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Parasiten

Referat / Schulaufsatz, 2000, 13 Seiten
Autor: Christian Hermansky
Fach: Agrarwissenschaften

Details

Kategorie: Referat / Schulaufsatz
Jahr: 2000
Seiten: 13
Note: eins
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V100937
ISBN (E-Book): 978-3-638-99359-3

Dateigröße: 60 KB
Anmerkungen :
Jedoch nur nützlich für Insider!



Volltext (computergeneriert)

Autor: Christian Hermansky

 

Parasiten

 

Samstag, 20. Januar 2001

1. Parasiten 

= Schmarotzer

- schädigen ihr Wirtstier
- entziehen Nährstoffe und zerstören Gewebe oder Organe
- geben giftige Stoffwechselprodukte ab

Folgen: - Leistungsminderung
- Krankheitsanzeichen bis hin zu Todesfällen

Parasiten werden unterschieden zwischen:

Ektoparasiten und Endoparasiten

- Haarlinge - Bandwürmer
- Zecken - Lungenwürmer
- Läuse - Leberegel
- Milben - Spulwürmer
- Fliegenmaden - Kokzidien
- Nasendasselfliegen - Trichinen,Finnen
- Schafslausfliegen

___________________________________________________________
Endoparasiten ( Innenparasiten )

Kokzidiose , die rote Ruhr der Lämmer ( auch bei Hunden )

Was ist Kokzidiose?

- es ist eine ansteckende Erkrankung des Darmkanals der bei Lämmern in den ersten Lebenswochen häufig auftritt
- häufig vorkommend im Spätwinter und Frühjahrsanfang
- Umwelt -und Haltungseinflüsse bestimmen Schwere und Verlauf der Infektion ( Feuchtigkeit im Stall , Besatzdichte , Infektionsdruck bei längerer Stallhaltung , ungenügende Kolostralmilchversorgung )

Die Erreger

- sind verschiedene Arten von Kokziedien , Schleimhautschmarotzer , Oozysten mit schnellen Vermehrungszyklus

Ansteckung

- hauptsächlich durch Alttiere die beim Ausscheiden von Kot und Harn die Infektionsquelle freisetzen
- Aufnahme von Kotverschmutzten Futter und Wasser
- durch das Euter
- durch unsaubere Einstreu
- so wie durch verschmutzte Gerätschaften und Tränkeeinrichtungen

Anzeichen

- Tiere wirken ausgezehrt
- eingefallene Augen
- blase Schleimhäute
- eingefallene Muskulatur
- der hintere Dünndarmabschnitt ist erweitert
- Tier bläht auf
- blutig entzündete Schleimhäute ( öde , matös )
- Darminhalt flüssig
- bei einer Kotuntersuchung ist der Kot schaumig durchsetzt mit Blut

Nachweis

- durch eigenes äußeres Erkennen
- durch Kotuntersuchung
- oder weiterhin durch eine Zerlegung des toten Tieres

Folgen

- Zerstörung der Darmschleimhaut
- weiterhin auch Zerstörung der Zottenspitzen
- mangelnde Futterverwertung
- Verlust von Körperflüssigkeit
- Blutarmut
- Wachsstumsstörungen
- erhöhte Krankheitsanfälligkeit

Vorbeugende Maßnahmen

- Hygienemaßnahmen einhalten
- Desinfektion mit speziell wirkenden Präparaten anwendbar
- Versorgung mit Vitamin A gewährleisten
- versuchsweise Beifütterung von Kokzidiostatik

Behandlung

- mehrtägige Sulfonamide
- Antibiotika
- Diätfütterung ( mit Vitamin A und B und zusätzlich noch Eisengaben)
- Flüssigkeitszufuhr
- Arzneimittel wirken jedoch nur bei ungeschlechtlichen Vermehrungsstadien

Magen-Darm Würmer

Entwicklung und Ansteckung der Würmer

- Wurmeier werden mit Kot ausgeschieden
- Entwicklung der Larven auf der Weide wird begünstigt durch Wärme und Feuchtigkeit
- Tiere nehmen mit Tau erneut Wurmlarven auf
- die Ruhephase der Würmer ist in den Wintermonaten
- nach der Lammung des Muttertieres im Frühjahr werden grosse Mengen von Wurmeiern ausgeschieden

Anzeichen

- Blutarmut = blase Schleimhäute
- Abmagerung bzw. schlechte Zunahmen und Mattigkeit
- Durchfall
- Ödem ( Flaschenhals ) bzw. Ansammlung von Wasser in einem Hautlappen am Halsbereich
- erwachsene Schafe zeigen gewisse Imunität

