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Brand Roms unter Nero

Autor: Jasmin Malekpour
Fach: Latein

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Details

Institution/Hochschule: Real Centro Universitario Maria Cristina
Tags: Brand, Roms, Nero
Kategorie: Referat / Schulaufsatz
Jahr: 2001
Seiten: 4
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 52 KB
Archivnummer: V103457
ISBN (E-Book): 978-3-640-01835-2

Volltext (computergeneriert)

Autor: Jasmin Malekpour

Der Brand roms unter nero; Die Christen als Sündenböcke


(Ann. 15, 38-44) (38,1)
Es folgt eine Katastrophe - ob aus Zufall oder auf Anstiftung des Prinzeps ist unsicher (denn beides haben die Autoren überliefert) - aber schwerer und schlimmer als alles, was dieser Stadt je durch die Gewalt von Brandkatastrophen zugestoßen ist. (2) Ihren Anfang nahm sie in jenem Teil des Zirkus, der an den Palatin und den Caeliusgrenzt, wo in den Verkaufsläden, in denen solche Waren lagerten, von denen sich die Flamme nährt, das Feuer zu gleichen Zeitpunkten entstand und sogleich erstarkt und vom Wind angefacht die gesamte Länge des Zirkus ergriff. Denn weder von Brandschutzmauern umgebene Paläste noch von Mauern eingefriedete Tempeln oder was sonst < die Flammen > hätte aufhalten können, lag dazwischen.(3) Im Sturm verbreitete sich der Brand zuerst im ebenen Gelände, stieg dann auf die Anhöhen hinan, verwüstete daraufhin wieder die tiefer gelegenen Gebiete und kam den Abwehrmaßnahmen zuvor < und zwar > wegen der Schnelligkeit des Unheils und weil die Stadt gefährdet war wegen ihrer engen Gassen die sich hierher und dorthin krümmten und wegen der verwinkelten Häuserzeilen, wie <eben> das alte Rom war.(4) Außerdem das Wehklagen der verängstigten Frauen, vom Alter geschwächte oder wegen ihrer Jugend unbeholfene, und Menschen, die sich selbst, Menschen die andere retten wollten, indem sie die Verwundeten mitschleppten oder auf sie warteten, ein Teil durch Zögern, ein Teil hastend - sie behinderten alles. Und oft wurden sie, wenn sie nach hinten blickten, von den Seiten oder von vorne eingeschlossen, oder sie bemerkten, wenn sie an nahe gelegenen Orten Schutz fanden und auch diese vom Feuer ergriffen wurden, dass sogar das, was sie weit vom Feuer entfernt geglaubt hatten, sich in demselben Zustand befand. Zuletzt, unschlüssig, was sie meiden, was sie aufsuchen sollten, füllten sie die Straßen, lagen hingestreckt auf den Feldern; einige fanden nach dem Verlust ihres Gutes, auch der Mittel des täglichen Gebrauchs, einige aus Fürsorge für ihre Angehörigen, die sie nicht hatten retten können, den Tod, obwohl ihnen ein Fluchtweg offen stand. Und niemand wagte dem Feuer Einhalt zu gebieten, da es von vielen Leuten immer wieder Drohungen gab, es nur ja nicht zu löschen, und weil andere ganz offen Fackeln schwangen und riefen, sie hätten einen Auftraggeber - sei es, um Plünderungen durchführen zu können, sei es , dass sie tatsächlich einen Befehl befolgten. Zu dieser Zeit hielt sich Nero in Antium auf und kehrte nicht eher in die Stadt zurück, als bis sich das Feuer seinem Palast, mit dem er den Palatin mit den Gärten des Mäcenas verbunden hatte, näherte. Und man konnte es nicht zum Stehen bringen und verhindern , dass es auch den Palatin und den Palast und die ganze Umgebung verzehrte. Aber zum Trost für das obdachlose Volk öffnete er das Marsfeld und die Bauten des Agrippa, ja sogar seine eigenen Gärten, und errichtete behelfsmäßige Gebäude, die die hilflose Menge aufnehmen sollten; und es wurden Gebrauchsgüter von Ostia und den benachbarten Landstädten herbeigeschafft, der Preis des Getreides wurde auf drei Sesterzen gesenkt. Das war zwar volksfreundlich, verfehlte aber seinen Zweck, weil sich das Gerücht schnell verbreitet hatte, er habe gerade zum Zeitpunkt, als die Stadt brannte, seine