Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Autor: Carsten Jasper
Fach: Biologie - Genetik / Gentechnologie
Details
Jahr: 1999
Seiten: 14
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 205 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-98997-8
Volltext (computergeneriert)
Molekulare Genetik
1. Schematischer Aufbau der DNS
DNS = Desoxiribonucleinsäure (engl. acid, daher DNA)
Z = Zucker
P = Phosphat
B = Base
2. Die Basenpaare der DNS
Innerhalb der DNS kommen immer nur bestimmte Basenpaare vor, diese sind:
A
denin -
T
hymin
G
uanin -
C
ytosin
Adenin und Guanin sind Purinbasen und Guanin und Cytosin sind Pyrimidinbasen.
Beispiel einer solchen Andordnung von Basenpaaren in einem DNS-Abschnitt:
A T
C G
C G
G C
T A
A T
3. Die RNS (engl. RNA)
Im Gegensatz zur DNS ist sie einsträngig. Das Thymin wird durch Uracil ersetzt, aber
die Paare bleiben gleich.
4. Speicherung von Informationen im genetischen Code
4.1. Grundlagen
Die Informationen werden durch unterschiedliche Abfolge der Basen in der DNS
codiert. Und zwar in der Form eines sogenannten Triplett-Codes, bei dem immer drei
aufeinander folgende Basen eine Aminsoäure codieren.
4.2. Vorgang des Ablesens
Transkription
Translation
DNA m-RNA Zytoplasma Ribosomen Protein
Zellkern
Abgabe aus
Zellkern
Es wird nur eine Seite der DNS ausgelesen, was auf der anderen Seite ist, ist
unerheblich.
Die m-RNA (Boten-RNA) wird aus der DNS gebildet und wandert zu den Ribosomen,
die aus einer grossen und einer kleinen Untereinheit bestehen. Dort wird die m-RNA
von t-RNA′s ausgelesen. Diese haben eine Kleeblattform. Auf der einen Seite haben
sie den genetischen Code und auf der anderen Seite die dazu passende
Aminosäure. Trifft die t-RNA nun in einem Ribosom an der a-Stelle auf einen
passenden m-RNA-Code, setzt sie die Aminosäure frei. Die m-RNA wandert weiter
und der Vorgang wiederholt sich solange, bis das Kettenende durch ein Triplett
signalisiert wird.
Die Aminsoäuren verbinden sich während des Ablesevorgangs zu einer Kette, die
dann das Protein bilden. Dabei verbinden sich immer die an der p-Stelle vorhanden
Aminosäuren mit der Aminosäure an der a-Stelle. Danach rutscht die gesamte Kette,
wieder weiter auf die p-Stelle und an der a-Stelle kann wieder eine t-RNA ankoppeln.
Siehe hierzu auch im Linder auf den Seiten 363-366
4.3. Beispiel für Umwandlung von DNS in Proteine
Für die Umwandlung von der t-RNA in Proteine wird die
Codesonne
verwendet.
Diese zeigt die einzelnen Aminosäuren auf, die zusammen dann das Protein bilden.
ATG CCT ATT CGG GCA CCC TAA DNS
Codogen
TAC GGA TAA GCC CGT GGG ATT
A
Codon
UG
CCU
AUU
CGG
GCA
CCC
UAA
m-RNA
UAC
Anti-Codon
GGA
UAA
GCC
CGU
GGG
AUU
t-RNA
Met
Pro
ile
Arg
Ala
Pro
K.-E.
Protein
(aus Aminosäuren)
5. Peptidbindungen
Aminogruppe
Carboxylgruppe
Aminosäure1 Aminosäure2
H
Peptidbindung
6. Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Prokaryoten und Eukaryoten
Prokaryoten Eukaryoten
keinen Zellkern
Zellkern
ein Chromosom
viele Chromosomen
kleine, ringförmige DNS (=Plasmide) -
haploid diploid
- Maiose
-
ER, Golgiapparat, Mitrochondrien
Ribosomen (70s*)
Ribosomen (80s*)
Zellwand: Murein*1 -
Erläuterungen:
* Swendbergkonstante: Konstante die angibt, wie schwer etwas ist. Desto größer die
Zahl umso schwerer ist es.
