Grundlegende Methoden des E-Learning Nermina Gagrica Nico Schuster
1 Einleitung 4
1.1 Zielsetzung dieser Arbeit 4
2 Definition 5
2.1 Was ist Lernen 5
2.2 Was ist E-Learning 6
3 Methoden und Techniken 7
3.1 Definition Methode 8
3.2 Technische Methoden 9
3.2.1 Synchrone Methoden 10
3.2.2 Asynchrone Methoden 10
3.2.3 Unidirektionale Methoden 11
3.2.4 Bidirektional Multidirektionale Methoden 11
3.2.5 Chat 12
3.2.6 Instant Messaging 13
3.2.7 Whiteboard 14
3.2.8 E-Mail 15
3.2.9 Forum 16
3.2.10 Wiki 17
3.2.11 Weblog 18
3.2.12 WebTV WebRadio 19
3.2.13 Application Sharing 20
3.2.14 Audio Video Konferenzen 21
3.3 Pädagogisch-didaktische Methoden 22
3.3.1 Frontalunterricht 24
3.3.2 Diskussion 25
3.3.3 Rollenspiel 26
3.3.4 Brainstorming 27
3.3.5 Gruppenarbeit 28
4 Pädagogik Technik E-Learning 29
4.1 Interaktive Lerneinheit 30
4.2 E-Mentoring E-Tutoring 31
4.3 E-Vorlesung 33
4.4 Learning Communities 34
4.5 Virtual Classroom 35
5 E-Learning in der Praxis 36
5.1 FH Oberösterreich LMS Moodle 37
5.3 FH Neu-Ulm thelobby de Community 38
5.4 FH Neu-Ulm Projektseminar Groupware 39
2
Grundlegende Methoden des E-Learning Nermina Gagrica Nico Schuster
6 Fazit 40
Abbildungsverzeichnis 41
Literaturverzeichnis 43
3
Grundlegende Methoden des E-Learning Nermina Gagrica & Nico Schuster
1 Einleitung
Die Zeiten in denen alle Schüler, Studenten oder Fortbildungswilligen immer zu fest ausgemachten Terminen in einem Klassenzimmer oder Seminarraum anwesend sein mussten sind schon lange passé.
Während vor einigen Jahren noch das Bereitsstellen von Folien als digitalisierte Version im PDF-Format gemeinhin als E-Learning angesehen wurde, geht die heutige Auffassung weit über diesen ersten Schritt hinaus.
In der vernetzten Welt von heute bieten immer höher entwickelte Technologien fast stündlich neue Möglichkeiten um aus bewährten und alten Schemata auszubrechen und sich "on the fly" an neue Gegebenheiten anzupassen.
Die stetig wachsenden Möglichkeiten zu jeder Zeit und an jedem Ort über "Information at your fingertips", einer Vision, die Microsoft Gründer Bill Gates 1990 anlässlich der Comdex 1 verkündete, zu verfügen, haben heute greifbare Formen angenommen und werden bereits sehr häufig eingesetzt.
1.1 Zielsetzung dieser Arbeit
Den Begriff E-Learning findet man auf fast allen Webseiten von Bildungseinrichtungen, Hochschulen oder Fortbildungszentren. Fernuniversitäten wären gar ohne diesen Begriff nicht mehr vorstellbar. Was aber ist zu tun, wenn man nicht als Lernender sondern als Lehrender E-Learning einsetzen möchte?
Diese Arbeit soll als Leitfaden dienen, die geeignetste Methode für ein geplantes Lernszenario zu finden. Dazu werden wir im theoretischen Teil die grundlegenden Begriffe aus dem Bereich E-Learning erklären und definieren.
Im zweiten Teil werden verschiedene Methoden aus dem Blickwinkel der Technik und der Pädagogik aufgeführt und eine Empfehlung für eine möglichst sinnvolle Kombination aus Technik und Pädagogik aufgezeigt.
Im dritten Teil wird anhand von praktischen Beispielen der Einsatz von E-Learning-Umgebungen aufgezeigt und bewertet.
Die Arbeit schliessen wir mit einem Ausblick und einem Fazit ab.
1 "Computer Dealer's Exhibition“, eine Messe für Computer und Informationselektronik
4
Grundlegende Methoden des E-Learning Nermina Gagrica & Nico Schuster
2 Definition
2.1 Was ist Lernen?
Bevor wir in die Thematik des E-Learning einsteigen, gilt es zunächst einmal den Begriff des Lernens näher zu erläutern. Da das Thema Lernen an sich schon sehr umfassend ist, möchten wir den Begriff im Allgemeinen erklären und aufzeigen welches Verständnis diese Arbeit davon hat.
Zu Beginn möchten wir kurz auf das Wort "Lernen" als solches eingehen und damit die Frage des Ursprungs und der Bedeutung beantworten.
