Autor: Tim Strazny
Fach: Medizin
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HELENE LANGE SCHULE
GYMNASIALE OBERSTUFE AN DER INTEGRIERTEN
GESAMTSCHULE
F a c h a r b e i t
Diabetes mellitus
Fach :
Biologie
Name d. Sch. :
Tim Strazny
Fachlehrkraft :
Herr Lichtenberg
Schuljahr :
11
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INHALT
1EINLEITUNG
2 ZWEI FORMEN DER ZUCKERKRANKHEIT
2.1 TYP I-DIABETES
2.2 TYP II-DIABETES
3 REGULATION DES BLUTZUCKERSPIEGELS
3.1 SPEICHERUNG VON GLUCOSE
3.2 REAKTION AUF EINE HYPOGLYKÄMIE
3.3 REAKTION AUF EINE HYPERGLYKÄMIE
4 SYMPTOME UND SCHÄDEN
5 BEHANDLUNG VON DIABETES
5.1 DIÄT
5.2 BEWEGUNG
5.3 ANTIDIABETIKA
5.4 INSULIN
6 SCHLUSSBETRACHTUNG
ANHANG
QUELLENANGABE
WICHTIGE ADRESSEN
VERSICHERUNG DER SELBSTÄNDIGEN ANFERTIGUNG
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1 Einleitung
Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist das am häufigsten
auftretende Stoffwechselleiden in der Bundesrepublik, circa 3-4% der
Deutschen (knapp 2,5 Millionen) leiden an dieser chronischen
Stoffwechselstörung. Bei Diabetes mellitus liegt die Zuckerkonzentration
im Blut über den normalen Werten (60-90 mg Glucose pro dl Blut).
Normalerweise wird der Blutzuckerspiegelvon dem Peptidhormon Insulin
reguliert. Doch bei Diabetes mellitus (zu deutsch etwa ,,honigsüßes
Hindurchfließen") ist die Insulinproduktion in der Pankreas
(Bauchspeicheldrüse) gestört.
2 Zwei Formen der Zuckerkrankheit
Man unterscheidet bei Diabetes mellitus zwei Formen: Typ I-Diabetes
und Typ II-Diabetes. Beide Typen zeichnen sich durch meist erhöhte
Blutzuckerkonzentrationen aus, unterscheiden sich aber in ihren Ursachen.
2.1 Typ I-Diabetes
Typ I-Diabetes wurde früher Jugenddiabetes oder juveniler Diabetes
genannt, da er schon im Kindesalter auftritt. Bei Typ I-Diabetikern liegt
ein absoluter Insulinmangel vor, das heißt, die insulinproduzierenden b-
Zellen der Pankreas wurden im Verlauf der Krankheit durch die körpereigene
Abwehr völlig zerstört.
Ausgelöst wird diese überwiegend zu den Autoimmunerkrankungen gezählte
Krankheit vermutlich durch eine Virusinfektion im frühen Kindesalter.
Typ I-Diabetiker sind aufgrund dieser unzureichenden Insulinversorgung
auf Fremdinsulin angewiesen, daher nennt man den Typ I-Diabetes
auch insulinabhängigen Diabetes, kurz IDDM (
insulin dependent Diabetes
mellitus
).
2.2 Typ II-Diabetes
Bei Typ II-Diabetes, früher als Alters- oder Erwachsenendiabetes
bezeichnet, liegt ein relativer Insulinmangel vor. Durch Übergewicht
vermindert sich die Zahl der Insulinrezeptoren an der Oberfläche von
Zellkörpern (
down-Regulation
). Daraus folgt, dass trotz ausreichender
Insulinmenge nicht genügend Glucose in die Zellen transferiert werden
kann und es kommt zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel. Die Pankreas
beginnt noch mehr Insulin auszuschütten. Die Insulinrezeptoren der Zellen
reagieren wegen des erhöhten Insulinspiegels weniger auf Insulin
(Insulinresistenz). Durch diesen Teufelskreis wird die Pankreas mit der
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Insulinproduktion überfordert. Deshalb kommt es mit der Zeit zu einer
schleichenden Abnahme der Insulinproduktion in den b-Zellen der
Pankreas. Wegen des relativen Insulinmangels wird Typ IIDiabetes auch
insulinunabhängiger Diabetes, kurz NIDDM (
noninsulin
dependent
Diabetes mellitus
) genannt. Die Wahrscheinlichkeit der Vererbung von Typ
II-Diabetes liegt bei ungefähr 50%. Typ II-Diabetes lässt sich meist durch
Gewichtsabnahme und Diät behandeln.
