Examenskolloquium 99/00 Sylvia Brand Fachtextsorten im Englischen
Eigene Definition: Englische Fachsprache ist diejenige Varietät der Englischen Sprache, die von Verretern wissenschaftlicher und technischer Richtungen zum Diskurs über ihr Fachgebiet benutzt wird.
Bedeutung der Fachsprache für die Sprachwissenschaft
English gilt heute als die Weltsprache schlechthin. Ein Aspekt davon ist die Tendenz die englische Sprache als „lingua franca of science and scholarship“ zu sehen.
Gründe für den Rückzug anderer Sprachen (insbesondere deutsch) nach Beier:
• Führende Position der USA in der Forschung
• Fachzeitschriften aus Absatzgründen in englischer Sprache
• Einstellung der Sprechern gegenüber ihrer Muttersprache
• Deutschsprachige wissenschaftliche Arbeiten werden als minderwertig angesehen (Barnikol) (hängt vom Fach ab)
• Internationalisierung der Wissenschaft etc.
Es sind weniger linguistische Erkenntnisinteressen, sondern die Kommunikationsbedürfnisse bestimmter Gruppen gewesen, die Vertreter verschiedener Disziplinen zur Beschäftigung mit der Fachsprache angeregt haben. Das Streben nach möglichst störungsfreier Verständigung über fachliche Sachverhalte führten zur Bildung nationaler und internationaler Gremien, die sich mit der Bestandsaufnahme, Vereinheitlichung und Weiterentwicklung von Fachwortschätzen bemühten.
Aufgrund dieses reellen Bedarfs ist die Fachsprache in den vergangenen 25 Jahren in das Blickfeld der Sprachwissenschaft gerückt.
Ohne die Fachsprache wäre die wissenschaftliche Beschreibung der Gegenwartssprache unvollständig.
Die linguistische Beschäftigung mit Fachsprache ist wichtig, da sie Einsichten in Entwicklungstendenzen der Sprache ermöglicht, denn der heutige Kenntnisstand gestattet die Annahme, dass die ständige Zunahme des Fachlichen in Leben und Sprache schließlich auch zu qualitativen Veränderungen, d.h. zu Veränderungen in den Normen des allgemeinen Sprach- gebrauchs führt.
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Einordnung in die Linguistik
Hoffmann sieht die Fachsprache als eigenständige Teildisziplin der Linguistik. Gläser:
Fachkommunikation ist Gegenstand der
• Sprachtheorie (im Bezug auf das Verhältnis Fachsprache/ Fachdenken)
• Soziolinguistik (Konzepte der Sprachvarietäten)
• Pragmatik (Konzepte der Sprach- und Textfunktionen)
Fachtext ist eine zentrale Kategorie der
• Textlinguistik (Fachtextlinguistik) - Typologie
• Linguostilistik und Funktionalstilistik
• Übersetzungswissenschaft
Beier:
• Sprachphilosophie (Verhältnis zwischen natürlicher und künstlicher Sprache)
• Sprachsoziologie (Kommunikationskonflikte durch Manipulationsgefahren Arzt - Patient, Identifikationsfunktion von Fachleuten etc.)
Bedeutung der Fachsprache für den Englischunterricht
Fachtexte sind bevorzugter Ausgangs- und Zielpunkt der
• muttersprachlichen Fach und Sprachunterricht
• fremdsprachlichen Weiterbildung
• fachbezogener Fremdsprachenunterricht
Kritik am derzeitigen Englishunterricht und am Schulsystem, ebenso an der Lehrerausbil-
dung. Forderung eines allgemeinen fachsprachlichen Unterrichts und einer besseren Ausrich-
tung an den Lernerzielgruppen.
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Analyse der Fachsprache
Zur Zeit bestehen eine Reihe sehr unterschiedlicher Kriterien des sprachlichen Verhaltens in der Fachsprache. Die aufgrund einer Analyse von muttersprachlichen Fachtexten entstanden sind.
1. Situative Einordnung des Fachtextes
Die Außersprachlichen Faktoren eines Textes werden zur situativen Einordnung des Textes untersucht (soziolinguistischen Bezugsrahmen). Diese Variablen bestimmen den Fachlichkeitsgrad des Textes, seine kommunikative Funktion, mögliche Rückschlüsse auf die Intention des Textautors und sein Platz in der fachexternen und internen Kommunikation. a) Klassifikation des Texts b) Sprachgeschichtliche Einordnung a) Zeit b) Ort c) Fachgebiet
c) Soziale Variablen
•
•
•
d) Situation
•
2. Textstruktur
Die Makrostruktur einer Fachtextsorte ist das konventionalisierte Textablaufschema, das aus einer hierarchischen, aber in Grenzen flexiblen, Anordnung inhaltlich und funktional invarianter Textelemente zur gedanklich-sprachlichen Entfaltung eines fachbezogenen Themas besteht und das strukturelle Gerüst der Fachtextsorte Bildet. Gläser
• Inhaltsabschnitte
• Schriftarten
• Gliederungselemente
• Graphisch figürliche Mittel
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3. Textpräsentation
a) Lexikalische Besonderheiten Entleihung:
• Präfix (Vorsilbe)
• Direkte Überahme
• Zusammengesetzte Wörter (Hybrid terms) Umwandlung bestehender Ausdrücke
• Methaphors
• Metonomy Ableitung
(Derivation) Freies Morphem + affix (perfix or suffix) Compounds
• (S + S) + S
• S + (S + S)
• (S + S) + (S + S)
• S + Prep. + S
• Adj. + S
• (Adj. + S) + (S + S)
• Adj. + (Adj. + S) Abkürzungen
• Acronyme: erste Buchstabe eines jeden Wortes
• Clipping: Teil des Wortes wird weggelassen
• Blending: zwei oder mehr Wörter werden zu einem zusammengefasst
• Ommission: Weglassen von einzelnen Wörtern Wort Listen (Compounds mit einem gleichen Substantiv)
b) Darstellungshaltung
• Anteil an Fachwörtern
• Informationsgehalt
• Informationstiefe, -breite
c) Syntaktische Besonderheiten
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• Satzstruktur (einfach)
• Länge der Sätze (kurz)
• Aktiv/ Passiv
• Zeit (oft Present Tense)
• Nominalisierter Stil
• Wenig Personalpronomen (meist it)
• Modalverben, Hilfsverben (must)
d) Metakommunikative Äußerungen Textgliederung (first, secondly etc.) - Kommentaredes Autors (it is interesting that) - Referenzen(as we have already shown, as we will see later) - e) Kommunikationsverfahren
Absicht des Autors : informieren, diskutieren, beschreiben, überzeugen, kommentieren, anweisen, empfehlen etc.
