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Presentation (Pre-University), 2001, 6 Pages
Author: Barbara Krausz
Subject: Physics
Details
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Fulltext (computer-generated)
3
Der Mittelwellenempfänger
1.0 Drahtlose Nachrichtenübertragung
Mit Hilfe der Funktechnik ist es möglich, Informationen drahtlos zu übermitteln. Der
Sender setzt dabei das zu übertragende Signal (z.B. Sprache und Musik) in elektrische
Schwingungen um und bereitet sie für den Transport auf (s. Modulation). Die aufberei-
teten elektromagnetischen Wellen werden nun drahtlos gesendet. Der Empfänger macht
nun die empfangenen Signale wieder hörbar.
1.1 Sendertechnik
Die Sendestation wandelt die Informationen in elektrische Schwingungen um. Es ent-
steht ein Niederfrequenz-Signal (NF). Beim NF-Signal ist die Anzahl der Schwingun-
gen relativ gering: Es hat nur eine Frequenz von 16 20000 Hz. Jedoch ist es erst mit
Frequenzen von über 100 kHz möglich, elektromagnetische Schwingungen abzustrahlen
und später diese wieder zu empfangen. Das zu übertragende NF-Signal wird daher einer
sogenannte Trägerwelle (HF = Hochfrequenz) überlagert. Bei Mittelwellensendern be-
trägt diese Frequenz etwa 520 1602 kHz (Langwelle: 151 281 kHz). Es gibt ver-
schiedene Modulationsarten:
Amplitudenmodulation (AM): Bei diesem Verfahren wird die Höhe der HF-
Amplituden, also der Tragerwelle im Takt der Niederfrequenz moduliert. Die Amplitu-
denmodulation benutzt man im Mittelwellen- und Langwellenbereich.
Abb. 1
NF-Signal
Abb. 2
HF-Träger
Abb. 3
AM-moduliertes
Signal
Frequenzmodulation (FM): Im Gegensatz zur Amplitudenmodulation ändert sich bei
dieser Methode die Amplitude nicht. Die Frequenz der Trägerwelle wird nun im Takt
der Tonschwingung verändert. Die Frequenzmodulation ist weniger anfällig für Störun-
4
gen (wie z.B. elektrostatische Entladungen) und wird deshalb im UKW-Rundfunk ver-
wendet.
Neben diesen beiden Modulationsarten gibt es noch die Phasenmodulation, die beson-
ders bei Farbfernsehübertragungen, Richt-, Satelliten- und Mobilfunk gebraucht wird.
Evtl. Bandbreite
Auf der Senderseite befindet sich ein offener
Schwingkreis (s. 2.02 ,,Der elektromagnetische
Schwingkreis"). Dieser entsteht, wenn man die Plat-
ten des Kondensators eines Parallelschwingkreises
Abb. 4
Entstehung des offenen
Schwingkreises
wie abgebildet auseinanderzieht. Die elektrischen
Feldlinien lassen sich nun nicht wie bei einem geschlossenen Schwingkreis zwischen
den Kondensatorplatten nachweisen. Sie breiten sich nach allen Seiten hin aus. Je nach
Polung und Stromstärke verändern sich nun auch die elektrischen Feldlinien. Neben
den elektrischen Kräften sind jedoch auch magnetische Kräfte vorhanden. Im Gegensatz
zu einem geschlossenen Schwingkreis, bei dem sich die magnetischen Kräfte, die die
Hin- und Rückleitung umgeben und sich in
einiger Entfernung aufheben, dehnen sich die
magnetischen Feldlinien ungehindert nach
allen Seiten aus, da hier ja keine
stromführende Rückleitung vorhanden ist.
Abb. 5
magnetische Kräfte im geschlos-
Die elektromagnetischen Wellen breiten sich
senen und offenen Schwingkreis
mit Lichtgeschwindigkeit aus. Bestimmend für
den Wellenlängenbereich ist nun die Frequenz des Trägersignals:
mit
Beispielsweise beträgt die Wellenlänge für eine Frequenz von 1 MHz:
c
300000
km
s
=
=
= 3
,
0
km
= 300
m
f
1000000
s
Die Unterscheidung der verschiedenen Frequenzbereiche sind in der Tabelle auf der
folgenden Seite zusammengefaßt.
Schneiden die Kraftlinien nun die Empfangsantenne, so wird dort eine Spannung indu-
ziert, die dann dem geschlossenen Schwingkreis zugeführt wird.
5
Frequenzbereich
Wellenlängenbereich
Anwendungsbereich
30 300 kHz
LF
10000 m - 1000 m LW
Funknavigation, Langwellen-Rundfunk
300 kHz - 3 MHz MF
1000 m - 100 m
MW
Funkpeilung, Mittelwellen-Rundfunk,
See-Sprechfunk
3 30 MHz
HF
100 m - 10 m
KW
Kurzwelen-Rundfunk, Amateurfunk,
CB-Sprechfunk
30 300 MHz
VHF 10 m - 1 m
m-Wellen
Fernsehkanäle, UKW-Rundfunk, Flug-
funk
300 MHz 3 GHz UHF 1 m - 10 cm
dm-Wellen Satellitenfunk, Fernsehkanäle, Radar
3 30 GHz
SHF 10 cm - 1 cm
cm-Wellen Nachrichten-Satelliten, Funkastronomie
Tabelle 1
Einteilung und Anwendung der Radiowellen
Evtl. Ausbreitung der Wellen Metzler S. 285 (Raumwelle)
2.0 Der Empfänger
Die Aufgabe des Empfängers besteht nun darin, aus den von der Antenne aufgefange-
nen Signalen die gewünschte Frequenz herauszufiltern und die Informationen hörbar zu
machen.