3 Regulation des Blutzuckerspiegels
Der Glucosegehalt des Blutes muss möglichst konstant gehalten werden, da
bei einer Unterzuckerung (
Hypoglykämie
) die ausreichende Versorgung von
Zellen (z.B. Gehirnzellen) mit dem Hauptbrennstoff Glucose nicht
gewährleistet ist und es deshalb zu Schädigungen der Zellen kommen
kann. Auch bei einer Überzuckerung (
Hyperglykämie
) können Zellen
geschädigt werden ( vergl. Abschnitt 3 ,,Schäden und Symptome"). Da es
_
aber längere Pausen zwischen Mahlzeiten gibt, also nicht durchgängig die
gleiche Menge Zucker aufgenommen wird, muss die kontinuierliche
Versorgung der Zellen anders geschehen.
3.1 Speicherung von Glucose
Aufgenommener Zucker wird möglichst schnell in dafür vorgesehene Gewebe
eingelagert. Solche Gewebe sind das der Leber, die Skelettmuskulatur
und Fettzellen. In Muskeln und Leber wird Glucose als Glycogen eingelagert.
Die Leber kann ca. 50-100 g aufnehmen, die Muskulatur 200-400 g. Ist mehr
Glucose im Blut vorhanden als in Leber und Muskulatur gespeichert werden
kann, so wandelt die Leber alle überzähligen Glucose-Moleküle in Fettsäuren
um, die nach dem Transport über die Blutbahn in Fettzellen als Fett
(
Triglyceride
) gespeichert werden. Damit die Umwandlung von Glucose zu
Glycogen oder zu Fett überhaupt geschehen kann, müssen die dafür
zuständigen Enzyme aktiviert werden. Insulin ist das einzige Hormon, das
dazu imstande ist.
3.2 Reaktion auf eine Hypoglykämie
Sinkt die Blutglucosekonzentration unter die normalen Werte, zum Beispiel
bei Anstrengungen oder längeren Essenspausen, so wandelt der Körper
die Glycogen-Vorräte der Leber- und Muskelzellen in Glucose um. Diese
enzymatisch katalysierte Reaktion wird von dem Hormon Glucagon aktiviert.
Dieses Hormon wird in dem a-Zellen der Bauchspeicheldrüse hergestellt.
Jedoch können nur die Glucose-Moleküle aus der Leber in den
Blutkreislauf abgegeben werden, der Zucker aus den Muskelzellen steht
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ausschließlich den Muskeln zur Verfügung. Liegt eine Hypoglykämie über
längeren Zeitraum vor, werden die Glycogen-Depots der Leber
aufgebraucht und die Leber beginnt aus Aminosäuren gewonnene Glucose
in die Blutbahn auszuschütten. Auch in Stresssituationen wird der
Glycogen-Abbau gefördert, das geschieht durch das aus dem
Nebennierenmark freigesetzte Adrenalin. Adrenalin fördert zudem den
Glycogen-Abbau in der Leber und den Fettabbau im Fettgewebe.
3.3 Reaktion auf eine Hyperglykämie
Steigt die Konzentration des Blutzuckers an (siehe Abbildung 1), so
wird dies direkt von den b-Zellen der Bauchspeicheldrüse
wahrgenommen. Die b-Zellen reagieren darauf mit einem vermehrten
Ausstoß von Insulin, welches nur von ihnen hergestellt wird.
