dass das offizielle Kürzel der Saarbrücker Zeitung SZ lautet. Um Missverständnissen mit dem gleichnamigen Kürzel der Süddeutschen Zeitung entgegenzuwirken, erachte ich eine Umbenennung des Kürzels der Saarbrücker Zeitung in SaarZ als sinnvoll.
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THEORETISCHE GRUNDLAGEN
1. Zentrale Metapherntheorien
Bereits in der Antike wurden Theorien entwickelt, die Herkunft, Charakteristika und Funktion der Metapher veranschaulichen sollen, wodurch sich dieses sprachliche Phänomen zu einem Forschungsgegenstand in ganz unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen entwickelt hat. War die Metapher zu Beginn dieser Entwicklung eine Frage der Rhetorik und Poetik, so wurde sie im Laufe der Jahrhunderte auch im Rahmen der Philosophie, Psychologie, Theologie und der Sprachwissenschaft untersucht. Wie bereits vermuten lässt, waren vollkommen unterschiedliche Ergebnisse das Resultat dieser Forschungen 5 .
Allein in der Linguistik existiert eine Vielzahl von Theorien, die sich unter anderem bezüglich ihrer Ausgangspunkte unterscheiden. Während sich einige zentrale Theorien wie die Prädikationstheorie oder die der generativen Transformationsgrammatik auf syntaktische Funktionen von Metaphern konzentrieren, liefern sowohl die Substitutions- als auch die Interaktionstheorie eine semantische Interpretation und benennen gleichsam deren pragmatische Funktionen. Da die vorliegende Arbeit unter anderem eine semantischpragmatische Abhandlung in Bezug auf kommunikative Funktionen von Metaphern und deren Bildbereiche liefert, dienen Substitutions- und Interaktionstheorie als Basis für einen weiteren theoretischen Ansatz, denn sie geben Aufschluss darüber, wie eine Metapher interpretiert werden kann. Während die Substitutionstheorie die Ähnlichkeit zwischen zwei Gegenständen bzw. Sachverhalten voraussetzt, wodurch das eigentlich gemeinte Wort durch ein anderes ersetzt werden kann, gliedert die Interaktionstheorie die metaphorische Aussage in zwei Gegenstandsbereiche, die untereinander in Relation stehen. Abschließend wird die Bildfeldtheorie, die in Ansätzen auf beiden Theorien aufbaut, bezüglich Weinrichs Theorien und Zhus Weiterentwicklung in Ansätzen vorgestellt. Sie ist für den empirischanalytischen Teil dieser Arbeit von großer Bedeutung.
5 Vgl. Zhu (1993) S. 13.
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1.1. Die Substitutionstheorie
Die Substitutionstheorie geht auf Aristoteles (384-322 v. Chr.) zurück und stellt somit die älteste Metapherntheorie dar. In seinen beiden Büchern Rhetorik (1959) und Poetik (1994) beschäftigte sich der griechische Philosoph mit der Charakterisierung der Metapher.
