Erklärung
Deduktives Erklärungsmodell
Gesetzesaussage ( Konditionale Sätze (Wenn/Dann, Je/desto)
· Für intersubjektive Überprüfbarkeit Explanans
· Bezug Gegenwart/ Vergangenheit
Anfangsbedingung (singuläre Aussage, die die Anfangsbedingung beschreibt)
· Um die Anwendbarkeit eines Gesetzes zu sichern (Bezug) Wenn Explanandum Dann
Induktives Erklärungsmodell
(mit nicht-deterministischen Gesetzen) Explanandum tritt mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit auf
Häufig gibt es mehrere Gesetzesaussagen, die für die Erklärung eines Explanandums verwendet werden können, man verwendet das am besten bewährt ist.
Verstehen
Interpretandum= das, was verstanden werden soll
Bei der Methode des Verstehens verläßt man sich auf Evidenzgefühle oder Erfahrungen.
Prognose
Bei einer Erklärung wird der Explanandum Satz erst dann aus dem Explanans abgeleitet, wenn das Explanandum-Ereignis aufgetreten ist.
Bei einer Prognose wird der Explanandum-Satz aus dem Explanans abgeleitet, bevor das Explanandm-Ereugnis aufgetreten ist.
Bedingte Prognose. Es wird eine Wirkung vorhergesagt
Technologisch bedingte Prognose: gibt Handlungsanweisung
Prophezeiung
Unbedingte Prognose (keine Bedingung für Eintritt gegeben)
Definition
Zeichen Semantische Regeln Designata
(Zuschreibung von Bedeutung) (reale Sachverhalte)
man beschreibt diejenigen Designata, die man einem Zeichen zuordnen will mit Wörtern, deren Bedeutung man als bekannt voraussetzt.
Semantische Kette: Begriffe werden durch Merkmale definiert, diese Merkmale sind wiederum definitionsbedürftig usw.
Deskriptive Wörter Objekte der Realität
Logische Wörter keine realen Objekte (sind, oder)
Definition = Einführung einer Konvention über die Verwendung von sprachlichen Ausdrücken.
Nominaldefinitionen
· Definiens (definierender Ausdruck, Bedeutung als bekannt vorausgesetzt) = Definiendum ( zu definierender Ausdruck)
· Eine Nominaldefinition kann weder wahr noch falsche sein ( nur Zweckmäßig)
· Nominaldefinition behauptet nichts über die Realität
· Defineins und Definiendum austauschbar (explizite Definition)
· Wird verwendet wenn Definiens relativ häufig gebraucht wird, in Publikationen Platz zu sparen, Kommunikation erleichtern
Kritik: Definitorischer Zirkel ( Ein sittlicher Mensch ist ein Mensch der sittlich ist - verboten) Unpräzise/ mehrdeutige Aussagen im Definiens Definition durch Beispiele
Analytische Definition (Bedeutungsanalyse)
· Begriff der Alltagssprache wird auf seine Bedeutung hin analysiert
· Ist empirisch überprüfbar, kann wahr oder falsch sein
· Sagt etwas über die Realität aus
· Zur Überprüfung von Theorien, Wissenschaftler informieren, welche Bedeutung ein Wort
hat, Ermittlung von Explananda
· z.B. wie wird der begriff Manager definiert
Realdefinition (Essentialistische Definition)
· Wesensbestimmung
· Kann empirisches Gesetz, Begriffsexplikation, Nominaldefinition, normative Aussage sein
· Was ist Gesellschaft Es gibt eine gerechte Gesellschaft (gerecht= Wesensart)
Operationale Definition
· Übersetzung von beobachtbaren Ereignissen (Indikatoren) durch Forschungsoperationen
· Was ist Lebensstandard? Indikator: Lohn ...
· Analytische Indikatoren: sind wahr, wenn sie von der Mehrheit mit dem Denfiniendum assoziiert werden
· Empirische Indikatoren: z.B. Felszeichnung
= Dispositionsbegriffe
Personen/Kollektive Stimuli ausgesetzt, je nach Reaktion bestimmte Eigenschaften zugeschrieben = Reduktionssatz
Gültigkeit von Begriffsdefinitonen
Untersuchung auf
Zuverlässigkeit (Reabilität): Abwesenheit von Fehlern in Meßinstrumenten) Test- Retest Gültigkeit (Validität) der Skala (Waage, Meßband, Thermometer)
Instrumentenfehler: z.B. Frage falsch verstanden
Befragungsfehler: Meinung des befragten schwankt ständig Beobachterfehler: z.B. Thermometer falsch abgelesen
Informationsgehalt
Hoher Informationsgehalt: Aussage sagt relativ viel über die Realität aus (schließt vieles aus, ist mit vielem nicht vereinbar) Falsifizierungsgrad
Der Informationsgehalt eines Satzes soll kleiner als 1 sein, aber möglichst nahe bei 1 liegen
Ein Und-Satz ist gehaltvoller als ein Oder-Satz
Je geringer der Inforamationsgehalt der Wenn-Komponente eines Satzes, desto größer ist der Informationgehalt des gesamten Satzes Wenn A groß ist und in Leipzig wohnt, dann ...
