Presentation (Pre-University), 2001, 17 Pages
Author: Marina Poll
Subject: Physics
Details
Year: 2001
Pages: 17
Grade: 10 Punkte
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-01827-7
File size: 241 KB
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Autor: Marina Pol
Der Doppler-Effekt
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
2
II.
Hauptteil
2
1. Klärung der Begriffe Schwingung und Welle
2
1.1 Was ist eine Schwingung?
2
1.2 Was ist eine Welle?
3
2. Leben und Wirken Dopplers
3
3. Doppler-Effekt bei mediumgebundenen Wellen -
4
akustischer Doppler-Effekt
3.1 Quelle bewegt - Empfänger ruht
4
3.1.1 Quelle bewegt sich auf Verbindungslinie von
4
beiden
3.1.2 Quelle bewegt sich abseits der Verbindungslinie 6
3.2 Empfänger bewegt - Quelle ruht
7
3.2.1 Empfänger bewegt sich auf Verbindungslinie
7
3.2.2 Empfänger bewegt sich abseits der Verbindungslinie
8
3.3
Rechenbeispiele
9
3.4 Quelle und Empfänger gleichzeitig bewegt
10
3.5 Medium bewegt - Quelle und Empfänger ruhen
11
3.6 Allgemeine Formel des akustischen Doppler-Effekts 11
3.7 Kopfwelle und Machsche Kopfwelle
12
4. Praktische Anwendungen des akustischen Doppler-Effekts
14
5. Doppler-Effekt bei nicht mediumgebundenen Wellen -
15
optischer Doppler-Effekt
III.
Schluß
16
IV.
Literaturverzeichnis
17
V.
Anhang
18
I. Einleitung
Auf den folgenden Seiten wird der Doppler-Effekt genauer dargestellt. Es
handelt sich dabei um einen Effekt, der z.B. bei Formel 1-Übertragungen
1
im Fernsehen auftritt. Der Empfänger (in diesem Fall der Zuschauer vor dem
Fernseher) nimmt eine Frequenzverschiebung wahr, d.h. die Frequenz der von den
Rennautos ausgesendeten Geräusche, wird vom Empfänger höher bzw. tiefer
wahrgenommen - je nachdem, ob sich das Auto nähert oder entfernt. Der Doppler-
Effekt tritt immer dann auf, wenn sich eine Quelle (z.B. eine Schallquelle) und ein
Empfänger aufeinander zu-, voneinander weg- oder aneinander vorbeibewegen.
Begonnen wird in dieser Arbeit mit der Klärung der Begriffe ,,Schwingung" und ,,Welle",
da diese für den Doppler-Effekt wichtig sind. Im Weiteren wird das Leben und Wirken
des Christian Johann Doppler beschrieben um etwas über den Entdecker dieses
Effektes zu erfahren. Grob lässt sich der akustische Doppler-Effekt in zwei Fälle
einteilen: Im ersten Fall bewegt sich die wellenaussendende Quelle und im zweiten
der Empfänger, der die Wellen der Quelle aufnimmt. Für den akustischen Doppler-
Effekt ist es entscheidend, wer von beiden sich bewegt, was anhand von
Rechenbeispielen verdeutlicht wird. Es gibt allerdings noch andere Fälle, wie z.B. ein
bewegtes Medium, die desweiteren benannt werden. Neben dem akustischen
Doppler-Effekt gibt es noch den optischen, der als letztes beschrieben wird.
Die Facharbeit basiert hauptsächlich auf Literatur aus dem Internet und dem Buch
,,Physik" von Paul A. Tipler.
II. Hauptteil
1. Klärung der Begriffe ,,Schwingung" und ,,Welle"
1.1 Was ist eine Schwingung?
Es gibt mehrere Dinge, die schwingen, z.B. eine Schaukel oder ein Faden-pendel.
Aber auch ein Funkgerät schwingt, obwohl man keine Bewegung beobachten kann.
Beim Fadenpendel gibt es zwei Umkehrpunkte. Befindet sich das Massestück am
höchsten Punkt, so besitzt es maximale potentielle Energie (Lageenergie). Die
kinetische (Bewegungs-) Energie ist an diesem Punkt gleich Null. Bewegt sich das
Massestück nun vom höchsten Punkt zum tiefsten und hat diesen erreicht, so ist die
kinetische Energie maximal und die potentielle Energie gleich Null. Einen solchen
Vorgang nennt man Schwingung, da sich die zwei Energiezustände periodisch
(regelmäßig) wechseln. Ist das Massestück einmal hoch und runter geschwungen, so
hat es genau eine Schwingung vollführt. Die Dauer dieser Schwingung nennt man die
Periodendauer T. Der größte Abstand des Massestücks von der Ruhelage nennt man
Amplitude (
s
^ ). Die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde bezeichnet man als
1
Frequenz f. Die Einheit für die Frequenz ist demnach (oder -1
s
), wofür man eher
s
die Einheit
Hz
(Hertz) verwendet.
