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Autor: Toni Speier
Fach: Wirtschaftsingenieurwesen
Details
Jahr: 2001
Seiten: 14
Note: 3,3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 137 KB
ISBN (E-Book): 978-3-640-01994-6
Die Arbeit beleuchtet das systematische Vorgehen im Beschaffungsbereich. Von der Situationsanalyse über die Bedarfsanalyse, die Marktanalyse, die Lieferantenauswahl, bis zu den verschiedenen Instrumenten der Verhandlung.
Volltext (computergeneriert)
Beschaffungsmarketing
Hausarbeit
im Studiengang
Wirtschaftswissenschaft für Ingenieure und Naturwissenschaftler
des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften
der Fachhochschule Mainz
Vorgelegt von:
x
x
x
x
Vorgelegt bei:
Prof. Dr. Bernd-D. Wieth
Eingereicht am:
04. Januar 2001
2
Inhaltsverzeichnis
1. Abgrenzung 2
2. Einführung 3
3. Theorie 3
4. Situationsanalyse 4
5. Bedarfsanalyse 5
6. Marktanalyse 6
7. Lieferantenauswahl 6
8. Lieferantenverhandlungen 7
8.1 Verhandlungsinstrumente 8
8.1.1 Produktpolitik 8
8.1.2 Bezugspolitik 9
8.2 Instrumentenmix 10
9. Bestellung 11
10. Fazit 11
Literaturverzeichnis 13
1. Abgrenzung
,,Marketing ist die bewußt marktorientierte Führung des gesamten Unter-
nehmens oder marktorientiertes Entscheidungsverhalten in der Unternehmung"
[5, S. 7].
Marketing als Verhalten eines Unternehmens im Markt1 umfasst somit neben
dem verbreiteten Absatzmarketing auch die Beziehungen zu der Vorstufe, den
Lieferanten.
In dieser Arbeit sol die Beschaffung der Unternehmung als die Versorgung
mit Rohstoffen, Vorprodukten und Dienstleistungen untersucht werden. Nicht
berücksichtigt wird die Beschaffung von Krediten, Personal, Immobilien u. ä., da
sie jeweils besonderen Marktgepflogenheiten unterliegen.
1 derjenige Markt, welcher durch das Unternehmensziel definiert ist
3
2. Einführung
Ein zunehmend harter, auch internationaler Wettbewerb zwingen verstärkt
dazu, auch bisher weniger beachtete Bereiche entlang der Wertschöpfungs-
kette auf Effektivität zu untersuchen. Der Bereich Beschaffung,
Materialwirtschaft, Logistik rückt hierbei weiter ins Blickfeld. Es sol in dieser
Arbeit gezeigt werden, daß durch die konsequente Überprüfung der eigenen
Bedürfnisse, verbunden mit der Befriedigung der Bedürfnisse der Lieferanten
meist eine Lösung gefunden werden kann, die für beide einen Gewinn darstellt.
3. Theorie
Das behavioristische Konzept des Betriebes als Koalition aus verschiedenen
Interessengruppen wurde Mitte der 1950er Jahre entwickelt. Es besagt im
wesentlichen, daß interessierte Akteure eigene Beiträge zur Erreichung der
betrieblichen Ziele nur dann leisten, wenn der Betrieb seinerseits dafür
ausreichende Anreize bietet. Da sich das Anreiz/Beitrags-Verhältnis im
Zeitablauf verschieben kann, handelt es sich bei Betrieben um dynamische
Koalitionen. [vgl. 2, S. 76f]
Abb. 1: Die Unternehmung als Koalition [4, S. 9]
4
4. Situationsanalyse
Zunächst muß festgestellt werden, vor welchem Entscheidungshintergrund das
Unternehmen sich bewegt. In Verbindung mit den eigenen Potentialen werden
anschließend Ziele und Strategien entwickelt.
Die Beschaffungskonstellation ist beeinflußt durch
- den Beschaffungsmarkt (Preisexplosion, Überangebot, Lieferantenkonkurs,
Liquiditätsengpaß des Lieferanten, monopolistisches Lieferantenverhalten,
Qualitäts- und Quantitätsprobleme)
- das eigene Unternehmen (Liquiditätsengpaß, Beschaffungsfehler,
Entwicklung eines neuen Produkts, Produktionsprobleme)
- das Umfeld (Streik/Aussperrung, Wechselkurse, politische Instabilität, Ge-
und Verbrauchslimitierungen)
- den Absatzmarkt (unvorhergesehene Anspruchsänderung der Verbraucher,
Kaufzurückhaltung etc.)