Je geringer der Informationsgehalt der Dann-Komponente eines Satzes ist, desto geringer ist der Informationsgehalt des gesamten Satzes .., dann werden rechte Parteien und Zeitungen gelesen.
A periori: von vorne herein behaupten
A posterio: im nachhinein behaupten Synthetisch: zusammengesetzten durch Erfahrung Analytisch: folgern 8tieren haben 4 Beine- ein Hund hat 4 Beine)
A priori a posterior
Analytisch synthetisch
Bei synthetischen Aussagen a posterior wird die Wahrheit durch einen Test bestätigt.
Bei analytischen Aussagen a perior wird die Wahrheit durch logische Regeln verbürgt
Logisch wahre Aussage im engeren Sinn ( S - P, P - O, S -O)
Analytische Aussagen (K -M, S - M, da S K)
Analytisch wahre Aussage: Wahrheit allein aufgrund der Bedeutung der Zeichen bestimmt (Alle Junggesellen sind unverheiratet) Geringsmöglicher Informationsgehalt
Analytisch falsche Aussagen: aufgrund der Bedeutung der Zeichen ist die Aussage falsch (Person A mag Fleisch, Person A mag keine Steaks) Höchst möglicher Informationsgehalt
Aber: wissenschaftlich nicht sinnvoll, da sich jeder beliebige Satz logisch ableiten läßt
Empirische Aussagen können an der Wirklichkeit scheitern, logische nicht.
Überprüfbarkeit von Theorien Positivisten T Theorie Induktion (logischer Übergang) B1 B2 B3 B4 Beobachtungen
Theorie wird mit Beobachtungen konfrontiert (Beobachtungssätze sind empirische Sätze, Tatsachen) Verifikation Hume
Informationsgehalt der Folgerung darf nicht größer sein, als der der Prämissen Positivisten wollten dann mit Wahrscheinlichkeit argumentieren W= V: F V= beobachtbare Bestätigungen F= mögliche Anzahl der Fälle Lim = 0 Kant
Einführung eines Kausalprinzips B1 B2, .....BN und K Theorie Gleiches Problem Popper
P T aus der Theorie kann man eine Prognose ableiten Nicht P T Durch nicht P ist T falsifiziert Theorie mit hohem Informationsgehalt
Eine Aussage ist nur dann wahr, wenn das was sie behauptet den Tatsachen entspricht
Wir besitzen kein Kriterium, nach dem wir sicher entscheiden können, ob eine gegebene Aussage wahr oder falsch ist (Möglichkeit des Irrtums besteht immer)
Aber: Methode der kritischen Überprüfung
Man kann eine Aussage als um so wahrer bezeichnen, je mehr wahre Aussagen in dieser Aussage enthalten sind und je geringer die zahl der abgeleiteten aussagen ist, die falsch sind
Wertfreiheitspostulat
Werturteile: Äußerungen der Art, das etwas der Fall sein soll oder muß bzw. nicht sein soll oder darf.
3 Muster:
Werturteile (normative Urteile) wertend, subjektiv Deskriptive Aussagen (synthetische Aussagen) beschreibend (wahr, falsch) Analytische Aussagen (logisch) Alle Kugeln sind rund
Wertfreiheitspostulat: ein Wissenschaftler soll deutlich machen, welche seiner Äußerungen Wertungen und welche objektsprachliche, d.h. Sachaussagen sind.
Dafür (Max Weber)
Vermischung von werten uns Sachaussagen überflüssig zur Erreichung der Ziele der empirischen Wissenschaft und deren Anwendung auf praktisches handeln Es ist nicht sinnvoll, weil beide Arten von aussagen unterschiedlich diskutiert werden
Dagegen (Marxisten)
Trennung ist nicht möglich, da begriffe wertgeladen sind ..., weil viele Aussagen beides sein können
Die Akzeptierung des Wertfreiheitspostulats hat die politische Enthaltsamkeit von Wissenschaft zur Folge
Ohne die Vermischung sind Theorien für beliebige Zwecke verwertbar. ..., sind wissenschaftliche Ergebnisse wirkungslos
Eine kritische Analyse der Funktionsweise moderner Gesellschaften ist ohne eine Vermischung von Wert- und Sachaussagen gar nicht möglich
Arbeit zitieren:
Sylvia Brand, 1999, Wissenschaftstheorie, München, GRIN Verlag GmbH
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