Eine Metapher ist die Übertragung eines Wortes (das somit in uneigentlicher Bedeutung verwendet wird), und zwar entweder von der Gattung auf die Art oder von der Art auf die Gattung, oder von einer Art auf eine andere, oder nach den Regeln der Analogie. (Aristoteles 1994:67)
Dabei geht es darum, das eigentlich gemeinte Wort (verbum proprium) durch ein anderes Wort (immitatio) zu ersetzen, wobei eine sachliche oder gedankliche Analogie (similitudo) oder dieselbe Bildstruktur vorliegen muss 6 . Wegen dieser Analogie kann das eigentlich gemeinte Wort, z.B. "Abend", durch einen anderen Ausdruck, z.B. "Alter des Tages", substituiert werden 7 . Da die Metapher in der Antike durch die Kategorisierung der Rhetorik ausschließlich als funktional-schmückendes Stilmittel betrachtet wurde, ist die Metapher laut der aristotelischen Auffassung ein sprachliches Ausdrucksmittel mit einer rein ornamentellen Funktion. Diese Überlegungen basieren auf seiner substanzontologischen Sprachphilosophie: durch dessen kategoriale Einteilung der Sprache in eigentliche und uneigentliche Ausdrücke 8 wird die Metapher demnach als uneigentlicher Ausdruck charakterisiert: Die sprachliche Form ist am klarsten, wenn sie aus lauter üblichen Wörtern besteht; aber dann ist sie banal. [...] Die sprachliche Form ist erhaben und vermeidet das Gewöhnliche, wenn sie fremdartige Ausdrücke verwendet. Als fremdartig bezeichne ich [...] die Metapher [...] und überhaupt alles, was nicht üblicher Ausdruck ist. (Aristoteles 1994:71)
Somit steht die Metapher im Gegensatz zur Alltagssprache und sollte demnach nur in der Rhetorik und Poetik Verwendung finden. Quintilian (ca. 35-96) entwickelte den aristotelischen Ansatz weiter. Er interpretiert die Metapher als einen verkürzten Vergleich, dem die charakterisierenden Vergleichspartikel entfallen sind: die Metapher "das Gold ihrer Haare" wäre demnach gleichzusetzen mit dem Vergleich "ihr Haar ist wie Gold" 9 .
6 Vgl. Aristoteles (1994), S. 67 und Metzler Lexikon Sprache (2004), S. 5980.
7 Beispiel übernommen aus Aristoteles (1994) S. 69.
8 Da die Metapherntheorien lediglich in Ansätzen vorgestellt werden, wird die aristotelische Unterscheidung in zwei Substanzen nicht weiter ausgeführt. 9 Beispiel übernommen aus Metzler Literatur Lexikon (1990) S. 301.
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Aus heutiger Sicht existieren jedoch einige Kritikpunkte an der aristotelischen bzw. quintilianischen Position, sodass "es der Substitutionstheorie offensichtlich nicht gelingt, das sprachliche Phänomen 'Metapher' angemessen zu erklären" (Zhu 1993:25). Zwar möge es in einigen Fällen zutreffen, dass die Metapher in ihrem Aufbau wie ein partikelloser Vergleich sei, jedoch können die beiden sprachlichen Mittel Metapher und Vergleich nicht als gleichwertig angesehen werden. In den 30er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts betonte I.A. Richards (1936), dass die Metapher keineswegs eine Abweichung der Alltagssprache ist 10 , wodurch die alleinige Verwendung dieses sprachlichen Ausdrucks in der Rhetorik und Poetik hinfällig wurde. Weiter wurde kritisiert, dass Aristoteles die Metapher als ein isoliertes Sprachphänomen ohne Berücksichtigung des Kontextes betrachtete 11 .
Dieser Theorieansatz von Aristoteles und Quintilian und deren Fokussierung auf die Poetik und Rhetorik dominierte lange in der Erforschung der Metapher, wodurch dessen Analyse in anderen wissenschaftlichen Disziplinen und somit in anderen Textsorten lange Zeit außer Acht gelassen wurde. Erst auf Grund verschiedener Kritikpunkte erfolgte eine umfassende Untersuchung der Metapher in weiteren wissenschaftlichen Disziplinen.
1.2. Die Interaktionstheorie
Die Interaktionstheorie ist eine weitere zentrale Metapherntheorie, die im zwanzigsten Jahrhundert durch Richards (1936 und 1983) Kritik an der aristotelisch-quintilianischen Substitutionstheorie ausgelöst und durch M. Blacks (1954-55, 1962 und 1977) Überlegungen weitergeführt wurde. Im Unterschied zu der aristotelischen Substitutionstheorie wird der Ausgangspunkt modifiziert: die Interaktionstheorie betrachtet nicht die Metapher als allein stehendes Wort, sondern als "metaphorische Aussage" (Zhu 1993:18). Metaphern sind demnach nicht isoliert zu betrachten, sondern innerhalb deren sprachlichen oder sogar außersprachlichen Kontextes. Um es