2
(vgl. [3] S. 1)
1.2 Was ist eine Welle?
Führt man einer Wellenquelle Energie zu, so entsteht eine Schwingung, die Wellen im
jeweiligen Medium verbreitet. Die Wellen breiten sich dann nach allen Seiten in
diesem Medium aus. Vom Menschen werden nur die Licht-, Wasser- und Schallwellen
wahrgenommen. Wasserwellen bewegen sich zweidimensional an der Oberfläche des
Mediums, während Schall-, Licht-, Wärme- und Radiowellen sich dreidimensional zu
allen Seiten verbreiten. Sie werden auch Kugelwellen genannt, da die Wellen um die
Quelle herum eine Kugel bilden. Die Geschwindigkeit der Wellen ist in jedem Medium
anders. Sie hängt von der Elastizität, der Dichte und der Temperatur des jeweiligen
Mediums ab. Die Abstände zwischen den einzelnen Wellen werden als Wellenlänge
bezeichnet.
(vgl. [2] S. 1)
2. Leben und Wirken Dopplers
Christian Johann Doppler wurde am 29.11.1803 in Salzburg als Sohn eines
Steinmetzmeisters geboren. Seine Eltern waren Johann und Therese Doppler. 1829
bis 1835 arbeitete er als Mathelehrer am Polytechnischen Institut Wien und gab an
der Uni Salzburg Vorlesungen in Philosophie. 1835 bekam er eine Dozentenstelle an
der Uni Prag. 1836 heiratete er Mathilde Sturm, Tochter eines Goldschmieds aus
Salzburg. Mit ihr hatte er fünf Kinder und wohnte abwechselnd in Wien und Prag. Im
Jahre 1842 entdeckte er den nach ihm benannten Doppler-Effekt. Am 25. Mai des
gleichen Jahres veröffentlichte er vor der königlichen Böhmischen Gesellschaft sein
Buch ,,Über das farbige Licht der Doppelsterne", wodurch er in aller Welt bekannt
wurde.1848 wurde er Professor für praktische Geometrie an der kaiserlichen
Akademie der Wissenschaften. 1850 wurde Doppler Physikprofessor an der
Universität Wien und Direktor des von Kaiser Franz Josef neu gegründeten
physikalischen Institut. Am 17. März 1853 starb Christian Johann Doppler während
seines Krankenurlaubs in Venedig. Als Todesursache wird eine Staublunge vermutet,
da er in der Steinmetzwerkstatt seines Vaters immer Staub ausgesetzt war.
Zu Lebzeiten schrieb Doppler Beiträge zu Akustik, Optik, Elektrizitätslehre und
Astronomie sowie zur analytischen Geometrie.
(vgl. [1] & [12] S. 77)
3. Doppler-Effekt bei mediumgebundenen Wellen - akustischer Doppler-Effekt
3.1 Quelle bewegt - Empfänger ruht
3.1.1 Quelle bewegt sich auf der Verbindungslinie von beiden
3
Bewegt sich die wellenaussendende Quelle relativ zum Medium auf den Empfänger
zu, so beobachtet man in einer mit Wasser gefüllten Demonstrationswanne , dass
die vorauslaufenden Wellenzüge zusammengedrückt sind, während die Wellenzüge
hinter der Quelle weit auseinander verlaufen. Sofern die Geschwindigkeit der Quelle
kleiner ist als die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Wellen, eilt die Quelle den
Wellenzügen also hinterher. Zur Bestimmung der Wellenlänge ( für
v
vorauslaufende und für nachlaufende Wellen) benötigt man die Frequenz
f
der
n
Q
Quelle. Im Zeitraum
t
sendet die Quelle
N
=
f
t
Wellen aus. Während dieser
Q
Zeit bewegt sich die Wellenfront um die Strecke
v
t
, und die Quelle um
v
t
weiter (wobei
v
die Geschwindigkeit der Quelle relativ zum Medium angibt).
Q
Q
Auf einer Streckenlänge von (
v
-
v
befinden sich genau
N
Wellen. Daraus
Q
)
t
folgt die Formel für die Wellenlänge der vorauseilenden Wellenzüge
(
v
-
v
Q
)
t
=
v
N
Gleichung II.1
.