Hausbühne betreten und den Untergang Trojas besungen, in dem er das gegenwärtige Unglück mit den Unglücksfällen der Vorzeit verglichen habe. Am sechsten Tag ist dem Brand am Fuß des Esquilin dadurch ein Ende bereitet worden, dass man die Gebäude weithin niedergerissen hatte, damit dem ununterbrochenen Wüten der leere Raum und gleichsam der freie Himmel entgegentrete. Das Volk hatte seine Furcht noch nicht abgelegt oder wieder Hoffnung geschöpft, als das Feuer plötzlich neuerlich wütete, und zwar in den weniger dicht verbauten Teilen der Stadt; und deswegen war diesmal der Verlust an Menschen geringer; doch stürzten Tempel der Götter und der Erholung gewidmete Säulenhallen nunmehr in weiteren Umkreis zusammen. Dieser Brand brachte für Nero noch schlechteren Ruf mit sich, da er auf den ämilianischen Landgütern des Tigellinus ausgebrochen war und es den Anschein hatte, dass er, Nero, den Ruhm suche, eine neue Stadt zu gründen, die er nach seinem Namen benennen könne. Den Rom ist in 14 Regionen eingeteilt, von denen 4 unversehrt blieben, 3 dem Erdboden gleichgemacht worden sind; von den sieben übrigen blieben nur wenige Reste von Häusern stehen, schwer beschädigt und halb verbrannt. Die Zahl der verlorengegangenen Paläste, Miethäuser und Tempel zu berechnen, dürfte keineswegs leicht sein; aber Bauwerke mit uraltem Kult, der Tempel, den Servius Tullius der Luna, der große Altar und der Tempel, den Arcas Euander dem persönlich anwesenden herkules geweiht hatte, und der Tempel des Juppiter Stator, der von Romulus gestiftet worden war, die Regia des Romulus und der Tempel der Vesta mit den Penaten des römischen Volkes sind völlig verbrannt; ferner Schätze, die in so vielen Siegen gewonnen worden sind, und Meisterwerke griechischer Kunst, schließlich alte und unverfälscht gebliebene Werke großer Autoren, so dass trotz der so großen Schönheit der wiedererstehenden Stadt die älteren sich an vieles erinnerten, das nicht wieder hergestellt werden konnte. Manche merkten an, dass diese Feuer am 19. Juli entstanden ist, dem Tag, an dem auch die Senonen die eroberte Stadt in Brand gesteckt hatten. Andere sind in ihrer Sorgfalt so weit gegangen, dass sie ausrechneten, dass zwischen den beiden Bränden ebenso viele Jahre, Monate und Tage vergangen seien. Im übrigen macht sich Nero die Zerstörung seiner Vaterstadt zunutze und errichtete eine Palastanlage, an der nicht so sehr Edelsteine und Gold Bewunderung erregen sollten - dergleichen war man schon längst gewohnt und verwendete es aus Verschwendungssucht allgemein - als vielmehr Grünanlagen, Teiche und - wie in unbewohnten Gebieten hier Wälder, dort offenes Gelände und Ausblicke; Planung und technische Ausführung lagen bei Severus und Celer, die die Befähigung und die Vermessenheit hatten, sogar das mit Hilfe der Technik zu erreichen, was die Natur verweigert hatte, und die finanziellen Mittel des Kaisers zu vergeuden. Denn sie hatten versprochen, vom Avernersee einen schiffbaren Kanal bis zur Tibermündung entlang der öden Küste oder durch die dazwischen liegenden Berge zu graben. Nun bieten sich aber nur die Pontinischen Sümpfe als feuchter Boden für die Gewinnung von Wasser an: das übrige Gebiet ist felsig oder trocken, und selbst wenn man einen Durchstich durchführen könnte, so wäre die Mühe unsäglich und die Begründung nicht ausreichend. dem Avernersee nächsten Hügel zu durchstechen; Die Spuren seiner fehlgeschlagenen Hoffnung sind bis heute geblieben. Übrigens wurden die Teile der Stadt, die von der Palastanlage noch übrig geblieben waren, nicht wie nach dem Gallierbrand planlos und durcheinander wieder aufgebaut, sondern mit regelmäßig angelegten Häuserreihen und breiten Gassen: die Höhe der Gebäude wurde beschränkt, Höfe freigelassen und Säulenhallen angebaut, die die Front der Häuserblöcke schützen