10 Vgl. Zhu (1993) S. 38f.
11 Es existieren noch weitere Kritikpunkte, auf die jedoch auf Grund der Kürze dieser Arbeit nicht eingegangen werden kann. Da der empirisch-analytische Teil dieser Arbeit auf der Bildfeldtheorie basiert, werden die anderen beiden Metapherntheorien lediglich in Ansätzen präsentiert. Vgl. Weydt (1988) S. 308; Jäkel (1997) S. 284 und Strauß/Haß/Haaras (1989) S. 661f. Außerdem ist anzumerken, dass dieser klassisch-rhetorische Ansatz auch heute noch vertreten wird, wie beispielsweise die Arbeiten von Lausberg (1990) und Ueding/Steinbrink (1994) verdeutlichen.
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mit Worten von Katthage zusammenzufassen: "Ohne Kontext keine Metapher" (Katthage 2006:44). Der Metapher werden also kognitive Eigenschaften zugeteilt, sodass sie als eine sprachliche Form des bildlichen Denkens definiert wird: "Indem wir fragen, wie Sprache funktioniert, fragen wir auch danach, wie Denken, Fühlen und alle anderen Arten der Verstandestätigkeit verfahren" (Richards 1983:35).
In seinem Erklärungsmodell betont Richards außerdem, dass eine Metapher aus zwei Teilen besteht, die miteinander in Relation stehen: Tenor und Vehikel 12 . Zu einem gewissen Thema, welches durch den Tenor repräsentiert wird, wird ein metaphorisches Vehikel zur genaueren Charakterisierung dieser Thematik hinzugezogen. Um diese "beiden Hälften der Metapher" (Richards 1936:96) zu verdeutlichen, wird Blacks Beispiel "Man is a wolf" übernommen: während "man" den Tenor darstellt, ist "wolf" das hinzugezogene metaphorische Vehikel 13 .
Black hat diesen Ansatz des Erklärungsmodells weiterentwickelt: der Rezipient projiziert allgemeine Wissensbestände auf den Tenor, die mit dem Vehikel assoziiert werden. Dabei kann diese Assoziation
aus lauter laienhaften Vorurteilen und regelrechten Unwahrheiten bestehen. [...] Die metaphorische Übertragung dieser 'Wissensbestände' auf den Tenor führt nun zu einer neuen Sichtweise, in welcher bestimmte Eigenschaften des Erstgegenstandes selektiv betont, andere dagegen unterdrückt werden. (Jäkel 1997:101) 14
Black fügt dem hinzu, dass viele metaphorische Ausdrücke nicht wörtlich paraphrasierbar sind, da dies einen Verlust des kognitiv-assoziierten Inhaltes bedeuten würde 15 .
Obwohl die Interaktionstheorie mit ihren kognitiven Ansätzen überzeugend erscheint, existieren wiederum Kritikpunkte, wie beispielsweise Richards These, dass wir lediglich metaphorisch denken 16 . Außerdem liefern sowohl Richards als auch Black eine eher vage und offene Beschreibung der Beziehung zwischen Tenor und Vehikel, was zu unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten und
12 Weinrich nennt diese Termini bedeutungsgleich „Bildspender“ und „Bildempfänger“, wohingegen Black „Fokus“ und „Rahmen“ bevorzugt. Da sich die vorliegende Arbeit im Folgenden auf Weinrichs Theorien bezieht, werden lediglich in diesem Unterkapitel Richards Termini übernommen. In Anlehnung an Weinrich wird somit in den folgenden Kapiteln von „Bildspender“ und „Bildempfänger“ gesprochen. 13 Beispiel übernommen von Jäkel (1997) S. 104. Vgl. Black (1954).
14 Dieses so genannte enzyklopädisch-kognitive Vorwissen wird im 3. Kapitel näher untersucht. 15 Vgl. Jäkel (1997) S. 103. 16 Vgl. Weinrich (1966) S. 4.