Maßnahmen

- Wurmkur im Herbst vor dem Aufstallen und im Frühjahr vor dem Austallen und falls notwendig auch im Sommer
- genaue Dosierung beim Entwurmen
- man sollte häufig die Wirkstoffgruppen ändern
- Pansendurchsatz verringern durch richtige Fütterung
- 48 Stunden nach der Entwurmung scheiden die Tiere die Würmer aus und somit auch die Eier = Weide wechseln

Vorbeugende Maßnahmen

- nicht bei Tau hüten
- aus verseuchten Weiden , Heu oder Silage herstellen ( 1/2 Jahr ist der Erreger abgestorben )
- nasse Weiden und Feuchtstellen vermeiden

Der Leberegelbefall

Man unterscheidet zwischen dem "Großen und dem kleinen Leberegel"

- Großer Lebergel = "Faszolia hepatica"
- Kleiner Leberegel = "Dikrozöliose"

Anzeichen beim Befall mit dem großen Leberegel

- Durchfall
- Abmagerung
- Fressunlust
- Blutarmut und Gelbsucht
- Bauchwassersucht
- Bauchfellentzündung
- besonders in den Herbstmonaten
- 56 Präpatentzeit
- bei Befall verdickte , verkalkte Gallengänge

Der kleine Leberegel

- kaum Krankheitsanzeichen am Tier
- bei der Schlachtung muss die Leber verworfen werden

Maßnahmen

- Wurmkur
- feuchte Flächen auf der Weide ausgrenzen
- befestigte Tränkplätze
- Uferrandzonen meiden
- Heu und Silage aus verseuchten Weiden herstellen ( Heu = 4-6 Monate , Silage 6 Wochen Wartezeit )

Lungenwurmbefall

Man unterscheidet beim Lungenwurmbefall zwischen dem " Kleinen und dem großen Lungenwurm "

Großer Lungenwurm und Kleiner Lungenwurm

- parasiert in oberen Bronchien - parasitiert in den mittleren Bronchien
- legt dort Eier - Zwischenwirt sind Gehäuseschnecken
- Larven schlüpfen
- diese werden hochgehustet
- und richtig abgeschluckt
- mit Kot auf Weide
- innerhalb von 4-6 Tagen ansteckungsfähige
Form
- bei Dämmerung frisst das Tier die feuchten Halme
mit den Larven mit

- Präpatentzeit 28 Tage

Krankheitsanzeichen

- ca. 3 Wochen nach der Ansteckung trockener Husten
- beschleunigte Atmung
- Nasenausfluss
- Lungenentzündung
- Abmagerung
- schlechtes Wachstum
- Wollschäden

Maßnahmen

- Kotproben von ca. 10% des Tierbestandes
- Wurmkuren

Vorbeugende Maßnahmen

- Frühjahrsentwurmung
- Altschafe die die Weide verseuchen möglichst abgrenzen
- besonders in Regenreichen Jahren besteht eine hohe Ansteckungsgefahr

Ektoparasiten ( Außenparasiten )

Milben

Grabmilben Saugmilben Schuppenfressende Milben

- Kopfräude - Kopfräude - Fußräude

Folgen: Juckreiz , Wollausfall , Borkenschuppige Haut , nässende Häut , Fressunlust , Unruhe

Behandlungsmethoden für Milben

1. Tauchbehandlung
2. Sprühbehandlung
3. Waschbehandlung
4. Aufgußbehandlung
5. Puderbehandlung

1.Tauchbehandlung

- zur Bekämpfung gegen Räudemilben ist diese Methode am besten geeignet
- vor dem Baden sollten die Tiere gut getränkt und knapp gefüttert sein
- das baden durstiger , müder oder angestrengter Tiere sollte vermieden werden
- das Vlies sollte möglichst trocken sein
- der beste Zeitpunkt für diese Behandlung liegt bei 6-8 Wochen nach der Schur
- die Tiere sollten mindestens eine Minute in diesem Bad verbringen
- verschmutzte Tiere sollte man möglichst vorreinigen

2. Sprühbehandlung

- diese Behandlungsmethode ist am besten bei kleineren Beständen
- Möglichst sollte man hier die doppelte Dosis verwenden
- man sollte das Mittel möglichst mit 5 bar aufsprühen
- diese Methode wird jedoch nicht zur Räudebekämpfung empfohlen
- der beste Zeitpunkt um diese Methode durchzuführen liegt , wie auch bei der Tauchbehandlung, 6-8 Wochen nach der Schur
- gegebenenfalls sollte man die Behandlung nochmals wiederholen