Aus den Unternehmenszielen (Basiszielen) und den aus der Konstellations-
analyse evtl. ermittelten Risiken und/oder Chancen ergeben sich die
Beschaffungsziele. Diese können sein:
-
Beschaffungskosten, -risiko senken
-
Beschaffungsflexibilität, -autonomie, -qualität erhöhen
Die noch allgemein gehaltenen Ziele müssen weiter konkretisiert werden. Als
Beispiel seien hier einige mögliche Bezugsziele2 detailliert:
- Mengeneinhaltung
- Märktepräsenz
- Exklusivbezug
-
Kosten der Kapazitätsreservierung senken
- Zentral agerbezug
reduzieren
- Bahntransport
steigern
2 vgl. Kap. 7.1.2
5
Die nun nötige Entwicklung von Strategien zur Erreichung der Ziele sei
wiederum am Beispiel von Bezugsstrategien erläutert:
- Global vs. local sourcing
- Marktmischung vs. Marktkonzentration
- single vs. multiple sourcing
- Vorratshaltung vs. JIT (just-in-time)
5. Bedarfsanalyse
Die Materialwirtschaft versteht unter Bedarfsermittlung die Differenz zwischen
Fertigungsbedarf und Lagerbestand. [vgl. 6, S. 51ff]
Nur die Ausführung von Bestellvorgängen allein ist jedoch für ein
marktorientiertes Unternehmen nicht ausreichend. Ein weiteres Aufgabenfeld ist
u. a. die Kostenkontrolle in der Lagerhaltung.
Dies ist jedoch nicht ausreichend. Marktorientierte Unternehmensführung
fordert von einer Beschaffungsabteilung mehr, als Bestellvorgänge für die
Produktion auszuführen.
Mit Hife der ABC-Analyse wird z. B. eine Prioritätenabstufung der Kaufteile
hinsichtlich etwa des Verbrauchswertes oder der Leistungsbedeutsamkeit
ermittelt.
Der Bedarf bezieht sich nie allein auf die Schlüsselanforderungen Menge und
Preis. Es kann zwischen Objekt- und Modalitätsanforderungen unterschieden
werden. Zu ersteren zählen Mengen- und Leistungsanforderungen. Als weit
vielfältiger kann sich der zweite Punkt erweisen: Zeit-, Orts-, Informations-,
Lieferungs-, Entgelt-, Serviceanforderungen sind zu berücksichtigen. [4, S. 52]
Als Beispiel seien einige Serviceanforderungen genannt: Kundendienstbereit-
schaft, Recyclingbereitschaft, erweiterte Objektgarantie, Nachkaufsicherheit,
Servicekapazität.
6
Hier stellt sich u. a. die Frage, ob Eigenfertigung evtl. günstiger3 ist als der
Zukauf. ,,Die Festlegung der Fertigungstiefe einer Unternehmung ist eine
unternehmenspolitische Entscheidung von größter Tragweite, die alle
Funktionsbereiche gleichermaßen tangiert. Mit der Entscheidung für eine
bestimmte Fertigungstiefe (...) werden insbesondere Daten für die Personal-,
Finanz- und Investitionsplanung gesetzt sowie die Abgrenzung zum
Beschaffungsmarkt festgelegt." [1, S. 58]
6. Marktanalyse
Märkte weisen hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit sowie ihrer Kosten- und
Risiko-merkmale Unterschiede auf. Diese gilt es laufend zu bewerten.
Dabei sind nicht nur die Märkte von Bedeutung auf denen das Unternehmen
unmittelbar präsent ist, sondern auch die vorgelagerten Handelsplätze4.