*1 Polysacharid
7. Bakteriophagen
7.1.
Aufbau einer Bakteriophage
Eiweißhülle
Kopf
DNS
kontraktiele Eiweiße
Schwanz
Schwanzfäden
Fußplatte
Stachel
Bakteriophagen sind Viren, die sich nur mit der Hilfe von Bakterien vermehren
können.
7.2. Vermehrung von Bakteriophagen
1.
Adsorption:
Die Bakteriophagen landen auf einer Bakterie und docken an.
2.
Injektion der DNS:
Genmaterial wird in die Zelle gespritzt; Es bleibt nur die leere
Hül e der Bakteriophage über, die sich auflöst
3. Vermehrung der Phagenbestandteile in der Bakterie
4.
Lyse:
Auflösen der Zellwand der Bakterie; Freisetzen der Phagen
Lyse
Zusammenlagerung
der Bausteine zu
Adsorption
neuen Phagen
Einbau der Phagen-
Bildung von
Injektion
DNS in das
Phagenproteinen
Bakterienchromosom:
Prophage
Phagen-DNS
Bakterien-DNS
Vervielfältigung
Abbau des
der Phagen-DNS
Bakterienchromosoms
(teilweise gehen Reste des
Bakterienerbgutes in die
Phagen-DNS über)
unbestimmte
Freisetzen der Zeit
Zellteilung:
Phagen-DNS
Vermehrung
Anmerkungen:
Lytischer Zyklus
Lysogener
Zyklus
8. Bakterien (hier als Beispiel: Escherichia coli)
8.1. Aufbau von Escherichia coli
Wandaußenschicht (aus Lipiden und Proteinen)
Speicherkörner
Pili
Plasmid
Ribosomen
Bakterienchromosom
Geißel
Zellmembran
Zellwand (Murein)
Membranstrukturen
8.2. Wachstum von E. coli
lg der Zellzahl pro
ml
7 107
6 106
5 105
exponentielle
Phase
4 104
3 103
2 102
1 101
Stunden
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
8.3. Keimzahlbestimmung
1:100 1:100
1:10 1:10 1:10
0,1 ml
0,1 ml
1 ml
1 ml
1 ml
9,9
9,9
9,0
9,0
9,0
ml
ml
ml
ml
ml
ÜNK
Verdünnungs-
0,1 ml
0,1 ml
0,1 ml
(Übernachtungs-
Lösung
kultur)
Ausplattieren auf Agar-Platten
8.4. Flukutationstest
Kontrol e
Kontrol e
Nährboden mit
Nährboden ohne
Antibotikum
Antibotikum
20 ml
Bakterienkultur
Vermehrung
40 x 0,5 ml
der Bakterien
40 x 0,5 ml
ausplattiert
Vermehrung der
Bakterien
Antibotikum resistente
Bakterienstämme entstehen
Mutanten
Ergebnis: Mutanten treten spontan und zufällig auf. Es gibt keine Regelmäßigkeiten,
wie der rechte Versuch zeigt, dort gibt es mal mehr und mal weniger resistente
Bakterien.
8.5. Genfaktoren bei Bakterien
Bakterien könen Stoffe synthetisieren. Mutanten einer Bakterien-Art wiederum nicht
(solche Bakterien werden auch Mangelmutante genannt). Das heißt, das in den
Erbinformationen die Informationen für das Bilden eines Stoffes nicht vorhanden
sind. Dies wird durch ein Minus gekennzeichnet, zum Beispiel leu- heißt, daß die
Bakterie nicht in der Lage ist Leucin zu bilden, weil ihr das nötige Erbgut fehlt. Bei
leu+ hingegen wäre diese Bakterie in der Lage Leucin zu bilden. Diese Schreibweise
kann auch mit beliebigen Buchstaben (z. B. A, B, C, etc., außer F) erfolgen, wobei
die Buchstaben dann für beliebige Eigenschaften stehen können.