Nun setzt man für
N
f
t
ein und erhält
Q
(
v
-
v
v
-
v
Q
)
t
=
oder
Q
=
.
v
f
t
v
f
Q
Q
Nach Umformung erhält man nun die Gleichung für die Wellenlänge der
vorauslaufenden Wellen:
v
æ
vQ
ö
1
v
=
ç
ç -
÷
÷
fQ
è
v
ø
Gleichung II.2
.
Für nachlaufende Wellen muss ein Vorzeichenwechsel vorgenommen werden. Auf
der Strecke (
v
+
u
befinden sich immer noch
N
Wellen. Somit ergibt sich nach
Q
)
t
gleicher Herleitung die Formel für nachlaufende Wellen
v
æ
vQ
ö
1
.
n
=
ç
ç +
÷
÷
fQ
è
v
ø
Gleichung II.3
Bewegt sich der Sender in Ausbreitungsrichtung der Wellen auf den Empfänger zu,
eilt also den Wellenzügen hinterher, so muss die Geschwindig-keit
v
der Quelle
Q
4
kleiner sein als die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Wellen. Die
Ausbreitungsgeschwindigkeit beträgt jetzt nicht mehr
v
, sondern ist um
v
verkürzt.
Q
Die Wellenanzahl in einem bestimmten Zeitraum bleibt konstant, sodass die
Wellenlänge kürzer werden muss und die Frequenz sich erhöht. Der verkürzte
Abstand
v
-
v
wird in die Gleichung für die Ausbreitungsgeschwindigkeit
v
=
f
Q
v
v
eingesetzt. Hierfür formt man diese Gleichung zuerst einmal nach um: =
.
v
v
f
Eingesetzt ergibt sich die Formel
v
-
vQ
=
.
v
fQ
Gleichung II.4
Somit kann die Wellenlänge berechnet werden, die zur Berechnung von
f
nach der
E
v
Formel
f
=
notwendig ist. Die Formel für die Frequenz des Empfängers lautet:
v
v
f
=
. Nun setzt man die Formel zur Berechnung der Wellenlänge in diese
E
v
v
Gleichung ein und erhält
v
v
fQ
f
=
=
.
E
v
-
vQ
v
-
vQ
fQ
Gleichung II.5
1
Nun bringt man den Faktor v aus dem Zähler mit seinem Kehrwert in den Nenner
v
und es ergibt sich
f
f
f
=
Q
.
E
=
Q
v
-
vQ
æ
vQ
ö
1-
v
ç
ç
÷
÷
è
v
ø
Gleichung II.6
Bewegt sich die Quelle vom Empfänger weg, so muss das Vorzeichen ge-wechselt
werden, da sich der Abstand zwischen dem ersten Wellenzug und dem Empfänger
schneller vergrößert, was bedeutet, dass
v
um
v
vergrößert wird:
Q
5
v
f
f
.
E
=
=
Q
n
æ
vQ
ö
1+ çç ÷÷
è
v
ø
Gleichung II.7
(vgl. [6] S. 5-6 & [11])
3.1.2 Quelle bewegt sich abseits der Verbindunslinie
Bewegt sich die Quelle abseits der Verbindungslinie, so zeigt der
Geschwindigkeitsvektor nicht genau auf die Quelle. Also zerlegt man diesen Vektor
v
in einen Vektor
v
und den dazu orthogonalen
v
(der allerdings im Weiteren
Q
Q
irrelevant ist). Die Frequenz ist vom Vektor
v
abhängig, da er die Geschwindigkeit
Q
des Empfängers auf die Quelle zu angibt. Aus den Vektoren ergibt sich nun ein
rechtwinkliges Dreieck, in dem
v
und
v
die Katheten sind und
v
die
Q
Q
Hypothenuse darstellt. Der Winkel wird von den Vektoren
v
und
v
Q
Q
eingeschlossen. Nach dem Cosinusgesetz ergibt sich:
v
cos
Q
=
v
v
Q
=
Q
cos
vQ
Gleichung II.8
.
Dies setzt man nun in Gleichung II.6 bzw. II.7 ein und kann so die Empfängerfrequenz
berechnen.
(vgl. [6] S. 7)
3.2 Empfänger bewegt - Quelle ruht
3.2.1 Empfänger bewegt sich auf der Verbindungslinie
Bewegt sich der Empfänger während die Quelle, ruht so bleibt die Wellenlänge gleich,
wohingegen die Frequenz sich verändert. Geht die Bewegung des Empfängers auf die
Quelle zu, so wird seine Frequenz höher, da mehr Wellen-längen in gleicher Zeit
Q
t
am Empfänger vorbeiziehen. Für seine Frequenz gilt dann
vE
f
=
f
+
.
