Residenz zusammen, welche ab 1734, bei gleichzeitiger Erweiterung der Friedrichstadt, die Akzisemauer(Zollmauer) einschließt
- 1737: Friedrichstadt nach Fläche und mit den 30 000 Einwohner der größte Stadtteil von Bln.
- 1802: das nur dünn besiedelte Köpenicker Feld wird zu Ehren der Königin Luise zur Luisenstadt; Bebauung erfolgt erst ab Mitte des 19.Jhr.
è weit ins 19.Jhr. Areal ländlich von Wiesen, Feldern & Windmühlen geprägt
- 1826: Eröffnung des 1. Berliner Gaswerks an der heutigen Gitschiner Straße
- 1841: Eingemeindung des Gebietes südlich der Luisenstadt bis zum Landwehrgraben
- 1845: Beginn des Ausbaus des im 17.Jhr. angelegten Landwehrgraben zum Kanal durch Lenné (Karte!!) 1861: Eingemeindung des Tempelhofer Unterlandes südlich des Kanals (=Tempelhofer Vorstadt) & der Friedrichvorstadt westlich der heutigen Stresemannstr.
-1867/68: Abriss der Akzisemauer (=alte Stadtzollmauer)
- durch neue Hauptstadt Funktion 1871: enormer ind. & wirt. Wachstum in den Gründerjahren àK. zum dichtbebauten & dichtbesiedelten Innenstadtbezirk der Metropole Berlin -1902: die 1. Berliner Hoch- & Untergrundbahn fährt größtenteils durch das Gebiet des späteren Bezirks
- 1920: K. wird zum 6. von 20 berliner Verwaltungsbezirken (wie schon erwähnt) -1945: >3. Feb.: schwerster Luftangriff auf Berlin vernichtet die Friedrichstadt & die Luisenstadt westlich der
Prinzenstraße weitgehend; zw. ‘33-’45 dort die Zentralen der wichtigsten Überwachungs- & Verfolgungsapparate des NS- Regimes: Geheimes Staatspolizeiamt, SS-Führung, Sicherheitsdienst der SS (SD), Reichssicherheitshauptamt (seit 1939) è“Topografie des Terrors“! (Bild auf Folie!!Anhalter Bhnf. & Topografie!)
- 1961: Bau der Mauer: der eigentliche Innenstadtbezirk K. wird nun zu einem Bezirk an der Peripherie des westl. Teils der Stadt è prägend für K. weiterer Geschichte & Image -1963: regierender Bürgermeister Willy Brandt verkündet „Stadterneurungsprogramm“ – unter Sanierungsbebieten, die völlig abgerissen & neu gebaut werden sollen, ist die Gegend rund um das Kottbusser Tor -70er Jahre: Kahlschlagsanierung- es entstehen u.a. Trabantensiedlungen am Rand der Stadt àWiderstand der Bevölkerung gegen die Folgeerscheinungen (Hausbesitzer lassen Häuser verfallen – kompl. Neubau) dieses gewaltsamen Einschnits in die K.- Urbanität; Konzentration der sozial Schwachen in SO36 (L.) nahm zu
- 1981/82: Höhepunkt der Hausbesetzungen (durch Wohnungsnot & –leerstand) èbegründete K.‘s Ruf -1987: K. wird durch Projekt der Internationalen Bausstellung zum Begriff für „behutsame Stadterneuerung“ bekannt
- Mitte der 80er: Hausbesetzerszene wird von autonomen Gruppen abgelöst – „freies K. verteidigen“
- ab 1.Mai 1987: „organisatorische“ Gewalt fügt Bezirk unermeßliche Schaden zu – auch heute noch (Polizei!)
- 09.11.1994: Restaurierte Oberbaumbrücke
- 26.03.1998: Abgeordnetenhaus Bln. > „Bezirksgebietsreform“ = K. & Friedrichshain
- durch diese Geschichte geprägte Gedanken über K.: -größte türkische Stadt außerhalb der Türkei, Künstlerkolonie, größtes Sanierungsgebiet Europas, Chaotenviertel – vom „autonomen Kreuzberg“
- Synonym für soziale Spannungen & gewaltsame Auseinandersetzungen
- „exotischer Kiez“ mit bes. Attraktivität für Randgruppen & Außenseiter, für die Jugend im Aufbruch und auch für Touristen
- Bezirk mit der zahlenmäßig größten Bevolkerungsanteil pro km² - stand ’94: 1. K: 15.101 EW/km² ; 2.: Prenzel‘Berg; 3. Wedding...