Der einfachste Empfänger (Detektorempfänger) besteht
dabei aus der Antenne, die die Radiowellen empfängt, dem
Schwingkreis, der eine bestimmte Frequenz herausfiltert,
einem Demodulationsglied, der das NF-Signal vom Träger
trennt und einem Kopfhörer, der dieses hörbar macht.
Abb. 6
Schaltbild des von
mir gebauten Detektoremp-
fängers
2.01 Die Antenne
Wie oben schon beschrieben wird in dem von der Erde isolierten Metallgebilde eine
Spannung induziert, die nun dem geschlossenen Schwingkreis zugeleitet wird. Im güns-
tigsten Fall sollte die Antenne ein Viertel der Wellenlänge betragen. Bei einer Frequenz
von 1 MHz, bei der die Wellenlänge 300 m beträgt, sollte die Antenne also 75 m lang
sein. Aus räumlichen Gründen kann hier aber eine Spule in die Antennenzuleitung
schalten, um eine elektrische Antennenverlängerung vorzunehmen.
6
2.02 Der elektromagnetische Schwingkreis
Der Schwingkreis besteht aus einer Spule und einem Kondensator. Man unterscheidet
den Reihen- und den Parallelschwingkreis. Im folgenden soll nur auf den Parallel-
schwingkreis eingegangen werden.
Dieser Schwingkreis besteht aus dem Kondensator C, der mit
der Spule L parallel geschaltet ist. Wenn der Schalter auf
Stellung B steht, so wird der Kondensator aufgeladen. Wird
nun auf Schalterstellung A umgeschaltet, so entlädt sich der
Abb. 7
Parallelschwing-
kreis
Kondensator. Dabei fließt ein Strom durch die Spule und ein
magnetisches Feld wird aufgebaut. Ist der Kondensator entladen, so bricht das Magnet-
feld zusammen und induziert dabei einen Strom, der den Kondensator entgegengesetzt
auflädt. Ist das Magnetfeld abgebaut, hört der Induktionsstrom also auf, so entlädt sich
der Kondensator wieder. In der Spule entsteht so ein Magnetfeld entgegengesetzter Po-
lung, das beim Zusammenbrechen wiederum einen Induktionsstrom erzeugt. Der Kon-
densator wird also wie ursprünglich aufgeladen.
Die Energie pendelt im Schwingkreis zwischen Kondensator und Spule hin und her. Sie
tritt abwechselnd als elektrische oder magnetische Energie auf. Die vorliegende Schal-
tung erzeugt also elektro-magnetische Schwingungen.
Der vorhandene Energieverlust wird im Empfänger ausgeglichen und eine ungedämpfte
(harmonische) Schwingung entsteht.
Evtl. Bild
Die Frequenz dieser Schwingung ist abhängig von der Kapazität und Induktivität:
Wechselstrom Xc, Xl S. 302 Spannung an C und L
Kondensator und Spule haben denselben Wechselstromwiderstand, da sie ja dieselbe
Spannung haben, und der Strom im Stromkreis überall gleich groß ist. Daraus ergibt
sich, daß
X
=
X
. Während bei steigender Frequenz auch der Blindwiderstand der
L
C
Spule steigt, so fällt dieser beim Kondensator. Bei einer einzigen Frequenz, der sog.
Resonanzfrequenz, haben Kondensator und Spule denselben Widerstand. Dies ist die
Frequenz, mit der der Strom pendelt:
1
1
1
X
=
1
L
;
X
=
X
=
X
L
=
2
=
4 2
f
2 =
L
C
C
L
C
C
C
L
C
L
1
f
=
Thomsonsche Schwingungsformel
2
C
L
Folgende Daten treffen auf den gebauten Empfänger zu:
7
C
= 300
pF C
= 500
pF n
= 100
Windungen l
= 4
cm r
=
5
,
7
mm
1
2
Daraus ergibt sich die Induktivität
A n
2
-
100
,
0 0075
7
Vs
2
2
m
2
L
-5
= µ µ
= 4 10
1
= 55
,
5
10
H
0
r
l
Am
,
0 04
m
Nach der Thomsonschen Schwingungsformel errechnet sich nun die Frequenz folgen-
dermaßen:
1
1
f
=
=
=
755
,
1233425
s
1- = ,
1 2
MHz
1
2
LC
-
Vs
-
As
2
55
,
5
10 5
300 10 12
A
V
bei 300 pF bzw.
1
f
=
=
,
955407 4818
s
1
- = 955
,
0
MHz
2
-
Vs
-
As
2
55
,
5
10 5
500 10 12
A
V
bei 500 pF. Durch Einstellen des Drehkondensators empfängt dieses Gerät also Sender
mit einer Frequenz von 0,955 MHz bis 1,2 MHz. Eine weitere Einstellung kann durch
Änderung der Permeabilitätszahl vorgenommen werden. Schiebt man beispielsweise
einen Eisenkern ( µ bis 5000) vollständig in die Spule, so beträgt die Induktivität
r
L
= ,
0 2755
H
und somit die Frequenz bei 300pF
f
=
3
,
17443
Hz
bzw.
1
f
=
5
,
13511
Hz
bei 500 pF.
2
Keine Batterie
2.03 Die Demodulation
Das durch den Schwingkreis herausgefilterte Signal besteht jedoch aus dem NF- und
dem HF-Signal. Im nächsten Schritt muß nun das NF-Signal, also die reine Information,
vom Träger isoliert werden.
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