E
Q
Q
Gleichung II.9
6
Nimmt man nun die Formel für die Ausbreitungsgeschwindigkeit
v
=
und stellt
f
v
diese nach um, so erhält man =
. Dies setzt man nun in Gleichung II.9 ein
f
und es ergibt sich
v
f
f
=
f
E
Q
+
.
E
Q
v
Gleichung II.10
Nun kann
f
noch ausgeklammert werden und für dir Empfängerfrequenz ergibt sich
Q
die Formel
æ
f
1
.
E
=
+
v
f
E
Q
÷
ö
ç
è
v
ø
Gleichung II.11
Bei dieser Gleichung erkennt man nun sofort, dass die empfangene Frequenz größer
ist als die gesendete. Bewegt sich der Empfänger genau in entgegengesetzte
Richtung, also von der Quelle weg, so muss ein Vorzeichenwechsel erfolgen. Die
Gleichung sieht dann wie folgt aus:
æ
f
1
.
E
=
-
v
f
E
Q
÷
ö
ç
è
v
ø
Gleichung II.12
Hier wird auch gleich deutlich, dass die empfangene Frequenz kleiner ist als die
gesendete ist - im Gegensatz zu dem Fall, wo sich der Empfänger auf die Quelle
zubewegt.
(vgl. [6] S. 3-4 & [11])
3.2.2 Empfänger bewegt sich abseits der Verbindungslinie
Nach gleicher Herleitung wie in Kapitel 3.1.2 ergibt sich
v
v
. Dies wird nun in Gleichung II.11 bzw. II.12 eingesetzt und man
E
=
E
cos
kann die Empfängerfrequenz berechnen.
(vgl. [6] S. 4-5 & [11])
3.3 Rechenbeispiele zum Doppler-Effekt
m
1.
Ein Auto bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von
v
= 34
fort.
s
7
Seine Autohupe hat die Frequenz
f
= 400
Hz
, es herrscht Windstille
m
und die Schallgeschwindigkeit beträgt
c
= 340
. Um nun die beobachtete
s
Frequenz zu errechnen muss man als erstes die Wellenlängen vor dem Auto
berechnen. Hierzu setzen wir in die Formel für die Wellenlänge die
gegebenen Größen ein:
(340 - 34)
m
v
-
vQ
s
306
=
=
=
m
= ,
0 765
m
.
v
f
400
Hz
400
Q
Somit ergibt sich für die vorauslaufenden Wellen eine Wellenlänge von
,
0 765
m
. Diese errechnete Frequenz setzt man nun mit den anderen
gegebenen Größen in die Gleichung für die Frequenz des Empfängers ein:
m
340
c
s
f
=
=
= 444
Hz
.
E
,
0 765
m
v
Die Frequenz beträgt also 444
Hz
. Daraus kann man nun folgern, dass sich
die Frequenz um 11% erhöht hat.
2.
Nun bewegt sich nicht das Auto, sondern der Empfänger und zwar mit der
m
Geschwindigkeit
v
= 34
fort. Die Autohupe hat weiterhin die Frequenz
s
f
= 400
Hz
und die Wellenlänge =
m
765
,
0
. Die gegebenen Größen
Q
v
setzt man nun in die Formel zur Berechnung der Empfängerfrequenz ein:
æ
v
ö
æ
34
f
=
f
ç1
E
+
÷ = 400
Hz
1+
÷
ö
ç
= 400
Hz
10
,
1
= 440 .
Hz
E
Q
v
è
ø
è
340 ø
Es ergibt sich nun eine Empfängerfrequenz von 440 Hz. Die Frequenz hat
sich hier um 10% erhöht.
(vgl. [11] S. 490)
Wie man also anhand dieser Rechenbeispiele sehen kann, ist es nicht egal, wer von
beiden sich bewegt, während der andere ruht. Bewegt sich der Empfänger während
die Quelle ruht, so ändert sich die Wellenlänge nicht, die Frequenz wir aber erhöht
bzw. nimmt ab (je nachdem, ob sich der Empfänger auf die Quelle zubewegt oder sich
von ihr entfernt). Wenn die Quelle sich bewegt verändert sich jedoch sowohl die
Wellenlänge als auch die Frequenz, obwohl die Geschwindigkeit gleichgeblieben ist.
