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Bildfarbe, Farbkontraste, allgemeine Bildanalyse und Beispiel: Caspar David Friedrich "Kreidefelsen auf Rügen"

Autor: Kato Oldenburg
Fach: Kunst - Malerei

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Details

Kategorie: Referat / Schulaufsatz
Jahr: 2001
Seiten: 6
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 63 KB
Archivnummer: V101017
ISBN (E-Book): 978-3-638-99439-2

Volltext (computergeneriert)

Bildfarbe, Farbkontraste, allgemeine Bildanalyse und Beispiel: Caspar David Friedrich "Kreidefelsen auf Rügen"

Der Primärunterschied zu anderen Kunstrichtungen besteht in der dickflüssigen Farbe.

Farbkreis von Johannes Itten

1. Ordnung (Primärfarbe) = Grundfarben blau, rot, gelb
2. Ordnung(Sekundärfarben) = orange, grün, violett
3. Ordnung (Tertiärfarben) = Mischfarben von 1. und 2. Ordnung

Die sieben Farbkontraste

Farbeansichkontrast
= einfachster Farbkontrast, am stärksten zwischen den Grundfarben

Kaltwarmkontrast
= beruht auf subjektivem Empfinden
= je mehr weiß desto kühler
= gelb und rot blau und grün

Helldunkelkontrast
= optischer Primärkontrast
= zwischen hell und dunkel gestaltet sich die gesamte optische Welt

Komplementärkontrast
= 2 pigmentäre Farben ergeben gemischt einen Grauton = diese Farben liegen gegenüber im Farbkreis

Simultankontrast
= zu gegebener Farbe bildet sich im Gehirn die Gegenfarbe und überflutet die benachbarte Farbfläche
= eine Farbfläche wirkt auf weißem Grund dunkler und kleiner als auf schwarzem Grund

Qualitätskontrast
= Kontrast zwischen der leuchtenden Farbe und der getrübten Farbe

Quantitätskontrast
= Mengenkontrast des Größenverhältnisses einer oder mehrerer Farbflächen
= Größenverhältnisse :
gelb - violett
orange - blau
rot - grün

Grundlage der Bildanalyse

1. Titel des Bildes, Künstler, Erscheinungsjahr, Technik, Untergrund, Format

2. Was ist dargestellt ?

- formaler Bildaufbau
- geordnete Reihenfolge (von vorne nach hinten usw.)
- Besonderheiten, Auffälligkeiten

3. Wie ist es dargestellt ?

- Analyse
- subjektiv

- a ) Farbe :
Technik (Öl, Aquarell usw.)
Farbauftrag (deckend, lasierend, pastos usw.)
Farbwahl (Menge, Qualität gemischt oder rein)
Farbbeziehungen
Farbkontraste
Malkonzept ( impressionistisch, expressionistisch, Dominanz der Lokalfarbe, Ausdrucks- oder Erscheinungsfarbe)

- b ) Raum und Perspektive :
Zentralperspektive
Farbperspektive (sfumato)
Überschneidung
Größenkontraste
Betrachterperspektive (normale Sicht, Vogelperspektive, Froschperspektive)
Bedeutungsperspektive
aperspektivische Perspektive ( keine Rücksicht auf Perspektive oder keine Perspektive vorhanden)
Auflösung oder Verfremdung der Zentralperspektive

- c ) Fläche : Flächenformen (qualitativ, quantitativ)
Flächenkontraste
Binnengliederung (glatte Fläche oder strukturiert)
Figurgrundverhältnis (was dominiert)

- d ) Linien :
Richtung, Bewegung, Verlauf
Duktus (Pinselauftrag)
Formenbezug (Umrisslinien oder verlaufene Linien)

- e ) Hell/Dunkel : vor allem bei Grafiken
harter Kontrast oder eher graue Töne
Übergänge fließend oder eher harte Abgrenzungen
Dominanz heller oder dunkler Bildteile
hell-dunkel durch Licht/ Beleuchtung

- f ) Komposition : Bildaufbau
Farb- und Formzusammenhänge
Verhältnis der Bildteile zum Ganzen
KOMPOSITIONSSKIZZE (Beziehungsverhältnisse)
Linienmuster ( Goldener Schnitt/ Horizont usw.)

4. Warum ist es so dargestellt?

Interpretation
zeitliche und stilistische Einordnung (Epoche usw.)
Stellung und Bedeutung des Bildes im Gesamtwerk des Künstlers ( Haupt- oder Erstwerk, Epochen des Künstlers)
Bedeutung des Bildes im Zusammenhang mit der Biographie des Künstlers
Bedeutung des Bildes als Zeitdokument
Bildgenre (Stilleben, Portrait usw.)
Bedeutung des Bildes in der Geschichte des Genres
Bildaussage (moralisierend, belehrend, kritisch, subjektiv)
Ebenen der Bildbedeutung (mythologisch, allegorisch, symbolisch)
Bedeutung des Bildes in Bezug auf die Gegenwart
subjektive und persönliche Wertung