8
-versuchen führt. Denn beide Theoretiker gehen in ihren Ansätzen nur sehr kurz
auf neu eingeführte Termini ein und erklären diese mit unzureichenden und
scheinbar unpassenden Beispielen 17 . Zhu nimmt zwar eine Interdependenz,
wenn nicht sogar eine Symmetrie beider Gegenstandsbereiche an, kann diese
Interpretationsversuche jedoch auf Grund eingeschränkter Gültigkeit als nicht
universell beschreiben.
1.3. Die Bildfeldtheorie
Der deutsche Linguist H. Weinrich (*1927) entwickelte in fünf Aufsätzen 18 eine
ausgeprägte Metapherntheorie. Seine Überlegungen basieren auf
metapherntheoretischen Ausführungen von J. Trier (1934 und 1931), F.
Dornseiff (1955) und H. Blumenberg (1960), deren Reflexionen als Anregungen
dienten und auch teilweise übernommen wurden 19 .
Es handelt sich bei dieser Theorie um eine Modifikation der
Interaktionstheorie 20 . Weinrich stellte eine Klassifizierung auf, nach der konkrete
Metaphern in ein übergeordnetes System eingefügt werden können. Dieses so
genannte Bildfeldmodell 21 klassifiziert Metaphern als Textphänomene, wodurch
sie in kognitive Strukturen innerhalb eines Bildfeldes eingeordnet werden
können. "[...] diese Metapher ist nicht isoliert. Sie steht seit ihrer Geburt in
einem fest gefügten Bildfeld" (Weinrich 1985:282). Demnach steht fast jede
existierende Metapher in einer sprachinternen Relation mit anderen Metaphern
17 Vgl. Jäkel (1997) S. 104f.
18 Diese fünf Aufsätze sind: Münze und Wort: Untersuchungen an einem Bildfeld (1958), Semantik der kühnen Metapher (1963), Metaphora memoriae (1964), Allgemeine Semantik der Metapher (1967) und Streit um Metaphern (1976). Alle Aufsätze wurden überarbeitet abgedruckt in Sprache in Texten (1976). 19 Vgl. Jäkel (1997) S. 132.
20 Weinrich bezieht seine Theorie zwar nicht auf die Poetik, verwendet in seinen Aufsätzen aber lediglich poetische Beispiele als Veranschaulichung seiner Überlegungen. Zhu nimmt die Bildfeldtheorie auf und überträgt sie in seiner Arbeit Wenn sich das Gras bewegt, dann muss auch der Wind blasen! auf die Pressesprache, wodurch der Germanist eine interessante Weiterentwicklung des Weinrich'schen Ansatzes liefert.
21 Lakoff hat ein fast deckungsgleiches Modell entworfen: the idealized cognitive model (ICM). Die vorliegende Arbeit bezieht sich jedoch ausschließlich auf Weinrichs Bildfeldmodell. Grund dafür sind die unterschiedlichen theoretischen Ansätze beider Modelle: Weinrich betrachtet die Metapher als ein Textphänomen, welches mit Hilfe von kognitiven Strukturen in Bildfelder eingeordnet werden kann; Lakoff hingegen ignoriert solche textfunktionalen Faktoren gänzlich. Da die Mikroanalyse des empirisch-analytischen Teils dieser Arbeit neben bildspendenden Bereichen und den Metaphern selbst auch den entsprechenden sprachlichen Kontext in Form von Zeitungsartikeln beachtet, halte ich demnach den Bezug auf Weinrichs Bildfeldmodell für sinnvoll.