9. Genübertragung bei Bakterien
9.1. Genübertragung zwischen Bakterien
9.1.1. Versuch zu Genübertragung
E. coli
E. coli
A-, B-,C+,D+
A+, B+,C-,D-
bakteriendichter
Filter
kein Wachstum auf
Minimalnährboden
+
+
Nach Entfernen des Filters, wachsen die Bakterien auf dem Minimalnährboden.
Schaut man sich das Erbgut dieser Bakterien an, so ergibt sich dieses Bild:
A+, B+, C+, D+. Daraus ergibt sich, daß die Bakterien Genaustausch betrieben haben
und daher nun auf dem Minimalnährboden wachsen können, weil sie alle Stoffe, die
sie zum Wachsen brauchen, nun aus dem Minimalnährboden syntetisieren können.
Daraus ergibt sich als Ergebnis:
Genaustausch ist nur dann möglich, wenn die Bakterien direkten Kontakt miteinander
haben, und eine Plasmabrücke aufbauen können.
9.1.2. Der Fertilitätsfaktor
Der Fertilitätsfaktor (abgekürzt: F) befähigt eine Bakterie eine Plasmabrücke
auszubilden. Es gibt verschiedene Arten:
F+ = Der Fertilitätsfaktor ist vorhanden, und befindet sich frei im Plasma, als Plasmid;
die Bakterie kann eine Plasmabrücke aufbauen
F- = Der Fertilitätsfaktor ist nicht vorhanden, die Bakterie kann keine Plasmabrücke
aufbauen
Hfr = Der F-Faktor ist in dem Chromosom der Bakterie eingebaut (kann jedoch auch
wieder heraus gehen), daher sind Bakterien dieser Art bei der Teilung immer
F+
F-Faktor (F+)
F-Faktor eingebaut in
Chromosom (Hfr)
Bei einer Konjugation, also dem Bilden einer Plasmabrücke zwischen zwei Bakterien,
von dem eine F+ und die andere F- ist, wird der F+-Faktor auf die F- Bakterie
übertragen, daher sind im Anschluss beide F+. Es kommen jedoch trotzdem immer
wieder F- Bakterien vor, weil bei der Meiose der F- Faktor in einer Bakterie verbleibt
und daher eine Bakterie F+ und eine F- ist.
F+
F-
F+
F+
F+
F- F+
Sonderfall:
Es kann bei der Hfr-Bakterie passieren, daß wenn sich der F-Faktor aus dem
Chromsom herauslöst, er einen Teil des Erbgutes mit sich nimmt. Diese Bakterien
bezeichnet man als F`, und den Vorgang als Sexduktion.
F
leu
F
leu
Übersicht:
F+
F+
F-
Genaustausch
Hfr
9.1.3. Ablauf des Genaustausches über die Plasmabrücke
F+
gal-
gal+
leu+
leu-
Mit Hilfe des Genaustausches kann man auch Genkarten erstellen. Schaut man sich
an, wie lange es dauert, bis eine Eigenschaft übertragen wurde, so kann man damit
die Lage dieser Eigenschaft bestimmen.
nach 7 min: leu-, gal-
nach 9 min: leu+, gal-
nach 25 min: leu+, gal+
9.2. Genübertragung zwischen Bakterien durch Bakteriophagen
9.2.1. Versuch zu Genübertragung durch Bakteriophagen
Phagen
Bakterien
Bakterien
Bakterio-
phagen
Bakterien-
Bakterien
wildtyp
Leucin-Mangelmutante
9.2.2. Transduktion
Bei der Transduktion wird Erbmaterial von Bakterien durch Bakteriophagen auf
andere Bakterien übertragen.