[1, S. 81]
Mit der Zunahme des global sourcing rücken internationale Beschaffungsmärkte
zunehmend ins Blickfeld. Als ein (Problem-)Aspekt sei hier die kulturbedingte
oft völlig anders geartete Auffassung von Verhandlungsreihenfolge, -ort,
und -themen, oder -zeit genannt. [8, S. 183ff]
7. Lieferantenauswahl
Im Anschluß an die erfolgte Situations-, Bedarfs- und Märkteanalyse kann die
Ermittlung des/der Lieferanten erfolgen. Die Orientierung am Beschaffungs-
objekt (z. B. anhand von Einkaufsführern5) ist zwar hilfreich, aber lediglich
3 für Eigenfertigung spricht: Geheimhaltung, Qualität, keine Lieferanten, Unabhängigkeits-
wunsch, Prestige/Image, Kosten/Rentabilität
gegen Eigenfertigung spricht: kein techn. Know-How, Engpässe in Technik/Personal, nur
Kleinserien werden benötigt, Kosten/Rentabilitätsvorteile für den Lieferanten durch Auftrags-
bündelung, gesetzliche Vorschriften, Kompensationsgeschäfte
4 die Einkaufsmärkte der Lieferanten
5 Z. B. Wer liefert was?, Gelbe Seiten, Thomas Register
7
vergangenheitsorientiert, denn es kann sich als sinnvoll erweisen, Hersteller im
Hinblick auf eine Lieferantenentwicklung6 zu betrachten: ,,Die Anbieteranalyse
hat (...) die Aufgabe, die Bedingungen (Quellen) für die kurz- oder langfristige
Leistungsfähigkeit eines Anbieters zu erkennen. Mit Hife einer solchen
Unternehmensanalyse soll das ,,Leistungspotential" eines Anbieters ermittelt
und für die nachfragende Unternehmung bewertet werden." [9, S. 81]
Ein weiteres Instrument der Informationsgewinnung sind Kennzahlen7
(Verhältniszahlen). Werden diese mit ihrer Bedeutung für den Beschaffer
gewichtet und mit den Zahlen von Alternativunternehmen verglichen, so ergibt
sich ein Bild der Stärken und Schwächen des jeweiligen Anbieters.
8. Lieferantenverhandlungen
,,Aus der Koalitionstheorie folgt unmittelbar, daß einseitiges Win-Denken den
Koalitionsfrieden (...) stört. Neben der Frage, was ich von einer Maßnahme
habe, muß immer gleichzeitig auch geprüft werden, was der andere davon hat.
Wenn sie ihm nicht schmeckt, muß man überlegen, wie man sie ihm
schmackhaft machen kann." [4, S. 12]
Im folgenden Kapitel werden die verschiedenen für die Lieferantenbeein-
flussung relevanten Instrumente zunächst getrennt untersucht, bevor im
darauffolgenden Abschnitt die gemeinsame Wirkung untersucht wird.
6 bspw. ist ein Tintenstrahldruckerhersteller daran interessiert, sein Produktportfolio um
Laserdrucker zu ergänzen
7 Institut für Benchmarking: http://www-izb.ipk.fhg.de
8
8.1 Verhandlungsinstrumente
Das Instrumentarium besteht aus:
- Produktpolitik
- Bezugspolitik
- Servicepolitik
- Entgeltpolitik
- Kommunikationspolitik
Der Wirkungsmechanismus, der Instrumente, der je nach Unternehmenslage
verschieden sein kann, sol hier diskutiert werden. Beipielhaft werden die ersten
beiden Bereiche näher untersucht:
8.1.1 Produktpolitik
Die Produktpolitik insgesamt stellt das herausragende Kerninstrument dar.
Mit der
Produktentwicklungspolitik
wird festgelegt, wer das Beschaffungs-
objekt (BO) entwickelt. Eine Eigenentwicklung8 wird eher eine Forderung des
Beschaffers sein. Ein Anreiz für den Lieferanten kann die Eigenentwicklung
sein, wenn der Lieferant über keine eigene Entwicklungsabteilung verfügt, diese
ausgelastet ist und der Lieferant davon ausgehen kann, das die Entwicklungs-
abteilung des Bestellers seine Fertigungsbedingungen berücksichtigt. Die
Lieferantenentwicklung besitzt Forderungscharakter, wenn der Beschaffer über
keine Entwicklungsabteilung verfügt. Eine Neuentwicklung kann großen
Anreizcharakter besitzen, da sie möglicherweise mit dem Wachsen des
Lieferanten verbunden ist.
Produktgestaltungspolitik
besitzt insgesamt meist Forderungscharakter.
Gestaltungs- und Leistungsvorschriften sowie Gestaltungstoleranzen sind meist
in engen Grenzen vorgegeben. Beschaffermarkierungen9, die eine hohe
Fertigungstiefe vortäuschen sollen, sind wenig attraktiv für den Lieferanten.