3. Waschbehandlung

- die Waschbehandlung wird am besten nur bei begrenzten Befall von Parasiten beim Schaf durchgeführt ( Fliegenmaden )
- wichtig bei dieser Behandlungsmethode ist das das Vlies vorgereinigt wird
- der Wirkstoff sollte in doppelter Kozentration angewendet werden
- der Wirkstoff wird mit einem Schwamm aufgebracht
- jedoch wird nur die Hauptpartie von den Parasiten befreit

4. Aufgußbehandlung

- am besten nur zur Behandlung bei einzelnen Tieren
- wird in doppelter Konzentration benutzt
- der Wirkstoff wird mit einer Kanne auf den Scheitelpunkt des Vlieses aufgegossen
- diese Methode eignet sich besonders gut zur Räudebekämpfung
- der wirkstoff bekämpft auch andere Parasiten
- nach ca. 2 Wochen sollte man die Methode nochmals wiederholen

5. Puderbehandlung

- diese Behandlung kann nur bei Einzeltieren angewendet werden
- die Methode kann auch im Winter durchgeführt werden
- das Schaf wird mit Handels üblichen Puderinsektizid eingepudert
- man sollte das Mittel gründlich in der Wolle verteilen
- jedoch findet durch diese Methode keine völlige Elemenierung des Parasitenbefalls statt

Wikstoffgruppen ( Handelsübliche Arzneimittel )

Neguvon +++
Sebacil +++
Butox ++

Schafslausfliegen

- 3-4 mm groß
- blutsaugend
- Juckreiz
- Entzündungen

Haarlinge

- ernähren sich von den Hautschuppen des Tieres
- ohne das Schaf sind Haarlinge nur 8 Tage überlebensfähig
- 1-1,5 mm groß
- Juckreiz
- Wollausfall

Läuse

- blutsaugend
- jedoch ziemlich selten

Zecken

- blutsaugend
- sehr selten
- Krankheitsüberträger
- Überträger von Q-Fieber , FSME ( Mensch ) , Borreliose ( Mensch )

2. Nicht infektiöse Krankheiten

z.b. - Verdauungsstörungen
- Stoffwechselerkrankungen
- Organerkrankungen
- Mineralstoff und Vitaminmangel
- Typhanie

Verdauungsstörungen ( Aufblähen , Steiffressen , Eiweißüberschuss )

Ursache

- zu reichliche und überhastete Aufnahme von Leguminosen ( Klee , Luzerne )
- tritt hauptsächlich bei gleichzeitigen Rohfasermangel
- weiterhin können Kohl , Raps , Rüpenblatt , Getreidesaat , junges Gras , bereiftes und gefrorenes Gras zum röpsen und blähen führen
- zu hastiges saufen und fressen führt dazu das der Mageneingang überflutet wird dies führt weiterhin das das Röpsen gehemmt wird ( Aufblähen )
- man sollte das hüten gegen den Wind vermeiden
- es kommt weiterhin zu Schlundverkrampfungen ( Schlund wird verstopft )

Krankheitsanzeichen

- Gasansammlung in den Vormägen führt zum aufblähen der linken Bauchwand
- Hungergrube ist gewölbt nach außen
- gesenkter Kopf
- ängstlicher Blick
- Speicheln
- Scharren und Schlagen mit den Beinen gegen den Bauch
- Schwanken
- Niederstürtzen
- Tod durch Ersticken

Behandlung

- Pansenabschnitt masieren
- Tiere vorne hochstellen
- Seil durch Maul zu ziehen ( Schluckreflex )
- Siliconpräparate , Öl , Fit zugeben
- ruckartiges ziehen der Zunge
- ruhiges aber sofortiges Entfernen mit der Herde von dem jeweiligen Futterplatz
- sofort etwas Wasser anbieten
- Schlundrohr einführen bei Extremfällen um die Gase aus dem Pansen abzulassen ( Trokar )

Vorbeuge

- Abfüttern der Schafe
- Hüten auf alten Gebieten ( schon vorgehütet )
- nicht gegen den Wind hüten
- Berg auf hüten
- kein bereiftes Futter hüten oder anbieten
- kein überhitztes Futter zugeben ( Eigengärung )

Pansenazidose ( Übersäuerung , Körnerung )

