Schneiden von Außengewinden

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Details

Titel: Schneiden von Außengewinden
Autor: Julian Hünerth
Fach: Metallbautechnik / Metallverarbeitung

Kategorie: Referat / Schulaufsatz
Jahr: 2000
Seiten: 6
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 52 KB
Archivnummer: V103571
ISBN (E-Book): 978-3-640-01949-6
Anmerkungen :
Bilder fehlen

Volltext (computergeneriert)

Schneiden von Außengewinden

A: Thema

B: Außengewindeschneiden

Einteilung der Gewinde
1. Verwendungszweck


2. Gewindeprofil

3. Drehsinn
4. Gangzahl


Herstellung des Gewindes

1. Schneideisen
2. Gewindedrehmeißel
3. Weitere Möglichkeiten

C: Fragen

Quelle: ,,Fachkunde für metallverarbeitende Berufe"


,,Metalltechnik Grundbildung"

A: Ich halte heute ein Referat über das Schneiden von Außengewinde.

I. Einteilung der Gewinde

Die Gewinde, die in der Technik verwendet werden, werden nach Verwendungszweck, Profil, Drehsinn und Gangzahl unterschieden. BILD 2

1. Verwendungszweck

Nach dem Verwendungszweck werden Gewinde in Befestigungs- - und Bewegungsgewinde eingeteilt. BILD 3

Schrauben mit einem Befestigungsgewinde sollen Bauteile fest miteinander verspannen. (Schrauben, Muttern)
Bei diesem Gewinde verwendet man eingängige Spitzgewinde, dass einen kleinen Steigungswinkel und einen großen Flankenwinkel besitzt.
Daher ergibt sich aus den resultierenden Kräften eine große Reibungskraft, welche ein Lösen der Verbindung verhindert.

Wenn drehende Bewegungen in geradlinige Bewegungen umgewandelt werden sollen, verwendet man das Bewegungsgewinde.
Dieses wird als Trapez- oder Sägengewinde ausgeführt (Werkzeugmaschinen).

2. Gewindeprofil

Nach dem Gewindeprofil unterscheidet man hauptsächlich Spitz-, Trapez- und Sägengewinde.

a) Spitzgewinde BILD 1

Das Spitzgewinde wird einmal in das Metrische ISO - Gewinde und in das Whitworthgewinde eingeteilt.

Das Metrische ISO - Gewinde besitzt einen Flankenwinkel von 60°.
Dieses Gewinde wird zusätzlich in Regelgewinde und in Feingewinde unterschieden.

Dem Regelgewinde ist zu jedem Durchmesser nur eine Steigung zugeordnet.
Gewindebezeichnung: Kurzzeichen, Durchmesser
Beispiel: M 16

Feingewinde haben bei gleichem Nenndurchmesser eine kleinere Steigung als Regelgewinde.
Bei der Gewindebezeichnung wird zusätzlich die Steigung angegeben.
z. B. M 16 x 1,5

Whitworthgewinde besitzen einen Flankenwinkel von 55°.
Alle Maße werden in INCH (Zoll) angegeben (Unterschied zum Metrischen ISO - Gewinde).

b) Trapezgewinde BILD 3

Der Flankenwinkel beträgt bei diesem Gewinde 30°.
Es wird meistens als Bewegungsgewinde verwendet, z. B. in Spindelpressen.
Gewindebezeichnung: Kurzzeichen, Nenndurchmesser, Steigung
Beispiel: Tr 24 x 6

c) Sägengewinde BILD 4

Sie besitzen einen Flankenwinkel von 33°.
Da das Gewindeprofil unsymetrisch ist, ist das Sägengewinde einseitig hoch belastbar.
Es wird meist als Bewegungsgewinde verwendet, z. B. für Spannzangen an Dreh- und Fräsmaschinen.
Gewindebezeichnung: Kurzzeichen, Nenndurchmesser, Steigung
Beispiel: S 24 x 5

3. Drehsinn

Nach dem Drehsinn werden Rechts- und Linksgewinde unterschieden.
Linksgewinde werden entgegen dem Uhrzeigersinn eingeschraubt und nur dann verwendet,


- wenn sich ein Rechtsgewinde lösen würde, z. B. bei einer
Schleifscheibenbefestigung

- oder wenn eine bestimmte Bewegungsrichtung bei gegebener
Drehrichtung verlangt wird, z. B. bei der Planzugspindel bei
einer Drehmaschine

Linksgewinde müssen mit den Buchstaben ,,LH" (= Left Hand) zusätzlich gekennzeichnet werden, z. B. M 16 - LH.

