Tabelle 1 Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft, Wismut. Stand der Stillegung, Dokumentation Nr. 335, S. 8.
2. Umweltschäden
Im Laufe des Uranabbaus ruinierten sich ca. 500.000 Bergleute ihre Gesundheit aufgrund mangelnder Standards. Das beim Zerfall von Uran entstehende radioaktive Gas Radon sorgte für die Entstehung von Lungenkrebs ( von Einheimischen "Schneeberger Krankheit" genannt) und den Tod von mehreren Tausend Bergleuten.
Die Wismut AG hinterließ eine unübersehbare Anzahl von Umweltschäden. 280 stillgelegte Schächte und Stollen, 180 ehemalige Erzverladestellen und Aufbereitungsanlagen, über 3000 Halden, eine große Anzahl von Tagebaugruben, mehr als 20 Giftschlammseen sowie kontaminierte Bahnanlagen und Straßenränder. Zwischen 1946 und 1989 entstanden insgesamt 320 Millionen Kubikmeter radioaktiver Abraum und 200 Millionen Kubikmeter radioaktiv und chemisch verseuchte Aufbereitungsrückstände (Bsp. Becken Culmitzsch A bei Seelingstädt: 13,2 Hektar; 60 Millionen Kubikmeter Volumen).
a) Giftschlammseen
Jedes Kilogramm dieses Schlicks aus gemahlenem Uranerz und giftigen Chemikalien ist mit einer durchschnittlichen Gesamtradioaktivität von 22.000 Bequerel Radium-226, Blei-214, Wismut-214 und allen 13 Folgeproduktion der Uranzerfallsreihe belastet. Jede Tonne des Schlicks enthält durchschnittlich 300 Gramm Arsen. Über dem Schlick liegt eine Wasserschicht, die Radium-226 enthält und mit zwei Bequerel pro Liter strahlt. Außerdem sind drei Milligramm Uran pro Liter enthalten sowie - wegen der Schwefelsäureauslaugung - rund 6-8% Sulfat. Bei der Anlage der Giftschlammseen erfolgte keine oder nur eine mangelhafte Untersuchung der Standsicherheit der Dämme, obwohl diese in dem am stärksten erbebengefährdeten Gebiet Deutschlands liegen. Unter dem Giftschlammsee in Culmitzsch befindet sich ein tektonischer Bruch. Zum Aufschütten der Dämme wurde Haldenmaterial und getrockneter Schlamm benutzt, Abdichtungen nur ungenügend durchgeführt. Aus diesem Grunde bedrohen Sickerwässer weite Teile der ehemaligen Abbaugebiete.
b) Abraumhalden
Aus den Abraumhalden steigt aufgrund des radioaktiven Zerfalls fortlaufend Radongas auf. Spaltprodukte dieses Gases werden zusammen mit radioaktiven Radium- und Bleipartikeln aus den Halden in das Umland getragen. Fand eine Haldenlaugung statt so stellen die entsprechenden Reststoffe ein weiteres Risiko dar, insbesondere, wenn das gelaugte Gestein zum Auffüllen von Schächten in den Grundwasserbereich gerät.
c) Untertagelaugung
Wenn die Gebiete der Untertagelaugung geflutet werden, besteht die Gefahr einer Grundwasserverseuchung mit Säure, Uran, Arsenverbindungen, Sprengstoffresten, Nitraten und Sulfaten.
3. Sanierungsbemühungen
Nach der Aufteilung der Wismut AG in Teilbetriebe wurde ein dezentrales Sanierungskonzept festgelegt, das in erster Linie festlegte, daß es kein übergreifendes Gesamtkonzept, sondern noch konkrete Einzelsanierungen geben sollte.
Im September 1992 wurde eine zweite Überarbeitung des Sanierungskonzeptes von der Bundesregierung gebilligt, daß jedoch kaum eine Gesamtübersicht ermöglicht und auch als ganzes nicht frei verfügbar ist. Wer sich einen Überblick verschaffen will, muß alle Informationsstützpunkte der Wismut einzeln um Mithilfe bitten. Die Verantwortung der bis zum Jahr 1962 zurückgegebenen Flächen und Anlagen liegt nach Auffassung der Bundesregierung bei den jeweiligen Eigentümern.
Realisierbare Sanierungswege zielen darauf ab, kontaminierte Materialien weitgehend und langfristig von der Biosphäre zu isolieren. Hierbei kommt der langfristigen Stabilität eine entscheidende Bedeutung zu. Beispiele für prinzipielle Sanierungsmöglichkeiten sind:
• Die Abdeckung von Halden oder Absetzanlagen mit Ton, Boden oder anderen Materialien kann die Ausgasung von Radon und die Direktstrahlung vermindern. Außerdem kann bei geeigneter Auslegung das Einsickern von Niederschlagswasser und damit der Anfall kontaminierter Sickerwässer vermindert werden. Die Abdeckung kann am derzeitigen Ort der Halde oder Absetzlanlage oder nach Umlagerung zur endgültigen Sanierung geeigneter Orte erfolgen.