Entsprechend höher ist der Anreiz bei Lieferantenmarkierungen. Bei einer
8 stets wird hier die Sichtweise des Beschaffers zugrundegelegt
9
Produktanpassung ist der Beschaffer bereit auf Katalogware des Lieferanten
zurückzugreifen.
Durch die
Produktherstellungspolitik
wird z. B. das Ziel geringer Realisations-
toleranzen10 verfolgt; Material- und/oder Werkzeugbeistellung wird gefordert.
Produktmodifikationspolitik
als Vereinheitlichungswunsch hat sowohl Anreiz-
als auch Forderungscharakter. Der dahinterstehende Wunsch nach Kosten-
degression kann jedoch vielfach nur mit deutlicher Mengensteigerung11
verwirklicht werden. Produktdifferenzierung besitzt eher Anreizcharakter da
hiermit meist Ertragsanreize verbunden sind12. Sowohl Anreiz- wie
Forderungsmaßnahme kann die Produktleistungsveränderbarkeit13 sein.
Mit der
Produktprogrammpolitik
kann der Beschaffer etwa durch den Bezug
eines Produktmixes starke Anreize setzen, indem er größere Programmteile
des Lieferanten bezieht. Die Selektion besitzt demgegenüber
Forderungscharakter.
Die
Produktverwendungspolitik
soll die Verkaufswilligkeit von Lieferanten, mit
Hilfe von Produktgestaltungs- und -verwendungszusagen stärken. [3, S. 479f],
[vgl. 4, S. 79ff]
8.1.2 Bezugspolitik
Bezugsmodalitäts-, Bezugsmengen-, Bezugsorgan-, Bezugslogistikpolitik
gilt es
hier zu unterscheiden.
Die
Bezugsmodalitätspolitik
, die die Vetragsgestaltung betrifft, zeigt
facettenreiche Ausprägungen:
Im Rahmenauftrag werden z. B. Mengen und Termine über ein
Bestellrhythmusverfahren bedarfsabhängig spezifiziert. Da dies die Planungs-
sicherheit erhöht stellt es einen Anreiz dar. Das Subcontracting, mit dem die
Wahlfreiheit des Lieferanten in Bezug auf seine Vorlieferanten ausgeschlossen
9 Markenzeichen
10 der Produktionsprozeß muß eine sehr konstante Produktqualität sichern
11 Z. B. durch single sourcing
12 auf Nischen-/Luxusmärkten lassen sich meist vergleichsweise hohe Preise durchsetzen
13 dies können sowohl Produktabmagerungs- wie Produktaufwertungsmöglichkeiten sein
10
wird, ist dagegen offensichtlich eine Forderung. Konsignationsbezug14 kann
sowohl Anreiz als auch Forderung sein, da durch ein beschaffernahes Lager
zwar zunächst Kosten entstehen, jedoch aufgrund der stetigen Verfügbarkeit
der Produkte der Verbrauch wahrscheinlich ansteigen wird. Exklusivbezug stellt
eine Forderung dar, da nur an den Beschaffer geliefert werden darf.
Andererseits sind bei einem bedeutenden Beschaffer die Mengen evtl. für den
Lieferanten interessant genug; weiterhin reduziert sich für ihn die Gefahr des
Lieferantenwechsels durch den Beschaffer.
Kapazitätsreservierung stellt eine Forderung dar und wird vom Lieferanten nur
als attraktiv angesehen, wenn der Beschaffer Reservierungskosten zahlt.
Ebenso stellt der Fixhandelsbezug15 eine Forderung dar. Erfüllungsort ,,ab-
Werk"16 bedeutet eher einen Anreiz, es sei denn, der Lieferant hat eigene
Transportkapazitäten, die er auslasten möchte. [4, S. 90f]
Mit dem Ausbau der Informationstechnologie entstehen neue Möglichkeiten
der Zusammenarbeit im Bezugsbereich. Die Vernetzung von Datenströmen des
Beschaffers mit denen des Lieferanten führt zur automatisierten Bestellaufgabe
bzw. Lieferung17.
8.2 Instrumentenmix
Genauso wie die einzelnen Instrumente unterscheiden sich auch die Produkte
natürlich. Je nach Einzel-, Billig-, Norm-, Spitzen-, bewährtes-, innovatives,
beschafferspezifisches oder mengenbedeutsames Produkt sind die jeweils
geeigneten Instumente aus dem zur Verfügung stehenden Pool auszuwählen.