Abb. 1 Reaktion auf eine Hyperglykämie1
Über die Blutbahn gelangt das Insulin zu den Zellen, die Glucose speichern
und bindet sich an den Insulin- Rezeptor der Zelle. Dieser Insulin-
Rezeptor befindet sich zum größten Teil außerhalb der Zelle und
besteht aus vier durch Schwefelbrücken (S-S) miteinander verbundenen
Polypeptidketten (zwei a- und zwei b-Ketten).
Abbildung 2 zeigt ein Modell eines solchen Insulin-Rezeptors. Bindet sich
Insulin an die Insulin-Rezeptor-Domäne, so wird der auf der
Zellinnenseite sitzende Teil des Rezeptors, der als Enzym arbeitet,
aktiviert.
Das Enzym funktioniert unter Verbrauch von Adenosintriphosphat (ATP)
als eine Proteinkinase (Abb. 1).
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Abb. 2 Modell eines Insulin-Rezeptors 2
Insulin besitzt ein recht großes Wirkungsspektrum, welches ich noch
einmal zusammenfasse:
Insulin steigert die Aufnahmebereitschaft von Glucose in Leber-, Fett-
und Muskelzellen. Insulin hemmt den Abbau von Glycogen, aktiviert die
Synthese von Glycogen und Fettsäuren und aktiviert den Abbau von
Glucose. Es aktiviert die Fettbildung und die Proteinbiosynthese.
4 Symptome und Schäden
Ein besonderes Erscheinungsmerkmal des fortgeschrittenen Diabetes
mellitus ist das ,,honigsüße Hindurchfließen". Gemeint ist damit der
glucosehaltige Urin (
Glucosurie
) bei Diabetikern, bei denen der
Blutglucosewert über 180 mg/dl liegt. Bei diesen Werten wird die
Nierenschwelle überschritten, d.h. die Niere kommt mit ihrer Filterleistung
nicht mehr nach und Glucose tritt in den Urin über. Diabetiker mit
Glucosurie leiden meist an Polyurie (häufiges Wasserlassen), da die Niere
versucht möglichst viel überflüssigen Zucker über den Urin hinaus zu
spülen. Sie leiden häufig auch an übermäßigem Durst (
Polydipsie
),
bedingt durch das häufige Wasserlassen.
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Auch bei einwandfreier Therapie breiten sich Spätschäden meist nach
15 Jahren aus. Vernachlässigt man die Behandlung, so tauchen diese
Schädigungen eventuell schon nach fünf bis zehn Jahren auf.
Solche Schäden können sein:
Makroangiopathie
:
Bei der Makroangiopathie handelt es sich um eine Erkrankung der
großen arteriellen Blutgefäße. Diese Erkrankungen können
Durchblutungsstörungen im Bereich der Beine, koronare
Herzkrankheiten, Herzinfarkte und Schlaganfälle als Folgen haben.
Mikroangiopathie
:
Bei der Erkrankung der kleinen arteriellen Blutgefäße kann es zu
einer sogenannten diabetischen Retinopathie (Netzhauterkrankung)
kommen. Diese Erkrankung wird zu den häufigsten Ursachen für
Erblindung gezählt. Des Weiteren kann die Mikroangiopathie auch die
diabetische Nephropathie (Nierenerkrankung) zur Folge haben. Sie tritt
auf, wenn kleinere Nierengefäße geschädigt oder zerstört werden, die
Nierentätigkeit kann soweit eingeschränkt werden, dass eine
Dialysepflichtigkeit besteht.
diabetische Polyneuropathie
:
Hier kommt es durch eine Schädigung der Gefäße, die die peripheren
Nervenzellen versorgen zu einer Degeneration der Axone. Diese Form
der Polyneuropathie äußert sich mit Schmerzen und
Sensibilitätsstörungen an den Extremitäten und der Aufhebung des
Vibrationsempfindens.
diabetischer Fuß
:
Kleinere Hautgefäße werden an Druckstellen, sowie Zehen oder Ferse
geschädigt (
Mikroangiopathie
). Dies kann zu einem
diabetischen Gangrän
führen, d.h. durch eine Minderdurchblutung wird Gewebe zerstört. Dazu
besteht das Risiko der Bildung von ,,Mal perforans", also sehr tiefen
lochförmigen Hautgeschwüren. Durch eine eventuell schon aufgetretene
diabetische Polyneuropathie
bleiben kleinere Veränderungen meist
unbemerkt.