f) Höflichkeitsformen Negative Höflichkeitsformen
Erzeugen Abstand zwischen Sender und Empfänger, drücken Respekt aus Positive Höflichkeitsformen
Mindern den Abstand zwischen Sender und Empfängern, Komplimente (auch anderen Autoren gegenüber)
3. Stilmittel
• Metapher (bildlicher Ausdruck)
• Personifikation (eine Sache wird mit menschlichen Attributen belegt)
• Metonomie (ein Wort wird durch ein anderes mit gleicher Bedeutung ersetzt)
• Inversion (Umdrehen der Satzstruktur)
• Übertreibung (Hyperbole) (übertriebener Ausdruck, der nicht wörtlich gemeint ist)
• Untertreibung (etwas als weniger gut/schlecht darstellen als es ist)
• Paraphrase (etwas in anderen Worten ausdrücken)
• Parenthese (Einschub, oft durch Kommas oder Klammern gekennzeichnet)
• Ellipsis (Weglassen eines Wortes oder Satzteils, oft durch drei Punkte markiert)
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• Betonung (Emphasis) (Betonung eines Wortes, z.B. durch kursive, fette Schrift oder Anführungszeichen)
Kritik
Innerhalb der Fachsprache an sich gibt es keine allgemeingültigen Charakteristika, die den Fachtext ausmachen. Jede Textsorte innerhalb jedes Faches zeichnet sich durch mehr oder weniger unterschiedliche Kriterien aus. …
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Folie: Analysing Scientific Texts
(according to: R. Gläser )
1. Situational variables
a) Classification of the text
b) Time of origin
c) Place of origin
d) Field/province of discourse
e) Social variables
2. Structure of the text
a) Structure of the monograph
b) Structure of the chapters
3. Presentation of the text
a) Lexical level
b) Syntactic level
c) "Meta-communicative" utterances
d) Mode of communication
3. Stylistic devices
a) Metaphors
b) Simile
c) Personification, etc.
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Analysing Scientific texts
(according to: R. Gläser )
4. Situational Variables
e) Classification of the text
f) Time of origin
g) Place of origin
h) Field/province of discourse
i) Social variables
• Status of communication partners (Specialist - students)
• Senderspezifika (Milton Friedmann)
• Wissenschaftsparadigma (Keynsian school)
• Situation
Participation (One writer, many readers) - Medium(book) - 5.Structure of the text
a) Structure of the Monograph
b) Structure of the Chapters
3. Presentation of the text
g) Lexical level
h) Syntactic level
i) Metacommunicative utterances structure/ division of the text (first, secondly etc.) - commentsof the author (it is interesting that) - refernces(as we have already shown, as we will see later) - j) Modeof communication
6. Stylistic Devices Metaphors - Simile - Personification, - etc.
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Gruppenarbeit
Working sheet group I
Task
Try to analyse how the book (e.g. title, index, preface, introduction, chapters, bibliography etc.) and chapter 7.5.1 (e.g. chapter-number, title, paragraph, chart, enumeration, italic and bold words etc.) are structured.
Working sheet group II
Task
Try to analyse the lexical level (modes of designation) of the text with regard to noun com-pounds and nominal groups, technical terms, word lists, abbreviations (acronyms), borrowings, use of existing designations, derivation, etc.
Working sheet group III
Task
Try to analyse the syntactic level of the text with regard to sentence structure, nominalization, pronouns, tense, modal auxiliaries, voice (passive/ active) and find out which politeness strategies are used.
Working sheet group IV
Task
Try to find metacommunicative utterances like: structure/ division of the text (first, secondly etc.) - commentsof the author (it is interesting that) - refernces(as we have already shown, as we will see later) - anddefine the mode of communication (to inform, to discuss, to argue, to comment etc.)
Working sheet group V
Task
Try to find stylistic devices in the text such as metaphors, similes, personification, inversions, hyperboles, understatements, paraphrases, euphism, ellipsis and emphasis.
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Analyse von Fachtexten
1. Situative Einordnung
• Klassifikation des Texts
• Sprachgeschichtliche Einordnung
• Soziale Variablen
• Situation
2. Textstruktur
•
•
•
3. Textpräsentation Lexikalische Besonderheiten
• Entleihung:
• Umwandlung bestehender Ausdrücke
• Ableitung
• Zusammengesetzte Substantive
• Abkürzungen
Darstellungshaltung Syntaktische Besonderheiten Metakommunikative Äußerungen Kommunikationsverfahren Höflichkeitsformen
7. Stilmittel
Arbeit zitieren:
Sylvia Brand, 1999, Fachsprache, München, GRIN Verlag GmbH
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