Caspar David Friedrich : Kreidefelsen auf Rügen

Caspar David Friedrich
,,Kreidefelsen auf Rügen" um 1818
Öl auf Leinwand

1. Biographische Daten

- 1774 in Greifswald geboren
- beeinflusst von Pastor/Dichter Kosegarten christlich, romanisches Verhältnis zur väterlichen Landschaft
- 94-98 Kunstakademie in Kopenhagen ( Malerei studiert)
- 1798 Nach Dresden gezogen studiert alte Meister, Schlegel und Novalis kennengelernt
- 1801-02 nach Rügen (Heimat) Skizzen für spätere Ölgemälde
- 1808 erstes großes Ölgemälde (Kreuz im Gebirge) erfuhr öffentliche Auseinandersetzung : wurde bekannt
- 1810/11 Harz und Riesengebirge (Skizzen)
- 1812/13 (franz. Besatzung Deutschlands) Zuwendung zu nationalen Ideen
- 1816 Mitglied der Dresdener Akademie
- 1818 Bekanntschaft mit Mahler Dahl, Kores
- Figuren gewinnen an Bedeutung
- Heirat mit Caroline Bommer (Kreidefelsen entstehen)
- 1820-30 ,,fruchtbarste Periode"
- um 1830 Krankheit / lebt völlig zurückgezogen
- 1826 letztes Mal auf Rügen
- ab 1830 stößt seine Malerei zunehmend auf Ablehnung
- 1835 schwerer Schlaganfall, teils gelähmt
- 7.5. 1840 gestorben in Dresden

2. Epoche der Romantik

- 1790-1830, Malerei und Grafik besonders entwickelt
- Gegenentwurf zum Klassizismus ( Rationalität, Vernunftdenken, Distanziertheit, Kühle)
- Erschütterung durch franz. Revolution hinterlässt tiefe geistige Krise
- Romantik : Subjektivität, Gefühlsmäßige Empfindungen, Beschäftigung mit eigener Innenwelt, neue innige Beziehung zur Natur
- keine Stilrichtung sondern Weltanschauung (Literatur, Musik), Weltanschauung da übergehend auf mehrere Bereiche
- ästhetische Anschauung von Poesie und Philosophie, Zugehörigkeit zur Natur BLAUE BLUME
- Friedrichs intensiver Gedankenaustausch mit anderen Künstlern = Sehnsucht nach dem Mittelalter galt als Ausdruck des Wunsches nach vereinter Nation, Tod, Trauer, Einsamkeit, Versenkung des Menschen in göttlicher Natur
- symbolische, verschlüsselte Aussagen seiner Bilder
- Kritik an erstarrten politischen Verhältnissen in Deutsachland - Niederschlag in seiner Malerei
- Verklärung der Epoche der Gotik - Grundbaustein der Denkmalpflege
- folgende Kunstentwicklungen sind neben CDF bedeutend: -Mythos und Märchenwelt (Schwind)
-volkstümlich Biederes (Ludwig Richter)
-vaterländische Nationales in Verbindung mit Religion (Patriotismus = Gruppe der Nazarener)
-schrullig Spießbürgerliche , (Karl Spitzweg)

Entwicklung der Romantik in England und Frankreich unterscheidet sich grundlegend von der in Deutschland

ANALYSE

1. Bestandsaufnahme
- 2 Bäume links und rechts im Bildvordergrund
- weiße, spitze Kreidefelsen
- nur Horizont
- drei Menschen, eine Frau zwei Männer
nicht im Bildzentrum
Kleiderfarbe entspricht der Baumfarbe
alle mit dem Rücken zum Betrachter
schauen in die Ferne / aufs Wasser

Mann rechts : steht am Baum, altdeutsche Kleidung (Rückschluß aufs MA)
Mann mitte : kniet, größter Hell-dunkel Kontrast
Frau links : sitzt, deutet nach unten, hält sich am Gestrüpp fest, rotes Kleid = reine Farbe

2. Analyse

a ) Farbauftrag : -romantisches Bild, Natur

-detailgetreu, realistisch
-Erscheinungsfarben (reale Tageszeit)
-Öl auf Leinwand
-glatter Farbauftrag

b ) Bildraum : -wirkt räumlich durch Farbperspektive = nach hinten blauer Horizont (Entfernung durch Farbänderung deutlich)

- durch Überschneidung / Staffelung
-leichte Vogelperspektive
-Größenkontrast zwischen Menschen und Booten am Größten

3. Interpretation :

- 1818 Heirat mit C. Bommer Frau auf dem Bild
- Reise mit ihr nach Rügen
- Herz, Symbol der Romantik
- Oval Beziehung zwischen den zwei Männern
- Mann und Frau im Herz gegenüber

Kommentare

anonym
07.06.2001 19:10:59
note
für die bildanalyse hab ich in 11/2 eine 2 bekommen
Marc
01.05.2002 14:30:27
So was ist immer gut zu gebrauchen
Hey Super vielen, vielen Dank an den Autor und das Hausarbeiten. de Team! Ohne das hier wäre ich jetzt echt aufgeschmissen gewesen..THX:-)
steven
16.12.2002 18:02:03
kunst
hallo Kato, vielen lieben Dank für deine recherchen! ich bin momentan auf der Fachschle für Maler und Lackierer, selbst mir half dieser beitrag enorm viel! schön!!! danke urs steven
Antje
29.04.2003 15:17:27
Ist keine Erscheinungsfarbe
Wollte dir nur einen Tipp geben. Die einzigen Maler die Erscheinungsfarbe genutzt haben waren die Vertreter des Impressionismus, da sie oft dass selbe Motiv gemalt haben aber in unterschiedlichen Lichtverhältnissen und verschiedenen Farbspektren. (siehe Claude Monet)
Maggi
19.10.2006 20:52:20
Echt super gut
Vielen lieben dank ... das hat mir sehr sehr gut weitergeholfen ... kann ja nur gut laufen =)

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