Da sich bei gleicher Geschwindigkeit verschiedene Frequenzen ergeben lässt sich
folgern, dass es nicht egal ist, wer von beiden (d.h. Empfänger oder Quelle) sich
bewegt.
(vgl. [6] S. 7-8)
8
3.4 Quelle und Empfänger gleichzeitig bewegt
Um die Formel für den Fall wenn sich beide bewegen, d.h. Empfänger und Quelle, zu
ermitteln kombiniert man die Faktoren aus den Formeln II.11 und II.12, die mit
f
Q
multipliziert werden und erhält folgende Formel:
æ
vE
1±
÷
ö
ç
v
f
è
ø
=
f
.
E
Q
æ
vQ
ö
ç
ç1±
v
÷÷
è
ø
Gleichung II.13
Bei der Vorzeichenwahl ist die Bewegungsrichtung von Empfänger und Quelle relativ
zum Medium zu berücksichtigen. Nähern sich die beiden einander, so wird die
Frequenz größer und es muss entsprechend das Pluszeichen im Zähler auftauchen,
während im Nenner das Minuszeichen verwendet werden muss. Bei Entfernung ist es
genau umgekehrt. Da die Frequenz kleiner wird, muss im Zähler das Minus- und im
Nenner das Pluszeichen verwendet werden. Die allgemeine Formel für die
Empfängerfrequenz lautet
f
, wobei die relative, auf den Empfänger
E
=
bezogene Ausbreitungsgeschwindigkeit und die Wellenlänge im Medium (von
ruhendem Beobachter gesehen) darstellt. Auch wenn Empfänger und Quelle sich
gleichzeitig bewegen kann es sein, dass sie sich abseits der Verbindungslinie
befinden. Genau wie in Kapitel 3.1.2, 3.2.2 und 3.5 zerlegt man die
Geschwindigkeitsvektoren
v
bzw.
v
in die Komponenten
v
und
v
bzw.
v
E
Q
E
1
Q
und
v
zerlegen. Nach selber Herleitung wie in 3.1.2, 3.2.2 und 3.5 ergibt sich als
2
Formel für die Empfängerfrequenz
v
-
v
cos
E
f
=
f
.
E
Q
v
-
v
cos
Q
Gleichung II.14
(vgl. [6] S. 8-9& [11])
3.5 Medium bewegt - Quelle und Empfänger ruhen
Bewegt sich das Medium, so wird dieses im Bezug auf den akustischen Doppler-
Effekt als sehr störend empfunden. Ein Beispiel für die Bewegung des Mediums ist in
der Natur der Wind, der beispielsweise das Wasser bewegt. In so einem Fall wird die
Geschwindigkeit des Mediums von der der bewegten Quelle bzw. des bewegten
9
Empfängers abgezogen. Die Formel für den Doppler-Effekt bei auf der
Verbindungslinie von Empfänger und Quelle bewegtem Medium lautet dann
f
v
-
v
±
v
Q
E
Medium
f
=
.
E
v
-
v
±
v
Q
Medium
Gleichung II.15
Da sich der Geschwindigkeitsvektor des Mediums allerdings nicht immer auf der
Verbindungslinie von Empfänger und Quelle befindet, zerlegt man diesen in die
Vektoren
v
und dem zu ihm orthongonalen
v
. Der Winkel wird von
Medium
Medium
diesen beiden Vektoren eingeschlossen. Daraus folgt nach dem Satz des Pythagoras
v
Medium
cos =
, oder nach
v
umgeformt:
v
Medium
Medium
v
v
.
Medium
=
Medium
cos
Gleichung II.16
(vgl. [7] & [11])
3.6 Allgemeine Formel des akustischen Doppler-Effekt
In Kapitel 3.1 und 3.2 ergaben sich jeweils verschieden Ergebnisse. Daraus kann man
folgern, dass nicht die Bewegung wichtig ist, sonder wer von beiden sich bewegt. Ist
die Geschwindigkeit des Empfängers oder die der Quelle verhältnismäßig klein
gegenüber der Ausbreitungsgeschwindigkeit der Wellen, so gehen beide Gleichungen
ineinander über:
f
é
2
3
v
v
v
ù
Q
E
/
Q
æ
E
/
Q
ö
æ
E
/
Q
ö
f
E
=
=
fQ
ê1+
+
+
+ ú
...
æ
v
v
v
v
E
/
Q
ö
ê
ç
ç
÷
÷
ç
ç
÷
÷
è
ø
è
ø
ú
1-
ë
û
ç
ç
÷
÷
è
v
ø
Gleichung II.17
v
2
v
E
/
Q
æ
E Q
ö
ist hierbei eine kleine Größe und die Glieder nach
/
können
v
ç
ç
÷
÷
è
v
ø
vernachlässigt werden. Die allgemeine Formel für den akustischen Doppler-Effekt
lautet dann
v
±
v
v
E
cos ±
Medium
cos
1
f
f
.