Um dem
diabetischen Fuß
vorzubeugen, sollte man folgendes
beachten: Fußnägel nur feilen, Füße sauber und trocken halten,
bequeme Strümpfe und bequemes Schuhwerk tragen, Füße entlasten
und täglich mit einem Spiegel auf schlecht durchblutete, bläuliche
Stellen und Verletzungen prüfen.
diabetische Fettleber
:
Durch die Beeinträchtigung des Fettstoffwechsels durch den Insulinmangel
kommt es zu einer verstärkten
Lipolyse (Fettkatabolismus)
und
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Neubildung von Triglyceriden in den Leberzellen. Dies führt zu einer
Verfettung der Leber.
Das
diabetische Koma
ist die schwerste, lebensgefährliche
Stoffwechselentgleisung des Diabetes. Die Blutzuckerwerte können Werte
über 1000 mg/dl erreichen (60-90 mg Glucose pro dl Blut ist
Normalbereich). Das diabetische Koma wird meist durch Infekte, Diätfehler
(Naschen) oder Unterdosierungen bei insulinspritzenden Diabetikern
hervorgerufen. Das Koma entsteht durch den Wasserentzug der
Nervenzellen (das Wasser diffundiert aus den Nervenzellen, um einen
Konzentrationsausgleich zu bewirken, da die Zuckerkonzentration
außerhalb der Zellen viel größer ist). Der Fettstoffwechsel steigt dazu
noch massiv an und es kann zu einer gefährlichen Übersäuerung des
Blutes (Ketoazidose) führen.
5 Behandlung von Diabetes
Während Typ I-Diabetes bisher nur durch Verabreichung von Insulin zu
therapieren war, stehen bei Typ II-Diabetes mehrere Therapiemöglichkeiten
zu Verfügung.
5.1 Diät
Da Typ II-Diabetes direkt mit Übergewicht zusammen hängen kann, hilft
meist schon ein Erreichen des Idealgewichts, um die Krankheit in Grenzen zu
halten.
Viele, über den Tag verteilte, kleine Mahlzeiten sollen starke Schwankungen
des Blutzuckerspiegels verhindern. Diabetikern dient als Maßeinheit für
die aufzunehmende Kohlenhydratmenge die sogenannte Broteinheit. Eine
Broteinheit (
BE
) entspricht dabei zwölf Gramm Kohlenhydrate, das ist
gleichzusetzen mit ungefähr einer Scheibe Brot. Normalgewichtige
Erwachsene ohne schwere körperliche Arbeit benötigen am Tag ungefähr
14 Broteinheiten. Des Weiteren sollten Typ II-Diabetiker auf die Art
der Kohlenhydrate achten. Lebensmittel mit zusammengesetzten
Kohlenhydraten (
Vielfachzucker
) und einem hohen Gehalt von
Ballaststoffen (
Vollkornerzeugnisse
) gelten als empfehlenswert.
Vielfachzucker werden vom Körper langsamer zu Glucose abgebaut und
deshalb verzögert ins Blut aufgenommen.
Im Gegensatz zu anderen zucker- oder glucosehaltigen Nahrungsmitteln,
bewirkt dies ein langsames Ansteigen des Blutzuckerspiegels. Meiden
sollte ein Typ II-Diabetiker auch stark fetthaltige Nahrungsmittel und
Nahrungsmittel mit einem erhöhten Eiweißgehalt. Denn durch einen zu
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hohen Eiweißverzehr kann die Nierenfunktion eingeschränkt werden.
Getränke sind ebenso zu beachten. Gerade Alkohol kann durch seine
nachteiligen Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel eine Unterzuckerung
hervorrufen.