Das Wort "Lernen" geht auf die gotische Bezeichnung für "ich weiss" (lais) und das indogermanische Wort für "gehen" (lis) zurück. 2 Die Herkunft des Wortes deutet bereits darauf hin, dass Lernen ein Prozess ist, bei dem man einen Weg zurücklegt und dabei zu Wissen gelangt." 3 Lernen selbst definiert Schilling als die Aufnahme, Verarbeitung und Umsetzung von Informationen in einem lebenslangen Prozess. 4 Eine andere Erklärung befasst sich dabei nur mit der Aufnahme bzw. den Erwerb von geistigen, körperlichen, sozialen Kenntnissen und Fertigkeiten oder Fähigkeiten. Dabei kann der Erwerb bewusst und unbewusst, individuell und kollektiv erfolgen. 5 „Lernen ist eine überwiegend einsichtige, aktive, sozial vermittelte Aneignung von Kenntnissen." 6 Diese Arbeit befasst sich nicht mit dem umfassenden Prozess des lebenslangen Lernens, sondern verwendet den Begriff Lernen im Zusammenhang mit dem aktiven und bewussten Erwerb von Wissen mit Hilfe computergestützter Lernumgebungen. Die weitere Verarbeitung und die Umsetzung des erworbenen Wissens werden daher nicht weiter betrachtet.
2 Vgl. [Wasserzieher 1974]
3 [Mielke 2001], S.11 4 Vgl. [Schilling 1997], S.159 5 Vgl. [Wikipedia 2008] 6 [Meyers Lexikonverlag 1997], S.529
5
Grundlegende Methoden des E-Learning Nermina Gagrica & Nico Schuster
2.2 Was ist E-Learning?
Kerres definiert E-Learning wie folgt: „E-Learning wird zunehmend als Oberbegriff für verschiedene Varianten der Computernutzung zum Lernen und Lehren verwendet. Es beinhaltet damit sowohl Offline- Anwendungen, wie z.B. das Lernen am PC mit einer CD-ROM oder DVD mit multimedialen Inhalten, als auch Online-Anwendungen, wie z.B. die Teilnahme an einer Schulung per Videokonferenz oder den Abruf von Lernmaterialien über das Internet.“ 7 Wie aus der Definition bereits hervorgeht, gibt es zwei Arten von E-Learning. Zum einen ist die Rede vom Computer-based Training (CBT) und zum anderen vom Webbased Training (WBT).
Beim CBT ist keine ständige Online-Verbindung notwendig. CBT kann entweder aus dem Internet heruntergeladen werden oder wird von einer CD-ROM direkt abgespielt. Hierfür ist ein multimedia-fähiger Computer vollkommen ausreichend, beim Kauf der Lernsoftware ist allerdings auf die Systemvoraussetzungen für das Abspielen des Programms zu achten.
Das WBT hingegen, wie der Name schon verrät, nutzt das Internet oder ganz bestimmte Dienste der Datennetze als gemeinsame Plattform. Hierbei sitzen die Lernenden an ihrem PC zu Hause oder in einer Bildungseinrichtung und sind direkt verbunden mit dem Server, auf dem das Lernprogramm geladen ist. 8
7 [KERRES 2006]
8 Vgl. [Van Winsen 2000], S.80f
6
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3 Methoden und Techniken
„Motivation is the central explanatory concept that underlines learning and achievement behaviour such as choosing tasks, paying attention, expending effort and showing persistence. Interindividual differences in motivation are important determinants of school success." 9 Die Aussage von Spinath, dass Motivation der Grundstein für ein erfolgreiches Lernen darstellt, wird durch das 5-Stufen Modell für kooperatives E-Learning nach Salmon unterstrichen. 10
Der von Salmon aufgezeigte Vergleich zu den Teamphasen von Tuckman (1965) 11 verdeutlicht noch einmal, das erfolgreiches E-Learning wesentlich von einer Moderation in Rolle des Motivators getrieben werden muss. Hierbei ist die schrittweise Vorgehensweise besonders zu betonen. 12
9 [Spinath 2005], S.85
10 [Salmon, 2004] 11 Vgl. [Tuckman 1965] 12 Vgl. [Haake, Schwabe et al. 2004], S.212ff
7
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3.1 Definition Methode
Diese Arbeit verwendet sehr oft den Begriff Methode. Die unterschiedlichen Quellen, die zur Erstellung dieser Arbeit herangezogen wurden, bedienen sich des Begriffs Methode auf verschiedenste Art und Weise.
Um es nicht zu Verwechslungen bei den unterschiedlichen Bedeutungen des Methodenbegriffs kommen zu lassen, sei hier zuerst definiert, welches Verständnis diese Arbeit von dem Begriff Methode hat.
Der Ursprüngliche Begriff "Methode" entstammt dem Griechischen ( méthodos; Bildung aus metá: hinterher, nach usw. und hodós: Weg, Gang, „das Nachgehen, Verfolgen, die Verweglichung, Wegebenung, der Weg“) 13 und beschreibt die Art und Weise eines Vorgehens. 14 In dieser Arbeit wird der Begriff Methode zum einen verwendet um das technische Vorgehen beim E-Learning zu veranschaulichen. Es werden also ohne Berücksichtigungen des didaktischen Wertes technische Möglichkeiten und Werkzeuge erklärt. Zum Anderen wird der Begriff Methode genutzt um pädagogische beziehungsweise didaktische Methoden zu erklären. Hierbei wird wiederum kein Bezug auf technische Komponenten genommen.