E
=
Q
v
±
v
v
Q
cos
±
Medium
cos
2
Gleichung II.18
10
In dieser Formel sind alle Faktoren zur Berechnung der empfangenen Frequenz
enthalten.
(vgl. [6] S. 9)
3.7 Kopfwelle und Machsche Kopfwelle
Zuerst betrachtet man die Formel
1
f
=
f
. Ist
v
=
v
, so erhält man
E
Q
v
Q
Q
1 -
v
eine Division durch Null und die Gleichung
ist normalerweise nicht definiert. In der
Praxis ist dieser Fall allerdings möglich. Ein
Düsenjet z.B. kann so schnell fliegen wie der
Schall (bzw. seine Geschwindigkeit ist
genauso groß wie die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Schalls). Es ist sogar möglich,
dass seine Geschwindigkeit die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Schalls
überschreitet. Obwohl sich beim Einsetzen in die Gleichung negative Frequenzen
ergeben, ist dieser Fall möglich.
Abb. II.1
Befindet sich der Düsenjet im
Stillstand auf dem Flugplatz, so sendet er die
Schallwellen gleichmäßig in alle
Richtungen aus.
Abb. II.2
Der Düsenjet befindet sich im Unterschallflug. Seine Geschwindigkeit (v) ist
kleiner als die des Schalls (c). Der Empfänger nimmt bei Annäherung kurze
Wellenabstände wahr, Entfernung lange.
Dies führt zum akustischen Doppler-
Effekt.
Abb. II.3
Sind Geschwindigkeit des
Düsenjets und Schallgeschwindigkeit
gleich (v=c), so fliegt der Jet an der
Schallmauer. An der Spitze des Jets
überlagern sich die Wellen und bilden
die sogenannte Kopfwelle.
11
Abb. II.4
Jetzt, da die Geschwindigkeit
des Düsenjets größer ist als die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Wellen
überschneiden die früher ent-standenen Wellen die später entstan-
denen.
Hinter dem Jet bildet sich ein
kegelförmiger Raum. Er wird
Machscher Kegel genannt.
Der Empfänger nimmt erst ein Geräusch wahr, wenn er in den Machschen Kegel (die
Schallschleppe) eintritt. Beim Überschreiten nimmt er einen lauten Knall wahr. Bei
diesem Vorgang herrschen für kurze Zeit sehr hohe Temperaturen, Drücke und
Dichten, die sich durch den Knall entladen. Der Pilot nimmt allerdings kein Geräusch
wahr, da er sich in seinem Jet schneller bewegt als der Schall. Dieses Phänomen
wurde von dem österreichischen Physiker und Philosophen Ernst Mach entdeckt. Er
beschrieb das Verhältnis zwischen der Schallgeschwindigkeit c und der
Geschwindigkeit der Wellenquelle v (in diesem Fall das Flugzeug). Hieraus ergibt sich
v
die sogenannte Machsche Zahl
M
= . Auf Höhe des Meeresspiegels und bei 20°C
c
Temperatur beträgt die Schallgeschwindigkeit etwa 1200 km/h und wird als Mach 1
bezeichnet. Ist die Geschwindigkeit des Düsenjets größer als Mach 1, so spricht man
von der Überschallgeschwindigkeit. Dementsprechend nennt man Geschwindigkeiten
unter Mach 1 Unterschallgeschwindigkeiten.
Abb. II.5
(vgl. [6] S. 9-11 & [5] S. 12)
4. Beispiel für die praktische Anwendung des akustischen Doppler-Effekts
12
Der Doppler-Effekt wird heute in vielen Bereichen des täglichen Lebens genutzt. So
kommt er z.B. der Polizei bei der Geschwindigkeitsüberwachung des Verkehrs zugute.
Ihre sogenannten Radarpistolen beruhen auf dem Doppler-Effekt. Hierbei richtet der
Polizist die Pistole auf ein fahrendes Auto. Hierbei werden von der Antenne eines
Senders Funkwellen mit einer Frequenz von
,
34 4
GHz
auf das Auto gesendet. Diese
Funkwellen werden am Wagen reflektiert und von der Pistole wieder aufgenommen.