5.2 Bewegung
Bewegung fördert die Stabilisierung des Glucosestoffwechsels und
verbessert den Fettstoffwechsel. Durch Bewegung wird ein Bluthochdruck
gesenkt, das Risiko für koronare Herzerkrankungen vermindert und die
Durchblutung verbessert. Diese Faktoren machen Bewegung in
Verbindung mit einer entsprechenden Ernährung zu der wichtigsten
Vorbeugung gegen Typ II Diabetes.
Die Gefahr einer Hypoglykämie besteht hauptsächlich bei Typ II
Diabetikern, die medikamentös ( vergl. Abschnitt 5.3 ,,Antidiabetika")
_
behandelt werden. Auch Stunden nach der Belastung kann eine
Hypoglykämie noch auftreten. Heißhunger, Schweißausbrüche, Herzklopfen,
Kopfschmerzen, Zittrigkeit, blasse Haut, Kribbeln der Finger und Lippen,
weiche Knie, Nervosität, Angstgefühle und ein Gefühl der Pelzigkeit um den
Mund können Warnzeichen für eine Hypoglykämie sein. Für einen
solchen Fall sollte der betreffende Diabetiker immer ein Stück Zucker oder
Traubenzucker zur Hand haben, da bei einem Blutzuckerspiegel unter 40
mg/dl ein
hypoglykämischer
Schock
droht. Der Patient kann dabei in
Ohnmacht fallen.
5.3 Antidiabetika
Falls die Diät (s.o.) nicht anschlägt, wird mit der Verabreichung von
Medikamenten wie
Glibenclamid
begonnen. Durch Einnahme von oralen
Antidiabetika (z.B.
Sulfonylharnstoffe
) werden die insulinproduzierenden
b-Zellen zu einer vermehrten Produktion und Ausschüttung von Insulin
angeregt.
5.4 Insulin
Tritt bei den oben genannten Behandlungsmethoden kein befriedigendes
Ergebnis auf, oder liegt ein Fall von Typ I-Diabetes vor, beginnt man
mit parenteraler (d.h. am Verdauungskanal vorbei) Zuführung von
Insulin.
Heutzutage verwendet man größtenteils gentechnisch hergestelltes
Humaninsulin. Die Maßeinheit der internationalen Einheit (IE) wurde für die
bessere Einteilung von Insulinmengen eingeführt. Eine internationale
Einheit entspricht dabei 0,0455 mg Insulin. Durch neue Geräte wurde
die Insulininjektion erheblich vereinfacht. So lässt sich mit einem
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sogenannten ,,Pen" (ein Stift in der Form eines Füllfederhalters) die zu
verabreichende Menge Insulin einstellen und kann auf Knopfdruck injiziert
werden. Diabetiker müssen jedoch auf sich achten, denn ,,Diabetes ohne
Selbstkontrolle wäre wie Seefahrt ohne Kompass"3. Ein insulinspritzender
Diabetiker sollte mindestens zwei- bis dreimal am Tag seinen
Blutzuckerspiegel und eventuell auch seine Harnzuckerkonzentration
überprüfen, um die Dosierung von Insulin korrekt anpassen zu können.
Eine Hilfe für Diabetiker ist die Insulinpumpe, sie gibt kontinuierlich eine
bestimmte Menge Insulin ins Blut ab, so das der Diabetiker nicht auf
Insulinspritzen oder Pens angewiesen ist. Die Pumpe kann allerdings nicht
den Blutzucker messen, der Diabetiker muss dies selbst erledigen. Wann er
isst, kann der Patient selbst festlegen. Nach dem Essen betätigt er
einen Knopf um eine Extradosis Insulin verabreicht zu bekommen. Das
empfinden viele pumpentragende Diabetiker als die größte Erleichterung.
6 Schlussbetrachtung
Bisher ging man davon aus, dass Diabetes mellitus unheilbar sei. Doch
neue Behandlungsmethoden zeigen, dass es in Zukunft Hoffnung auf
Heilung gibt.