Eine sinnvolle Kombination aus beiden Varianten wird in dieser Arbeit als E-Learning-Methode verstanden. Hierbei ist eine absolut klare Trennung beider Begrifflichkeiten nicht möglich und auch nicht sinnvoll, da zu viele vorstellbare E-Learning-Szenarien existieren und gerade in Kombination die Vorteile von E-Learning ersichtlich werden.
13 [Duden 2008]
14 Vgl. [Wikipedia 2008a]
8
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3.2 Technische Methoden
Häufig werden die technischen Werkzeuge in die beiden Gruppen der synchronen und asynchronen Kommunikation eingeteilt. Dabei besteht lediglich ein Bezug zu einer zeitlichen Komponente. Interagieren die Teilnehmer (Lehrende und Lernende, oder Lernende untereinander) zeitgleich, also synchron oder mit Zeitversatz was der asynchronen Kommunikation entspricht.
Eine weitere Komponente zur Einteilung und Unterscheidung ist an dieser Stelle der Bezug zum Informationsfluss. Fließt die Information vornehmlich von einer Richtung zur anderen, wird dieser Fluss als Unidirektional bezeichnet.
Als Bi- oder Multidirektional hingegen wird der Informationsfluss bezeichnet, wenn die Informationen in beide Richtungen gleichermassen fließen. 15 Man vergleiche hierzu eine typische "Frage-Antwort" Situation. 16 Zu betonen ist hierbei, dass trotz technischer Werkzeuge nicht um die reinen Bits und Bytes als Information gemeint sind, sondern die tatsächliche pädagogische verwertbare Information.
Die folgende Grafik verdeutlicht den Zusammenhang beider Komponenten:
Abbildung 2. Kommunikationswerkzeuge in Anlehnung an Häfele, Maier-Häfele
15 Vgl. [Methodenpool 2008]
16 Vgl. [Häfele, Maier-Häfele 2008]
9
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3.2.1 Synchrone Methoden
Als synchrone, technische Methoden gelten Methoden, bei denen zwischen Interaktionen keine beziehungsweise sehr geringe Zeitverzögerungen vorherrschen. In der klassischen Lernumgebung werden von Häfele und Maier-Häfele die gemeinsame Erarbeitung von Inhalten durch Sprache in einem Lehrgespräch bzw. klassischem Frontalunterricht mit Zwischenfragen. 17 Die Wissenvermittlung und Wissensaufnahme erfolgen bei synchronen Methoden annähernd zur gleichen Zeit.
Im E-Learning sind synchrone Methoden ein sehr mächtiges Tool, da sie die realen Bedingungen eines Gesprächs, Aktion und Reaktion erfolgen in Echtzeit, relativ gut wiederspiegeln. Sie eignen sich daher sehr gut für Gruppenlernen 18 erfordern aber meist mehr technisches Geschick (z.B. das Einrichten einer Webcam oder ähnlichem) sowohl beim Lehrenden als auch den Lernenden.
Daneben ist Echtzeitkommunikation leicht störanfällig. So machen sich bei Videostreams und in VoIP-Telefonaten selbst kleine Latenzzeiten und Übertragungspausen zum Beispiel durch eine instabile Netzanbindung, unangenehm bemerkbar. 19
3.2.2 Asynchrone Methoden
Unter asynchronen technischen Methoden werden Methoden verstanden, bei denen eine zeitliche Verzögerung zwischen Interaktionen vorherrscht. Als Vergleich zur herkömmlichen Lernumgebung führen Häfele/Maier-Häfele die spätere Korrektur einer vorher an den Lernenden erteilten Aufgabe an. 20 Der Prozess der Wissensvermittlung findet hierbei erst ab dem Moment der Rückgabe der Arbeit statt. Im Bereich des E-Learning basieren sehr viele Techniken auf asynchroner Kommunikation. Auch das Bereitstellen von Dokumenten zum Download entspricht nach Goerlich bereits einer asynchronen Lernmethode, da unterstellt werden kann, dass der Download nicht zeitgleich mit der Information über das Vorhandensein der Datei oder gar zeitglich mit ihrem Upload stattfinden wird. 21 Die zeitliche Unabhängigkeit wird in einem Großteil der Literatur auch als Vorteil des individuellen E-Learning mit asynchronen Tools dargestellt, "jeder Einzelne wird selbst verantwortlich dafür, ob und was er wie lernt.[...] Die Devise lautet Autodidaktik statt Allgemeine Didaktik" 22
17 Vgl. [Häfele, Maier-Häfele 2008], S16
18 Vgl. [Meier 2006], S.320 19 Vgl. [Methodenpool 2008] 20 Vgl. [Häfele, Maier-Häfele 2008], S16 21 Vgl. [Görlich 2007] 22 [Terhart, 2004]
10
Quote paper:
Nico Schuster, Nermina Gagrica, 2008, Grundlegende Methoden des E-Learning, Munich, GRIN Publishing GmbH
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