Ursachen

- zu schnelles umstellen auf leichtverdauliche , kohlenhydratreiche Futtermittel ( Getreide , Rüpenteile , Mais , Obst )
- Mangel an Rohfaseranteilen
- Überfütterung

Folgen

- überstürzte Milchsäurebildung im Pansen
- Absinken des PH - Wertes unter 6
- Veränderung der Pansenflora hinsichtlich der Zusammensetzung
- eingeschränktes Verdauungsvermögen
- Bluteindickung
- herabgesetzte Vitamin B-Bildung
- gestörten Fettsäurebildung mit Auswirkung auf die Pansentätigkeit und des Gesamtorganismuses

Krankheitserscheinungen

- häufig plötzlicher , rascher Verlauf
- hohe Sterblichkeit innerhalb weniger Stunden ( drei bis sechs Stunden)
- kurzzeitige Fressunlust
- steifer , schwerfälliger Gang
-Herz-und Atmungsbeschleunigung
- grauer , schmieriger , übelriechender , dünnbreiiger bis wäßriger Kotabgang
- verringerter Harnabgang
- Drang zur Wasseraufnahme
- auch Verweigerung
- Benommenheit
- Zähneknirschen
- Schmerzäußerung
- krampfartige Zustände
- Lähmungen
- Festliegen
- Gliedmaßen vom Körper weggestreckt
- Koma
- Tod durch Ersticken
- Stillstand
- Aufblähen
- gehemmte Pansenbewegung
- mögliche Nachfolgen bei Überstehen
- Wollausfall
- zurückbleibende Nervenschäden
- Bauchfellentzündung

Vorbeuge

- allmähliche Angewöhnung an veränderte Fütterungsweisen
- vor Auftrieb reichliches Tränken und Vorgabe von rohfaserreichen Futter ( Stroh , Heu )

Behandlung

- möglichst rascher Weidewechsel
- Abatz von verdächtigen Futter
- Ruhigstellung des Tieres
- Trinkwasserzufuhr ( Wasser zur Herde bringen!!!)
- neutralisierende Mittel zuführen ( Antibiotika )
- Kreislaufunterstützende Mittel zugeben
- Anbieten von gutem Heu
- Panseninhalt durch Sonde abhebern

Pansenakalosen

Ursache

- stark eiweißreiche Futtermittel
- bei gleichzeitigen Rohfasermangel
- verschmutzte fehlselierte Futtermittel
- Bakterien aus verschmutzter und fehlgegorener Silage

Folgen

- Ammoniakbildung
- PH - Wert steigt an ( auf 7,2-8 )
- Pansenbakterien sterben ab
- gestörte Entgiftung der Leber
- Pansenfäule
- faulige Zersetzung des Panseninhaltes

Anzeichen

- Fressunlust
- Störungen der Pansenbewegungen
- fehlendes Wiederkauen
- Benommenheit
- Kreislaufstörungen
- übelriechender Durchfall
- Festliegen
- Atembeschwerden
- Pulsbeschleunigung
- Lammheit der Hinterbeine
- wiederkehrendes blähen
- Anzeichen von Leberschäden

Maßnahmen

- sofotiges , ruhiges Entfernen vom Futterplatz
- Rohfaserreiches Futter anbieten
- ansäuern mit 1-2 Liter Essig
- leichtes Abführmittel zugeben ( Klaubersalz 10-20 g in Wasser aufgelöst )
- leicht verdauliche Kohlenhydrate verabreichen

Stoffwechsel und Mangelerkrankungen

Stoffwechselstörungen mit Fstliegen

- Trächtigkeitskrankheit
- Weidetetanie
- Milchfieber
- Milchschlag
- Gebärparese

Trächtigkeitstoxikose

Anzeichen

- Blutzuckerspiegel sinkt
- Ketonkörper im Blut und Harn
- Bewegungsunlust
- Gang unsicher
- verringerte Futteraufnahme
- untypische Streckung des Kopfes
- knirschende Zähne
- Atmung und Puls beschleunigt
- Beine zeigen rudernde Bewegungen auf
- Bewußtlosigkeit
- Tod

Maßnahmen

- Zuckerlösungen den Tieren infusieren
- Leberschutzbehandlung
- Kortison und Vitamine zugeben um eine Frühgeburt auszulösen

Vorbeuge

- Futterration anpassen
- leicht verdauliche Kohlenhydrate zugeben
- genügend Rohfaserreiches Futter anbieten
- Mineralstoffe anbieten


 


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