4. Gangzahl BILD 5

Ein - und mehrgängige Gewinde unterscheidet man nach der Gangzahl.
Mehrgängige Gewinde werden dann verwendet, wenn bei einer Umdrehung große axiale (achsrechte) Bewegungen verlangt werden, Beispiel: Spindelpresse.
Gewindebezeichnung: Kurzzeichen, Nenndurchmesser, Steigung, Teilung P
Beispiel: Tr 32 x 18 P6

II. Herstellung des Gewindes


BILD 4

1. Schneideisen

Zum Außengewindeschneiden wird auch das Schneideisen verwendet.

Bevor jedoch mit dem Außengewindeschneiden begonnen werden kann, muss das Werkstück vorher angefast werden, damit man das Schneideisen besser ansetzen kann.
Man kann auf zwei Arten ein Außengewinde mit dem Schneideisen herstellen:


1. Das Werkstück dreht sich.
Das zu bearbeitende Werkstück wird in das Drehmaschinenfutter eingespannt.
Es wird eine kleine Schnittgeschwindigkeit gewählt und die Drehmaschine in
Betrieb gesetzt.
Das Schneidwerkzeug wird durch den an der Drehmaschine angebrachten

Reitstock geführt.
Während des Schneidens der ersten Gänge des Gewindes wird Schneideisen
mit der Planfläche der Reitstockpinole an das Werkstück gedrückt.


Dann wird das Gewinde von selbst geschnitten.
Die Führung der Gewindeschneidwerkzeuge kann durch Haltevorrichtungen erheblich verbessert werden. Damit wird ein besseres Arbeitsergebnis erzielt.
BILD 5


2. Das Werkstück dreht sich nicht.
Das Werkstück wird in das Drehmaschinenfutter eingespannt.
Beim Anschneiden wird das Schneideisen durch den Reitstock gegen das Werkstück gedrückt.
Dadurch kann das Gewinde gerade geschnitten werden.

Das Schneideisen wird von Hand gedreht.

Als Schmiermittel verwendet man Schneidöl, damit die Reibung zwischen Werkstück und Werkzeug vermindert und so der Schneidevorgang erleichtert wird.
Bei Gusseisen darf kein Schneidöl verwendet werden, da die Späne mit der Flüssigkeit eine Paste bildet, die auf die Schneide eine schleifende bzw. abstumpfende Wirkung ausübt.


2. Drehmeißel

An der Drehbank wird das Gewinde mit einem Gewindedrehmeißel, der die Form des Gewindeprofils hat, geschnitten, z. B. Spitzgewinde, ...
Um ein Verzerren der Gewindeform zu vermeiden:


- darf der Drehmeißel keinen Spanwinkel erhalten BILD 4, 2, 3
- muss der Drehmeißel genau auf Spitzenhöhe eingestellt werden
- muss der Flankenwinkel rechtwinklig zur Werkstückachse eingestellt sein.

Während einer Umdrehung des Werkstückes muss sich der Drehmeißel um die Gewindesteigung weiterbewegen.
Die Bewegung wird durch Schloßmutter und Leitspindel erzeugt.
Abhängig von der Steigung des Werkstückes muss die Leitspindel eine gewisse Drehzahl haben.
Dies ereicht man durch den Einsatz der entsprechenden Wechselräder.
Die Wechselräder können über Tabellen (an Drehmaschine) ausgewählt, aber auch berechnet werden.

Das Abführen der Reibungswärme und das Verbessern der Oberfläche erreicht man durch den Einsatz von Kühl - und Schmiermitteln.
Vom Werkstoff des Werkstückes ist die Art des einzusetzenden Schmiermittels abhängig.


3. Weitere Möglichkeiten

Außengewinde werden auch hergestellt auf Gewindeschneidmaschinen und auf CNC - Maschinen im Rahmen von Komplettverarbeitung der Werkstücke.
Außerdem ist das Außengewindeschneiden durch Strehlen (Schruppen und Schlichten) und Gewinderollen (abhängig vom Werkstück) in der Industrie zu erwähnen.

C: Das war mein Referat über das Außengewindeschneiden.
Hat noch jemand Fragen zu dem Thema?

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