Beispielsweise die Transplantation: durch Transplantation von Inselzellen
der Spender-Bauchspeícheldrüse in die Leber eines Patienten lässt sich
die Produktion von Insulin bei einem großen Teil der Patienten wieder
in Gang setzen. Diese Behandlungsmethode lässt sich zur Zeit allerdings
nur bei Patienten mit Typ I-Diabetes mellitus und einem chronischen
Nierenversagen realisieren.
Diabetologe Reinhard Bretzel beschreibt in einem NWZ-Interview4, wie er
Patienten durch eine solche Operation von Diabetes heilen könnte. Von 45
behandelten Patienten, bei denen der Eingriff mindestens ein Jahr
zurückliegt, sind zehn soweit geheilt, dass sie sich kein Insulin mehr
spritzen müssen. Bei Kindern kann dieses Verfahren jedoch noch nicht
angewandt werden, da die verabreichten Medikamente das Immunsystem
schwächen, um eine Abstoßung der neuen Zellen zu verhindern. Weitere
Informationen zur Diabetes-Forschung finden Sie unter www.med.uni-
giessen.de/itr/
11
Quellenangabe
1)
Diabetes Mellitus Typ II, Herausgeber: Aktion "gesund alt werden",
AEV Arbeiter-Ersatzkassen-Verband e.V. 1994
2)
Freyberg, U.: Nordwest-Zeitung, 02.06.2000, Artikel ,,Kanadier haben
Methode bei uns gelernt Gießener Mediziner setzt seit 1992 auf Zell-
Transplantation in der Diabetes-Behandlung"
3)
Kleinert, R., W. Ruppert und F. X. Stratil: Mentor Abiturhilfe Band 69
Biologie "Nervensystem, Hormonsystem und Immunsystem -
Molekulare Grundlagen biologischer Kommunikation" 5. Auflage,
1998, Mentor Verlag München, ISBN 3-580-64690-7
4)
Mehnert, H. und E. Standl: "Diabetes - Mit der Krankheit leben lernen",
1995, Georg Thieme Verlag, ISBN 3-89373-703-0 PZN 7132420
5)
Schäffler, A. und S. Schmidt: "Mensch Körper Krankheit" 2. Auflage,
1996, Jungjohann Verlag bei Gustav Fischer und Verlag Dr. Max
Gehlen, ISBN 3-8243-1806-7
6)
Storm, Gernot-R.: "Diabetes von Kindheit an - Ein Ratgeber für Eltern
und Betroffene", 1998, fit fürs Leben Verlag, ISBN 3-89526-020-7
Wichtige Adressen
Deutscher Diabetiker-Bund
LV Hamburg e.V.
Lorenz Harms
Von-Essen-Straße 85
22081 Hamburg
Prof. Hess-Kinderklinik
ZKH
Dr. W. Marg
St. Jürgen Straße
28205 Bremen
Deutscher Diabetiker-Bund
LV Bremen e.V.
Jens Pursche
Gröpelinger Heerstr. 386 b
28239 Bremen
12
Deutsches Diabetes Museum
Wolfgang Leder
Am Klaubusch 12-18
29549 Bad Bevensen
Diabetes-Klinik Bevensen
Dr. med. Gernot-R. Storm
Am Klaubusch 12-18
29549 Bad Bevensen
Deutsche Diabetes-Gesellschaft
Geschäftsstelle
Universitätsklinik Bergmannsheil
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Tel. 02 34 / 30 20
Deutsche Diabetes-Union
Institut für Diabetes-Forschung
Kölner Platz 1
880804 München
Tel. 089 / 22 73 41
Deutsche Diabetes-Stiftung
Ev. Krankenhaus St.-Johannes-Stift
Reumontstraße 28
33102 Paderborn
Tel. 0 52 51 / 40 10
1 nach Mentor Abiturhilfe Band 69 Biologie Seite, 114, Kleinert u.a., 1998
2 nach Mentor Abiturhilfe Band 69 Biologie Seite, 115, Kleinert u.a., 1998
3 H. Mehnert u. E. Standl: Diabetes Mit der Krankheit leben lernen, Seite 78
4 NWZ 02.06.2000, U. Freyberg: Kanadier haben Methode bei uns gelernt
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