- Bln. insg. (94): 3.905 EW/ km²
- Bevölkerungsentwicklung è Folie!
àZahl der Ausländer: - stieg zw. ‘60-’70, vor allem Gastarbeiter aus der Türkei >bes. in SO36 am „Stadtrand“ –Autobahnetzplanung, leute zeihen in die Neubauviertel(auch Grund für EW -Rückgang!)
- Zur Bevölkerung: soll sich statistisch gesehen in den beiden vergangenen Jahrzehnten 2x völlig ausgetauscht haben àhohe Mobilitätsrate! (dagegen 60er relativ geringer Bevölkerungswechsel „Bezirk der Rentner“)
- Stand 1995:
(mit Folie von den Bevölkerungszahlen!) >Arbeitslose: 17.477 (sicher gestiegen!) >Sozialhilfeempfänger: 24.328 (>Wohngeldempfänger: 3.033 Haushalte) >Obdachlose: 1.303 ( wobei Dunkelziffer nicht vergessen!)
- Wohnungsbestand: 1994:
>K., gesamt: 74.364 ~ je 1000 EW: 474 ; Bln., je 1000EW: 507 zur Infrastruktur:
-insg. 39 Schulen: 21 Grundschulen, 2 Sonderschulen, 7 Hauptschulen,
3 Realschulen, 3 Gesamtsch. & 3 Gymmis
- Kindertagesstätten: (93) 8.71 Plätze auf 17.8198 Kinder(!)
- Kinderspielplätze: 100.819 m² Fläche
- Jugenfreizeiteinrichtungen: 2.960 Plätze auf 23.795 6-25 Jhr.
- Politik: 1999: Bündnis `90/Grüne, CDU, SPD èKreuzberg ist: Zusammenballung sozialer Probleme
- z.B.: hohe Jugendarbeitslosigkeit und jahrzehntelang ein nicht ausreichende Infrastruktur...
- Öffentliche Verkehrsmittel: etwa 7 Buslinien, 1 S-Bahnen und auch 5 U-Bahnen fahren durch K.
... aber auch rege Geschäftstätigkeit prägen das Bild K.... >sogleich wesentlicher Wirtschaftsfaktor!
4. Wirtschaftliche & kulturelle Bedeutung
-1861 bildeten sich die ersten Ansätze der späteren Industrie- & Gewerbestruktur: Maschinenbaubetriebe, Eisengießereien, Siemens & Halske und Loewe, eine Gasanstalt, Brauereien mit Biergärten, Vorgängerin der heutigen Bundesdruckerei und Textilherstellungsbetriebe (als Zulieferindustrie für das ansässige Militär) heute:
-„Exportviertel Ritterstraße“: -Metall-, Spielwaren-, Elektor-, leder-, Buchdruck-, Kunstgewerbe sowie Parzellan-, Keramik-, Glas – und Kristallindustrieunternehmen -„Verlags- und Zeitungsviertel an der Kochstraße“: -Bundesdruckerei, Springer-Haus, (Ende 19. Jh.: meisten Bln.Tageszeitungen & Verlage Ullstein, Scherl, Mosse) -„Das Regierungsviertel an der Wilhelmstraße“: -war Adresse fast aller Reichsministerien und –behörden -weiteres zu finden: -Zweigstellen des Dt. & europäischen Patentamtes -Postgirozentrale, AOK-Zentrale, Blumengroßmarkt & Amerikagedenkbiblothek -neu: der Wirtschaftszweig alternativer, ökologischer Technologien und erneuerbarer Energie; aus den alternativen Anfängen des Umweltschutzes gewachsen aber auch im Bereich extravaganter Designer-Mode àauch Zentrum aller Spielarten kultureller Betätigung: Kinos, Varietés, freie Theatergruppen, Künstlerateliers in alten Fabriketagen etc... noch dazu hat sich hier mitte der 80er „Schicki-Micki“-Szene von Speiserestaurants, Galerien, Boutiquen entwickelt <->zu den Autonomenèbsp. für bunte Mischung!
5. versch. Sehenswürdigkeiten (wenn mögl. auf Folie zeigen!)