Wenn eine Bakteriophage ihr Erbmaterial in eine Bakterie eingespritzt hat, so bleibt
dies beim Lysogenen Zyklus zunächst inaktiv. Nach einer gewissen Zeit wird die
Phagen-DNS aktiv und das Bakterienchromosom wird zersetzt. Bei diesem Vorgang
kann es vorkommen, daß ein Teil des Bakterienerbgutes in die Phagen-DNS
hineinkommt. Die Phagen, die hieraus entstehen besitzen dann einen Teil des
Erbgutes der Bakterie. Spritzen diese Phagen nun ihr Erbgut in eine andere Bakterie,
so besitzt diese Bakterie nun auch die Fähigkeiten, die die Phage hat. (siehe auch
Versuch oben, wo die Phagen, die Eigenschaft Leucin zu synthetisieren an die
Mangelmutante weitergeben).
10. Genregulation am Beispiel von E. coli
10.1. Beispiel für Genregulation
Bakteriendichte
Galaktosidase
r
e
lative Einheiten
50 100
min
Verarbeitung von
Verarbeiten von Lactose
Glucose
durch Galaktosidase
Glucose ist aufgebraucht (Stagnation des Wachstums), also
muß nun ein anderer Stoff verarbeitet werden, also muß ein
Enzym gebildet werden (in diesem Fall G.); nun können die
Bakterien weiter wachsen
10.2. Vorgang der Genregulation bei E. coli
10.2.1. Abbauender Stoffwechsel
lac-Operon
Regulator
Promotor Operator
S
1
S2
S3
m-RNA
bildet
Polymerase
aktiv
Repressor
keine Enzym-Synthese, weil Operator durch
Repressor blockiert wird, deshalb kann die
m-RNA S
1-3 nicht ablesen.
inaktiver
inaktiver Repressor kann sich aufgrund seiner
Repressor
geänderten Form nicht in den Operator setzen,
die m-RNA kann die S1-3 ablesen und die
Enzym-Synthese kann ablaufen
Lactose
Substratinduktion: Durch Substrat wird eine Änderung des Repressorzustandes
erreicht, dieser kann den Operator nicht mehr blockieren und die m-RNA Polymerase
kann das Enzym bilden.
10.2.2. Aufbauender Stoffwechsel
try-Operon
Regulator
Promotor Operator
S
S
1
S2
S3
4
m-RNA
bildet
Polymerase
E
1
E2
E3
E4
inaktiv
Vor-
Repressor
stufe
P1
P2
P3
Tryptophan
Endprodukt
aktiver
Repressor
Enzymsynthese wird
gestoppt
Hinweis: Der Vorgang der Produktsynthese, der hier dargestellt wird, findet auch
beim abbauenden Stoffwechsel statt.
Endproduktrepression: Das Endprodukt, welches nach der Synthese entsteht,
unterdrückt die weitere Synthese.
10.2.3. Repressor
Für den Repressor gibt es Enzyme, die diesen, wenn er nicht mehr gebraucht wird,
auflösen.
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
02.05.2001 11:51:14
Lieber Carsten Jaspers, würde allzu gerne Dein Script lesen.Leider kann ich die Seite nicht öffnen.Hoffe Du kannst mir behilflich sein.Eventuell Dein Script an meine E-Mail Adresse schicken.Gruss.Danke im vorraus.Kathy
04.05.2001 15:42:34
| |Kathy schrieb: ||Lieber Carsten Jaspers, |würde allzu gerne Dein Script lesen.Leider kann ich die Seite nicht öffnen.Hoffe Du kannst mir behilflich sein.Eventuell Dein Script an meine E-Mail Adresse schicken.Gruss.Danke im vorraus.Kathy Die Datei läßt sich mit dem kostenlos verfügbaren Acrobat Reader ganz einfach öffnen. Den Reader gibts unter http://www.adobe.de/products/acrobat/readstep.html
04.05.2001 15:42:52
| |Kathy schrieb: ||Lieber Carsten Jaspers, |würde allzu gerne Dein Script lesen.Leider kann ich die Seite nicht öffnen.Hoffe Du kannst mir behilflich sein.Eventuell Dein Script an meine E-Mail Adresse schicken.Gruss.Danke im vorraus.Kathy Die Datei läßt sich mit dem kostenlos verfügbaren Acrobat Reader ganz einfach öffnen. Den Reader gibts unter http://www.adobe.de/products/acrobat/readstep.html