sollten. Nero versprach, diese Säulenhallen auf eigene Kosten zu errichten und die vom Schutt befreiten Bauplätze den Eigentümern zu übergeben. Er fügte Prämien entsprechend dem Stand und den Vermögensverhältnissen eines jeden hinzu und setzte eine Frist fest, innerhalb derer die Häuser und Häuserblöcke fertig und die Prämien ausbezahlt werden sollten. Für die Ablagerung des Bauschutz bestimmte er die Sümpfe von Ostia, ebenso befahl er, dass die Schiffe, die das Getreide auf dem Tiber hinauftransportiert hatten, mit dem Schutt beladen stromabwärts fahren sollten und die Gebäude selbst zu einem bestimmten Teil aus Gabinischem oder Albanischem Stein gebaut werden sollten, weil dieser feuerfest ist; ferner setzte er Aufseher ein, damit das von Privatpersonen bisher nach Willkür abgezapfte Wasser reichlicher und an mehr Stellen für die Öffentlichkeit fließe; jeder sollte Löschgeräte im Vorhof haben und die Gebäude sollten nicht von gemeinsamen, sondern von eigenen Mauern umgeben sein. Diese Maßnahmen waren aufgrund ihrer Zweckmäßigkeit willkommen und trugen auch zur Zierde der neuen Stadt bei. Manche glaubten allerdings, dass ihre frühere Bauweise der Gesundheit zuträglicher gewesen sei, weil die engen Gassen und die hohen Häuser nicht im selben Ausmaß von der Sonnenhitze durchdrungen worden waren: Nun aber würden die offen darliegenden, breiten Straßen, durch keinen Schatten geschützt, von drückender Hitze erglühen. Und diese Vorkehrungen wurden jedenfalls durch menschliche Planung getroffen. Dann suchte man aber auch noch Sühnemittel für die Götter und befragte die Sibillinischen Bücher, nach deren Weisung Gebete an Vulkanus, Ceres und Proserpina gerichtet wurden und Iuno durch die verheirateten Frauen versöhnt wurde, zuerst auf dem Kapitol, dann an der zunächst gelegene Meeresküste, von wo man das Wasser schöpfte, mit dem ihr Tempel und ihr Standbild besprengt wurde; auch wurden Göttermahlzeiten und nächtliche Feste von den Frauen gefeiert, die noch Ehemänner hatten. Aber nicht durch menschliche Maßnahmen, nicht durch Großzügigkeit des Kaisers noch durch Sühnemaßnahmen den Göttern gegenüber legte sich der Verdacht, dass der Brand - wie man glaubte - gelegt gewesen sei. Um also dieses Gerücht aus der Welt zu schaffen, schob Nero diejenigen als Schuldige vor und belegte sie miet ausgesuchtesten Strafen, die beim Volk wegen ihrer Schandtaten bekannt waren und die er als Chreastiani bezeichnete. Der, nachdem sie benannt wurden, Christus, war unter der Regierung des Tiberius durch den Prokurator Pontius Pilatus hingerichtet worden; der verderbliche Aberglaube wurde für den Augenblick unterdrückt, brach aber wieder aus, nicht nur überall in Judäa, dem Ursprungsland dieses Übels, sondern auch in Rom, wo ja alles Abscheuliche oder Schändliche von überallher zusammenströmt und Anhänger findet. Daher wurden zunächst diejenigen Verhafteten, die sich öffentlich zum Christentum bekannten, dann - aufgrund von deren Hinweisen - eine riesige Menge schuldig gesprochen, weniger wegen Brandstiftung als vielmehr wegen Menschenhasses. Und mit ihren Tod wurde noch zusätzlich Spott getrieben, in der Weise, dass sie, in die Fälle wilder Tiere gesteckt, von Hunden zerfleischt starben oder, an Kreuze geschlagen, sobald das Tageslicht vergangen war, als nächtliche Beleuchtung verbrannt wurde. Nero hatte seine eigenen Gärten für dieses Schauspiel zu Verfügung gestellt und gab dazu ein Zirkusspiel, selbst im Gewand eines Wagenlenkers unters Volk gemischt oder auf dem Wagen stehend. Daraus entstand - obwohl sie schuldig waren und die härtesten Strafen verdient hatten - Mitleid, weil die Meinung herrschte, sie würden nicht zum Besten des Staates den Tod finden, sondern um die Grausamkeit eines einzelnen zu befriedigen.

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