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in einem Bildfeld; isolierte Metaphern stellen die Ausnahme dar 22 . Die Differenzierung zwischen Bildempfänger und Bildspender ist die der Theorie von Richards und Black ähnlich, unterscheidet sich jedoch in der Bildfeldtheorie bezüglich der Ebene, in der diese Differenzierung stattfindet. Laut Weinrich erfolgt diese Trennung nicht nur auf analytischer Ebene, sondern auch auf funktionaler: zwischen beiden Bereichen liegt keine Interaktion vor. Metaphern werden nicht mehr als isolierte sprachliche Ausdrucksmittel betrachtet, sondern in Zusammenhang mit ihrem Kontext, in dem sie sich befinden. Somit ist die Metapher laut dieser Kontexttheorie auf der Sprachebene als ein Kontextphänomen zu betrachten. Sie ist keine primäre Denkstruktur, sondern eine sekundäre, die durch sprachliche Charakteristika zum Vorschein kommt: ein Sprachelement wird aus seinem normalen, ursprünglichen Verwendungszusammenhang herausgenommen und in seiner übertragenen, sekundären Bedeutung verstanden 23 . Jedes primäre Sprachelement, mit Hilfe dessen eine Metapher gebildet wird, findet in einem bestimmten Sachgebiet seinen Ursprung: dem bildspendenden Bereich. Vorraussetzung ist, dass eine Verbindung zwischen bildspendendem und bildempfangendem Bereich vorliegt, die auf einer engen Kohärenz basiert. Somit werden Sprachzeichen von ihren primären Verwendungszwecken entfremdet und schließlich in sekundärer, übertragener Bedeutung verwendet. Da der bildspendende Bereich bei dem metaphorischen Prozess unberührt bleibt, findet lediglich bei dem bildempfangenden Bereich eine Veränderung statt, da der Bildempfänger gegen die Determinationserwartung durch den Bildspender konterdeterminiert wird: „Wir wollen diesen Vorgang Konterdeterminisation nennen, weil die tatsächliche Determination des Kontextes gegen die Determinationserwartung des Wortes gerichtet ist“ (Weinrich 1976:320). Diese ausbleibende Interaktion hat zur Folge, dass die Bedeutung des Kontextes verstärkt wird 24 .
Bezüglich des Kontextes liefert Zhu eine Weiterentwicklung des Weinrich'schen Ansatzes, da er den Begriff im weiteren Sinn sieht und somit nicht nur der
22 Vgl. Weinrich (1976) S. 282f.
23 Vgl. Zhu (1993) S. 170f.
24 Vgl. Debatin (1995) S. 172f.
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sprachliche Bereich mit einbezogen wird, sondern auch der außersprachliche 25 . Der Terminus Kontext wird in der vorliegenden Arbeit als Oberbegriff verwendet und beinhaltet die Umgebung eines Sprachelements.
Zur Verdeutlichung dient eine Schlagzeile aus dem Sportteil der Frankfurter Allgemeine Zeitung: Galopp der Herzen (18.12.2007) 26 . Diese Metapher findet ihren Ursprung in zwei bildspendenden Bereichen, nämlich dem der Tierwelt und des Körpers 27 . Während die Bereiche Tierwelt und Körper Bildspender sind, stellt der Sportteil den bildempfangenden Bereich dar. Der metaphorische Ausdruck muss außerdem in Hinblick auf den Kontext interpretiert werden, denn erst so kann der Artikel korrekt interpretiert werden. Der metaphorische Ausdruck verweist auf physische Belastungen im Pferdesport, die Mensch und Tier im Training und in Turnieren auf sich nehmen müssen.
Wie Weinrich betont, beruhen seine Theorien methodisch auf zwei Differenzierungen: durch die von Ferdinand de Saussure eingeführte Unterscheidung zwischen langue und parole gehört das Bildfeld zur Sprache und die einzelne Metapher zum Sprechakt. Ebenso wichtig erscheint die Differenzierung zwischen Synchronie und Diachronie. Übertragen auf die Metaphernforschung ist die Skizzierung der jeweiligen Bildfelder synchronisch und der Traditionsnachweis der einzelnen Metapher diachronisch 28 .
2. Die Metapher
Die Metapher wird seit über 2000 Jahren reflektiert und diskutiert. Somit existieren Definitionen in unüberschaubarer Vielzahl. Damit Leser und Verfasserin dieser Arbeit vom selben Vokabular ausgehen, wird im Folgenden
25 Vgl. Zhu (1993) S. 52-55. Die Differenzierung des sprachlichen und außersprachlichen Kontextes zu beschreiben, würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Aus diesem Grund wird das Konzept nicht weiter ausgeführt. Es werden lediglich die Komponenten der Differenzierung von Zhu genannt: voranstehender Kontext, nachstehender Kontext, eingebetteter Kontext, textübergreifender Kontext, Wortfeld-Kontext, Situationskontext, soziokultureller und emotionaler Kontext.