Es kann durchaus sein, daß für einzelne Produkte sehr wenige Instrumente
anwendbar sind: Wenn beispielsweise ein Normprodukt bereits entwickelt, eine
freie Gestaltung ebenfalls nicht möglich ist, oder Verwendungszusagen unbe-
14 Der Lieferant unterhält ein beschaffernahes Lager, aus dem der Beschaffer je nach Bedarf
Beschaffungsobjekte entnimmt.
15 § 376 HGB; der Lieferant akzeptiert einen festen Termin, bei dessen Nichteinhaltung der
Beschaffer vom Vertrag zurücktreten, bzw. Schadenersatz verlangen kann.
16 s.a. Incoterms 1990 International Commercial Terms, int. Handelsregeln 1990 neugefaßt
17 ECR Efficient Consumer Response [7, Kap. 5]
11
deutend sind. Für die Produktpolitik ist in diesem Fall lediglich die
Produktleistungskonstanz wichtig. Um hier Verhandlungsspielraum zu besitzen,
sind also vornehmlich die Bereiche Entgelt-, Service- und Bezugspolitik zu
betrachten. Im Bereich der Entgeltpolitik für Normteile sind etwa Mengenrabatt,
Konkurrenzpreispolitik, Skonto oder Mengenprämie wichtige Instrumente. In
Form der Lieferqualitätseinhaltung, Lieferbereitschaft, Lieferzuverlässigkeit,
Abnahmezuverlässigkeit und Abnahmetoleranz kann mit der Servicepolitik
gearbeitet werden. Die Bezugspolitik kann bei Normteilen mit fast ihrem
gesamten Instrumentarium die Verhandlungen mitgestalten. Wenig
erfolgversprechend wären hier allerdings Forderungen nach Konsignations-
bezug, Exclusivbezug, Kapazitätsreservierung oder Transportmittelvorschriften.
9. Bestellung
Die Beschaffungsentscheidungen finden ihren formalen Abschluß in der
Bestellung. Gemäß den anreiz-beitrags-Kalkülen der Beteiligten kann es sein,
daß die ursprüngliche Bedarfsanforderung wesentlich modifiziert wurde.
Angaben bezüglich Menge, BO-Leistungen, Zeit, Ort, Informationen, Lieferung,
Entgelt und Service müssen enthalten sein.
Dagegen sind im Regelfall Angaben zu den beschaffungspolitischen
Instrumenten nicht Bestandteil der Bestellung!18
10. Fazit
Es zeigt sich, das wirklich alle Bereiche in die Suche nach einer sowohl für
Beschaffer als auch Lieferant optimalen Lösung einbezogen werden müssen.
Ist dies der Fall kann meist eine Win-Position für beide erreicht werden.
18 Die beschaffungspolitischen Instrumente sind (nur) der Weg, die Mittel, um zur
Vertragseinigung zu gelangen.
12
Da die Instrumentenvielfalt, wie aufgezeigt wurde sehr groß ist und mit der
Tendenz zu größerer Individualität
19
weiter zunehmen wird, kann von einer
Standartlösung immer weniger Ertrag (Gewinnbeitrag) erwartet werden.
Beschaffungsmarketing gebührt somit der gleiche Rang wie Absatzmarketing.
19 Nischenprodukte und anbieter treten verstärkt im Markt auf
13
Literaturverzeichnis
Bücher:
1
Berg, Claus C.:
Beschaffungsmarketing, Würzburg u.a. 1981
2
Corsten H., Reiß M.:
Betriebswirtschaftslehre, 3. Aufl., München 1999
3
Hansen, Ursula:
Absatz- und Beschaffungsmarketing des Einzelhandels, 2. Aufl.,
Göttingen 1990
4
Koppelmann, Udo:
Beschaffungsmarketing für die Praxis, Berlin u.a. 1997
5
Meffert, Heribert:
Marketing, 8. Auflage, Wiesbaden 1998
6
Oeldorf G., Olfert K.:
Materialwirtschaft, 8. Auflage, Ludwigshafen 1998
7
Paul, Herbert:
Vorlesungsunterlagen Marketing, FH Mainz 2000
8
Schröder, Michael:
Internationales Beschaffungsmarketing der Industrieunternehmung,
Göttingen 1993
Zeitschriftenbeiträge:
9 Stark,
Heinz:
Anbieteranalyse Instrument der aktiven Einkaufsvorbereitung,
in: Beschaffung aktuell 1984, S. 81
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