• Von Kontaminierten Flächen (z.B. Betriebsgeländen) können die kontaminierten Materialien ausgekoffert und z.B. auf Halden deponiert werden, um die Flächen für eine Wiedernutzung verfügbar zu machen. Bei Gebäuden kommt entweder die Dekontamination der Oberflächen und die anschließende Nachnutzung oder, falls dies ökonomisch nicht sinnvoll ist, der Abriß und die Deponierung der kontaminierten Materialien in Frage.
• Bei Bergwerken kann durch das gezielte Versetzen oder Abdämmen von Grubenbereichen und die Verfüllung von Schachtröhren das nach der Flutung sich einstellende Grundwasserregime so beeinflußt werden, daß die auftretende Kontaminationen des Grundwassers vermindert werden. Falls eine ausreichende Reduzierung des Schadstoffgehalts im Grundwasser durch derartige Maßnahmen nicht möglich ist, kann die langfristige Fassung und Reinigung kontaminierter Grundwässer erforderlich werden.
Kosten und Zeitraum
Die Gesamtkosten für die Sanierung der Wismut-Hinterlassenschaften die dem Bund zugeordnet wurden, wurden 1991 mit 13 Mrd. DM veranschlagt und vom Bundestag genehmigt Nach Auskunft der Wismut AG wurden bis heute Aug. 96 etwas mehr als 4 Mrd. Ausgegeben.
Die Sanierung schwieriger Objekte wie z.B. Giftschlammseen wird erst um 2010 beendet sein. Wasserbehandlungsanlagen und ein intensives Umweltmonitoring werden über 2010 bestehen bleiben. Ein diesbezügliches Ende ist nicht absehbar.
4. Anhang
a) Wie wird Uranerz gewonnen?
Uran findet sich nicht als blankes Metall, sondern als Erz im Gestein. Bis zu einer Tiefe von 150-200 Metern wird im Tagebau Uran gewonnen, darunter nur im Untertagebau. Nach der mechanischen Gewinnung von
erzhaltigem Gestein erfolgt die erste Stufe der Aufbereitung durch Brechen und Mahlen. Um das Uran aus dem Stein zu lösen, wird es mit Sodalösung oder Schwefelsäure ausgewaschen.
Eine Zweite Art der Ezgewinnung ist das sogenannte Untergagelaugen, das bei der Wismut 1984 eingeführt wurde (Königstein). Das Erz bleibt in seiner geologischen Formation, die chemische Auslaugung findet direkt im Gestein statt. Die Schwefelsäure fließt dabei durch Rohre in vorher präparierte Stollen und wäscht dort Uran aus.
Die Uranhaltige Lauge wird in Aufbereitungsanlagen in mehreren Schritten bearbeitet. Endprodukt ist das pulverförmige Uranoxid, auch "Yellow Cake" genannt.
Von der Wismut wurden fünf geologische Typen von Uranlagerstätten abgebaut:
1. linsen- und stockwerkartige Lagerstätten in paläozoischen Schiefern, Kalksteinen und Diabasen (Typ "Ronneburg".
2. Hydrothermale Ganglagerstätten (Typ "Schlema")
3. Sandsteinlagerstätten der Kreide (Type "Königstein")
4. flözartige Lagerstätten in kalkig-tonigen Sedimenten des Zechsteins (Typ "Culmitzsch")
5. uranhaltige Steinkohleflöze des Rotliegenden (Typ "Freital")
Uranlieferungen der Wismut an die Sowjetunion
Arbeit zitieren:
Stefan A. Mannes, 1996, Die Wismut AG, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Sprache als politisches Instrument
Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)
Wissenschaftliche Studie, 6 Seiten
Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg
Hausarbeit, 18 Seiten
Ökologische Folgen des Bergbaus
Geowissenschaften / Geographie - Geographie als Schulfach
Referat / Aufsatz (Schule), 2 Seiten
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Gerhard Riemenschneider
Tagebaue in Ostthüringen.
Tabelle 1 oben ist so nicht korrekt. Im Raum Seelingstädt wurden alle Absetzanlagen der Uranaufbereitung in ehemaligen Tagebauen betrieben.
Dieses historische und zugleich umweltrelevante Detail sollte nicht unberücksichtigt bleiben. Der Tagebau Lichtenberg ist nur einer unter vielen.
am Sunday, December 30, 2007-