Da die Pistole nun als Empfänger gilt, nimmt sie auf Grund des Doppler-Effekts mehr
Schwingungen pro Sekunde wahr, da das Auto sich in einer Sekunde einige
Wellenlängen auf die Radarpistole zubewegt. Diese Frequenzverschiebung entspricht
der Geschwindigkeit des Fahrzeugs, die von einem Micro-Chip im Innern der
Radarpistole berechnet wird.
Auch in der Luftfahrt wird der Doppler-Effekt verwendet. Den Fluglotsen im Tower
werden an einem Leuchtschirm die Positionen der Flugzeuge im Luftraum um den
Flughafen angezeigt. Durch den Doppler-Effekt beschränkt sich die Anzeige nur auf
die Flugzeuge und nicht auf irrelevante Objekte, wie z.B. Hügel oder Gebäude. Dies
ist ein wichtiges Radargerät für die Flugsicherheit und wird Doppler-VOR genannt.
Man kann es mit einem Leuchtturm vergleichen. Es ist ein Drehfunkfeuer für den
Luftverkehr, das die genaue Richtung des Flugzeugs zur VOR-Station angibt. Es
entsendet einen rotierenden Funkstrahl mit einer Frequenz von über 100
MHz
und
ein Rundumsignal beim Durchgang durch die Nordrichtung.
Eine weitere Nutzungsmöglichkeit des Doppler-Effektes in der Luftfahrt ist das
sogenannte DME-Verfahren. Hierbei sendet das Flugzeug (als Quelle) ein Signal an
den Empfänger (in diesem Fall der Tower am Flughafen), das von diesem beantwortet
wird. Aus der Dauer bis zum Echo wird die Entfernung und - wie bei der Radarpistole -
aus der Frequenzverschiebung die Geschwindigkeit des Flugzeugs ermittelt. Somit
sind alle wichtigen Navigationsdaten bekannt, damit der Pilot das Flugzeug sicher
landen kann.
(vgl. [1] S. 1& [6] S.12-13)
5. Doppler-Effekt bei nicht-mediumgebundenen Wellen - optischer Doppler-
Effekt
Der optische Doppler-Effekt unterscheidet sich physikalisch vom akustischen Doppler-
Effekt. Deshalb gibt es auch verschiedene Gleichungen zur Berechnung der
Frequenzänderung. Während Schallwellen an ein Medium gebunden sind, bewegt
sich Licht im Vakuum fort. Beim Licht entfällt außerdem der Unterschied zwischen
bewegtem Empfänger und bewegter Quelle. Relevant ist hierbei nur die relative
13
Bewegung zwischen Empfänger und Quelle. Die dopplerverschobene Wellenlänge
im Vakuum wird durch die spezielle Relativitätstheorie beschrieben:
æ
v
ö
1
ç
ç -
c
÷÷
f
è
0
Q
ø
=
=
.
æ
v
ö
f
1
E
ç
ç +
c
÷÷
è
0 ø
Gleichung II.19
Bei Annäherung von Quelle und Empfänger gilt für die Relativgeschwindigkeit
v
< 0
und bei Entfernung
v
> 0 . Für
v
<<
c
erhält man die gleiche Formel wie für eine
bewegte Quelle:
v
= 1- .
c
Gleichung II.20
v
Erweitert man Gleichung II.19 mit 1 +
, so erhält man die verschobene
c
0
Empfängerfrequenz
f
beim optischen Doppler-Effekt:
E
æ
v
1+ ÷ö
ç
è
c
ø
f
.
E
=
2
v
1 æ
-
÷
ö
ç
è
c
ø
Gleichung II.21
Der optische Doppler-Effekt findet in der Astronomie praktische Anwendung. Er wird
zur Geschwindigkeitsbestimmung von Sternen und Quasaren (sternähnliches Objekt
mit intensiver Radiostrahlung) genutzt. Bewegt sich der Stern von der Erde weg, so
nimmt die Wellenlänge zu. Man nennt diesen Vorgang ,,Rotverschiebung".
(vgl. [10])
III. Schluß
Nachdem ich nun meine Facharbeit fertiggestellt habe, ist mir bewusst geworden,
dass jeder den akustischen Doppler-Effekt kennt und ihn fast jeden Tag wahrnimmt.
Da es allerdings etwas Alltägliches für die Menschen ist, nimmt man diesen nicht
bewusst wahr. Im Gegensatz dazu ist der optische Doppler-Effekt den meisten
Menschen nicht bekannt. Dehalb wurde er in dieser Facharbeit auch nur in einem
kleinen, kurzen Kapitel erwähnt. Ein weiterer Grund dafür, den optischen Doppler-
Effekt nur kurz zu erwähnen ist, die Beschränkung der Arbeit auf 15 Seiten.