26 Im Folgenden wird hinter jedem Beispiel das Kürzel der jeweiligen Zeitung aufgeführt, aus der das Beispiel stammt (falls die Zeitung nicht schon im selben Satz erwähnt wurde), sowie das Erscheinungsdatum der jeweiligen Schlagzeile. Zur besseren Visualisierung werden im Folgenden alle Schlagzeilen in einer anderen Schrift als der Fließtext gekennzeichnet. 27 Das Weinrich'sche Modell betont, dass die Übergänge von Bildfeld zu Bildfeld, aber auch zu untergeordneten Teilbereichen der Bildfelder, fließend sind. 28 Vgl. Weinrich (1978) S. 277-286.
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eine Definition vorgestellt, die als Grundlage für die weitere Darstellung und Analyse dienen wird.
Da neben der Metapher noch andere sprachliche Mittel existieren, die hinsichtlich ihrer Verwendung und Bedeutung mehr oder weniger identisch sind, müssen auch Metonymie und Synechdoche in Bezug auf die Metapher definiert werden. Erst so können effektive Ergebnisse im empirisch-analytsichen Teil dieser Arbeit gewährleistet werden.
2.1. Definition
Der Begriff Metapher stammt aus dem Griechischen (metaphérein) und bedeutet "übertragen", "überführen". Somit stellt der Terminus selbst eine Metapher dar, da auf die Tätigkeit des Tragens hingewiesen wird 29 . Laut Reger ist die Metapher zu definieren als ein
sprachlicher Ausdruck, der mehr als einsinnig und eindeutig ist. Die Metapher ist als Einzelwort oder Wortfolge in einem Kontext so determiniert, dass sie etwas anderes meint, als das Wort bzw. die Wortsequenz lexikalisch bedeutet. Die Metapher ist also ein sprachlicher Ausdruck, der durch den Kontext aus einem semantischen Phänomen zu einem metasemantischen Gebilde wird, das entschlüsselt werden muss. (Reger 1980:226f)
Metaphern sind demnach Wörter bzw. Ausdrücke, die nicht in ihrem gewöhnlichem Verwendungszusammenhang gebraucht werden, sondern auf einen anderen Sachverhalt, hier die Darstellung des Politik- und Sportgeschehens, verwendet werden. Somit ist eine Metapher ein nicht wörtlicher Ausdruck. Durch den übertragenen Gebrauch besteht ein semantischer Unterschied zwischen Bezeichnung und Bedeutung und zwischen Gesagtem und Gemeintem. Außerdem hängt die Bedeutung eines metaphorischen Ausdrucks vom Kontext ab.
2.2. Abgrenzung von Metonymie und Synekdoche hinsichtlich zur Metapher
Metonymie (von Griechisch metonymìa, "Namensvertauschung") und Synekdoche (von Griechisch synekdoché, "das Mitverstehen") sind, wie die Metapher, sprachliche Mittel; beim Erstgenannten wird das eigentlich gemeinte Wort (verbum proprium) durch ein anderes ersetzt, welches zu ihm in enger
29 Vgl. Grassi (1979) S. 169.
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Beziehung steht 30 . Diese Relation kann sachlich oder geistig sein, wodurch sich verschiedene Typen ergeben: somit kann ein bestimmter Spieler für dessen Mannschaft stehen (Prinz schießt sich an die Spitze. SaarZ, 18.09.07), ein Land für dessen Bewohner (China gedenkt des Massakers von Nanking. FAZ, 14.12.07), der Erfinder für die Erfindung (McLaren nimmt Heikki Kovalainen. FAZ, 15.12.07) oder auch Städte für die Staatsgewalt des entsprechenden Landes (Warschau und Moskau beenden Fleisch-Streit. SZ, 13.12.07) 31 .