1. Martin-Gropius-Bau: 1877-81 gebaut
-Berlinische Galerie, Jüdische Abteilung des Stadtmuseums Berlin, Werkbund-Archiv
2. Checkpoint Charlie: = Kontrollpunkt der West-Alliierten, bis zum fall
der Mauer einzige Berliner Übergangsstelle für ausländische Reisende > 1990 Grenzanlagen abgebaut...in der Gegend zw. Mitte & K. entsteht heute eine der größten Business-Anlagen der Stadt
3. Lapidarium: nun sehr stark umgestaltet, aber trotzdem das Gebäude
des ältesten der zwölf Pumpwerke für‘s Abwasser von 1876 (Betrieb bis 1972)...
4. Alter Anhalter Bahnhof: 1840 errichtiet, seiner Zeit drittgrößter
Bahnhof der W elt, 1959-61 Abgerissen > heute kann man du den Prtoikus nicht mehr den wichtigsten Bahnhof Berlins betreten sonder eine Grünanlage...
5. Hebeltheater: ist heute Gastspielbühne
6. Mehringplatz (Bild aus Buch!): 19.Jh. einer der schönsten Plätze Bln.,
heute von Plattenhochhäusern „umzingelt“, die Säule zur Erinnerung an den alten Platz
7. Berlin Museum: - bis 1913 vom Kammergericht genutztes
Collegienhaus – bildet mit dem Jüdischen Museum aus dem Martin- Gropius-Bau und dem Märkischen Museum in Mitte das Stadtmuseum Berlin!
8. Museum für Verkehr und Technik: - zeigt Berlins Rolle als Verkehr-,
Technik- & Wissenschaftsmetropole des 19./20. Jh. ...+Spectrum!
10. Amerikagedenkbiblothek: 1. „Public Libary“ in Dt.
11. Urbanhafen... mit neuem Urbankrankenhaus & Grünanlage –
hafenanlagen wurden alle beseitigt!
12./14. Chamissoplatz: die Gegend wurde 1964 zum geschützten Baubereich erklärt, profitierte von der Stadtbildpflege >61
15. Bethanien: früher Krankenhaus; heute: „Künstlerhaus Bethanien
GmBH“
16. Mariannenplatz: neben Bethanien; Drogenzentrum
17. Rauch-Haus: heri 1. Hausbesetzung der jüngeren Zeit (1971)
18. Türkenmarkt: hier spiegelt sich das Bild von Kreuzberg wieder:
Zusammentreffen vieler Kulturen 19./20. Spreewaldbad und Görlitzer Park: einer der Erholungs- & Vergnügungsstätten...
Zusatz: Oberbaumbrücke: so wie sie heute restauriet aussieht, wurde sie 1895/96 errichtet (holzbrücke etc.)
6. Schwerpunkt: der Kreuzberg! (Bild-Folie!)
- mit 66m die höchste natürliche Erhebung Berlins Erholungsgebiet im Victoriapark > 13 ha große Parkanlage
- hieß ursprünglich „Tempelhofer Berg“ bzw. „Götzescher Berg“
- im MA wurde hier W einanbau von Tempel- & Kreuzrittern betrieben
- heute somit Europas nördlichstes Weinanbaugebiet
- am und rund um ihn endstand bis ins 19. Jh. eine Reihe von Vergnügungsstätten & Ausflugslokalen.... z.b am Osthang der Tivoli
- 1821 wurde hier das von Karl Schinkel entworfene „Nationaldenkmal zur Erinnerung an die Freiheitskriege von 1813 bis 1815“ errichtet >Namensgebend!
- 1888: wird der Victoria-Park mit Wasserfall angelegt
Fazit:
K. hat ein für sich ganz eigenes Flair: Wohnkiez, Cafés, Kneipen, Läden, sowie klein- und mittelständische Unternehmen sind in vielen Ecken Kreuzbergs als Mischung erhalten.
Zu erkennen ist, dass K. seine alte, neue Rolle als Ort zentraler Einrichtungen von Wirtschaft, Verwaltung & Kultur nahe dem Stadtzentrum wieder erlangen möchte und auch kann.
Naja mein Wunsch ist es zwar nicht gerade dort zu leben, aber... U- Bahn> Frau die wohl in diesem Flair aufgewachsen ist und es auch nicht mehr missen möchte!
...tja,... über K. könnte man noch vieles, vieles mehr berichten, da dort so vieles auf einander trifft und eigentlich doch etwas sehr interessantes zum Vorschein bringt... aber zu mehr reicht ja die Zeit leider nicht....
Geschafft!!!! :o)
Arbeit zitieren:
Liana Brückner, 2000, Berlin- Kreuzberg, München, GRIN Verlag GmbH
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