14
Während ich an dieser Facharbeit schrieb, hegte ich keinerlei Zweifel am Doppler-
Effekt, da mir alles sehr einleuchtend erschien. Kurz vor Beendigung der Arbeit stieß
ich allerdings im Internet auf Leserbriefe im ,,Focus" Ausgabe 1/95. Dr. Heinz W. Hopf
aus Mannheim äußert hier z.B. seine Zweifel, dass die in Kapitel 5 beschriebene
,,Rotverschiebung des Lichts, das von entfernten Himmelskörpern kommt,
ausschließlich auf dem Doppler-Effekt basiert." ([12] Z. 20-22). Seiner Meinung nach
ist es auch möglich, dass die Rotverschiebung auf einer Alterung der Sterne beruht,
ohne dass sich das Licht von der Erde entfernt. Dipl.-Ing. Thomas Wäscher aus
Heidelberg bezeichnet es sogar als falsch, dss man an der Rotverschiebung erkennen
kann, dass sich das Licht von der Erde entfernt (vgl. [12] Z. 12-14). Es muss also in
Zukunft, meiner Meinung nach, weiter am optischen Doppler-Effekt geforscht werden,
um die Wahrheit zu erfahren.
Zum Abschluß dieser Arbeit kann ich jedoch sagen, dass der akustische Doppler-
Effekt im alltäglichen Leben bekannt und auch wichtig ist. Wie in Kapitel 4 vorgestellt
benutzt die Polizei diesen Effekt zur Geschwindigkeitsmessung des Verkehrs. Auch in
der Luftfahrt ist der Doppler-Effekt nicht mehr wegzudenken. Mit ihm erhalten die
Piloten und Fluglotsen alle wichtigen Daten zur Navigation. Der akustische Doppler-
Effekt trägt also zur Sicherheit im Verkehr bei und ist somit nicht mehr unerläßlich.
IV. Literaturverzeichnis
[1] ,,Doppler und Luftfahrt", Website http://www.christian-doppler.org/
luftfahr.htm; 11.02.2001
[2] ,,Was sind Wellen?", Website http://www.christian-doppler.org/wellen.htm;
11.02.2001
[3] ,,Was sind Schwingungen?", Website http://www.christian-doppler.org/
schwing.htm; 11.02.2001
[4] ,,Christian Doppler", Website http://www.christian-doppler.org/leben.htm;
11.02.2001
[5] ,,Doppler-Effekt", Website http://angelaschule.osnabrueck.de/eigene/
schule/facharbeit/Doppler-.../doppler-effekt.htm; 01.03.2001
[6] ,,Facharbeit Dopplereffekt", Website http://www.hackie.de/facharbeit/
facharbeit.html; 07.02.2001
[7] Meyers Enzyklopädisches Lexikon; Band 7: Div - Eny und 2. Nachtrag;
Lexikonverlag; Mannheim 1973; Bibliographisches Institut AG
[8] F. Pedrotti, L. Pedrotti, Werner Bausch, Hartmut Schmidt; ,,Optik - Eine
Einführung"; 1. Auflage 1996; Prentice Hall
15
[9] Tipler, Paul A.; ,,Physik"; 2. Korrigierter Nachdruck 1998 der 1. Auflage
1994; Spektrum akademischer Verlag Heidelberg - Berlin
[10] Meyers Lexikonverlag in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Klaus Bethge;
,,Schüler Duden - Physik"; 3., überarbeitete und ergänzte Auflage 1995;
Bibliographisches Instiut & F.A. Brockhaus AG Mannheim
[11] Focus Online; ,,Bril ante Kompetenz"; Website http://www.focus.de/F/FC/
FCH/fch.hmt?para=?-showt:client/focus/focus/j1995/q1/m01/t16/s119/
001_001.dcs; 18.03.2001
V. Anhang
Erklärung der Formelzeichen
f
(in
Hz
) = Frequenz, die vom Empfänger wahrgenommen wird
E
f
(in
Hz
) = Frequenz der von der Quelle ausgehenden Welle
Q
m
v
(in
) = Ausbreitungsgeschwindigkeit der Wellen
s
m
v
(in
) = Geschwindigkeit der Quelle
Q
s
m
v
(in
) = Geschwindigkeit des Empfängers
E
s
(in
m
) = Wellenlänge der von der Quelle ausgehenden Welle
Q
(in
m
) = vorauslaufende Wellen
v
(in
m
) = nachlaufende Wellen
n
t
(in
s
) = Zeit
N
= Anzahl Wellen
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