Bei der Synekdoche hingegen wird der eigentliche Begriff durch einen zu seinem Bedeutungsfeld gehörenden Begriff ersetzt, wodurch der Teil für das Ganze stehen kann, das Ganze für den Teil oder der Singular für den Plural. Im Unterschied zur Metonymie weicht die Synekdoche in Bezug auf die Metapher nur gering ab, wodurch deren Abgrenzung nicht ganz deutlich ist. Außerdem wird die Synekdoche häufig zur Meidung von Wiederholungen desselben Begriffs verwendet.
Auf Grund häufiger Verwendung metonymischer und synekdochischer Ausdrücke in sowohl Zeitungs- und auch Alltagssprache 32 sind diese in unserem Sprachgebrauch fest verankert und werden dementsprechend vom Rezipienten korrekt interpretiert.
Metapher, Metonymie und Synekdoche sind sprachliche Formen, die jedoch nicht immer strikt abgrenzbar sind, sodass auch Mischformen auftreten können. Aus diesem Grund wird in dieser Arbeit der Metaphernbegriff sehr weit verstanden, so dass im empirisch-analytischen Teil auch Metonymien und Synekdochen unter den Metaphernbegriff fallen können.
3. Das Erkennen und Verstehen von Metaphern
Da die Pressesprache Spiegelbild des aktuellen Sprachgebrauchs ist und die Metapher keineswegs als Abweichung der Alltagssprache verstanden wird, basiert das Verstehen von Ausdrücken, die metaphorisch gebraucht werden, auf denselben Prinzipien wie die alltägliche Kommunikation. Hülzer-Vogt (1991)
30 Vgl. Metzler (1990) S. 301-303 und 453.
31 Es existiert noch eine Vielzahl weiterer Metonymien, auf die jedoch nicht weiter eingegangen wird.
32 Ein Beispiel für den Gebrauch von Metonymien in der Alltagssprache ist "ein Glas trinken". Dabei steht das Gefäß stellvertretend für dessen Inhalt.
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zeigt in seiner empirischen Studie, dass es oft zu miss- oder sogar unverstandenen metaphorischen Ausdrücken kommen kann. Er betont jedoch, dass Verstehen und Nichtverstehen von den Interagierenden und ihren Fähigkeiten abhängig ist. Der Informationsgehalt von metaphorischen Ausdrücken ist nur wirksam, wenn die "Kapazität des jeweiligen Empfängers nicht überlastet wird" (Köller 1975:279). Metaphern sollen sich also an den Erfahrungs-, Interessen- und Erwartungshorizont der jeweiligen Rezipienten ausrichten.
Im Folgenden werden verschiedene Richtlinien dargestellt, die das Erkennen und Verstehen von Metaphern anhand von kommunikativen und kognitiven Ansätzen 33 illustrieren und gewährleisten können 34 . Sie dienen als Basis für die weitere Analyse der Metapher.
3.1. Die Searle'schen Bedingungen 35
J.R. Searle (*1932) stellte, basierend auf den Überlegungen des 'Urvaters der Sprechakttheorie' J.L. Austin, spezifische Bedingungen auf, die für das Glücken von Sprechakten erfüllt sein müssen. Da "das Sprechen einer Sprache eine regelgeleitete Form des Verhaltens [ist]" (Searle 1974:83), werden im Folgenden die drei Bedingungen für erfolgreiches Referieren dargestellt: 1. Die Bedingung der Existenz 2. Die Bedingung der Identität 3. Die Bedingung der Identifikation
Da Searle die Bedingung der Identität lediglich in geringem Maße diskutiert, werden auch in der vorliegenden Arbeit ausschließlich die erst- und drittgenannte betrachtet.
Die Bedingung der Existenz besagt, dass der Schreiber lediglich über jene Referenten etwas aussagen kann, von denen angenommen werden kann, dass
33 Vgl. Biere/Liebert (1997). Die Kompetenz, eine Metapher verstehen zu können, ist Teil unserer kommunikativen und kognitiven Fähigkeiten.
34 Ich verwende bewusst die Bezeichnung "Richtlinien", da die dargestellten Prinzipien bezüglich metaphorischer Ausdrücke keinen allgemeingültigen Charakter besitzen. Metaphern bringen oft die Schwierigkeit mit sich, eine klare, allgemein verständliche Aussage zu treffen, da erst das Erkennen metaphorischer Sprachzeichen die Rezeption von Metaphern gestattet. Wie sich unter 3.2. zeigen wird, kann auch das Nichteinhalten verschiedener Richtlinien Auslöser für das Erkennen und das daraus resultierende Verstehen von metaphorischen Ausdrücken sein. 35 Mir ist wohl bewusst, dass Austin/Searle eine eigene Metapherntheorie entwickelten: das Reinterpretationsmodell. Dieser Ansatz ist pragmatisch, unterscheidet sich jedoch in einigen Punkten von den in dieser Arbeit dargestellten Theorien. Vgl. Jäkel (1997) S. 106-113.
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sie möglicherweise existieren. "Whatever is referred to must exist." (Searle 1969:77). Wie aus Searles Beispielen zu entnehmen ist 36 , bezieht sich 'Existenz' sowohl auf reale als auch auf fiktive Elemente unserer Welt. Dabei ist diese Bedingung als "tenseless" zu betrachten, wodurch die Zeitgebundenheit der Referenten aufgehoben ist: "One can refer to what has existed or what will exist as well as to what now exists." (1969:77). Die FAZ verwies mit ihrer Schlagzeile Papa Rambo (17.12.2007) auf den fiktiven Kinocharakter John Rambo. Im Artikel selber heißt es, der schon etwas in die Jahre gekommene Fußballspieler "da Silva verfällt immer wieder in ein Rambo-Muster". Es wird deutlich, dass der Terminus "Rambo" in Anlehnung an den Filmcharakter die Assoziation mit brutalem und gewalttätigem Verhalten weckt, denn Vragel da Silva sei mit seiner "wuchtigen Art [...] schon mehrfach durch Ellenbogenschläge auffällig geworden." Bezüglich der Bedingung der Existenz handelt es sich um einen geglückten Sprechakt, d.h. der Rezipient projiziert diese Assoziationen des Kinocharakters auf den Fußballspieler 37 . Die Bedingung der Identifikation formulierte Searle folgendermaßen: If a speaker refers to an object, then he identifies or is able on demand to identify that object for the hearer apart from all other objects [...] A necessary condition for the successful performance of a definite reference in the utterance of that expression must communicate to the hearer a description true of, or a fact about, one and only one object, or if the utterance does not communicate such a fact the speaker must be able to substitute an expression, the utterance of which does. (Searle 1969:77-80)
Es ist also erst durch hinweisende Ausdrücke bzw. singuläre Termini möglich, über einen Gegenstand oder einen Sachverhalt zu sprechen oder zu schreiben. Dabei betont Searle den impliziten Bezug zum Objekt ("one and only one object") 38 , d.h. die Identifikation ist geglückt, wenn ein Gegenstand durch den jeweiligen singulären Terminus identifiziert werden kann.
3.2. Die Grice'schen Konversationsmaximen
H.P. Grice (1913-1988) formulierte vier Maximen, die einer jeden rationalen sprachlichen Interaktion zugrunde liegen. Um das Glücken von Sprechakten zu gewährleisten, müssen sich die Interagierenden an diesen Prinzipien
36 Vgl. Searle (1969) S. 78. Verweis auf das Beispiel mit Sherlock Holmes. 37 Die Bedingung, dass dem Rezipienten der fiktive Charakter John Rambo bekannt ist, wird als gegeben vorausgesetzt.
38 Um auch hier den Rahmen der Arbeit nicht sprengen zu müssen, wird dieses Prinzip nicht weiter analysiert.
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Quote paper:
Nicole Schmitt, 2008, Metaphorische Ausdrücke in Schlagzeilen von Zeitungstexten (Sport, Politik), Munich, GRIN Publishing GmbH
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Zur Verwendung rhetorischer Tropen und Figuren im modernen Werbeslogan
Termpaper, 16 Pages
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